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Warum immer Pornos?

bYlaunmacxher


@analysator

Nettes Posting, und als Einblick in eine Männerpsyche sehr interessant, danke.

Nur eine kleine Richtigstellung: Ich dachte bei dem Ausdruck "Sexualpartner" nicht an eine Beziehung. Ich suchte nur ein Wort für "der/die, mit dem/der man Sex hat".

Ich glaube, bei meinem Ärger steht folgende Beobachtung im Hintergrund: Es gibt die (wie weit?) verbreitete Ansicht, ein Mann, der mit vielen Frauen Sex hat, ist erfolgreich, ein Gewinner, während eine Frau, die mit vielen Männern Sex hat, sich "herumkriegen" lassen hat, eine Verliererin ist.Ein Mann wird durch viele Sexpartnerinnen aufgewertet, eine Frau abgewertet.

So was hasse ich. Das Gegenstück dazu meine ich mit gleichwertigem Sexualpartner.Optimal wäre folgendes "Kopfkino": Ich finde Dich geil, Du findest mich geil, und wenn wir es treiben, sind wir beide gleichermaßen Gewinner.

Und je nachdem, welches Schema ich bei einem Mann zu erkennen glaube, mag ich seine Blicke und Worte oder nicht.

Wobei das mit der Gruppendynamik ein Faktor für sich ist, da hast Du wohl recht.

DYadeS/warn


achso ... sollte vielleicht dazu sagen das ich selber männlich bin ^^

wIieau=cQhimxmer


Versuch der Erklärung 1

"Damit meine ich die Meinung oder These, die wir haben und die wir mit all unseren Worten zu belegen suchen.

Ich glaube, Du hast mal gesagt, Du wolltest nicht die Pornos verbieten. Was willst Du?"

Gute Idee, aber das versuche ich ja die ganze Zeit. Es ist aber scheinbar etwas schwierg. Ich versuche einfach mal anders anzufangen und bitte jetzt schon um Verständnis, wenn der Beitrag lang wird.

Wie ich deine These verstehe: Der Mansch ist auch nur ein Tier (dem kann man wohl kaum widersprechen) Er hat "tierische" Bedürfnisse. Die wichtigsten sind das Überleben und der Sex. Dabei legt uns die Natur quasi rein. Sie gibt uns sexuelle Lust und hängt uns, wenn wir sie nicht mit Verhütung überlisten, Kinder an. Dabei wollten wir doch nur Spaß haben. (Es gibt noch viele andere Bedürfnisse: Selbstbestätigung, Geborgenheit, Glück, Sicherheit, Wissbegirde/Neugier ect.). Soweit einverstanden.

Das menschliche Gehirn hat die Kultur geschaffen. Diese Kultur stellt nun Normen und Regeln auf, welche die Befriedigung der natürlichen Bedürfnisse unterdrücken. Das ist zuweilen notwendig, um Ordnung zu schaffen, aber meist übertreibt sie dabei und führt zur Verdrängung von Bedürfnissen, was dann schädlich wirkt. Klingt plausibel.

Diese Sichtweise von Kultur meint aber, dass Natur und Kultur sozusagen Feinde sind. Dauernd unterdrückt die mächtige Kultur die tierische Natur des Menschen. Sie stehen sich entgegen.

Das ist der Punkt, den ich kritisch finde. Sorgt nicht die Kultur prima dafür, dass Menschen sowohl im ewigem Eis, als auch in der Wüste und überall auf der Welt überlebensfähig sind? Ist es nicht dem Umstand des Denkens zu verdanken, dass wir Menschen die natürliche Umwelt so kultivieren, dass wir uns anpassen können und damit überleben können? Ohne die Erfindung von Pelzmänteln könnte kein Eskimo im Eis überleben. Wieso ist die Kultur der Feind der Natur? Der Mensch ist in einer Sache den Tieren tatsächlich überlegen. Dadurch dass er denken kann, planen kann, erfinden kann und strategisch überlegen kann, konnte er sich sehr flexibel an sehr verschiedene Umweltbedingungen angepassen und hat sich erfolgreich wie ein resistenter Parasit auf der ganzen Welt verbreitet. Das gibt 100 Punkte auf der evolutionären Skala der erfolgreichen Anpassung an die Lebensbedingungen. (Wer sich nicht anpassen kann, stirbt aus)

Woher habt ihr die These, dass die Kultur wie ein böser Feind die natürlichen Bedürfnisse unterdrückt? Ihr beobachtet eure Umwelt euch selber und findet es da bestätigt. ok, aber woher habt ihr dieses Erklärungsmodell, was ihr in euren Beobachtungen und auch wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt seht?

Woher weiß jedes Kind, dass die Erde eine Kugel ist, obwohl es weder Galilei gelesen hat, noch wissenschaftliche Beiweis dazu, noch auf dem Mond war? Weil jedes Kind an jeder Straßenecke diese Information bekommt. Es sieht Bilder von der runden Erde und wenn es seine Eltern fragt, wo denn Australien liegt, dann werden sie vielleicht antworten: "Auf der anderen Seite des Erdballs!" Jedes Kind weiß, wie ein Ball aussieht und kann sich damit die Erde vorstellen. Es hat auch keine Angst, bei einer Seefahrt, von der Erdscheibe herunter zu fallen.

Früher hatten die Leute aber diese Angst.

