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Sexualität der Urvölker (Anthropologie)

AIne]ttex85 hat die Diskussion gestartet


Man ließt häufig, daß viele unserer sexuellen Verahltensweisen auf die Gegebenheiten in der Frühgeschichte der Menschheit zurückgehen. So etwa der Drang der Männer ihr Sperma in möglichst viele Partnerinnen zu injizieren.

Nun meine Fage: Wenn man sich das Sexualverhalten isoliert lebender Urvölker ansieht, wie sie zum Beipiel noch im Amazonasgebiet vorkommen, müsste dann nicht ein relativ genaues Bild über die tatsächliche Sexualität des Menschen ohne Beeinlflussung der Zivilisation entstehen ?

Was weiß man also über das Sexualleben der isolierten Urvölker ?

Antworten
vcirtualf{icti/onalixty


bei foucault kann man nachleßen, dass es keine zu befreiende, ursprüngliche sexualität gibt.

mit wittgenstein hieße das dann wohl, worüber man nix sagen kann, darüber sollte man die klappe halten..

*schulter zuckt*

A8netdt^e85


Schön dass Foucault dazu eine Meinung hat.Wie begründet er diese ?

AGndettem85


Und abgesehen von solchen eher spekulativen Meinungen: Was gibt es zu diesem Thema an empirischen Untersuchungen ?

r;egizstriertxerSenf


Auch die

isolierten Urvölker

haben eine "Zivilisation", wenn auch vielleicht nicht unsere. Allein durch die Tatsache, daß sie sprechen können und damit über Vergangenheit und Zukunft reden, sind sie in der Lage "Kultur" zu schaffen, Bräuche zu haben, Riten zu feiern usw. "Natürliche" Menschen in dem Sinne gibt es eigentlich seit schätzungsweise mindestens 50 000 Jahren nicht mehr, da die Menschen sich durch ihr Sozialverhalten selbst "domestizieren". Viele unserer Instinkte, und speziell die sexuellen, sind älter als die Menschwerdung, die mit der Kulturbildung einher geht. An heutigen Menschen irgenetwas "ursprüngliches" ablesen zu wollen, dürfte sehr sehr schwer sein, da jedes auch noch so isolierte Völkchen seine kulturellen Eigenheiten hat. Sieh Dir "ursprüngliche" Volkgruppen in Afrika an: Im einen Stamm ist es BRauch, den Frauen die Schamlippen abzuschneiden und die Vagina zuzunähen, damit auch nur ja der Ehemann die Frau besamt, im Stamm nebenan werden GEwichte an die Labien gehängt, damit sie begehrlich lang werden und frau für möglichst viele Männer möglichst attraktiv ist. Was davon ist nun "ursprünglich"?

P>rioKns


Auch die isolierten Urvölker haben eine "Zivilisation", wenn auch vielleicht nicht unsere.

Vielleicht sollte man daher mal bei den uns nah verwandten Menschenaffen und deren Sexualität (nach)schauen ... :=o

A#net[te8x5


Als ich "die Zivilisation" schrieb, meinte ich implizit die uns vertraute moderne Zivilisation. Das hätte ich dazu sagen müssen |-o

Das auch Urvölker eine eigene Form von Zivilisation besitzen können ist natürlich richtig, schränkt aber nicht die Aussagekraft eines Blickes auf diese Cölker ein. Nämlich weil man aus dem Vergleich vieler isolierter Zivilisationen bzw. deren Unterschieden, auf die kuturelle Bedingtheit (sofern gegeben) unserer eigenen Verhaltensweisen schließen kann.

P+rioxns


@ Anette85

Was meinst Du da zu finden - eine Idee/Vorstellung/Hoffnung?

AKneZtte8b5


Keine Ahnung, pure Neugier.

PQriRons


Interessant ist die Fragestellung schon - viele heutigen Verhaltensmuster lassen sich anhand der Evolution erklären. So z.B. die eingangs schon gebrachte Aussage, daß Männer ihren Samen möglichst weit streuen möchten. Aber auch, warum Männer eher zwischen Sex und Liebe trennen können, als Frauen - für Männer beschränkt sich im Grunde die "Investition" beim Sex auf etwas Energie und einen Löffel voll Sperma - wohingegen die Frau im "besten" Falle eine 9-monatige Schwangerschaft mit anschließender Aufzucht der Kleinen "riskiert" ... :=o

Und soweit weg, wie viele immer meinen, sind WIR heute von den Grundlagen/Anlagen IN uns nicht - davon können wir uns auch beim besten Willen nicht von frei machen, oder Kraft unseres Willens und Verstandes darüber hinweg setzen ...

I4schtaxr


Prions

Vielleicht sollte man daher mal bei den uns nah verwandten Menschenaffen und deren Sexualität (nach)schauen ...

Was sollte das bringen? Der letzte gemeinsame Vorfahre von Mensch und Menschenaffe liegt ca. 10-8 Millionen Jahre zurück. Und zwischen diesem und uns (Homo sapiens sapiens) liegen ein gutes Dutzend verschiedene Primaten und Hominiden.

Um es kurz zu machen: Man kann aus dem Sozialverhalten verschiedener Affen für das ursprüngliche Sozialverhalten der Menschen nichts rauslesen.

Wenns genauer interessiert, kann ja weiter lesen.

Dann schauen wir doch mal auf unsere beiden nächsten Verwandten: Bonobo (Zwergschimpanse; Pan paniscus) und Schimpansen (Pan troglodytes)

Da gibt es große Unterschiede. Bei Bonobos werden die Gruppen oft von einem Weibchen geführt, bei den Gemeinen Schimpansen sind die Männchen dominant. Bonobos sind oft deutlich friedlicher.

Ich weiß schon worauf du hinaus willst: Bonobos sind ständig am f*** und deshalb sollte der Mensch das auch tun und möglichst mit vielen verschiedenen Partnern ;-)

Aber bei diesen beiden Arten (Bonobo und Schimpanse) zeigen sich deratige Unterschiede, dass auf ein natürliches Verhalten des Homo sapiens sapiens schlicht und einfach nicht geschlossen werden kann!

Hinzu kommt ein wichtiger Unterschied: Der große Kopf (Gehirn) des Menschen. Die Geburt erfolgt deshalb zu einem früheren Zeitpunkt. Menschliche Babys sind "unfertiger" als Affenbabys. Auch können Menschenbabys sich nirgendwo festklammern. Kurz: Menschenbabys brauchen mehr Pflege und das kann Frau (unter natürlichen Bedingungen) allein nicht schaffen. Es bringt dem Mann also nichts seinen Samen möglichst weit zu streuen :|N Denn nur Babys, um die er sich mit kümmert haben gute Überlebenschancen. Und um wieviele Babys inclusive Mutter, kann Mann sich kümmern, wenn die Ressourcen knapp sind ???

Evolutionär hat sich aus dieser Notwendigkeit die Liebe entwickelt, um den Zusammenhalt zu stärken. Und Frauen, die eifersüchtig darüber wachten, dass ihr Mann sich ausschließlich um ihren gemeinsamen Nachwuchs kümmert, dürften sich erfolgreich vermehrt haben. (Affen lassen den Harem zu.)

Nebenbei ist die komplizierte Jungenaufzucht auch die evolutionäre Triebfeder für die lange postreproduktive Phase menschlicher Weibchen. Nur bei den Menschen gibt es eine Oma, die selbst keine Kinder mehr bekommen kann, aber die Enkel mit aufzieht.

Der Mensch ist halt ein besonderer Affe (siehe auch Aquatische Hypothese der Hominisation (Menschwerdung)). Und was andere Affen machen, sagt über uns nicht viel aus. :-p

Ixsc$htar


:|N Denkt euch die Rechtschreibfehler und Tippfehler einfach weg :=o

PMrioSnxs


@ Ischtar

Abgesehen davon, daß es auch in menschlichen Kulturen frauengeführte Gesellschaften gibt - wie eben auch männlich geführte, so gibt es auch friedlichere Kulturkreise, wie eben auch aggressivere/dominantere ... Ebenso gibt es auch beim Menschen Völker, die den Harem zulassen, wie auch die "Vielweiberei" usw.

Ich denke daher schon, daß man über die grundlegende Sexualität, wie auch über die grundlegende Sozialisation des Menschen anhand der Primaten Rückschlüsse ziehen kann - wie es ja auch gemacht wird.

T=idm#myaMartixn


Desmond Morris

"Der nackte Affe"

Vielleicht findest du dort ein paar Antworten.

PariLonxs


Der nackte Affe

Das Buch ist mir hier schon öfter über den Weg gelaufen ...

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