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Warum immer Pornos?

wxieauuc8himxmer


Demon, Blaumacherin

1. Prostituierte sollen ihre Kunden wählen dürfen und die Lage so verbessert werden, dass es keine mehr gibt, die dazu gezwungen werden: Dann müßte man aber auch finanzielle Notlage (wie z.B. Finanzierung von Drogensucht) ausschließen und wenn es so sein soll, dass sie es auch aus Spaß macht, dann müßte man sogar die ausschließen, die lieber einen anderen Job machen würden, aber weil sie als Putzfrau zu wenig verdienen, sich lieber mit Prostitution arrangieren, weil ihnen das noch mehr Spaß macht, als Putzen.

Wieviele Prostituierte blieben übrig? Könnten die auch nur annähernd die Nachfrage decken? Was ist mit den Männern, die so unattraktiv sind, dass sie nicht einmal von einer Prostituierten gewählt würden?

2. Der Mensch ist ein Distanztier. Um sich selber zu schützen hält er zu Fremden zunächst Abstand und checkt erst mal ab. Jeder kennt sicher die Praxis, dass man Gefangene dazu zwingt, sich nackt auszuziehen. Was ist daran erniedrigend? Wenn man nackt ist und gerade beim Sex ist man sich so intim nah, dass man schutzlos ist. Es gehört also immer eine Portion Vertrauen dazu. Bei einer Vergewaltigung hat mal eine Frau dem Mann, der ihr einen Zungekuss aufzwang, die Zunge abgebissen. Sich jemandem so intim nähern und sich dann noch fallen lassen, um zu genießen, ist im Grunde eine gefährliche Situation. Wann hätte eine Frau die beste Gelegenheit, ihren Mann umzubringen? Beim Sex, wenn er die Kontrolle über sich abgelegt hat und wehrlos ist. (Bei einer Vergewaltigung sorgt er ja vorher dafür, dass er sie so festhält, dass sie ihm nicht gefährlich werden kann).

Das "Balzen" hat den Sinn (auch im Tierreich), die Distanz abzubauen. Gerade bei tieren, wo das Männchen kleiner ist und das Weibchen ihn auch durchaus als beute nicht verachten würde, muss das Männchen zunächst durch die Balz, die Bereitschaft des Weibchens abchecken, um sein Leben zu schützen. Bei einem ON flirtet man ja vorher, was dem "Balzverhalten" ähnlich ist.

Einer Freundin von mir ist folgendes passiert: (Dazu muss kurz ihre Vorgeschichte erwähnt werden. Sie ist Tochter einer Prostituierten und eines Zuhälters, besucht ihren Vater öfters in Hamburg. Ich war auch einmal mit. Sie hat lange als Bardame gearbeitet, kurz als Stripteasetänzerin und 1 oder 2 mal als Prostituierte, hat also keine irgendwie moralischen Bedenken gegen das Gewerbe)

Als Bardame lernte sie einen Mann kenne, der öfters in die Bar kam und den sie irgendwann mochte. Sie nahm ihn eines Tages mit zu sich. Sie hatten Sex und weil er es wohl mißverstanden hatte (was man ihm eigentlich nicht übel nehmen kann), drückte er ihr Geld in die Hand. Sie warf ihm das Geld vor die Füße und war total beleidigt und fühlte sich verletzt und gedemütigt (obwohl sie ja schon als Prostituierte gearbeitet hat).

Wenn ich einem Freund aus einer Notlage helfen würde und er würde mich dafür bezahlen wollen, wäre ich ebenfalls beleidigt.

Kannst du nachvollziehen, warum?

Die wertvollsten Dinge zwischen Menschen kann man nur geschenkt bekommen. In dem Moment, wo man sie bezahlt, wertet man sie ab. Freundschaft, Mögen, Liebe, Vertrauen, Loyalität, sind alles Dinge, die gerade deshalb so wertvoll sind, weil sie nicht käuflich sind. Sobald sie käuflich werden, sind sie weniger Wert, oder gar nichts mehr Wert. Sex gehört für mich ganz klar dazu. Sobald es zu einem käuflichem Gut wird, zu einer Geschäftsbeziehung, ist es abgewertet.

