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Männlichen Sexualtrieb abschalten

A/bendbrroxt


Aber so wie Du es erlebst ist es besser.

Ja, im Grunde habe ich keine wirklichen sexuellen Probleme im eigentlichen Sinn. Der Sexualtrieb stört mich etwa so wie chronische Kopfschmerzen. Aber nicht als etwas existenzielles. Ich denke, dass das, was du beschreibst, letztlich größeren Leidensdruck bedeutet.

Hmmm... Ich hoffe nichts von Dir überlesen zu haben, aber hast Du Dich schon mal in diese Richtung untersuchen lassen?

Nein, aber ich habe es schon in Erwägung gezogen. Allerdings dann eher interessehalber bzw. um mir Klarheit zu verschaffen (denn einiges spricht meiner Ansicht auch gegen die Vermutung). Im Kindes- und Jugendalter hatte ich massivere Probleme vor allem in der Schule, mittlerweile hat sich das allerdings gegeben im Großen und Ganzen.

Das heißt, ich komme im Alltag derzeit ganz gut zurecht, auch wenn ich, was meine "Lebensführung", meine Interessen usw angeht, wohl relativ stark abweiche.

G?rünper Kakxtus


Der Sexualtrieb stört mich etwa so wie chronische Kopfschmerzen.

Das finde ich jetzt aber schon ziemlich schlimm.... "Chronische Kopfschmerzen" - nicht gut {:( :(v :°(

Nein, so arg ist es nicht. Durch SB kann man sich auch recht einfach Abhilfe schaffen. Obwohl es ganz ohne Sexualtrieb natürlich noch besser wäre :-)

aber ich habe es schon in Erwägung gezogen.

Dann versuche es einfach einmal. Aber wenn Du Dich auch so relativ wohl fühlst, dann ist es wohl nicht unbedingt erforderlich *:)

ASbentdbvroxt


Das finde ich jetzt aber schon ziemlich schlimm... "Chronische Kopfschmerzen" - nicht gut

Naja, wie jeder Vergleich hinkt auch dieser nicht wenig. Ich wollte damit ausdrücken, dass der Trieb mir bloß als körperliches Phänomen erscheint, das eben letztlich lästig ist. Ich also darüber hinaus nicht durch ihn irgendwelche persönlichen Unzulänglichkeiten erlebe, was ja letztlich weitaus schlimmer wäre.

cVlwam3


Abendbrot

Bloß die sexuelle Erregbarkeit, da ich sie aufgrund meines sozialen Desinteresses nicht "verwerten" kann, stört unnötig.

Liegt die Lösung nicht in der Vernichtung der ärztlichen Verschreibung von VIAGRA & Co.

Oder liege ich da vollkommen daneben, daß der Sexualtrieb nicht vom vegetativen Nervensystem gesteuert wird. Also ich muß bewußt nachdenken um mir das Gefühl von körperlicher Erregung aufzubauen.

Ganz im Gegenteil z. B. die Erschöpfung könnte ich mir krankhaft einbilden. Nur sind meine Reserven aufgebraucht wird sich der Körper melden. Es könnte auch die Frage gestellt werden, ist das gut oder schädlich wenn ich diesem Verlangen nachgebe?

Aber die Steuerung passiert hier ganz wo anders im Gehirn.

A|ben$dbrxot


Über die genauen Abläufe der Erregbarkeit, aus neurologischer Sicht, bin ich nicht informiert (das würde mich jedoch durchaus interessieren).

Was da nun "bewusst" und was "unbewusst" gesteuert wird, kann ich, aus bloß phänomenologischer Perspektive, nicht genau benennen. Jedenfalls erlebe ich durchaus ein "Interesse" (inform von Aufmerksamkeit und eben körperlicher Spannung und letztlich auch Erregung) beim Anblick einer Frau, die mich sexuell anspricht; jedoch, wie gesagt, löst dieses Interesse keinen Willen zu einer sozialen Handlung aus, die Erregung wirkt also nicht motivierend (was wohl normalerweise - zumindest prinzipiell - der Fall ist).

Da das so ist und da ich als zu "mir" zugehörig eher das soziale Desinteresse verstehe als die Sexualität (da ich, wie ja schon gesagt, was mein ganzes Erleben - seit der Kindheit - angeht, durch diese Wesensart gekennzeichnet bin und das auch nicht als störend empfinde), würde ich gerne, wenn es denn rein "technisch" irgendwie möglich sein sollte, einen "Angleich" in diese Richtung vornehmen. Ich empfinde mich als "sozial asexuell" und wäre gerne auch körperlich asexuell.

