» »

Sexualität der Urvölker (Anthropologie)

LYian-Jxill


Nein, eigentlich nicht. Nur ein wenig beschäftigen, damit dir nicht langweilig wird.

D:er klKeine5 Prinxz


lovhus! ;-D

L2ianY-J@ixll


Das ist wie beim Domino-Day.

Ein kleiner Schubs, und die Maschinerie läuft von alleine 8-).

P@rIioBncs


@ Lian-Jill

Auf Deine Möchtegern-Grundschullehrin-Belehrungsversuche, ohne innhaltlich-verwertbare Aussage kann ich bestens verzichten.

Lgian-xJill


kann ich bestens verzichten.

Ich weiß.

SBtef7an_xGr


@ Ischtar

Wäre doch interessant solche "Es ist so weil,..." zu suchen.

Der Punkt Partnerwahl/Vaterschaftssicherung ist der einfachste:

Der Vater übergibt an den Ehemann.

Sie soll noch Jungfrau sein.

Die Flitterwochhen, die Frau bleibt nicht aus den Augen des Gatten.

Vom Mann wird keine Reinheit verlangt.

Mehrfachehen, ein Mann mehrere Frauen kommen in etlichen Gesellschaften vor umgekehrt ist es fast nicht existent, da der Mann dabei genetisch auf der Strecke bleibt.

g~us


Ischtar...

Sorry, du bist zwar sehr überzeugt von deinen Aussagen, das macht sie allerdings nicht logischer.

Ich muss einfach nochmal auf die Affen zurückkommen, denn im Gegensatz zu Urvölkern können wir Affen in freier Natur beobachten und durchaus etwas über das Sexualverhalten unserer Ahnen lernen:

Ischtar:

Um es kurz zu machen: Man kann aus dem Sozialverhalten verschiedener Affen für das ursprüngliche Sozialverhalten der Menschen nichts rauslesen.**

Wenns genauer interessiert, kann ja weiter lesen.

Dann schauen wir doch mal auf unsere beiden nächsten Verwandten: Bonobo (Zwergschimpanse; Pan paniscus) und Schimpansen (Pan troglodytes)

Da gibt es große Unterschiede. Bei Bonobos werden die Gruppen oft von einem Weibchen geführt, bei den Gemeinen Schimpansen sind die Männchen dominant. Bonobos sind oft deutlich friedlicher.

Ich weiß schon worauf du hinaus willst: Bonobos sind ständig am f*** und deshalb sollte der Mensch das auch tun und möglichst mit vielen verschiedenen Partnern ;-)

Aber bei diesen beiden Arten (Bonobo und Schimpanse) zeigen sich deratige Unterschiede, dass auf ein natürliches Verhalten des Homo sapiens sapiens schlicht und einfach nicht geschlossen werden kann!

Zuerst einmal sehen wir hier etwas über das Potential des Menschen.
Die drei genannten Arten sind immerhin nahe verwandt. Vier, wenn man die Gorillas dazunimmt, die zeigen ja auch noch ein weiters Sozialverhalten, sie bildem Harems. Der Mensch allerdings KANN offenbar alle drei.

Kein Wunder, der evolutionäre Vorteil seiner Art, das was ihn so viel erfolgreicher als seine Verwandten gemacht hat, ist ja offenbar seine sogenannte Intelligenz und die besteht eben auch daraus sich nicht nur auf EINE Art verhalten zu können sondern eben mal so mal so.

Intelligenz -> Verhalten -> Sex

Die Intelligenz bestimmt das Verhalten, das Verhalten bestimmt den Sex, und der Sex bestimmt wieder die Intelligenz der Nachkommen -> rasante Evolution, auch weil beide Geschlechter sie vererben können, dicke Gorlilla Eier hingegen nützen nur der männlichen Hälfe der Gorillapopulation. Aber das nur nebenbei.

Daraus könnte man jedenfalls folgern, daß der Mensch vermutlich schon immer so ein kompliziertes Sexualleben hatte wie heute, zumindest jedenfalls seit dieses dramatische Gehirnwachstum eingesetzt hat (wann war das noch gleich? ...aha: vor etwa 700.000 Jahern).