Genau aus diesem Grunde verachten auch Prostituierte, die iheren Job freiwillig und gerne tuen, ihre Kunden. Hierzu die Meinung von Prostituierten selber (aber meine Freundinn hat es mir ebenfalls erzählt)

[[http://parapluie.de/archiv/haut/prostitution/]]

Auszüge:

"Auch das 'Falle schieben', bei dem der Geschlechtsverkehr nur vorgetäuscht wird, indem die Sexarbeiterin den Penis des Mannes an ihrer Schenkelinnenseite reibt, hilft manchen Sexarbeiterinnen, sich von ihren Kunden abzugrenzen. Franziska erzählt von einem Hochgefühl, wenn sie es geschafft hat, einen Freier durch die 'Falle' zu täuschen:

"Also ich lach dann oft, mei sind die blöd die Männer, aber das gibt mir wieder einen Kick, wo ich sag: 'wow super'. Und dann bin ich wieder eine Stunde gut drauf und lache (lacht)."

Die Falle, die nur noch wenige Sexarbeiterinnen wirklich beherrschen und noch weniger Frauen regelmäßig anwenden, hat für Franziska zwei Effekte. Einerseits kommt es nicht zum Geschlechtsverkehr, was die Nähe zum Freier verringert. Andererseits fühlt sie sich ihrem Kunden gegenüber überlegen, weil er die Täuschung nicht bemerkt hat.

Weiterhin ist auffällig, daß viele Sexarbeiterinnen sich über außergewöhnliche Wünsche ihrer Kunden, wie zum Beispiel den Einsatz von Fetischen, lustig machen. Sie distanzieren sich von ihren Freiern, indem sie zeigen, daß sie kein Verständnis für deren 'abstruse' Vorlieben haben.

Eine Sexarbeiterin wendet meist nicht alle dieser Strategien an. Manche Prostituierten lassen auch bei ihren Freiern mehr Nähe zu als andere. Für die meisten Sexarbeiterinnen ist aber ihre emotionale Autonomie notwendig, um ein Privatleben zu führen, das nicht von ihrem Berufsalltag dominiert wird, vor allem wenn sie über längere Zeit in der Prostitution arbeiten. "

Blaumacherin: "Aber ich glaube, dass die meisten Männer eine Jahrhunderte alte kulturelle Prägung (wenn es denn eine ist) nicht einfach durch Nachdenken abstreifen können. "

Glaube ich auch nicht, aber es gibt Männer die nicht ins Bordell gehen, weil sie es ebenfalls "billig" (s.o.) finden, etwas zu kaufen, was gerade dadurch besonders wertvoll ist, dass man es geschenkt bekommt. Und es gibt auch Männer, die nicht unbedingt Pornos brauchen, sondern sie höchstens mal anschauen aus Neugier, oder mit ihrer Freundin zusammen, aber nicht als Zusatz zu ihrem als unzureichend empfundenem Sexleben.

Wenn mein Freund bereit wäre, unseren Sex mit gekauftem Sex zu ergänzen, also der Meinung ist, man könne Sex genausogut kaufen, was ist dann der Sex mit mir noch Wert, wo ich es sogar umsonst mache? In dem Moment, wo Geld der Wertmaßstab wird, kann "geschenkt bekommen" nicht mehr der Maßstab sein. Also bin ich, wenn mein Freund meint, dass man es in Geldwert messen kann, noch billiger, wenn ich es umsonst mache.

wqieaucUhimmmer


Der Männerversteher

"was auch immer Eurere kleinen Hirne ausdenken. Wenn C4roline ihren liebsten öfter abmelken würde, dann würde/müßte er auch weniger Pornos guggen und weniger wichsen oder gar femdgehen - so schlicht und einfach ist der Mann gestrickt wenn er nicht oft genug gefickt..."

Sorry, aber einen so schlicht und einfach gestrickten Mann möchte ich nicht zum Freund haben. Da hab ich einfach höhere Ansprüche an den Charakter.

w$iea#uchHimmmexr


blaumacherin

Lies mal diese Beiträge:

[[http://www.med1.de/Forum/Sexualitaet/42500/]]

Wenn ich davon ausgehen müßte, dass alle Männer im Grunde diese Einstellung haben, dann würde ich ins Kloster gehen. Ist es klar geworden, was ich mit Abwertung von Sex meine?

wKieau>chimm7exr


noch eins

In vielen Foren (z.B.: "Probleme mit der Vergangenheit meiner Feundin") siehst du folgendes Muster. Zwar wünschen sich Männer mehr sexuelle Freizügigkeit von Frauen, denn sie meinen ja, sie bekämen zu wenig Sex, kommen Frauen aber diesem Wunsch nach, dann gelten sie als Schlampen.