Wie gesagt kann ich mir denken, dass das nicht so leicht sein wird nachzuvollziehen, es ist sicher keine übliche Erlebensweise und gerade, was diese Themen (Soziales und Sexuelles) angeht, wird erfahrungsgemäß leicht ein bestimmtes Bild des "Gesunden", des "Richtigen" zur Beurteilung herangezogen, das sich aus dem "Normalen", also dem Üblichen, ergibt (wobei ja, was die Sexualität betrifft, im Großen und Ganzen mittlerweile schon viel mehr "zugelassen" wird - wobe ich leider nicht sehen kann, dass sich an der prinzipiellen Art und Weise der Betrachtung und Bewertung etwas wesentliches geändert hat).

Ich habe versucht, so genau, wie es mir möglich ist, mein Erleben als solches zu beschreiben, um vor diesem Hintergrund meinen Wunsch nach Asexualität nachvollziehbar zu machen.

Sollte mir das nicht gelungen sein, kann ich nichts daran ändern. Wie gesagt, besser kann ich es derzeit nicht formulieren. Grundsätzlich würde ich mir wünschen, wenn bei einer solche Beschreibung (der "subjektiven Welt", der Interpretation erlebter Gegebenheiten usw.) eben nicht gleich das Lehrbuchmodell der "Normalität", der "richtigen Interpretation" der eigenen Sexualität usw. herangezogen würden, um scheinbar objektiv die Beschreibung der subjektiven Gegebenheiten als "falsch" oder gar "pathologisch" darzustellen. Wie gesagt habe ich generell nichts dagegen, dass man Zweifel oder Vorbehalte äußert. Nur denke ich, dass diese zumindest die persönliche Interpretation als solche berücksichtigen sollten und die Möglichkeit, dass nicht alles immer nach Schema F ablaufen muss.

Ich weiß, dass ich hier viel über mein Erleben und über meine Ansichten geschrieben habe und dass das, wie ja an der ein oder anderen Stelle geschrieben wurde, als Wille zur Selbstdarstellung aufgefasst werden. Das war allerdings nicht meine Absicht. Ich komme mir nicht wichtig vor, bloß die Sache ist für mich nun einmal wichtig (sowohl das konkrete Thema, als auch generell der Umgang mit Andersartigem). Ich hoffe, man kann das letztlich verstehen.

In diesem Sinne möchte ich mich vorerst verabschieden.

G&rüner< KaktHuxs


Schade.

Deine Postings waren toll! :)^

Vielleicht schaust Du doch mal wieder rein *:)

LAovxHus


Zum Drogenvergleich

Habe den Faden über Abendbrots Faden gefunden. XOR, bist du noch da?

Ich finde den Vergleich "Droge - Sextrieb" ganz plausibel. Das Problem ist ja auch bei Drogen nicht die Droge an sich, sondern ihr Missbrauch.

Ich habe mal ein interessantes Buch gelesen: Chemie der Psyche. Ich glaube, es ging hauptsächlich um die Neurotransmitter. Das sind ganz klar körpereigene Drogen. Ohne diese wären wir derartig schmerzüberflutet, dass wir gar nicht leben könnten. Absolut lebensnotwendige Drogen also.

Ich habe für mich entschieden, der Weisheit meines Körpers zu vertrauen und weder Drogen von außen zuzuführen, noch zu versuchen manipulativ auf die eigene Produktion Einfluss zu nehmen.

Kulturhistorisch kann man glaube ich sehen, dass der Einsatz von Drogen immer dann die Potenziale am konstruktivsten nutzt, wenn der Einsatz in einem gesellschaftlich sanktionierten, ritualisierten Rahmen eingenommen wird. Früher war die Ehe ein solcher Rahmen für den Sextrieb. Heute müsste es wohl reichen, wenigstens die Bindung nicht zu ignorieren, die durch Sex in einer Beziehung entsteht (für die die Ehe ja nur ein sichtbares Zeichen nach außen ist - und ein Rahmen, in dem der möglicherweise entstehende Nachwuchs aufwachsen kann). Das ist die andere Weisheit, an die ich mich in meinem (unseren) Lebensentwurf halte.

Weiterführend finde ich noch interessant, dass in der Geschichte ja auch der radikale Gesichtspunkt vertreten wurde/wird, das ganze Leben sei ein einziger Drogentrip. Immer wieder wählen Menschen aus dieser Erkenntnis den Freitod. Auch hier glaube ich, dass es konstruktivere Lösungen dieses Existentialismusproblems gibt, aber die Konsequenz ist kaum bestreitbar.