Die These von der Feindschaft von Natur und Kultur stammt von S. Freud. Auch wenn man nie ein Buch von ihm gelesen hat, findet man in fast jedem psychologischem Ratgeber diesen Denkansatz. Man findet ihn, wenn jemand sagt "Ich konnte mich nicht beherrschen". Man findet ihn sogar in sich selber, wenn man selber in einer Situation steht, wo man sich beherrschen soll. Die freudsche These ist fast so allgegenwärtig, wie die Tatasche, dass die Erde rund ist. Niemand macht sich mehr Gedanken darüber: Woher kommt die These? In welchem gesellschaftlichem Kontext stand Freud, als er diese These aufstellte ("Freuds Frauenbild war konventionell wie seine Zeit, wenn er als die drei herausragendsten Kennzeichen der weiblichen Persönlichkeit Passivität, Masochismus und Narzissmus erkennt und dies auch noch der weiblichen Natur zuschreibt.")? Anhand welcher Kriterien ist er auf diese Idee gekommen? (Er war Nervenarzt und untersuchte psychisch Kranke)

Eine These ist nur ein Modell. Die These von der Kugelform der Erde ist wissenschaftlich hieb- und stichfest bewiesen. Die menschliche Natur, Psyche und Denken ist allerdings so komplex, dass es sehr viele verschiedene Thesen dazu gibt, aber keine eindeutigen Beweise, ob sie richtig sind. Man findet aber einige Bestätigungen für die freudsche These, wie aber für andere Thesen ebenfalls.

Es gibt ein nettes Modell über die Verbreitung von Gedankengut, Ideen, Theorien, Einstellungen, Glauben. Dawkins (Evolutionsforscher) spricht von dem Mem, was sich ähnlich verbreitet wie die Gene:

"Ein Beispiel [für eine Mem] unter dem Titel von familiären Werten ist der Glaube, daß manche häuslichen Arbeiten "männlich" und andere "weiblich" seien. Wenn man diese Vorstellungen besitzt, steht man unter dem Druck, sich schnell umzutun und zu heiraten, weil alleine zu sein bedeutet, daß Männer kochen und Frauen Nägel einschlagen müssen. Daher sind diese traditionellen Rollenbeschränkungen ein Anlaß, schneller zu heiraten, und in der Folge beginnt man auch schneller, Kinder zu haben und sie aufzuziehen. Mit jeder weiteren Generation, wird die Wirtspopulation ein wenig zahlreicher. Und über Hunderte von Generationen hinweg wird dadurch ein Mem, das zuerst selten war, zu einem mehrheitlichen Phänomen. ...Die .... Vorstellung, daß 1947 ein extraterrestrisches Raumschiff in Roswell, New Mexico, abgestürzt sei, offenbart einige weitere Prinzipien der Gedankeninfektion.... Nach Jahrzehnten der natürlichen Selektion vereinen die "fittesten" Roswell-Raumschiffsmeme einen hohen Grad an Übertragbarkeit, Empfänglichkeit und Langlebigkeit, die eine große und mächtige Gedankeninfektion bilden. Daher wurde und blieb die Roswell-Memgruppe mächtig genug, um Marshall Applewhite in den 70er Jahren zu infizieren, seinen missionarischen Eifer und den seiner Anhängern zu befördern - und sich seinem Glauben und dem vieler anderer an eine extrem konspirative US-Regierung hinzuzufügen..... Auch die traditionellen Gesellschaftswissenschaften haben eine Menge zu unserem Verständnis von Heaven's Gate und anderen ideologischen Phänomenen beigetragen. Doch die Theorie der Gedankeninfektion stellt ein entscheidendes fehlendes Verbindungsstück dar."

Ich würde diese Idee modifizieren und es lieber mit Computerviren vergleichen. Der Unterschied: Computerviren existieren nicht einfach, sondern werden von Menschen erfunden und modifiziert und auch ganz bewußt verbreitet. (Man denke an die These, wer Schuld am 11. 09. hat und die entsprechenden Gegenthesen. Alle nicht bewiesen, aber dennoch hat erstere mehr Erfolg, weil besser für die Verbreitung gesorgt wird. Nimmt man die "Brutkastengeschichte" von Kuwait, dann sieht man, dass es sogar möglich ist, falsche Thesen so zu verbreiten, sodass sie jeder glaubt.)

Welche Bestätigung kann man für die These der Meme finden? Alle Dinge wo der Glaube, das Denken den Menschen beeinflußt. Ein Hypochonder glaubt sich nicht nur krank, er fühlt sich auch so. Ein Placebo kann eine Krankheit heilen, obwohl es gar keine Wirkstoffe hat, allein der Glaube, dass es wirkt, heilt (Dieser Test wurde übrigens mit künstlicher Testosteronzuführ gemacht und einer Kontrollgruppe mit Placebos und der Unterschied zwischen beiden Gruppen war verschwindend gering). Bei Männern, die WISSEN, dass sie Väter werden, sinkt der Testosteronspiegel.

wmieaumchimmxer


Versuch der Erklärung 2

Es geht darum, wieviel Macht das Denken(was allerdings wiederum untrennbar verwoben mit den Emotionen ist), der Glaube, die Einstellung auf unsere Empfinden, unser Handeln und sogar auf unseren Körper hat.

Ein anderes konstruiertes Beispiel: Jeder ist sicher mal so wütend, dass er einen anderen, aber nur in der Vorstellung, ermorden könnte. Das ist völlig harmlos. Stellt euch vor, ihr lest zufällig einen Artikel darüber, dass Wissenschaftler herausgefunden haben, dass Mörder häufig denselben Gendefekt habe. Irgendwann beichtet euch eure Mutter, dass euer Vater vielleicht gar nicht euer Vater ist, sondern euer echter Vater sitzt wegen mehreren Morden im Knast. Ihr habt nur zwei neue Informationen, die dazu führen, dass ihr beim nächsten mal, wenn ihr an Mord denkt, es sicher nicht mehr harmlos findet. Jeder Gedanke an Gewalt und jeder aggressive Wutausbruch kommt euch plötzlich verdächtig vor und bestätigt euch, dass ihr sicher das Mörder-Gen eures Vaters geerbt habt. In soetwas kann man sich heftig reinsteigern, wie der Hypochonder, der dann tatsächlich krank wird.