Diese Paradoxie und Doppelmoral beschreibt genau, wo der Knackpunkt liegt. Es gehört nämlich dazu, dass die Sexualität der Frau, indem man sie z.B. kauft, abgewertet wird. Das sind zwei Seiten derselben Medallie, die beide dazu gehören.

Warum? Ein Mann, der Sex kauft, müßte ja genauso abgewertet werden, wie eine Frau, die ihn verkauft. Sogar noch mehr, denn er bezahlt ja sogar dafür. Nach dem Motto: "Andere erniedrigen, um sich selbst zu erhöhen", wertet der Kunde seine Hndlung auf, indem er die Prostituierte abwertet. Das "Abwerten" gehört also zu diesem kulturellem Mechanismus dazu, ohne dem funktioniert das ganze System nicht.

Gäbe es diesen Wunsch nach Abwertung nicht mehr, dann gäbe es auch keine Prostitution mehr. Das gehört schlichtweg zusammen und du kannst Prostitution auch nicht einfach als normalen Beruf aufwerten, solange Frauen, die viel Sex haben und sich auch noch kaufen lassen, abgewertet werden.

Es geht bei dieser kulturellen Entwicklung nämlich nicht wirklich darum, dass die Frauen zu unlustig sind, sondern es geht um die Abwertung der wieblichen Sexualität, indem man sie gleichzeitig als Schlampe bezeichnet, obwohl man sie selber als Käufer oder zwangsweise erst zu dieser Schlampe gemacht hat. Diese Form der Demütigung gehört als grundlegender Bestandteil mit in das Konzept

"Diese Sexmania - auch das hast Du vielleicht schon gelesen - führt aber witzigerweise nicht zu ständigem Gerammel, sondern zu einer Nation der Sexmuffel... "

(Im Marketing):Wenn ein Produkt ausverkauft wird, wie im Sommerschlußverkauf, dann ist es ein Zeichen dafür, dass sich dieses Produkt am Ende seines Produktlebenszyklus befindet. Es wird billig verscherbelt, um die Lager frei zu schaffen.

Die Sexmania zeigt vielleicht, aber ohne dass es jemand wahrhaben will, dass der Sex, wenn sich nicht langsam grundlegend etwas ändert, dem Abverkauf (danach kommt die Eliminierung) preisgegeben ist. Sex stirbt aus.

DMer Mhännerversgtexher


Liebe C4roline und wieauchimmer

ihr könnt ruhig in eurer scheinwelt weiter leben - müßt ihr auch um es zu ertragen. Es ist nun mal so, dass wir Männer über jahrmillionen so ausgemendelt wurden, dass wir mit vielen Weibchen ficken wollen und schnell spritzen müssen (es ist keine Krankheit) um unseren Gensatz weit zu verteilen. Der Typus der das am besten kann hat sich durchgesetzt. Bei den Frauen hat sich der Typ durchgesetzt, der ebenso Lust hat, aber nicht unbedingt einen Orgasmus braucht und will, sondern sich den Typ aussucht der ihren nicht so oft bereitgestellten gensatz (alle 4 Wochen bzw 9 bis 12 Monate ein mal) am besten in die Zukunft bringt und erhält. deshalb wollen Frauen auch lieber erst quatschen, reden kennenlernen und den ganzen Schmuh den Männchen mitmacht um endlich seinen gensatz unterzubringen.

Das ist die Kultur die wieauchimmer an ihren betrügenden freunden so schätzt.

Wir Mänchen machen ja auch brav mit, weil sonst weibchen uns nicht ranläßt.

Deshalb sind wir männchen auch nicht schlicht gestrickt -sondern das Ergebnis einer millionen Jahre langen Evolution. Dazu kann mann/frau ruhig stehen.

Und liebe Weibchen auch der sich interlektuell gebende herr Oberstudienrat oder sonstiger Frauenversteher will schlichtweg ficken und könnte es auch ohne Euren namen zu kennen und vorher mit Euch zu reden.

Und nun regt Euch mal wieder schööönn über meine schlichten gedanken aber leider feststehenden Fakten auf und glaubt weiterhin an eure Euch was vormachenden Männchen....

Dter. Eint|opfesxser


Liebe wieauchimmer

es gibt keinen Mann, der mit Dir pennt und nicht auch mal Lust auf eine andere hätte. Die Natur hat es nun aml so angelegt. Wer will schon immer tagein tagaus sein Lieblingsgericht essen - dann will mann nach Tagen auch den schlichten Eintopf (prostituierte) essen weil es mal was anderes ist...

bBlaum*achher


männerversteher, eigentlich...

hab ich null Bock, mit Dir rumzuzoffen. Wahrscheinlich gehts Dir sowieso nur um die Freude am Schocken.

