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Ich (m, 24, pädophil) habe mir endlich Hilfe geholt

m0ar]iposxo


@ Die_Sinnliche:

>Vorab muss ich sagen, dass ich selber Kinder habe und jetzt noch mehr schaue, weil ich durch deinen Beitrag >darauf aufmerksam wurde, dass auch unschuldige, normale junge Männer solche Neigungen haben.

Aber nicht alle Männer, ich hoffe, wir werden jetzt nicht von Dir alle unter Generalverdacht gestellt!

>Irgendjemand schrieb hier, dass es eine sexuelle Neigung ist und nicht therapierbar. Einen schwulen oder eine >lesbische Frau kann man ja auch nicht auf hetero trimmen.

Das bezweifle ich! Wenn es durch ein Trauma "erworben" ist, muss es auch irgendwie wieder "wegtherapierbar" sein"!

>Es ist doch so, dass ihr alle tickende Zeitbomben seid.

Das baut den Rudi84 aber bestimmt nicht auf!

Da kommt wieder ein Feindbild hoch.

:-/

ROudi8x4


Hallo, Leute!

Nachdem ich seit 7 Monaten nichts mehr geschrieben habe, wollte ich mich mal wieder zu Wort melden.

Seit Montag, dem 25. Mai 2009, gehe ich in die Gruppentherapie, die jeden Montag von 16 bis 19 Uhr stattfindet. Ich fuhr an jenem 25. Mai in die Charité und begab mich in den Wartebereich. Ich war sehr aufgeregt, weil ich nicht wusste, was mich erwarten würde. Doch trotz aller Schüchternheit und Angst legte sich die Aufregung mit der Zeit, und ich fühlte mich wohl in der Gruppe, die aus 8 Männern aus verschiedenen Altersgruppen besteht und von einer Therapeutin und einem Therapeuten betreut wird. Die Sitzungen der kommenden Wochen taten mir sehr gut. Endlich konnte ich mich mit Männern austauschen, die das gleiche Problem haben wie ich, und endlich nahmen sich Therapeuten, die sich mit dem Problem auskennen, meiner an. Ich gewann mit der Zeit immer mehr Sicherheit und Zuversicht und konnte mit meiner Pädophilie immer besser umgehen.

Wir haben schon viel gelernt, z.B. dass die Ursachen von Pädophilie noch nicht geklärt sind, sie aber wohl eine Mischung aus genetischer Veranlagung, psychischen Problemen und sozialer Prägung sind und bei jedem anders ausfallen können. Wir haben auch gelernt zu akzeptieren, dass wir so sind, wie wir sind, weil wir es nicht ändern können. Es macht keinen Sinn, sich für etwas zu hassen, was man nicht beeinflussen kann. Wir sollen unsere Energie lieber darauf verwenden, unser Verhalten zu verändern und zu kontrollieren, denn dafür sind wir verantwortlich und das können wir beeinflussen. Auch unser Problembewusstsein wurde geschärft; wir können nun besser kritische Situationen und Gefahren vermeiden und nehmen nun schon die erste Ausfahrt, bevor es zu spät ist und wir Dinge tun, die wir später bereuen. In der Gruppe herrscht ein recht gutes Klima, und wir vertrauen einander, so dass wir offen über unsere Gedanken, Gefühle, Erlebnisse und Rückschläge reden können.

Gestern habe ich übrigens zwei große Schritte getan: Ich habe endlich meine beiden Backup-DVDs von den Kinderpornobildern und Teenievideos, die ich noch hatte, vernichtet. Die Daten hatte ich schon vor einiger Zeit von meinem PC gelöscht, von den Backup-DVDs konnte ich mich aber einfach nicht trennen, habe mir die Bilder vor zwei Wochen dann auch wieder angesehen. Ich hoffe, dass ich nun endlich davon loskomme und nicht wieder neue Bilder im Internet suche. Außerdem habe ich einen langen und ausführlichen Brief an meine Mutter geschrieben, in dem ich ihr meine Pädophilie gestand, von meinem langen Leidensweg berichtete und von meinen Fortschritten in der Gruppentherapie erzählte. Jetzt habe ich ein bisschen Angst vor der Reaktion. Wie wird meine Mutter damit umgehen? Wird sie mich nun verachten und hassen oder wird sie stolz auf mich sein, dass ich mich dem Problem gestellt habe, nach Berlin umgezogen bin und die Therapie begonnen habe?

Falls ihr noch Fragen habt, stellt sie ruhig.

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend und einen schönen Sonntag.

Viele liebe Grüße.

Rudi

j?ays\unxg


Also, ich finde es toll, dass Du Dich dem Problem stellst und gut, dass Du hier drüber berichtest. So können andere mit demselben Problem davon lesen und fassen hoffentlich den Entschluss an sich zu arbeiten.

Es ist nie zu spät sich zu ändern.