Übertragen auf den Sextrieb:

"Da das Geschlecht insgesamt (also: 'sex' und 'gender') eine "historisch bestimmte Denk-, Gefühls- und Körperpraxis" (Maihofer) ist, sind auch Geschlechtsdifferenzen in emotionalen Bereichen sozial bedingt. Entsprechend stellt sexuelles Verhalten in erster Linie "hegemoniale Zuschreibungen dar, insbesondere von 'männlichen' oder 'weiblichen' Eigenschaften und Fähigkeiten intellektueller, emotionaler oder habitueller Art: Männer sind danach (u.a.) aktiv, autonom, Frauen hingegen sind passiv, beziehungsorientiert und irrational..." (Maihofer 1995: 100 - Hervorh. von M.Sch.). Geschlechtsspezifische Gefühlszuschreibungen stehen also nicht nur im Zentrum alltagsweltlicher Klischees dar, sondern bringen gleichzeitig in der Praxis auch geschlechtstypische Handlungsorientierungen hervor (vgl. Bilden 1991: 285). Wir werden nicht nur zu Männern und Frauen gemacht, sondern wir selbst werden sie (vgl. Maihofer 1995: 16; Bilden 1991: 284).

[60] Für den uns interessierenden Handlungsbereich heißt dies: Unsere Sexualität wird nicht nur von der Gesellschaft als triebhaft angesehen, sondern von uns - den Männern - auch genauso empfunden. Und weil wir Sexualität nicht anders als triebhaft denken und empfinden können, handeln wir auch so. Weil wir triebhaft gemacht werden, sind wir es auch. "Ich konnte mich nicht beherrschen" kennzeichnet deshalb im alltäglichen Sexualverhalten nicht Entschuldigungsrhetorik, sondern das, was subjektiv empfunden wird."

Stellen wir einfach eine andere These auf: Die Kultur ist nicht der Feind der Natur, sondern sie ist das Managementzentrum, sie bestimmt die Strategie, mit der wir am besten und ausgeglichensten in der Wüste oder im ewigem Eis unsere sich zuweilen widersprechenden Bedürfnisse befriedigen. ("Esse ich das Törtchen im Kühlschrank, weil ich Hunger habe, werde dann aber so fett, dass mich kein Mann mehr will, oder verzichte ich lieber, damit ich knackig und attraktiv bleibe?" "Will ich nur Sex um jeden Preis, oder verzichte ich auf den Seitensprung, damit ich nicht die Geborgenheit meiner Beziehung aufs Spiel setze?" "Lern ich für die Klausur, oder hab ich Sex auf die Gefahr hin, die Klausur zu versauen?"). Menschen können ja auch in die Zukunft planen, sie können imaginieren und sind Meister der Nachahmung.

Jeder Mensch setzt nun andere Prioritäten. Wenn die Kultur nicht Feind der Natur ist, sondern das strategische Zentrum, wieso gibt es so viele Probleme mit unerfüllten Bedürfnissen? Weil Menschen oft die Strategie verfolgen, über andere Menschen Macht auszuüben. Sie ordnen andere Menschen ihren Regeln unter, um in egoistischer Weise, ihre eigene Bedürfnisbefriedigung in den Vordergrund zu stellen. Sie haben vielleicht ein besonders hohes Geltungsbedürfnis, was sie durchsetzen, indem sie andere an deren Bedürfnisbefriedigung hindern. Vielleicht tuen sie das sogar, um mehr Erfolg beim anderen Geschlecht zu haben. Die Tatsache, dass die Frauen die Kinder bekommen ihre Geburtenrate begrenzt ist, führt dazu, dass sie eine andere Strategie haben, als Männer. Aber auch die Umweltbedingungen sind sehr wichtig dafür, welche Strategien erfolgreich sind und einige verfolgen die Strategie eine "Marktniesche" zu bearbeiten.

Haben die Männer die Macht über die Kultur, dann schaffen sie sich Möglichkeiten, ihr Bedürfnis nach Sex, ihren Wunsch nach Lust so oft wie möglich im Sinne ihrer Strategie zu erfüllen. (denn jeder Mensch versucht möglichst viel Lust zu erzielen und Unlust zu vermeiden. Dafür haben wir die Emotionen, die wichtig für das Überleben sind, denn sie schützen uns vor Gefahren). Gleichzeitig wollen sie aber vermeiden, dass ihre Frau fremd geht, denn es ist ja günstiger, wenn sie zu Hause eine treue Frau haben, mit der sie ebenfalls Sex haben können, wenn sich nichts anderes ergibt. Wenn sie Glück haben, dann reicht die frau zu Hause sogar zur Befriedigung. Während die Frauen dann für Fremdgehen hart bestraft werden, schaffen sich Männer über Bordelle Ausweichmöglichkeit. Hätten die Frauen die Macht über die Kultur, dann müßten sich die Männer damit abfinden, dass sie nur so viel Sex bekommen, wie ihnen die Frauen bereit sind zu geben. Es könnte aber durchaus sein, dass die Bereitschaft der Frauen, befreit von Verklemmtheit, dann so hoch ist, dass sie deshalb keinen Mangel erleiden müßten, aber es gäbe keine Bordelle. Männer benutzen Frauen, um ihre sexuellen Bedürfnisse in möglichst hoher Frequenz zu befriedeigen und beachten dabei oft nicht das Selbstbestimmungsrecht einer Frau, weil Frauen (zumindestens Prostituierte) nicht gefragt werden müssen, ob sie ebenfalls Lust haben, solange Männer die Macht über die Kultur haben und ihre Bedürfnisse gegenüber denen der Frauen in den Vordergrund stellen können.