Nur so viel: Die männliche Telepathie muss ja an ein Wunder grenzen, wenn Du meinen Mann besser kennst als ich. Wenn Du erzählst, die Männer lügen uns Frauen alle an aber Du kennst ihre wahren Gedanken, ohne ein einziges Mal mit ihnen gesprochen zu haben, dann bist Du der, der in einer Traumwelt lebt. Um Dein schlechtes Gewissen oder Deine Komplexe zu beruhigen?

Mein Mann muss übrigens nicht schnell spritzen. Bis er nicht mehr kann, komm ich fünfmal. Liegt vielleicht da Dein Problem *boshaft grins* ?

wIieauc$himmexr


Der Eintopfesser

Davon habe ich nicht geredet. Es geht darum, dass Männer viel Sex wollen, aber dann die Frauen, die dazu bereit sind, als Schlampen abwerten. Der Mann sorgt dafür, dass es Nutten gibt, weil er meint, dass er das braucht, um diese Nutten, die er ja erst zu einer gemacht hat, sofort abzuwerten. das ist die paradoxe Doppelmoral, in der sich das Geschlechterverhältnis verstrickt hat und den Sex überhaupt zu etwas gemacht hat, was zum Gegenstand der Moral wird.

Eintopf:

Mein Freund und ich haben gerade weil wir uns gut kennen, viel Abwechslung. Die Prostituierte spult hingegen ihr schauspielerisches Programm ab. Gekauftes Entertainment. Wenn du dabei bedenkst, dass viele dieser Frauen über Frauenhandel zwangsprostituiert wurden, mit brutalen Mitteln, dann klebt an deinem tollen Eintopf eine Menge Blut dran. Guten Appetit!

belaNumaqchexr


wieauchimmer, mit Dir...

mag ich mich eigentlich gar nicht streiten, weil wir in den meisten Punkten einer Meinung und in anderen Threads ja sogar "Verbündete" sind.

Der Unterschied zwischen uns ist wohl einfach der, dass Du mehr Idealist und ich mehr Pragmatiker bin. Du fragst Dich wie es eigentlich sein müsste und ich frage mich, wie es von den Tatsachen ausgehend werden könnte.

Ich glaube auch nicht, dass Prostitution jemals für alle darin Tätigen der absolute Traumjob werden kann. Aber man kann etwas gegen die schlimmsten Auswüchse tun (Menschenhandel), man kann dafür sorgen, dass die Einstellung der Gesellschaft sich wandelt (Prostituierte zu bezahlen und dann zu verachten, finde ich - und mein Mann - auch ebenso unlogisch wie abscheulich; ein offener Dialog, eine Enttabuisierung des Themas ist m.E. das Mittel der Wahl), man kann die Prostitution durch einen gesetzlichen Rahmen aufwerten. Den Rest müssen wir wohl der Zeit überlassen. Wenn immer mehr kleine Jungs von selbstbewussten und emanzipierten Müttern (und Vätern, leider zu selten) erzogen werden, besteht die Chance, dass eine Männergeneration mit einem angemessenen Frauenbild aufwächst.

Gäbe es diesen Wunsch nach Abwertung nicht mehr, dann gäbe es auch keine Prostitution mehr.

Das hieße ja, der einzige Grund, den es für Männer gibt, eine Prostituierte aufzusuchen, ist der Wunsch, eine Frau zu erniedrigen. Das glaube ich nicht. Der häufigste Grund ist wohl immer noch Geilheit, die man mangels Partnerin oder mangels deren Betreitschaft (tote Ehen) nicht anderweitig abreagierenkann. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Männern, die die Sexarbeiterinnen (um Dein Wort zu benutzen) nur (!) fürs Reden bzw. Zuhören bezahlen.

Der Umstand, dass die Legalisierung der Pornographie die Rate der Vergewaltigungen senkte, trifft ebenso - wahrscheinlich noch mehr - auf die Prostitution zu. Es hat keinen Sinn, der Masse zu verbieten, über die Wiese zu trampeln. Sie wird es doch tun. Deshalb sollte man besser einen Fußweg anlegen.

Die Sexmania zeigt vielleicht, aber ohne dass es jemand wahrhaben will, dass der Sex, wenn sich nicht langsam grundlegend etwas ändert, dem Abverkauf (danach kommt die Eliminierung) preisgegeben ist. Sex stirbt aus.

