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Ist der Mensch monogam geboren?

T%roilxus


@ LovHus

Ich pfeife nur auf die ein oder andere Anschauung, die sich andere Menschen von ihren Genen und deren Wirkung in ihrem BEWUSSTSEIN machen, wenn das nichts mit meiner eigenen Lebenserfahrung zu tun hat.

Ich brauche überhaupt keine Genetik, um die Eröffnungsfrage zu beantworten.

Von 1200 untersuchten Kulturen weltweit sind nur 186 monogam, und in diesen wechselt man die Partner wie die Wäsche, hat komplette Straßenzüge, die nur aus Bordellen bestehen und geht fremd, bis der Arzt kommt (es sei denn, man riskiert dafür Enthauptung). Ich kann mir einfach beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine monogam geborene Art aus purer Bosheit so massiv gegen ihre angeborene Neigung randalieren sollte. Nach Ockham's Razor schließe ich folglich: nein, "der Mensch" ist nicht monogam geboren, Ausnahmen bestätigen die Regel.

LuovHxus


Ja, lassen wir die Genetik.

Von 1200 untersuchten Kulturen weltweit sind nur 186 monogam

Lässt für mich nur eine Antwort zu: Teils ja, teils nein.

Nur weil die Antwort nicht "Ja" lautet, lautet sie nicht automatisch "Nein".

T,roi%lus


Denn das ist das Ende von: "Du denkst nur, dass du glücklich bist, eigentlich bist du unglücklich – siehe Genetik."

Wer sagt denn so was? Ich ganz sicher nicht. Ich sage, du bist glücklich, weil du dich für eine monogame Beziehung entschieden hast und dir das gelungen ist.

Du bist nicht glücklich, weil du "monogam geboren" bist, also "im Einklang mit deinen Genen" lebst. Das wäre ja eine genetische Herleitung von Glück.

Ich bin überhaupt nicht der Meinung, dass Polygamie automatisch glücklich macht, nur weil ich uns für polygam geboren halte. Ich bin auch nicht im Geringsten der Ansicht, dass Monogamie letztlich unglücklich machen muss oder nur ein eingebildetes Glück ist, weil sie "wider die Natur" ist. Ich finde, es ist hier völlig unabhängig von der Natur, womit man glüklich wird oder auch nicht.

Also wenn es nach mir geht, können wir hinter den Fadentitel gern in Klammern schreiben "Bitte keine Genetik!".

s ensiPbelPmxan


Von 1200 untersuchten Kulturen weltweit sind nur 186 monogam, und in diesen wechselt man die Partner wie die Wäsche, hat komplette Straßenzüge, die nur aus Bordellen bestehen und geht fremd, bis der Arzt kommt (es sei denn, man riskiert dafür Enthauptung).

Ist das wirklich so?

Eine nicht monogame Kultur sagt noch nichts über das Verhalten der Menschen im Einzelnen aus bzw. über die tatsächlichen Motive ihres Handelns. Auch in nicht monogamen Kulturen gibt es monogame Beziehungen... Was sagt uns das?

Wenn man die Frage stellt: "Ist ein Mensch monogam geboren?" ist unter genetischem Aspekt die Frage nicht einfach beantwortbar: Die Frage wäre ja nicht darauf reduzierbar, ob Mensch ein "Monogamie-Gen" hat, sondern wäre auch dahingehend zu analysieren, ob er genetisch befähigt wäre, monogam zu leben, wenn es seine Ratio für ihn individuell als sinnvoll und vorteilhaft erachtete, vielmehr müsste er dazu auch genetisch die Denkfähigkeit mitbekommen... und das denke ich hat Mensch. Offenbar gibt es Menschen, die monogam leben wollen und leben, also haben sie auch genetisch gesehen das "Handwerkszeug" dafür mitbekommen.

TdroiQluxs


@ sensibelman

Jetzt definierst du "monogam geboren" als: es ist nicht prinzipiell unmöglich, monogam zu leben, wenn man will.

Für mich würde "monogam geboren" heißen: es ist prinzipiell unmöglich, polygam zu leben. Für manche Individuen mag das auch zutreffen, aber doch offensichtlich nicht für "den Menschen".