Das Mem vom höherem Sextrieb der Männer und seiner unterdrückung durch die Kultur ist sehr praktisch dafür, dass Männer es rechtfertigen können, ihre Strategie durchzusetzen. Aber auch Frauen haben da natürlich ihre Tricks. Sie gehen heimlich fremd. Wären wir so sehr damit beschäftigt, für unseren Lebensunterhalt zu sorgen, dass wir für kaum etwas anderes Zeit fänden, dann würden wir das Bedürfnis zu überleben, dem Bedürfnis nach Sex vielleicht voranstellen. Ein vom Beruf gestresster Mann, der das Bedürfnis hat Karriere zu machen (Motiv: Überleben und Selbstbestätigiung und Anerkennung/Status)hat bekanntlich oft keine Lust mehr auf Sex, weil im das Bedürfnis, was seine Karriere befriedigt, gerade wichtiger ist. Die Entscheidung, welches Bedürfnis man vorrangig befriedigen will und die Strategie, wie man Erfolg hat, wirkt sich also auf den "Sextrieb" aus, wie bei den Männern, die wissen, dass sie Väter werden und nun die vorrangige Strategie, sexuellen Bedürfnissen nachzugehen, durch die Strategie, ein treusorgender Vater zu werden, übertrumpft wird. Die Hormone sind brav, denn sie passen sich der Strategie an, was natürlich nicht immer so leicht ist, weil es schnell zu Bedürfnis- und Strategiekonflikten kommt (siehe die Beispiele oben)

Am liebsten würden wir alle Bedürfnisse aufeinmal erfüllen, aber das scheitert an begrenzter Zeit, Energie, Umweltbedingungen und der Gegenreaktion der anderen, die ihre Bedürfnisse ebenfalls durchsetzen wollen und uns ins Gehege kommen. Sie möchte einen treusorgenden Vater. Er möchte möglichst viel Sex. Was nun? Er bleibt ihr zwar treu, aber nimmt sich wenigstens das Recht und die Zeit (und manchmal auch Geld), um Pornos anzuschauen. Soweit in Ordnung, denn wieso sollen wir es ihm nicht gönnen? Er nimmt sich zuweilen aber auch das Recht, Sex mit einer Zwangsprostituierten zu haben, weil er es in unserer Kultur strategisch durchgesetzt hat, das zu dürfen, Frauen dafür zu benutzen, Sex zu kaufen, denn wir befinden uns immer noch in einer Kultur, wo Männer ihre Bedürfnisse vorrangig durchsetzen, weil sie in der entsprechenden kulturellen Machtposition sind.

Ich meine nicht, dass Pornos zu sexueller Gewalt führen, sondern dass beide die gleiche Ursache haben. Insofern können Pornos tatsächlich kompensieren. Was ich hier aber hinterfrage ist der Machtfaktor, der dazu führt, dass die männlichen Bedürfnisse vorrangig behandelt werden. Aber seit der Emanzipation sind die Frauen diesbezüglich ja auch zunehmend selbstbewußter geworden.

A(nalyseatoxr


@blaumacherin

Ein Mann wird durch viele Sexpartnerinnen aufgewertet, eine Frau abgewertet.

So was hasse ich.

Na dann sind wir ja ganz einer Meinung :-) Ich sehe das auch so.

Nur: Du mußt trennen zwischen der individuellen Einstellung eines einzelnen Mannes und dem allgemeinen gesellschaftlichen Wertesystem. Letzteres ist für die o.g. Diskriminierung bzw. Ächtung von Frauen mit häufigem Partnerwechsel verantwortlich. Aber dieses konservative Wertesystem wird zum großen Teil auch von Frauen unterstützt! Ich erinnere nur an die Schwiegermutter, die ihre Schwiegertochter in spe als Schlampe diffamiert, weil sie vorher schon 5 feste Partner hatte. Daß sich Frauen freiwillig diesem konservativen Wertesystem unterwerfen, ist Alltag! Daß sich z.B. für Frauen bestimmte Dinge nicht gehören: Daß sie sich keine Pornos anschauen oder daß sie ihre sexuellen Wünsche nicht frei äußern. Oder daß sie durch bloßen Coitus zu kommen haben. Ja, auch so etwas gibt es noch.

Allerdings spielen die Gene da auch noch eine Rolle mit: Beim Menschen unterscheidet sich nun mal das genetisch geprägte Rollenverständnis zwischen beiden Geschlechtern - mal mehr, mal weniger. Daß nach konservativen Wertvorstellungen dieses Rollenverständnis zum Nachteil der Frau noch künstlich verschärft und zum Dogma erhoben wird, ist eine ganz andere Geschichte.

gruß

w/ieau}chi)mmer


Analysator

Rollenverhalten ist ein Begriff aus der soziologie. Er meint also das, was eine Gesellschaft/Kultur an Rollen zuweist. Inwieweit es auf biologische Unterschiede aufbaut, ist überhaupt nicht geklärt. Es gab Zeiten, da hielt man Frauen für so minderbemittelt, dass man ihnen gar nichts zutraute und wie man bei Kindern weiß: Wenn man einem Kind nichts zutraut, dann traut es sich auch selber nichts zu. Man neigt also dazu, die Rolle, die einem von außen aufgedrängt wird und die ja auch als absolute Selbstverständlichkeit meist nicht hinterfragt wird, zu erfüllen und sich dann selber für minderbemittelt zu halten. Hat die Frau ein geringeres Sexbedürfnis, oder glaubt sie nur, es zu haben und da sie auch noch geächtet wird, oder für krank gehalten wird (Nymphomanin), wenn sie sich nicht an die Zuweisung hält, schraubt sie ihr Bedürfnis vielleicht einfach runter. Sie verlagert ihre Aktivitäten auf die Befriedigung anderer Wünsche.