Wir weden sehen ;-) . Aber elementare Dinge sterben nie endgültig. Meschen machen das gern - das eine Extrem (Sex ist schmutzig und verboteb) - dann das andere Extrem (andauernd, überall mit jedem und auf jede Art Sex), und wenn sich alle ausgetobt haben, pendelt sich ein lebbares Mittelmaß ein.

Worüber wir uns wohl nie einig werden - aber das müssen wir ja auch nicht - ist die Frage, ob Sex gleich Sex ist. Du meinst, man muss zu Sex immer die gleiche Einstellung haben, und wenn man ihn einmal kauft, wird man ihn immer als Ware empfinden.

Ich meine, man kann Sex mal als Dienstleistung und mal als Geschenk sehen. Das wollte ich auch mit meinem Essensbeispiel aussagen. Ein anderes Bild: Eine Verkäuferin lächelt mich an, weil das verkaufsfördernd ist. Meine Freundin lächelt mich an, weil sie glücklich ist, mich zu sehen. Beides ist Lächeln, und ich weiß, was ich in jedem Fall davon zu halten habe, nämlich jeweils etwas anderes.

Das Problem bei der Bardame, von der du erzählst, war m. E. darin begründet, dass die beiden die Situation verschieden einschätzten. Sie ging von einer Art emotionalen Beziehung aus und täuschte sich damit. Die Täuschung flog auf als er sie bezahlte: Sie wurde ent-täuscht. Wäre ihr klar gewesen, dass er für Geld mit ihr schlafen will, wäre er vermutlich nur ein angenehmer (weil attraktiver, sympathischer) Freier gewesen.

b,lKauma\cher


wieauchimmer, mit Dir...

mag ich mich eigentlich gar nicht streiten, weil wir in den meisten Punkten einer Meinung und in anderen Threads ja sogar "Verbündete" sind.

Der Unterschied zwischen uns ist wohl einfach der, dass Du mehr Idealist und ich mehr Pragmatiker bin. Du fragst Dich wie es eigentlich sein müsste und ich frage mich, wie es von den Tatsachen ausgehend werden könnte.

Ich glaube auch nicht, dass Prostitution jemals für alle darin Tätigen der absolute Traumjob werden kann. Aber man kann etwas gegen die schlimmsten Auswüchse tun (Menschenhandel), man kann dafür sorgen, dass die Einstellung der Gesellschaft sich wandelt (Prostituierte zu bezahlen und dann zu verachten, finde ich - und mein Mann - auch ebenso unlogisch wie abscheulich; ein offener Dialog, eine Enttabuisierung des Themas ist m.E. das Mittel der Wahl), man kann die Prostitution durch einen gesetzlichen Rahmen aufwerten. Den Rest müssen wir wohl der Zeit überlassen. Wenn immer mehr kleine Jungs von selbstbewussten und emanzipierten Müttern (und Vätern, leider zu selten) erzogen werden, besteht die Chance, dass eine Männergeneration mit einem angemessenen Frauenbild aufwächst.

Gäbe es diesen Wunsch nach Abwertung nicht mehr, dann gäbe es auch keine Prostitution mehr.

Das hieße ja, der einzige Grund, den es für Männer gibt, eine Prostituierte aufzusuchen, ist der Wunsch, eine Frau zu erniedrigen. Das glaube ich nicht. Der häufigste Grund ist wohl immer noch Geilheit, die man mangels Partnerin oder mangels deren Betreitschaft (tote Ehen) nicht anderweitig abreagierenkann. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Männern, die die Sexarbeiterinnen (um Dein Wort zu benutzen) nur (!) fürs Reden bzw. Zuhören bezahlen.

Der Umstand, dass die Legalisierung der Pornographie die Rate der Vergewaltigungen senkte, trifft ebenso - wahrscheinlich noch mehr - auf die Prostitution zu. Es hat keinen Sinn, der Masse zu verbieten, über die Wiese zu trampeln. Sie wird es doch tun. Deshalb sollte man besser einen Fußweg anlegen.

Die Sexmania zeigt vielleicht, aber ohne dass es jemand wahrhaben will, dass der Sex, wenn sich nicht langsam grundlegend etwas ändert, dem Abverkauf (danach kommt die Eliminierung) preisgegeben ist. Sex stirbt aus.

Wir weden sehen ;-) . Aber elementare Dinge sterben nie endgültig. Meschen machen das gern - das eine Extrem (Sex ist schmutzig und verboteb) - dann das andere Extrem (andauernd, überall mit jedem und auf jede Art Sex), und wenn sich alle ausgetobt haben, pendelt sich ein lebbares Mittelmaß ein.