TDroi;lus


@ Gürteltier

Mit dem richtigen Partner geht das auch und ich halte es genetisch übrigens für vorteilhafter, wenn ein Kind über 18 oder 20 Jahre familiäre Geborgenheit erfährt die es selbst weitergeben kann statt alle 4 Jahre einen neuen Traumatisierungsschock zu bekommen weil die Gene den nächsten Fremdfick befehlen und alles zusammenbricht weil die Selbstverwirklichung der Erwachsenen mal wieder wichtiger ist als eine intakte Kindheit zu schenken.

Ich finde eher interessant, warum es mit einem Traumatisierungsschock und dem Zusammenbruch aller Strukturen einhergehen muss, wenn "die Gene" nach fünf Jahren Pause mal wieder einen zweistündigen "Fremdfick befehlen". Das passiert doch nur, weil man diesen kleinen Zwischenfall vorab zu etwas erklärt hat, das ganz furchtbar traumatisierend ist und unbedingt den Totalzusammenbruch nach sich ziehen muss. Etwas einerseits einen "kleinen Fremdfick" zu nennen, und andererseits das Wohl und Wehe mehrerer Menschen aus zwei Generationen davon abhängig zu machen, fällt für mich unter "irrationalen Umgang mit Gefühlen".

LiovUHus


Troilus

Wer sagt denn so was? Ich ganz sicher nicht.

Nein, wirklich nicht. War nicht auf dich gemünzt @:) .

Du sagst (ich hoffe doch, ich verstehe das richtig): Jeder soll danach streben nach seiner Art glücklich zu werden. Und damit das für alle möglich ist, soll niemand versuchen, jemandem anderem die eigene Art vorzuschreiben oder sonst wie unterzujubeln - weder mit Hilfe der Religion noch mit Hilfe der Biologie oder sonstiger Disziplinen.

Ich unterscheide mich da von dir nur in Nuancen: Einmal traue ich dem Menschen etwas mehr Wahlmöglichkeit zu, und ich sehe diese Wahlmöglichkeiten nicht ganz so relativ. Auf deutsch: Wir wählen unseren Weg und es liegt in unserer Verantwortung (und nicht nur in den Umständen), dass wir auf diesem Weg vorankommen. So gewinnen die Lebensschätze, auf die wir im Laufe der Zeit zurückgreifen können, an Wert und Tiefe.

L&o[vHus


Troilus

Jetzt definierst du "monogam geboren" als: es ist nicht prinzipiell unmöglich, monogam zu leben, wenn man will.

:)z So hat es die TE in ihrem ersten Beitrag, gleich der erste Satz, gemeint:

Kann der Mensch, ob Mann oder Frau auf Dauer überhaupt monogam leben?

Ambivalenzen im Fadentitel lassen sich manchmal durch eine Blick auf den Ausgangsbeitrag klären ;-) .

G(ürtUe|ltixer32


@ Troilus

Ich rede nicht nur vom Fremdficken ich rede auch vom Partnerwechsel den das angeblich zwangsläufig stattfindende neuverlieben müssen per Genbefehl nach sich zieht. Ein Kind, was das alle vier Jahre zwangsläufig erleben muss ist fürs Leben geschädigt. Die Gesellschaft als intaktes soziales Ganzes würde kollabieren und die Überlebensfähigkeit eingeschränkt.

Monogamie ist das weltweite Mehrheitsmodell und zwar aus gutem Grund. Was heißt 186 Kulturen?

Du kannst leben wie Du willst solange Du jemand findest der Dein Weltbild teilt. Und natürlich findet viel Lug und Trug statt und auch Triebe sind da. Aber der Sinn für Familie und Soziales ist genauso im Menschen verdrahtet wie der Sextrieb. Und zwar nicht weniger stark, sonst gäbe es nämlich überhaupt keine intakten Familien.

Natürlich gibt es Menschen die keine verbindlichen Beziehungen führen können oder wollen und das als Tugend verkaufen. Oder die sich deswegen für fortschrittlicher halten als andere.

Diese Leute sind aber in der Minderheit. Nach aktuellen Umfragen wünschen sich die meisten Menschen Treue und Verbindlichkeit.

Es ist völlig ok seine Extrawürste zu braten ind ein alternatives Leben zu führen. Aber man muss das deshalb trotzdem nicht als eigentlichen Königsweg propagieren, vor allem, weil in Wirklichkeit kaum jemand so leben will wie Du.