Wie ist das überhaupt mit den Bedürfnissen?

Ich bekam hier gesagt, dass es für Tiere, die nie die Alphamännchen-Position erreichen nicht so schlimm ist, dass sie kaum Sex bekommen, denn das Alphatier entwickelt eine höhere Testosteronausschüttung. Wie kommt das denn, dass die gesellschaftliche Position sich auf den Trieb auswirkt?

Die Männer, die, wenn sie wissen, dass sie Väter werden, die Testosteronausschüttung reduzieren, hatte ich schon erwähnt. Auch hier: Änderung der gesellschaftlichen Situation wirkt sich auf den Trieb aus.

Außerdem erhöht sich die Testosteronausschüttung (wurde gemessen) bei Männern, die sich wünschen, Väter zu werden.

Während ich lange sexuell sehr bescheiden war, denke ich, seit ich einen Freund habe, mit dem ich guten Sex habe, nur noch an Sex und bin dauernd geil. Wieso war ich es nicht gerade vorher, wo ich doch vor lauter Enthaltsamkeit immer geiler hätte werden müssen?

Löst mein Freund gerade ein wichtiges Computerproblem, kann ich ihn kaum geil machen. Er hat dann gerade andere Interessen, als an Sex zu denken.

Andere Bereiche: In einer Gesellschaft, wo es Nahrung im Überfluß gibt, neigen einige Menschen zur Fettleibigkeit. Dadurch, dass sie viel essen, erweitert sich der Magen und sie haben immer mehr Hunger, je mehr sie essen.

Je mehr Wünsche sich jemand erfüllt (weil er reich ist), umso mehr neue Wünsche hat er. Je mehr Drogen jemand nimmt, umso mehr braucht er.

Beim Sex werden Endorphine, körpereigene Drogen ausgeschüttet, die süchtig machen und das führt dazu (nach biochemischen Untersuchungen):

"Wenn Sie regelmäßig einen Orgasmus haben, steigt der Testosteronspiegel. Oft macht sich das durch steigende Lust bemerkbar. Andersherum: Wenn man länger keinen Sex hat, "vermisst" man ihn oft nicht mehr ganz so sehr."

(Quelle Script zur WDR-Sendereihe "Quarks & Co": Biochemie der Liebe)

Ein ganzer Berufszweig lebt davon (Marketing), latente Bedürfnisse aufzuspüren, um durch Werbung dringende Bedürfnisse daraus zu machen. Plötzlich braucht jeder dringend ein Handy. So funktioniert unsere Konsumgesellschaft. Die Pornoindustrie blüht. Meinst du, die wollen uns sexuell befreien? Nein, die wollen Profit machen!

Aber auch der Frauenhandel blüht. Wieso wird eine Frau, die Sex verkauft eigentlich gesellschaftlich geächtet und ein Mann, der Sex kauft, nicht?

Die sexuellen Bedürfnisse sind eindeutig abhängig von der gesellschaftlichen Position, die es erlaubt, sie auszuleben, oder nicht, davon, welche Bedürfnisse man in den Vordergrund stellt. Denkt man an seine Karriere, oder hat man Zeit an Sex zu denken und Bedürfnisse werden von der Industrie hochgepuscht, damit sie zu dringenden Bedürfnissen werden, die man unbedingt glaubt, befridigen zu müssen. Diese gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind für Frauen anders, als für Männer und nicht zuletzt ist die Machtposition der Frauen, ihre Bedürfnisse auszuleben eine geringere (siehe die Ächtung). Wenn man nur wenig Nahrung hat, freut man sich schon über eine Schale Reis. Man ist einfach schneller zufrieden, weil man seine Bedürfnisse runterschraubt (Wäre auch nicht auszuhalten, wenn man den ganzen Tag an ein 3-Gänge Menü denkt).

Aber natürlich ist es einfacher, an einen höheren Sextrieb von Männern zu glauben, als sich unbequeme Fragen zu stellen.

b:laumhachxer


@wieauchimmer

uff, jetzt bin ich durch. Du schreibst ja noch länger als ich.

Habe ich Dich richtig verstanden: Es geht Dir darum, dass Männer gar nicht notwendigerweise ein Bedürfnis nach Pornos haben, sondern das Flechtwerk aus Geschichte, Kultur und Verstärkung es ihnen nur einredet? Willst Du darauf hinaus, dass sie deswegen auch kein Recht auf die Erfüllung ihrer Bedürfnisse haben? Sollen sich die Männer, die dieses Bedürfnis verspüren, deshalb als Egoisten und Willensschwach empfinden?

Prinzipiell bin ich dafür, den Satz "Das muss so sein und geht nicht anders" zu hinterfragen.

An Bedürfnisse rein logisch heranzugehen und dann am Ende der Argumentation zu sagen: "Jetzt habe ich Dir bewiesen, dass Du es nicht brauchst, jetzt darfst Du es auch nicht mehr wollen, sonst bist Du ein arschloch." , das ist mir zuwider. Sag mal einem kleinen Kind, dass Spinat doch ganz gut schmeckt und dass es ihn deshalb mögen muss. Sag mal einem Arachnophobiker, dass Spinnen ganz harmlos sind. Damit veränderst Du die Leute nicht, Du verurteilst sie nur.