Worüber wir uns wohl nie einig werden - aber das müssen wir ja auch nicht - ist die Frage, ob Sex gleich Sex ist. Du meinst, man muss zu Sex immer die gleiche Einstellung haben, und wenn man ihn einmal kauft, wird man ihn immer als Ware empfinden.

Ich meine, man kann Sex mal als Dienstleistung und mal als Geschenk sehen. Das wollte ich auch mit meinem Essensbeispiel aussagen. Ein anderes Bild: Eine Verkäuferin lächelt mich an, weil das verkaufsfördernd ist. Meine Freundin lächelt mich an, weil sie glücklich ist, mich zu sehen. Beides ist Lächeln, und ich weiß, was ich in jedem Fall davon zu halten habe, nämlich jeweils etwas anderes.

Das Problem bei der Bardame, von der du erzählst, war m. E. darin begründet, dass die beiden die Situation verschieden einschätzten. Sie ging von einer Art emotionalen Beziehung aus und täuschte sich damit. Die Täuschung flog auf als er sie bezahlte: Sie wurde ent-täuscht. Wäre ihr klar gewesen, dass er für Geld mit ihr schlafen will, wäre er vermutlich nur ein angenehmer (weil attraktiver, sympathischer) Freier gewesen.

weieauchximmer


blaumacherin

"Der Unterschied zwischen uns ist wohl einfach der, dass Du mehr Idealist und ich mehr Pragmatiker bin."

Wenn ich es absolut idealistisch sehen würde, dann würde ich um Männer einen großen Bogen machen. Ich gehe ja auch Kompromisse ein. Ich nehme es mit der Moral nicht genau (Moral sind von außen aufgedrückt Werte), aber mit der Ethik (die eigenen inneren Werte).

"Aber man kann etwas gegen die schlimmsten Auswüchse tun (Menschenhandel), man kann dafür sorgen, dass die Einstellung der Gesellschaft sich wandelt"

Ich sage auch nicht, dass es ein Schritt in die falsche Richtung wäre. Ich habe hier ja selber vorgeschlagen, dass man eine Art "Bordell TÜV" einführen könnte. (Weil dann aber das Angebot extrem sinken würde und damit die Preise steigen, würden das die Männer sicher nicht mitmachen)

"Das hieße ja, der einzige Grund, den es für Männer gibt, eine Prostituierte aufzusuchen, ist der Wunsch, eine Frau zu erniedrigen."

Der einzelne Mann geht natürlich aus dem Grunde ins Bordell, den du nennst. Er ist sich aber dabei nicht klar, dass er damit genau diesen Mechanismus der Abwertung mitunterstützt. Selbst wenn er selber ein sehr netter Mensch ist, der die Frauen gut behandelt, sich vielleicht sogar in eine verliebt und sie heiratet, unterstützt er immer noch indirekt die gesellschaftliche Bedeutung von Prostitution, auch wenn das überhaupt nicht sein Anliegen ist. Den meisten Männern ist es aber sogar völlig egal, ob ihre Prostituierte es freiwillig tut oder nicht. Welcher Mann fragt da schon nach? Diese Ignoranz kann man ihnen aber nicht einmal vorwerfen, weil sie es ja nicht bewußt ignorieren, sondern weil es in der Gesellschaft einfach so selbstverständlich ist, dass es Prostitution gibt, dass man nicht drüber nachdenkt.

Nicht der Einzele, sondern das Prostitutionsgewerbe als institutionelle Einrichtung in der Gesellschaft trägt diesen Mechanismus der Abwertung. Die Männer haben sich in der Vorgeschichte die Rolle der Frauen sehr praktisch eingerichtet:

Damit die Frau selber nicht fremd geht, also ein braver Besitz des Mannes ist, redet man ihr ihre eigene sexuelle Lust aus, macht diese schmutzig, oder gar zur teuflischen, bösen Verführung des Mannes (siehe die Geschichte von Lilith, Adams erste Frau), macht sie existenziell vom Mann abhängig, bestraft sie viel härter für Fremdgehen, als Männer (wobei zu einer Prostituierten gehen oder über die Magt herfallen nicht als Fremdgehen galt!) ect. Um aber selber keinen Verlust an sexuellen Aktivitäten zu leiden, schaffte er sich die Prostitution und leider auch die Pornografie.