Gruß, Gürteltier

N~arQras


Jeder Mensch ist doch anders, manche sind monogam, andere nicht. Man sollte jedoch Liebe und Triebe trennen. Ich wünsche mir monogame Liebe und polygame Triebe.

Ich könnte nicht auf Dauer nur noch Sex mit einer Frau haben. Da fehlt mir was.

Ich will jedoch eine tolle Frau heiraten, mit ihr Kinder haben, in ein großes Haus im Grünen ziehen und zusammen mit ihr alt werden. Dass wir dann ab und zu Dreier, Vierer, Partnertausch und Affären praktizieren sollte die ansonsten perfekte Familienidylle und Ehe eigentlich nicht belasten.

So ist zumindest mein Wunschtraum. Naja, Wünsche gehen leider nicht immer in Erfüllung und wenn ich mal vor die Wahl gestellt werde, für immer zwischen monogamer Liebe ohne polygame Sexualität oder dem Gegenteil, sexueller Polygamie ohne echte Liebe, zu entscheiden, dann weiß ich nicht was ich wählen sollte. Schwierig.

TXr`oilxus


@ Gürteltier32

Schade, dass du nur jeden dritten Beitrag von mir liest, und dann auch nur zur Hälfte. Ich hatte gerade mehrere Posts damit gefüllt, zu erklären, dass Gene mir schnuppe sind, nichts wirklich erklären und schon gar nichts entschuldigen.

weil in Wirklichkeit kaum jemand so leben will wie Du.

Kaum jemand will länger als 10 Jahre bei seinem Partner bleiben? Einander durch Dick und Dünn beistehen, sei es bei Krankheit bis hin zur monatelangen Pflegebedürftigkeit, dem Tod der Eltern, beim Selbstmord nächster Angehöriger und der emotionalen Hölle, die darauf folgt? Trotz existenzbedrohender finanzieller Krisen? Trotz sexueller Durststrecken? Trotz aller scheinbar unüberbrückbaren Unterschiede, die sich aus völlig verschiedener kultureller Herkunft ergeben? Über jahrelange Fernbeziehungen hinweg, in denen man sich 100 % treu ist? Miteinander alt werden wollen? Kaum jemand will das? Na, das ist ja mal ne Neuigkeit. Schade, dass kaum jemand das will. Ich finde das nämlich ziemlich erfüllend. Das alles ist nämlich die Art, wie ich lebe und liebe! Und nicht das verschwurbelte Bild vom triebgesteuerten, asozialen, nimmersatten Allesficker, der Bindungsangst als Tugend verkauft und sich dabei für "fortschrittlich" hält (das Wort habe ich seit 20 Jahren nicht mehr benutzt). Also zerpflücke meine Argumente nach Herzenslust, das werde ich dir niemals übelnehmen, aber erzähle mir bitte nichts über mein Leben, von dem du weniger weißt als meine Supermarktkassiererin.

Und jetzt mal wieder friedlich und weniger sarkastisch. Wir fragen uns tatsächlich gelegentlich, wie wir das eigentlich machen, uns wirklich alles zu erfüllen, was Menschen sich gemeinhin von Beziehungen erwarten, ohne dabei groß einen Gedanken auf das Thema sexuelle Exklusivität zu verschwenden, während die meisten glauben, dass genau das die ultimative und unverhandelbare Basis ist, die das alles erst möglich macht. Vielleicht ist das auch der Hauptgrund für meine Diskutierwut zu diesem Thema. Ich weiß nun mal einfach aus eigener Erfahrung, dass es prinzipiell durchaus möglich ist, eine sehr liebevolle, innige, tiefe, respektvolle, beglückende Beziehung zu führen, die ich mir definitiv nicht nur einbilde, sondern täglich bestätigt bekomme, zu der uns schon unzählige Leute gratuliert haben, um die uns viele beneiden, ohne totale sexuelle Exklusivität zu erwarten oder zu praktizieren. Unsere Beziehungsrealität gleicht derjenigen der glücklichsten monogamen Paare. Du könntest uns monatelang beim Leben zuschauen, du würdest niemals auch nur im Traum darauf kommen, dass wir irgendwie anders sind und niemand so leben will wie wir – bis auf diesen einen Punkt, der in unseren Augen eher ein Randproblem ist, in anderen Augen aber das Fundament von allem. Was für jene ein Trennungsgrund wäre, ein Anlass, das Schicksal einer ganzen Familie in Frage zu stellen, ist für uns der Aufhänger zu einem besinnlichen Gespräch bei einer Flasche Wein. Tja, offenbar sind wir Mutanten. ":/