Mir ist es eigentlich egal, ob der männliche Drang nach Pornos biologische oder kulturelle Wurzeln hat. Wichtig ist nur, dass er vorhanden und in manchen Fällen sehr stark ist. Ich weiß von Christen, die sich ihr halbes Leben lang kasteien und Panik vor der Hölle schieben und trotzdem die Finger nicht von Pornos lassen können.

Ein starkes Bedürfnis würde ich bei meinem Geliebten einfach nicht abwürgen, wenn es mir nicht konkret schadet, auch wenn ich es noch so sonderbar und unnötig finde.

Sinnvoll finde ich die von einem anderen Poster beschriebene Lösung, dass derjenige nachgibt, den es weniger kostet. Wenn der Mann also ziemlich leicht auf Pornos verzichten kann und es der Frau sehr weh tut, wenn er sie sieht, dann soll er aufhören. Ist die Konstellation umgekehrt, soll sie sich überwinden, bevor sie ihn in Heimlichkeiten treibt und unzufrieden macht. Bei ungefähr gleicher Stärke der Gefühle wird es schwierig, man muss sich irgendwo in der Mitte treffen, auch das wurde ja schon angedeutet.

Wie Du siehst, stehe ich der praktischen Philosophie näher als der theoretischen. Seneca ziehe ich Aristoteles bei weitem vor. Woher auch immer die Dinge kommen, man muss mit dem Befund arbeiten, der heute vorliegt.

DuEMxON


Wieauchimmer

Zur Info: Ich bin der geknechtete, unterdrückte ;-D Mann von der Blaumacherin.

Bin Pornokonsument, verachte aber die Darstellerinnen in keinster Weise. Filme, in denen die Darstellerinnen´gelangweilt, oder gar angewidert sind oder zu leiden scheinen, hass ich absolut und fliegen auch sofort aus dem Video.

Ich wäre sehr dafür, dass die in diesen Berufsfeldern (Porno & Prostitution) tätigen Frauen gesellschaftlich genauso akzeptiert werden wie z. B. eine Bankkauffrau.

Gegen Zwangsprostitution bin ich ebenfalls, wünsche mir Prostitution eher so: als richtigen (ausbildungs!?-)beruf mit Sozialversicherung usw. Die Frauen und die potentiellen Freier treffen sich in einem Cafe und die Frauen entscheiden ob und mit wem sie handelseinig werden. Das gibt es auch schon; in Berlin Cafe Psst!)

Wenn ich meinen Hausdrachen ;-D beim Fremdgehen erwischen würde, nun ja dann gäbe es wohl einen flotten Dreier.

Einen Mann der viele Frauen "rumkriegt" als tollen Hecht zu bezeichnen, dagegen aber eine Frau die viele Männer abschleppt als Schlampe zu verunglimpfen, ja dabei geht mir auch immer der Hut hoch!!

Möchte mit meinem Post darauf hinweisen, dass es auch andere Männer gibt!

Gruß

w-ieaupchimxmer


Blaumacher

"Willst Du darauf hinaus, dass sie deswegen auch kein Recht auf die Erfüllung ihrer Bedürfnisse haben? Sollen sich die Männer, die dieses Bedürfnis verspüren, deshalb als Egoisten und Willensschwach empfinden?"

Hab ich das irgendwo geschrieben?

Nein!

Ich will darauf hinaus, dass erstens den Frauen nicht länger eingeredet wird, dass Männer einen höhern Trieb haben und Frauen das nicht brauchen, sondern eher von männern gebraucht werden, im Zweifel, ohne gefragt zu werden. Das ist durchaus eine Machtfrage! (und Männer das Recht haben, ihre Bedürfnisse zu befriedigen und Frauen als Schlampen gelten, wenn sie sich ebensolches Recht nehmen. Noch einmal die Frage: Wieso wird eine Frau, die Sex verkauft geächtet und ein Mann, der ihn kauft, nicht?)

Dass zweitens die Bedürfnisbefriedigung da ein Ende hat, wo immer mehr Frauen (Der Frauenhandel, auch mit kleinen Mädchen, blüht wie nie zuvor!) gewaltsam gezwungen werden, für die Bedürfnisbefriedigung herzuhalten, ohne dabei nach ihren eigenen Bedürfnissen gefragt zu werden.

Und dass die Pornoindustrie mit dafür sorgt, dass das Bedürfnis nach Sex immer mehr steigt. Sie kann zwar keine Bedürfnisse schaffen, die nicht da sind, aber sie kann sie aufpuschen, indem Sex so in den Vordergrung gerät, dass es kein Wunder ist, wenn Männer ständig daran denken und immer mehr. Die meisten Dinge, die wir uns kaufen und von denen wir glauben, dass wir sie dringend brauchen, sind gar nicht so dringend, sondern werden hochgepuscht, damit der Rubel rollt.

Und man mal überlegen sollte, was durch den ganzen Sex-Hype eigentlich auf der Strecke bleibt und ob es je so war, dass immer mehr haben wollen und immer mehr bekommen dazu geführt hat, zufrieden und glücklich zu sein. Sex ist (siehe Ausschüttung von Endorphinen) wie eine Droge. viele können mit dieser Droge umgehen, aber nicht alle, vor allem, wenn man in jungen Jahren den Umgang noch nicht gelernt hat.

Mir ist der Sex zu schade, dass er zu einem Konsumgut verkommt und der Umstand, dass man als Frau eher die Ware und als Mann eher der Käufer ist, gefällt mir auch nicht.