YCeaxH


Hmmm ,

ziemlich krasser Text. War am überlegen ob ich etwas schreibe, kann da nicht so klare Gedanken fassen.

Sehr übel was du da zwei Menschen angetan hast, find ich sehr traurig obwohl ich sie nicht kenne.

Will jetzt hier keine Lobhymnen halten, das du dich bessern willst etc. , aber bleib einfach am Ball !

Mach die Therapie und lass dich öfters mal checken wenn wieder solche Gedanken kommen.

Gruß und Gute Besserung.

RFudi8x4


@ YeaH

Ich will gar keine Lobeshymnen lesen. Dass ich gegen meine Triebe kämpfe und die Therapie mache, ist keine Heldentat, sondern schlicht und einfach meine Pflicht. Ich habe die Verantwortung dafür, dass ich keinem Kind Schaden zufüge.

Ich schreibe über meinen Fall, weil ich den Menschen klar machen will, dass nicht alle Pädophile verantwortungslose lustgesteuerte Kindervergewaltiger sind, und weil ich anderen Pädophilen Mut machen will, sich Hilfe zu holen, bevor sie etwas Schlimmes tun, so wie jaysung oben schon schrieb.


Ich habe übrigens mittlerweile mit meiner Mutter telefoniert. Nachdem ich ihr den Brief geschrieben hatte, hatte ich ganz schön Angst vor ihrer Reaktion. Als sie sich nicht bei mir meldete, hatte ich schon Angst, sie hätte mich verstoßen. Ich traute mich auch nicht, selber bei ihr anzurufen. Dann, letzten Samstag, kam von ihr ein Anruf. Wir haben sehr lange geredet. Ich bin sehr erleichtert, denn sie ist zwar schockiert gewesen über mein Geständnis, ich bin aber weiterhin ihr Sohn und sie hat mich immer noch lieb. Sie ist stolz auf mich, dass ich mir Hilfe geholt habe, nach Berlin umgezogen bin und nun diese Gruppentherapie mache. Sie hat mir viel Kraft gewünscht und gesagt, dass sie weiß, dass ich keinem Kind weh tun könnte.

Trotzdem leide ich sehr unter meiner Veranlagung. Ich will nicht ständig die kleinen Mädchen, die mir auf der Straße und in der Bahn begegnen, anglotzen müssen, will nicht ständig diese Phantasien haben müssen, will nicht ständig von Sex mit kleinen Mädchen träumen müssen. Ich will doch einfach nur ganz normal leben. Aber bis dahin ist es noch ein ziemlich weiter Weg. Ich habe mir damals mit den Bildern und den Geschichten ganz schön meine Seele und mein Gehirn vergiftet. Ich habe ja schon seit meiner Jugend dieses Problem, aber erst als ich mit den Bildern und den Geschichten angefangen habe, ist es richtig schlimm geworden. An alle Pädophilen: Lasst die Finger von Bildern und Geschichten! Ihr macht es damit nur schlimmer, und ihr wollt immer mehr. Holt euch möglichst früh Hilfe, dann ist vielleicht noch was zu retten!

RMe"neBlxn


so, ich habe jetzt von anfang bis zum ende diesen faden gelesen. und rudi, du bekommst von mir (auch wenn du es nicht hören magst) den allergrößten Respekt. Dass Du trotz Deines Drangs standhaft geblieben bist, das finde ich gut. Ich kann auch den Selbsthass in gewisser Weise verstehen. Ich denke, Du bist nicht der einzige Pädophile, den es so geht.

Es ist schön, dass Du Dich in der Gruppe geborgen fühlst. Die Therapie wird helfen. Ich denke zwar nicht, dass sie die Gedanken etc. beseitigen kann, aber die Therapie hilft damit zu leben und sie zeigt Dir Möglichkeiten ein Ventil zu finden, wenn die Gedanken wieder in die falsche Richtung gleiten. Ich selbst litt letztes Jahr unter leichten Depressionen. Ist jetzt nichts vergleichbares, aber das Reden mit meinem Therapeuten hat mir echt geholfen, und das wird es Dir auch.

Dass es so wenig Therapeuten gibt, die sich dem Thema Pädophilie annehmen, liegt sicherlich an dem Thema. Therapeuten hören einiges, aber man muss schon ein sehr dickes Fell haben, wenn man sich dem Thema annimmt und sich mit dem Patienten darüber unterhalten möchte. Nicht jeder kann das. Ich persönlich finde es traurig, denn wenn jemand Hilfe möchte sollte er sie auch bekommen. Auch, denke ich, müssten die Therapeuten sicherlich bei dem Fachgebiet gesonderte Lehrgänge mitmachen - auch dazu ist leider nicht jeder bereit.

Berichte bitte weiterhin wie es Dir geht und wie die Therapie vorangeht. Kannst mir auch gerne eine private Nachricht schicken, ich bin echt neugierig :)

Lieben Gruß

René

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