Ich stehe da wirklich mit einer Art kindlichem Staunen vor der Welt und denke mir: was macht ihr euch nur alle für Sorgen, es geht doch auch wunderbar ohne. Mir ist schon klar, dass es so einfach nicht ist, aber ich denke, das ist mein Grundgedanke bei der Sache. Und manchmal ertappe ich mich beim Haareraufen darüber, dass es niemand verstehen (oder mir wenigstens meine Erfahrung auch nur glauben) will, obwohl es doch (für mich!) so einfach ist. :-D Natürlich ist das ausschließlich mein Problem, aber ich bitte dennoch um Nachsicht. o:) Ich finde es einfach faszinierend und verwirrend, dass man sowohl mit einer unverzichtbaren Prämisse als auch mit deren völliger Abwesenheit zum (fast) gleichen Ziel kommen kann.

T@ro\ilus


@ LovHus

Lässt für mich nur eine Antwort zu: Teils ja, teils nein.

Wieso? Die 186 monogamen sind doch nur offiziell monogam und praktisch trotzdem polygam.

G)ürtDelt+ier3x2


@ Troilus

Ich komme mit Deiner Gedankenwelt wirklich nicht zurecht, muss ich aber auch nicht. Sex und Liebe sind für mich praktische, gefühlte Dinge und mein Einfühlungsvermögen und meine eigenen Präferenzen sagen mir, was ich will. Rechtfertigende oder widerlegende Theorien brauche ich nicht. Wenn meine Partnerin mir vor Schmerz und Wut den Hals umdreht weil ich fremdgehe oder weil ich tief verletzt wäre wenn sie es täte, vermeidet man es eben. In den meisten Fällen destabilisiert Fremdgehen den Zusammenhalt der Eltern und die Kinder sind die Leidtragenden.

Jeder soll nach seiner eigenen Facon glücklich werden. Für mich jedenfalls bleibt Fremdgehen, wenn es denn passieren sollte, die Ausnahme von der monogamen Regel und nicht andersrum.

Klar passiert immer wieder mal was. Aber eine offene Beziehung wäre für mich niemals drin. Ausrutscher können hin und wieder passieren, aber es wären eben Ausrutscher und nicht der Normalzustand.

Respekt an Dich dass Du eine immer wieder fremdfickende Frau ertragen könntest. Die ganzen Fantasien in die Richtung machen mich z.B. auch an, wie etwa die Frau eines Cuckolds besteigen. Aber Fantasie und Realität bleiben zumindest bei mit zweierlei, weil ich Angst vor der Zerstörung von intakten Beziehungen hätte.

Aber Hauptsache jeder kann leben wie er mag, auch mit Meinungsunterschieden. :-)

LZovtHus


Troilus

Wieso? Die 186 monogamen sind doch nur offiziell monogam und praktisch trotzdem polygam.

Aber nun ist ja geklärt, dass es nicht mal einer monogamen Kultur bedarf, ein monogam lebendes Paar reicht aus, um die Frage im Sinne der TE positiv zu beantworten 8-) . Dass es keine Determination zur Monogamie gibt ist ja eh allen klar ;-) .

Kaum jemand will länger als 10 Jahre bei seinem Partner bleiben? Einander durch Dick und Dünn beistehen...

Damit schmelzen auch die Nuancen Unterschied zwischen uns weg, die ich gestern abend um 20:27 Uhr noch vermutet habe. :)_

L&ov.Hxus


Die zwei Karikaturen

das verschwurbelte Bild vom triebgesteuerten, asozialen, nimmersatten Allesficker, der Bindungsangst als Tugend verkauft und sich dabei für "fortschrittlich" hält

Am anderen Ende der Skala: das nicht minder verschwurbelte Bild vom triebgehemmten, durch externe Normen geprägte, abweisende und eifersüchtige Kontrollfreak, der seine Menschenangst als Tugend verkauft und sich dabei für einen zeitlos liebenden hält.

Nur wenige Menschen entsprechend tatsächlich einer der beiden Seiten. Aber jeder hat Sorge, dass er vom anderen in die eine oder andere Ecke gesteckt wird :-) .

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