Das mit einem höherem Sextrieb der Männer zu rechtfertigen, wobei sich scheinbar dieses Gedanken-Mem erfolgreich verbreitet hat, ohne hinterfragt zu werden, finde ich billig, zumal es hier keinerlei Beweise gibt. Aber es ist ein prima Werbespruch für die Pornoindustrie "Männer kauft Pornos und befreit damit euren starken Sextrieb von den kulturellen Zwängen!"

Die meisten Ehen werden übrigens wegen Fremdgehen geschieden, aber wer will schon wegen einer Beziehung seine sexuelle Freiheit einschränken? Man hat ja schließlich Bedürfnisse, die einer nicht befriedigen kann. Dass man selber auch nur einer ist, der dem anderen auch nicht mehr befriedigen kann, spilet ja keine Rolle. Wer gibt sich schon mit so wenig zufrieden? Heute braucht man ja alles:"Wie du hast noch nie mit zwei Männern gleichzeitig? Wie langweilig bist du denn?"

Bordelle gehen an die Börse, jedes Jahr findet die Erotica statt. Ja kann man heute seine Sexualität nicht einfach mehr leben, ohne Anleitung und ohne daraus ein öffentliches Event zu machen? Muss Frau, um erfolgreich zu sein, mindestens einmal im Leben im Playboy abgelichtet worden sein?

Ich glaube, viele sind sich nicht klar, wie ihre eigentlich intimste Sache der Welt, das sich körperlich so nah sein, wie es nur geht, ein Gut von höchstem wirtschaftlichem Interesses geworden ist. "Unsere Pornos sind die geilsten!". Aber die Gesellschaft hat ja gar nicht mit Sex zutun. Neeeeeeiiiiiiin! Ist ja alles nur Ausdruck eines natürlichen Triebes. Wo bitte ist in unsere Gesellschaft noch irgendwas natürlich?...und schon gar nicht, wenn es so derbe gewinnbringend vermarktet wird.

Kauf Pornoaktien! Da ist dein Geld bestens angelegt!

waieau|chimmer


Demon

Findest du es erotisch, mit einer Frau Sex zu haben, die dabei gar keine Lust hat, sondern nur des Geldes wegen?

Tut mir leid, aber da würde bei mir nicht die rechte Lust aufkommen.

Ich dachte immer, Sex sei etwas, was auf Zweisamkeit beruht, etwas, was mit menschlicher Nähe zutun hat, denn nie ist man sich körperlich so nah, wie beim Sex. Für mich ist Sex kein Konsumgut, was man für Geld kaufen kann, genauso wenig wie Freundschaft.

Aber heute kann man ja alles für Geld kaufen und gut, dass nicht alle meine Einstellung haben, sonst würden die Pornoindustrie, die Mädchenhändler und Zuhälter keinen Reibach mehr machen. Und der Rubel muss ja rollen in der Marktwirtschaft!

Irgendwann gibt es bestimmt Pillen, die Liebe auslösen. Dann kann man wenigstens auch endlich die Liebe verkaufen!

DFEqMOxN


wieauchimmer

Findest du es erotisch, mit einer Frau Sex zu haben, die dabei gar keine Lust hat, sondern nur des Geldes wegen?

Ne, sowas find ich absolut nicht erotisch; im Gegenteil sogar extrem abtörnend, War wohl aus genau diesem Grund bisher auch noch in keinem Bordell.

Was hältst Du von meinem Prostitutionsmodell? Prostituierte als akzeptierten Beruf (nun ja einen Beruf sollte man natürlich auch nur dann ergreifen wenn er einem auch Spaß macht oder zumindest nicht anwidert,)

Genauso bei Pornodarstellerinnen (siehe Gina Wild und ihre Autobiographie)

Ich dachte immer, Sex sei etwas, was auf Zweisamkeit beruht, etwas, was mit menschlicher Nähe zutun hat, denn nie ist man sich körperlich so nah, wie beim Sex.

Naja, zwei Raufbolde die sich kloppen sind sich körperlich auch sehr nah, aber ob sie sich deshalb menschlich auch nahe stehen, wage ich zu bezweifeln.

Wenn du damit meinst, Sex muss immer mit Liebe gekoppelt sein, dann seh ich das anders. Kann, muss aber nicht. Was aber nicht zwangsläufig bedeuten soll, dass Sex ohne Liebe heißt, die Frau dafür zu verachten oder irgendwie als minderwertig anzusehen.

Ich liebe meine Frau sehr. Trotzdem (wieso eigentlich "trotzdem"?) hatte ich schon Sex mit einer anderen, was meine Frau weiß und auch akzeptiert. Ich habe vorher komplett reinen Tisch gemacht; soll heißen ich hab mit meiner Frau vorher oft darüber geredet und hab auch der anderen Frau alles gesagt (dass ich glücklich verheiratet bin und keine Beziehung mit ihr will). Und ich renn jetzt natürlich auch nicht durch die Gegend und rede irgendwie verächtlich von dieser One-Night-Stand Bekanntschaft.

Irgendwann gibt es bestimmt Pillen, die Liebe auslösen. Dann kann man wenigstens auch endlich die Liebe verkaufen!

Horrorvorstellung

wkiedauchwimmer


Demon

"Wenn du damit meinst, Sex muss immer mit Liebe gekoppelt sein, dann seh ich das anders. Kann, muss aber nicht."