Dabei finde ich Bilder zum Anregen der sexuellen Lust kein bisschen verwerflich, sondern nur die Tradition, in der die Pornos stecken, die eben dieselbe ist, wie Prostitution, wobei es aber noch darauf ankommt, wie die Pornos selber gestaltet sind. Ich würde also Pornos nicht abschaffen wollen, sondern eher eine Pornokultur installieren wollen, die nicht in dieser Tradition steckt.

Die Frau wurde also zum Werkzeug des Mannes degradiert. Einmal als sein Brutkasten und Besitz und auf der anderen Seite als sein zur Verfügung stehendes Sexobjekt, ohne eigenen sexuelle Selbstbstimmung. Dabei ging es, was die Freiheit und Selbstbestimmung angeht, den Prostituierten zeitweise noch besser, als den Ehefrauen. Nachlesen kannst du das auf (nicht von einer Emanze!)

[[http://www.geschichte-der-sexualitaet.de/inhalt.htm]]

"Ich meine, man kann Sex mal als Dienstleistung und mal als Geschenk sehen. Das wollte ich auch mit meinem Essensbeispiel aussagen. Ein anderes Bild: Eine Verkäuferin lächelt mich an, weil das verkaufsfördernd ist."

Sex ist aber m.E. (wie ich auch schrieb mit der Distanz und dem Balzen) nicht einfach nur mit einem Lächeln vergleichbar. Wenn mir jemand, dafür, dass ich ihm gegenüber loyal bin, Geld anbietet, dann hat er damit auf einen Schlag die Möglichkeit, loyal zu ihm aus reiner Überzeugung zu sein, kaputt gemacht. Wenn ich mich dafür bestechen lasse, dass ich etwas, was er mir anvertraut hat, nicht weiter erzähle, dann lass ich mich auch dafür bestechen, es doch weiter zu sagen, wenn die Summe des Gegenspielers höher ist. Einmal sich bestechen lassen, heißt schon, dass jegliche freiwillige Vertrauensbasis im Eimer ist. Natürlich kann man da zwischen Personen unterscheiden.

Allerdings: Freundschaft kann man nicht mit Geld kaufen, dann ist es keine Freundschaft mehr. Wenn ich eine Freundin hätte, die all ihre anderen Freundinnen nur gekauft hat, dann muss ich doch zu Recht fragen, welchen Wert für sie Freundschaft hat, oder? Die Frage ist doch:

Welchen Wert hat Sex für jemanden, der bereit ist, in ein Bordell zu gehen und Sex zu kaufen? Während ich Sex für unverkäuflich halte und der Meinung bin, dass man etwas abwertet, was eigentlich seinen Wert dadurch hat, dass es unverkäuflich ist, heißt es doch, dass mein Freund scheinbar der Meinung ist, dass er sein Sexleben auch käuflich befriedigt werden kann. Der Sex hat für ihn dann nicht mehr den Wert eines grundsätzlich nicht kaufbaren Etwas, denn er hat ihn gekauft und es für seine sexuelle Befriedigung für notwendig gehalten. Damit ändert er zunächst seine eigene Einstellung und Wertigkeit zu seinem eigenem Sex. Das geht mich aber insofern etwas an, weil ich seine Sexparnerin bin und wenn er seine eigene Sexualität abwertet, dann bin ich auch weniger Wert.

"Sie wurde ent-täuscht. Wäre ihr klar gewesen, dass er für Geld mit ihr schlafen will, wäre er vermutlich nur ein angenehmer "

Sie wollte keine Beziehung oder sonstwas mit ihm. Er hat sie einfach dadurch abgewertet, dass er sie für etwas bezahlen wollte, was sie ihm ganz freiwillig geschenkt hat. Es wird in vielen Ländern so gewertet, dass es eine Beleidigung ist, ein Geschenk nicht anzunehmen und man würde völlig ins Fettnäpfchen treten, wenn man dann dafür Bezahlung anbietet. Wenn es sich dann noch um den eigenen Körper und die eigene sexuelle Lust handelt, dann ist das umso beleidigender.

wzieVauclhimxmer


Zusatz

Wenn ich Sexualität so verstehe, das ich sie abwerte, wenn ich sie verkaufe (und nicht nur ich sehe das so, denn ich würde ja auch in der Gesellschaft abschätzig als "Nutte" gelten), dann wertet aus meiner gleichberechtigten Sicht ein Mann, der Sex kauft, seine Sexualität gleichfalls ab. (Das sieht die Gesellschaft allerdings nicht so, komischerweise, aber das ist eben dieser paradoxe, doppelmoralige Mechanismus). Entweder es wird etwas durch Käuflichkeit wertloser, oder nicht. Ansonsten würde man hier ja wieder mit zweierlei Maß messen.

