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Kann man Masochismus heilen?

aRu.walxd hat die Diskussion gestartet


Hallo

Ich bin vor einigen Tagen über diese Seite gestolpert. Die Einträge lesend, habe ich mich gefragt, ob mir hier vielleicht jemand einen Rat zu einem für mich gewaltigen Problem wüsste. Zum besseren Verständnis, hier meine Geschichte.

Ich wurde in der Schule, ab der dritten bis zur zehnten Klasse sehr arg gemoppt und ausgegrenzt. Der Auslöser war die neue Lehrkraft, die mich wohl vom ersten Augenblick an nicht leiden konnte; Antipathie auf den ersten Blick nennt man das wohl. Sie liess mich vorne an der Tafel schwitzen, im Wissen, das ich die Aufgabe nicht lösen konnte. Stellte mir Fragen, die mich ratlos liessen. Mit einem Wort; sie stellte mich, unter dem Gelächter der ganzen Klasse Tag für Tag bloss. Der Effekt war, dass ich bei meinen Klassenkameraden innert kürzester Zeit zum Volldeppen und Dorftrottel avancierte. Plötzlich mieden mich alle, hiessen mich einen Idioten, einen Trottel, mit dem niemand etwas zu tun haben wollte. Bei meinen Eltern stiess ich bloss auf Unverständnis. Sie kämpften mit ihren eigenen Problemen.

Zunächst fing es ganz moderat an. Mal hier ein Zwicken, mal da ein Hieb. Schnell wurden daraus regelmässige Prügel, die ich in den Pausen und auf dem Schulweg bezog. Fünf Jungs und zwei Mädchen hatten mich zu ihrem Prügelknaben auserkoren. Ich wurde beschimpft, bespuckt und geschlagen. Die Herrschaften machten sich einen Spass daraus, mir mit ihrem ganzen Gewicht auf den Kopf zu treten, um den Sieger zu erwählen, der am längsten auf dem"Affenkopf" zu balancieren verstand, ohne die Erde zu berühren. Unter dem Gelächter der umstehenden, durchlebte ich Höllenqualen der Schmerzen und Demütigung. Diese, und viele ähnliche Misshandlungen, deren Benennung ich dem Leser hier ersparen möchte, durchlebte ich bis zum Ende meiner offiziellen Schulzeit.

Heute bin ich fünfzig und süchtig danach, alle Leiden dieser Welt kosten zu wollen. Nach der Schulzeit zog ich in eine weit entfernte Stadt und hoffte, auf ein neues, besseres Leben. Die ersten fünfzehn Jahre nach der grotesken Schulzeit glaubte ich positiv, all die Schrecken der Vergangenheit vergessen zu haben. Aber nach und nach fanden sich in meinen Träumen die alten, lachenden Gesichter, die mich ehemals malträtierten und höhnten. Ich sehne mich heute nach den Torturen aus Kindheitstagen zurück; würde alles dafür geben, noch einmal so behandelt zu werden. Komplett verrückt! Zumal ich Ungerechtigkeit, Gewalt oder sonstige Willkür gegen Mensch wie auch Tier strikt ablehne. Von Verstandesseite bin ich meiner gewiss, alleine, verführerisch locken die "Genüsse" längst vergangener Tage.

Meine Frage: Ist es möglich, eine Sucht nach Qualen und Erniedrigung, einen Masochisten zu "heilen"? Kennt jemand einen Psychiater oder sonstige Fachperson ( Raum Süddeutschland / Schweiz), an die man sich wenden könnte? Ich bin für jeden Rat dankbar.

Antworten
Bjela Lu&gosi


Das wird schwierig

Nach dem ICD-10 gilt Masochismus zwar immer noch als Krankheit. Damit würde wohl auch eine Krankenkasse in Deutschland eine Behandlung (Psychotherapie) bezahlen.

Es gibt allerdings viele Menschen, die den ICD-10 ("International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems") als sehr stark durch die als prüde geltenden angloamerikanischen Länder geprägt sehen. Das bedeutet, daß es z. B. in Deutschland nicht mehr als politisch korrekt gilt, Masochismus als Krankheit zu betrachten, und somit heilen zu wollen. Damit wird es schwierig, einen Psychotherapeuten zu finden, der das behandeln würde.

Ich habe aber eine andere Idee: Das was Du da so schilderst, finde ich äusserst herb. Gestern stand hier in der Tageszeitung ein Bericht über eine Trauma-Therapeutin, die Menschen hilft, mit üblen Erlebnissen in ihrer Vergangenheit fertig zu werden: Also z. B. Folter-, Unfall-, Mißbrauchs- und Verbrechensopfer. Vielleicht wäre so etwas ein Ansatz, Dir helfen zu lassen?

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