Es gibt aber auch noch biologische Hinweise auf das "natürliche" Sozialverhalten des Menschen, die erst im Zusammen mit den aufgeführten Verhalten der naheverwandten Rassen einen Sinn ergibt: Die Hodengröße.

Die nahen (und eigentlich auch die fernen) Verwandten die z.B. Harems bilden, wo also ein Männchen viele Weibchen bekommt und der große Rest leer ausgeht, wie die Gorillas, die haben kleine Hoden. Die Rassen aber, die "promisk" leben, also wild durcheinandervögeln, die haben große Hoden.

(Nachzulesen z.B. hier:
[[http://tierdoku.com/index.php?title=Menschenaffen "Die Männchen der Schimpansen und Bonobos weisen relativ zu ihrer Körpergröße über enorme Hoden."]])

Womit nebenbei noch geklärt wäre, daß es also keineswegs einfach "das überschüssige Testosteron" ist, das man für Gewalt verantwortlich machen kann. ;-)

Der Mensch jedenfalls liegt in Punkto Hodengröße eher im Mittelfeld, zwischen Schimpansen und Orang Utans, ein vierter naher Verwandter, sie an, der hat ja auch nochmal ein anderes Sexualverhalten: Revierbesitz. Kann der Mensch auch.

Der Zusammenhang zwischen Hodengröße und Sexualverhalten würde den Menschen jedenfalls als gemäßigt promisk, also nicht übermäßig vielweiberisch einordnen.

Da haben wir doch schon zwei, zwar nicht ganz in die selbe Richtung zielende, aber doch in sich schlüssige Hinweise auf das Sexualverhalten des Menschen aus dem Sexualverhalten höherer Affen gewinnen können!

Zu dem "wichtigen Unterschied", dem "großen Kopf und der damit zusammenhängenden langen Kindheit möchte ich in dem Zusammenhang dann sagen:

Ob jetzt der Kopf durch seine pure Größe oder durch die lange Lernphase (Orang Utans pflegen ihre Jungen übrigens bis zu sieben Jahre.) Schuld ist an der langen Kindheit, er lohnt sich anscheinend einen zu haben aber er braucht auch viel Pflege, jedenfalls als Kind. Im Wachstum verbraucht das Gehirn auch noch mehr als doppelt soviel Energie wie später.

[[http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/908/118769/ Das zentrale Nervensystem von Homo sapiens ist unersättlich. Beim ruhigen Neugeborenen verbraucht das Gehirn 60 Prozent der Energie. Beim Erwachsenen sind es 25 Prozent; Affen betreiben ihre Gehirne im Mittel mit etwa acht Prozent der aufgenommenen Energie.]]

Das liegt es natürlich auf der Hand gerade hier einen erhöhten männlichen Brutpflegeaufwand zu erwarten, der natürlich auch mit weniger Vielweiberei einhergehen muss, soweit folge ich dir gerne.

Ob sich "aus dieser Notwendigkeit die Liebe entwickelt" hat oder eher umgekehrt lasse ich aber mal offen.

Und daß es "nur bei den Menschen eine Oma gibt, die selbst keine Kinder mehr bekommen kann, aber die Enkel mit aufzieht." stimmt nun gar nicht, die gibt's doch quer durch's ganze Säugetierreich.
Und daß man von Affen doch was über Menschen lernen kann sagte ich ja schon.

gnus


Sexualität gehört zur Fortpflanzung (wie du selber oft betonst --> Samenschleudern und so...). Und Sexualität ist im natürlichen Kontext im Tierreich nicht von der Fortpflanzung zu trennen. Übrigens noch ein Unterschied zwischen Mensch und Tier. Nur hier lassen sich Sexualität und Fortpflanzung getrennt betrachten.

Das stimmt nicht. Erstens gibt es durchaus "sozialen Sex" im Tierreich andererseits heißt das doch nicht, daß man deswegen Sexualität und Fortpflanzung getrennt betrachten könnte.

Jein, das ist Schulwissen zzz. Es gibt aber auch Konvergenzen zwischen nahe verwandten Lebewesen. Und da wir das ursprüngliche Verhalten des Vorfahren nicht kennen, können wir nicht wissen, ob das Verhalten des Menschen homolog zum Schimpansen oder homolog zum Bonobo oder auch eine eigene Entwicklung ist.