Die Frage ist dann, ob ich jemandem meinen "wertvollen" Sex schenken möchte, der den Wert gar nicht zu schätzen weiß, weil es für ihn auch ok ist, Sex in käuflicher Form zu leben. Wenn er mal vor meiner Zeit im Bordell war, aus Neugirde und festgestellt hat, dass es ihm selber irgendwie zu "billig" ist, aus Sex eine Geschäftsbeziehung zu machen, dann wäre das für mich absolut in Ordnung.

Mein Freund legt z.B. bei einem Seitensprung großen Wert darauf, die Frau auch emotional zu mögen und kennenzulernen. Das finde ich zwar viel gefählicher, als wenn es ihm nur um den Körper ginge, aber andererseits finde ich seine Einstellung dazu auch richtig. Denn die Männer, die wahllos durch die gegend vögeln und zwar auch mit Frauen, die sie eigentlich gar nicht mögen, sind für mich genauso billig, wie die entsprechenden Frauen. Dabei kommt es nicht auf die Anzahl an. Ein wahrer Casanova ist nämlich in der Regel ein Gentleman, der sich Mühe gibt und eben nicht über alles herfällt, was sich bewegt. Wir stammen zwar vom Tier ab, sind aber nunmal keine Tiere.

Unterschied (meine These): Der Mensch wurde immer flexibler in seinen Handlungsmöglichkeiten und Gefühlswelten (Erfogsfaktor bei der Anpassung), seine Welt immer komplexer (die Instinkte wurden immer mehr ausdifferenziert) und ein einfaches Reiz-Reaktions-Schema reichte nicht mehr aus, um die Komplexität zu bewältigen. Die Differenzierung führt nämlich zwangsläufig zu Konflikten in der Befriedigung von Bedürfnissen, so wie so eine Situstion bei Hühnern ja zu sinnlosen Übersprungshandlungen führt.

Ein Management war nötig und das leistet das Gehirn. Es hat eigentlich nur die Aufgabe, die Befriedigung der komplexen, vielfältigen Bedürfnisse (oder meinetwegen auch Triebe) zu ordnen und zu verwalten. Das Management hat also die absolute Macht, steht aber dennoch im Dienste der Triebe.

Versagt das Management, dann wird man verrückt und die Triebe sind ohne funktionierendes Management (Wie zu Urzeiten: Verfolgungswahn= gejagt werden, Phsychopath= jagen). Natürlich ist das Management selten total ausgeglichen. Es herrschen Meinungverschiedenheiten (Entscheidungsprobleme), Intrigen (man lügt sich selbst was vor) und mobbing (man schadet sich selber), aber es hat die Macht und das ist entscheidend und überlebenswichtig als so komplexes Wesen. Daher sehe ich die Kultur auch nicht als Feind der Natur, da ohne dieses Management (was die Kultur ja geschaffen hat) der Mensch nicht überleben könnte. Damit hat er aber auch ein für alle mal seinen "tierische" Unschuld verloren, sodass es auch sinnlos ist, sie befreien zu wollen.

MCikeVaXnDikxe


@wieauchimmer

Du hast als Frau Minderwertigkeitskomplexe bzw. tiefsitzende Probleme mit Männern, deshalb bauschst du dich hier so dramatisch auf (die Hälfte aller Beiträge dieses Sinnlos-Threads kommen von dir).

MrikeV<anDikxe


@wieauchimmer

Da gibts nur eins: Du hast als Frau Minderwertigkeitskomplexe bzw. tiefgreifende Probleme mit Männern. Dieser Ziel-/Sinnlos-Thread, in dem die Hälfte aller Beiträge von dir stammt, ist Ausdruck dafür.

b,lauma4chexr


wieauchimmer

Ich glaube, weiter nähern wir uns nicht an. Das, was für Dich zwangsläufig ist - Sex kaufen bedeutet Sex grundsätzlich und auch bei der Geliebten als Ware zu sehen - ist für mich nicht zwangsläufig.

Das sehen wir einfach verschieden, es lässt sich nicht objektiv entscheiden. Belassen wirs dabei.

@ MikevanDike:

wieauchimmer einfach den Stempel "Komplexe" aufzudrücken ist etwas billig und m. E. nicht angebracht, schon allein weil sie entsprechend gemachte Pornos und Seitensprünge mit entsprechender emotionaler Basis gutheißt. Ganz toll, dass Du einen Thread sinnlos nennst, nur weil Dich die Thematik persönlich nicht berührt.

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