Adben\dybroet


Weiterführend finde ich noch interessant, dass in der Geschichte ja auch der radikale Gesichtspunkt vertreten wurde/wird, das ganze Leben sei ein einziger Drogentrip. Immer wieder wählen Menschen aus dieser Erkenntnis den Freitod. Auch hier glaube ich, dass es konstruktivere Lösungen dieses Existentialismusproblems gibt, aber die Konsequenz ist kaum bestreitbar.

Der Gedanke ist in der Tat konsequent und auf die Frage "warum nicht Selbstmord", die Camus gestellt hat, kenne ich keine vernünftige Antwort (auch die von Camus selbst ist eher eine Scheinantwort). Die Antwort ist nicht vernünftig, sondern irrational: entweder man will, oder nicht. In der Regel will man leben bzw. man will zumindest nicht sterben und deshalb bringt man sich nicht um. Ist nun aber jemand tatsächlich davon überzeugt, dass das Dasein im Endeffekt im besten Falle entbehrlich ist (da wer nicht existiert auch nicht darunter leiden kann, nicht zu existieren), kann man ihn m.E. nicht auf vernunftigem Wege überzeugen, nicht die praktischen Konseuenzen zu ziehen. Allenfalls kann man ihn auf irrationalem Wege umstimmen.

Aber das ist nun wirklich off-topic (wenn auch, wie du gesagt hast, sehr interessanter).

G6rünerO ~Kaktus


Ich finde den Vergleich "Droge - Sextrieb" ganz plausibel.

Der Sexualtrieb kann in seiner Wirkung vermutlich mit leichtem Drogenkonsum verglichen werden bzw. zumindest mit leichter Betrunkenheit: Der Verstand schaltet ab, die Persönlichkeit ändert sich schlagartig usw. usf.

Ich mag es nicht, wie ich bin, wenn ich geil bin. Auch deshalb trinke ich nie Alkohol und lasse auch von allen anderen Drogen die Finger (ok, außer von Schoki |-o ;-D)

Fakt ist, dass Sex nur ein kleiner Teil des Lebens ist. OK - er ist vermutlich ein wichtiger Teil, weil er zur Paarung gehört und somit zur Erhaltung der Spezies. Trotzdem wird seine Bedeutung überhöht.

kSommiKsc her Voxgel


Der Verstand schaltet ab, die Persönlichkeit ändert sich schlagartig usw. usf.

Frauen beim Schuhe kaufen? ;-D

GK7ner Kqaktuxs


;-D

L-ovkHxus


Abendbrot

Aber das ist nun wirklich off-topic

Nicht ganz, nur konsequenzt ins Extrem fortgeführt.

Ich habe beschrieben, wie ich für mich festen Boden gefunden habe (Vertrauen, Weisheit des Körpers, Weisheit der "Traditionen"). Das sind zwar auch Scheinantworten, aber wenn die endgültige Antwort der Tod ist, dann kann ich mit den Scheinantworten leben und sehen, wohin das führt, ähnlich wie du mit der Enthaltsamkeit. Denn ich weiß, der endgültigen Antwort werde ich so oder so eines Tages ins Auge blicken müssen. Da kann ich vorher genausogut einen anderen Weg gehen.

Jetzt würde mich aber interessieren, wie XOR mit seinem Anliegen dem Erdrutsch ins konsequente Extrem entgeht.

A2ben*dbrot


Das sind zwar auch Scheinantworten, aber wenn die endgültige Antwort der Tod ist, dann kann ich mit den Scheinantworten leben und sehen, wohin das führt, ähnlich wie du mit der Enthaltsamkeit.

Das würde ich gar nicht so sagen. Gerade "Weisheit des Körpers" drückt eigentlich gut bildlich aus, was ich als einzig mögliche (nur eben irrationale) Antwort auch sehe. Man lebt, weil man will (natürlich stirbt man trotzdem, auch wenn man das nicht will). Einen Grund zu leben gibt es allerdings nicht (jedenfalls habe ich noch keinen gefunden, aber ich habe noch nicht aufgegeben ;-D).

cRlamx3


Abendbrot

Es ist nicht die Erleuchtung aber für einen Anfang gibt es hier viele Antworten.

[[http://www.kloesterreich.at/]]

Selbst wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint, dennoch werden Lösungen zu Gesundheit und Sexualität angeboten.

Da kannst du Informationen aus erster Hand bekommen.

LbovHxus


Interessante Ergänzung....

Mal als Querverweis: Hier ist ein Faden über anscheinend abgeschaltenen weiblichen Sexualtrieb. So wie es klingt, kommen die Frauen sogar ganz gut damit zurecht, Problem sind eigentlich die Männer, die damit ein Problem haben.

[[http://www.med1.de/Forum/Sexualitaet/338993/]]

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