Schon mal was von "vergleichender Verhaltensforschung" gehört, die "Mutter" sozusagen der Verhaltensforschung? Weißt du, was das "vergleichend" bedeutet?

Man "vergleicht" das Verhalten von verwandten Arten um darufhin Rückschlüsse auf den Grad ihrer Verwandtheit schließen zu können.

Man kann die Herkunft einzelner Verhaltensweisen zum Teil sehr weit zurückverfolgen. Und da sprechen wir noch gar nicht davon, daß sich in ähnlicher Umwelt auch unabhängig voneinander ähliche Lebewesen entwickeln. So gesehen ist es doch sinnvoll sich die Verwandten und ihre jeweilige Umwelt anzusehen. Da gibt es durchaus Erkenntnisse.

Wäre das nur genetische Veranlagung, dann wäre das immer so. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass in der Steinzeit solche Bräuche üblich waren.

In einer Jäger und Sammlergesellschaft hat eine Frau eine Wichtige Aufgabe und kann daher nicht unterdrückt werden.

Es ist nicht davon auszugehen? Es freut mich, daß du offenbar als einer der wenigen Menschen überhaupt über die Bräuche der Steinzeit genau Bescheid weißt. Immerhin geht es ja hier ganau darum, da könntest du uns doch einfach SAGEN, wie es war, und gut ist.

Das war Ironie, im Ernst: Leider weiß man über die Rollenverteilung in der "Steinzeit" eben fast gar nichts, man muss es sich aus anderen Fakten zusammenreimen, wie z.B. eben den Vergleich mit den Affen. Selbst das Sexualverhalten von Pflanzen, Fischen, o.Ä. kann in dem Zusammenhang interessant sein, es hilft zu sehen, welche Aspekte evolutionär neu sind und welche zur sexuellen Fortpflanzung an sich einfach dazugehören.

g?us


Zusammenfassend möchte ich sagen: Es weist einiges darauf hin, daß das menschliche Gehirn, seine Intelligenz, seine Kreativität, seine komplexen Sozialstrukturen und sein faccettenreiches Sexualverhalten am Ende EIN DING sind.
DAS Menschending sozusagen. Es ist sehr plausibel, daß sich das alles zusammen entwickelt hat.

Von daher ist die Annahme wohl zulässig, daß wir bei "Urvölkern", wenn wir sie denn noch beobachten könnten, alle möglichen verschiedenen Sexualverhalten finden könnten, denn das ist es ja gerade, was den Menschen ausmacht: Vielfältige Verhaltensformen.

Gut möglich also, daß es "immer schon" so kompliziert zuging, wie heute. :-)

P`r8ioynxs


@ gus

Ich kann im Grunde alles nur unterschreiben. :-)

Mcae8x2


Gut möglich also, daß es "immer schon" so kompliziert zuging, wie heute.

Das ist das, was ich auch schon die ganze Zeit meinte: Es gibt gar keine "ursprüngliche Sexualität" des Menschen. o:)

P=rion(s


Das ist das, was ich auch schon die ganze Zeit meinte: Es gibt gar keine "ursprüngliche Sexualität" des Menschen.

Warum soll es die nicht geben? Eine "menschlichen Grundsexualität", die irgendwo im Unterbewußten, bzw. im Gen-Gedächnis in Bezug auf die "Erhaltung der Art" angesiedelt ist ...

MXaeu82


Eben, weil es den Menschen nur mit irgendeiner Form der Kultur gibt.

P_rixonxs


Sogenannte "Wolfskinder" gibt es auch OHNE Kultur oder Zivilisation ...

P4rionxs


Was soviel heißt, daß Kultur ja nun nicht angeboren wird, sondern jeweils anerzogen (mehr oder weniger). Daher müßte der Mensch ansich eine genetisch festgelegte Grund-, oder Ursexualität haben, die dann (meines Erachtens) im Bereich des "Erhaltens der Art" und evtl. im Sozialverhalten angesiedelt sein müßte ...

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Sexualität oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sexualanatomie · Selbstbefriedigung · Sexualtechniken · Homo, Hetero, Bi · Gynäkologie · Urologie · Beziehungen · Schwangerschaft · Verhütung · HIV und Aids


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH