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Ist der Mensch monogam geboren?

TFroil>us


Klar passiert immer wieder mal was. Aber eine offene Beziehung wäre für mich niemals drin. Ausrutscher können hin und wieder passieren, aber es wären eben Ausrutscher und nicht der Normalzustand.

Ach, was heißt Normalzustand. Der Normalzustand in den meisten offenen Beziehungen (sofern wir nicht von harten Swingern reden) ist auch monogam. Der Unterschied liegt eigentlich nur darin, dass man das, was du beschämt als Ausrutscher bezeichnest, lächelnd als Abenteuer bezeichnet.

Die Sichtweise "Monogamie ist toll" aber

Klar passiert immer wieder mal was.

ist ja letztlich die gleiche wie meine. Nur dass wir dann noch hinzufügen: und weil es so ist, drehen wir einander deswegen nicht den Hals um. Viel mehr hat es mit der offenen Beziehung nicht auf sich. In vielen frommen Ehen geht es weit polygamer zu als in unserer offenen Beziehung (und vielen anderen auch).

LDo~vHuxs


Bedeutung von "Ist der Mensch monogam geboren?"

Nachdem die trivilen Interpretationen - a) Sind alle Menschen monogam? Nein; b) Gibt es monogame Menschen? Ja - in der Diskussion nicht wirklich hilfreich sind und auch die vergleichend wertende Interpretation - was ist "besser" - zwar Seiten füllt, aber keine Erkenntnisse zeitigt, gibt es vielleicht noch einen weiteren Ansatz:

In der Bibel gibt es das schöne Gleichnis, das erzählt, wie die Saat in Abhängigkeit vom Boden aufgeht, auf den sie fällt. Troilus schrieb von umfeldbezogenen und psychischen Knüppeln. Würde der Mensch unter knüppelfreien Bedingungen monogam sein? Ist Monogamie ein Verdienst, eine Gnade oder eine Strafe? Ist Monogamie erstrebenswert, wobei der Wert des Strebens auch dann erhalten bleibt, wenn es nicht gelingt?

Ich finde, aus dieser Perspektive lassen sich viele interessante Fragen ableiten. Natürlich fließen auch persönliche Wertungen in die Antworten ein, aber das ist ja ok, solange daraus keine Abwertungen anderer Sichtweisen folgen.

Tzrofilxus


@ LovHus

Wir wählen unseren Weg und es liegt in unserer Verantwortung (und nicht nur in den Umständen), dass wir auf diesem Weg vorankommen. So gewinnen die Lebensschätze, auf die wir im Laufe der Zeit zurückgreifen können, an Wert und Tiefe.

So ungefähr sehe ich das auch. Wobei ich bei Umständen und Wahl etwas vorsichtiger bin; ich fürchte, man bildet sich manchmal mehr Freiheit ein, als man hat. Bewusstseinsmäßig kommen wir als leere Gefäße auf die Welt, die dann von anderen Menschen randvoll abgefüllt werden. Ja, wir haben sicher eine gewisse Freiheit, dieses in uns abgefüllte Chaos zu ordnen, aber das tun wir auch wieder auf der Basis von Glaubenssätzen und mit Hilfe von Techniken, die ebenfalls andere Menschen erst in uns hineingelegt haben. Das autonome Subjekt ist m. E. eine ziemliche Illusion. Was natürlich trotzdem nicht ausschließt, sich zwischenmenschlich darauf zu einigen, was Verantwortung bedeutet und verantwortlich zu leben.

Weil ich die Dinge so sehe, werde ich niemals sagen: So bin ich nun mal, ich wurde "so geboren". Ich weiß ziemlich genau, warum ich so ticke, wie ich ticke, wie das mit meiner Herkunft zusammenhängt, welche Erfahrungen und Einflüsse mich geprägt haben, wie ich zu welchen Schlüssen gelangt bin, warum ich welche Entscheidung getroffen habe. Auch bezüglich dieses aktuellen Themas. Da ich das alles als geworden, unabgeschlossen und im Fluss betrachte, halte ich es auch für ein spannenden Gegenstand.