Nein, das mein ich nicht. Fremd kann auch spannend sein, dann ist es aber meist weniger leidenschaftlich von der Intensität des Gefühls, weil die emotionale und geistige Nähe fehlt und man nicht auseinander eingespielt ist, was ich oft brauche, um beim GV (ohne Hand) einen Orgasmua zu bekommen. Außerdem ist es für mich viel erotischer, mich bei jemandem fallen zu lassen, dem ich vertraue und nah bin. Da kommt einfach mehr rüber. Mit einem Fremden ist es aber gerade die Grenzüberschreitung (Menschen haben eine angeborenes Verhalten zu Fremden erst mal etwas Distanz zu halten)

b=l#aumracOhxer


"Willst Du darauf hinaus, dass sie deswegen auch kein Recht auf die Erfüllung ihrer Bedürfnisse haben? Sollen sich die Männer, die dieses Bedürfnis verspüren, deshalb als Egoisten und Willensschwach empfinden?"

Hab ich das irgendwo geschrieben?

Nein!

Ich vermisse eine klare Aussage. Unterschwellig kommt immer wieder durch, dass Du meinst, Pornos sind nicht notwendig und wenn einer das behauptet, nutzt er seine Macht aus und erfüllt in egoistischer Weise Bedürfnisse, die eigentlich keine sind. Wenn ich das in klare Worte fasse, weichst Du aus. Mir kommt es so vor, als ob Du Pornos konsumierende Männer grundsätzlich für charakterlich unzureichend hältst, evtl. mit Abstufungen, je nachdem ob er eine Partnerin hat oder nicht. Wenn Du das meinst, dann sag es wenigstens deutlich!

Das mit einem höherem Sextrieb der Männer zu rechtfertigen, wobei sich scheinbar dieses Gedanken-Mem erfolgreich verbreitet hat, ohne hinterfragt zu werden, finde ich billig, zumal es hier keinerlei Beweise gibt.

Mein Argument, dass das Bedürfnis stark sein muss, wenn es trotz äußerem Druck (Gewissensqualen, Angst, die Frau zu verlieren) weiterhin bedient wird, kommt bei Dir überhaupt nicht an, oder? Wenn ein Mann durch Reflektion darauf kommt, dass er sowas ja eigentlich wirklich nicht nötig hat, gut. Aber ich glaube, dass die meisten Männer eine Jahrhunderte alte kulturelle Prägung (wenn es denn eine ist) nicht einfach durch Nachdenken abstreifen können. Sowas ist - wie Du selbst sagst - unendlich mächtig und kann nur über viele Generationen hinweg überwunden werden. Man kann nicht von jedem Einzelnen erwarten ein held der Selbstüberwindung zu sein.

Was mich an Deiner Argumentation stört, ist, dass Du den von mir und anderen geäußerten Hinweisen zum Trotz weiterhin Pornos mit freiwilligen, ja sogar willigen Darstellerinnen mit Zwangsprostitution in einem Atemzug nennst.

Du bist dagegen, dass Frauen das Sexbedürfnis abgesprochen wird. Warum kannst Du Dich dann nicht mit dem Konzept der "Prostituierten aus Begeisterung" anfreunden?

Scöne Idee, dass durch die fortschreitende Gleichberechtigung die Frauen eines Tages so viel Lust auf Sex habe, dass es keine "Ersatzdrogen" mehr geben muss. Tendenziell könnte ich mir das durchaus vorstellen. Aber wenn mein Bein in vier Wochen wieder geheilt sein wird, ist das kein Grund, heute die Krücken wegzuwerfen. Statt dessen sollte man sie verbessern, will sagen, möglichst gute Arbeitsbedingungen für käufliche Damen schaffen und ihre gesellschaftliche Akzeptanz fördern. Das kann z.B. dadurch geschehn, dass man den Männern "erlaubt", ihre entsprechenden Bedürfnisse zuzugeben. Wenn Männer (und - warum nicht?- auch Frauen) beim Smalltalk ihre Lieblingsprostituierte ebenso weiterempfehlen könnten wie ihren Lieblingsbäcker, wäre bei der Aufwertung der Frauen schon viel erreicht.

Die meisten Ehen werden übrigens wegen Fremdgehen geschieden, aber wer will schon wegen einer Beziehung seine sexuelle Freiheit einschränken? Man hat ja schließlich Bedürfnisse, die einer nicht befriedigen kann. Dass man selber auch nur einer ist, der dem anderen auch nicht mehr befriedigen kann, spilet ja keine Rolle.

Das Problem löst sich, wenn "gleiches Recht für beide" gilt. Klar, vom Partner Treue zu fordern und selbst fremd zu gehen ist ein Unding.

Dass eine gewisse "Sexmania" herrscht, finde ich allerdings auch. Für die beste chutzmaßnahme halte ich es, unsere Kinder zu selbstbewussten Menchen zu erziehen, die gut auf ihre Gefühle hören können, nicht allzuviel auf die Bewertung durch die Masse geben und problemlos nein sagen können.

Diese Sexmania - auch das hast Du vielleicht schon gelesen - führt aber witzigerweise nicht zu ständigem Gerammel, sondern zu einer Nation der Sexmuffel....

dAerI mänInerverstxeher


Lieber Filosofen

was auch immer Eurere kleinen Hirne ausdenken. Wenn C4roline ihren liebsten öfter abmelken würde, dann würde/müßte er auch weniger Pornos guggen und weniger wichsen oder gar femdgehen - so schlicht und einfach ist der Mann gestrickt wenn er nicht oft genug gefickt....

Cd4r0lline


@ der männerversteher

so schlicht und einfach ist der Mann gestrickt wenn er nicht oft genug gefickt.....[/quote

Sorry, aber so einfach isses nicht, es hängt auch nicht an dem was zu vermutest!!!

lg

Caro

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