Und weil es so ist, finde ich es meist recht unbefriedigend, wenn Leute, die einerseits die Diskussion suchen, andererseits jede zweite Frage abbügeln mit der Antwort: "Das muss ich nicht erklären, so bin ich nun mal!". Was soll ich denn mit einem "Diskussionsbeitrag", der lautet: "Hoppla, hier bin ich, so wie ich nun mal bin, darüber gibt es nichts zu diskutieren!" :-/ Und wenn man dann doch noch eine Warum-Frage stellt, riskiert man Beschimpfungen. Interessanterweise fällt mir so schnell kein anderes Thema ein, bei dem einen jemand auf ein Warum den Satz "Das muss ich dir nicht erklären, ich bin nun mal so" entgegenschreit. Kennst du so etwas aus anderen Diskussionen?

T0roXilxus


@ LovHus

solange daraus keine Abwertungen anderer Sichtweisen folgen.

Na ja, in der Abwertung der Sichtweise "Fremdgehen tut man nur heimlich" sind wir uns doch aber z. B. einig. Ja, ich halte meine Exoten-Meinung für wesentlich höherwertig als diese millionenfach verbreitete Lebensweise. Muss ich mich jetzt schämen für meine Intoleranz?

Ist Monogamie ein Verdienst, eine Gnade oder eine Strafe?

Ich würde sagen, sie ist eine Option.

Ist Monogamie erstrebenswert, wobei der Wert des Strebens auch dann erhalten bleibt, wenn es nicht gelingt?

Ja, wenn man dem Prinzip "Der Weg ist das Ziel" folgt. Dann hat man, wenn es nicht gelingt, nichts verloren, nur etwas gelernt.

T}roilxus


Würde der Mensch unter knüppelfreien Bedingungen monogam sein?

Es gibt keine knüppelfreien Bedingungen, keinen "Menschen an sich". Ein Mensch ist immer Produkt seiner Natur und seiner natürlichen und sozialen Umwelt. Es ist unmöglich zu fragen, was "der Mensch" wollen würde, wenn er das nicht wäre. Du kannst nur über die Menschen reden, dir anschauen, was sie tun, und daraus ein paar letztlich statistische Schlüsse ziehen. Zu sagen: OK, die Menschen sind schon ein ziemlich polygamer Haufen, aber wer weiß, vielleicht ist der Mensch ja eigentlich monogam, ist Murks.

G1ürte=ltiZer32


@ Troilus

Was Du beschreibst kann funktionieren. Auch mit Familie. Ohne traumatisierte Kinderherzen, die müssen ja auch nicht alles mitkriegen.

Trotzdem bin ich trotz aller Beschränkungen und Auflagen froh dass meine Partnerin mich körperlich nicht teilen will. Ich nehm die Schranken lieber in Kauf und halte mich zähneknirschend dran

statt eine Frau zu haben die mich fremdficken lässt und selber fremdfickt. Da würde mir das Wichtigste fehlen.

Lieber stecke ich meine Energie in das Bestreben, als Partnet und Mann so attraktiv für meine Frau zu bleiben dass sie sich bei Fremdangeboten freiwillig und ohne externen Zwang sagt, danke für den netten Flirt, aber mehr will ich gar nicht. Tschüss.

Wenn beide Partnet derart ihre Liebe pflegen, kommt auch kein Fremdfickt dazwischen. Dafür lohnt sich die Mühe, für mich persönlich zumindest.

Aber ich halte deinen Ansatz nicht mehr für asozial, sondern für gangbar, wenn beide Partner die charakterliche Disposition dazu mitbringen.

L@ovH*us


Troilus

Zu sagen: OK, die Menschen sind schon ein ziemlich polygamer Haufen, aber wer weiß, vielleicht ist der Mensch ja eigentlich monogam, ist Murks.

:)z . Ich sag' nur: Leviathan oder Emile. Aber irgendwie spielen solche Idealbilder in unseren Glaubenssystemen doch eine Rolle, auch wenn es kein einziges reales Exemplar gibt, das die reine Idee verkörpert.

Interessanterweise fällt mir so schnell kein anderes Thema ein, bei dem einen jemand auf ein Warum den Satz "Das muss ich dir nicht erklären, ich bin nun mal so" entgegenschreit. Kennst du so etwas aus anderen Diskussionen?

Ja, eigentlich immer, wenn es um Erfahrungen geht. Wir gehen ja stillschweigend davon aus, dass die Welt für andere Menschen ganz ähnlich aussieht wie für uns und dass andere Menschen ähnliche oder gleiche Erfahrungen machen, wie man selbst. Immer wenn in einer Diskussion dieser Ausgangspunkt sich als unhaltbar herausstellt, bleibt nicht viel anderes als: "ich bin nunmal so" im Sinne von: "auf die und die Erfahrungen blicke ich zurück, die wir offenbar nicht teilen". Da gibt es dann nicht viel, was man erklären könnte. Schwierig wird es eigentlich immer nur dann, wenn derjenige, der über die Erfahrungen des anderen nicht verfügt, meint, beweisen zu müssen, dass der andere die behaupteten Erfahrungen gar nicht gehabt haben kann, weil es das gar nicht gibt. Stichwort "Existenz Gottes" :=o ;-) , um ein besonders prominentes Beispiel zu nennen.

eoich.oerncxhen


Troilus

klingt für mich so, als sei die monogame Beziehung der universelle Weg zum Glück für alle, der manchen bedauernswerten Geschöpfen nur ein bisschen schwerer fällt als anderen, durch Geburt begünstigten. Diese Bedauernswerten müssen sich dann halt im Mittelfeld mit dem Zweitbesten begnügen.

Schlimmer. Diese bedauernswerten Geschoepfe haben sogar ein Problem; Diese bedauernswerte Geschoepfe werden als "Platzhirsche" bezeichnet. Diese armen Geschoepfe sassen zu lange vor dem TV.

Nur das diese User selbst ein aufstossendes Problem haben ( wir sind ja im med Forum, also verstaendlich), kommt ihnen nicht in den Sinn.

TV Problem kann nur entstehen, wenn Kinder mit gelangweilten, nicht arbeitenden Muettern am Nachmittag zuhause sitzen. Das sind die, die hier nachfragen muessen, wie man der "Langeweile" im Eheleben entgegen treten kann. Das sind Eltern, die am PC ihre Liebesschwuere in die Welt posaunen muessen und das der Ehemann sie am Morgen gefingert hat zum aufwecken. Diese Eltern am PC erleben die Jugendlichen Kinder. Da wird der Ehefrau gleich mal eine Ohrfeige gegeben, da sie provoziert. Da wird der Ehefrau gleich mal der Ausschnitt verboten, da doch aus "Liebe" sie doch das Befinden des unsicheren Partners entgegen kommen sollte. Es lebe die Monogamie, nur das ist das Glueck aller Menschen, alle andere sind gestoert. ;-) :-D :-D

Finde ich das alles interessant. I like it. ]:D

e;ichoe;rnchen


Und manchmal ertappe ich mich beim Haareraufen darüber, dass es niemand verstehen (oder mir wenigstens meine Erfahrung auch nur glauben) will, obwohl es doch (für mich!) so einfach ist. :-D

Raufe mal nicht Deine Haare; mein Partner, und alle meine Freunde, weiblich oder maennlich, verstehen sehr gut, was Du sagen moechtest.

ejich5o>ernxchen


In vielen frommen Ehen geht es weit polygamer zu als in unserer offenen Beziehung (und vielen anderen auch).

Und auch das glaube ich Dir wahrhaftig.Deine Liebe zu deiner Partnerin spuere ich die tausende Kilometer bis zu mir.Tut einfach nur gut.

Laov[Hus


Nur das diese User selbst ein aufstossendes Problem haben ( wir sind ja im med Forum, also verstaendlich), kommt ihnen nicht in den Sinn.

Ich kenne hier eigentlich nur eine Userin, der nicht in den Sinn kommt, dass sie ein Problem hat, obwohl wir hier im med Forum sind. Ach was, was heißt "nicht in den Sinn kommt" - die kratzt und beißt und um sich schlägt.

LBovHuxs


Troilus

Na ja, in der Abwertung der Sichtweise "Fremdgehen tut man nur heimlich" sind wir uns doch aber z. B. einig.

Es ist kein Punkt mehr übrig, in dem wir uns nicht einig sind :)_ . Ich hatte ja selber noch kürzlich angenommen, dass du die Dinge vielleicht relativer siehst als ich. Ich hätte schreiben sollen: "solange daraus nicht automatisch Abwertungen anderer Sichtweisen folgen".

w[illge,sunvdxsein


Klingt so, als wäre jetzt erst mal Ruhe im Kasten. Alle haben sich wieder lieb :)=

@ Troilus

Das klingt echt schön was du schreibst! Ich wünschte, ich wär auch schon soweit...

@ LovHus

Ich finde es komisch, dass du extra schreiben musst, dass du gar keine Probleme hast.

("Ein gentleman der sagt, er wär einer, ist keiner...)!

s5ensib<elmaxn


Nur das diese User selbst ein aufstossendes Problem haben ( wir sind ja im med Forum, also verstaendlich), kommt ihnen nicht in den Sinn.

Welche User meinst du?

TV Problem kann nur entstehen, wenn Kinder mit gelangweilten, nicht arbeitenden Muettern am Nachmittag zuhause sitzen.

Nein, ein TV-Problem (sofern es eins ist) kann aus sehr unterschiedlichen Gründen entstehen.

Ansonsten: Was hat das mit Betrachtungen zu tun, ob Mensch monogam geboren ist?

Diese Eltern am PC erleben die Jugendlichen Kinder.

Was willst Du damit in Bezug auf Monogamie sagen?

Du zeichnest ein ziemlich klischeehaftes, voll mit Vorurteilen vollgepacktes und eher unrealistisches Bild von Familien, in denen monogame Lebensweise kein Problem darstellt und wo es nicht nur gut funktioniert sondern auch noch sehr glücklich ist. Was soll ich von solchen deinen Aussagen halten? Bist du mit irgendetwas unzufrieden? Warum muss du so dagegen feuern?

Klar freue ich mich über mein Leben und als etwas extrovertierter Mensch "posaune" ich das auch gerne raus. Na und?

Ja, ich sitze am öfter am PC- allein schon berufsbedingt- und ich sehe darin überhaupt kein Problem, auch ab und an in diesem Forum reinzuuschauen (im Übrigen das einzige Forum, in dem ich lese und schreibe).

Aber ich kann weggehen, wiederkommen (was ich oft genug tue) und mich mit Frau und Kindern unterhalten und was unternehmen (was wir eigentlich recht viel tun)- und nun?.

Mein Computer erlaubt mir mehrere Arbeitsflächen gleichzeitig geöffnet zu halten und auf Grund des geringen Energieverbrauchs kann ich ihn auch längere Zeit laufen lassen, ohne am Gerät zu sitzen.

Ich finde es komisch, dass du extra schreiben musst, dass du gar keine Probleme hast.

Vielleicht, weil es allzu oft unterstellt wird?

L(ovHxus


willgesundsein

Kann jemand ein Gentleman sein, der anderen beweisen muss, dass sie keine sind? ;-)

Ansonsten: Was wäre ich ohne meine Probleme? Wann und wo habe ich sie geleugnet ??? ?

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