» »

Ist der Mensch monogam geboren?

tFeupflIiscxh86


Ich kenne mich mit der Bibel ganz gut aus, und das Gebot kenne ich auch. Ich denke nicht, dass die Ehe das ein und alles ist. Man kann sich auch treu sein ohne heiraten zu müssen bzw. dies auf einem Blatt Papier festhalten zu müssen.

Und nein, keiner wird von Anfang an monogam geboren. Doch aus der Not des Einzelnen heraus, sucht man automatisch, früher oder später, ab Fortpflanzungsalter, nach einem passenden Partner.

Und auch aus der Not heraus, weil man sich eben paaren musste, um Kinder zu zeugen, übernahm die Frau die fürsorglichen Aufgaben, und der Mann die ernährenden Aufgaben. Normalerweise reichte damals 1 Mann um die Familie inkl. Frau zu ernähren, und 1 Frau reichte aus um die Kinder zu ernähren und dem Mann zu dienen, da sie ja auch damals den Schutz eines Mannes suchte, weil die Frau sich damals nicht selbst vor bösen Tieren usw. schützen konnte. So entstand eine Zweckbeziehung in der beide für sich Vorteile fanden.

Polygamie ist für die jenigen gedacht, die entweder

1. sich nicht auf EINEN sexuellen Partner beschränken können oder wollen

oder 2. aus Prinzip nicht der Norm entsprechen möchten.

Ich würde es fast als kleine Rebellion für gelangweilte Menschen betrachten.

Polygamie ist solange in Ordnung, solange man keine feste sexuelle und auch geistige Bindung mit einem Partner eingeht. Ich kenne keinen der die Polygamie bevorzugt.

S%inPnes0#ter


Polygamie ist solange in Ordnung, solange man keine feste sexuelle und auch geistige Bindung mit einem Partner eingeht

Den Satz finde ich merkwürdig, ich verstehe ihn nicht.

Bedeutet Polygamie denn nicht gerade, daß man eine feste sexuelle und geistige Bindung nicht mit einem, sondern mit mehreren Partnern eingeht?

tyeufVlwiFschC86


Doch doch :)

Ich habe mich etwas ungeschickt ausgedrückt.

Ich meinte, dass es nicht okay ist, mit einem zusammen zu sein, der monogam leben möchte, man selbst aber lieber polygam leben möchte und dann das vom anderen verlangt, das zu akzeptieren :)

S&inngestätver


Hm...warum denn nicht? Stünde dem anderen doch völlig frei, einfach "Nein, da ist die Tür" zu sagen.

KSultursvchaffbender


@ teuflisch86

ich wollte mit meinem Beitrag auch nicht behaupten, daß ich die Lebensform der Polygamie "besser" als irgendetwas finde, sondern lediglich nachweisen, daß sie eine LEBBARE und GELEBTE Lebensform auf diesem Planeten ist. Daher auch der Wikipedia-Link. – gelesen?

Ich als Kind des hiesigen Kulturkreises rechne mich auch eher zu den Monogamen, aber eben nur, und nur, weil ich HIER aufgewachsen bin. OK?

t/eufl_ischx86


Ich weiss dass in anderen Völkern die Polygamie weiter verbreitet ist als bei uns. Wenn ich auch mit der Polygamie aufgewachsen wäre, wäre mir diese Form auch lieber.

Aber jeder muss halt für sich selbst wissen, was einem lieber gefällt und dann halt die damit verbundenen Konsequenzen ziehen.

T]roilurs


@ sinnestäter

Bedeutet Polygamie denn nicht gerade, daß man eine feste sexuelle und geistige Bindung nicht mit einem, sondern mit mehreren Partnern eingeht?

Das kann es bedeuten. Es kann aber auch bedeuten, dass man mit mehreren mehr oder minder rein sexuelle Beziehungen hat, ohne geistige Bindung. Oder dass man mit einem Partner beides hat und mit anderen nur das eine.

Der Spezialfall, den du meinst, nennt man heutzutage Polyamory, also mehrere gleichwertige geistig-sexuelle Liebesbeziehungen nebeneinander. Ich finde den Gedanken schön und wünsche jedem Glück, der es versucht, aber ich denke, es ist praktisch/organisatorisch kaum hinzubekommen, einfach weil Zeit eine knappe Resource ist. Die Behauptung, man könne nur einen Menschen wirklich lieben und begehren, halte ich für unbegründet. Aber praktisch läuft es doch meist auf eine Entweder-Oder-Entscheidung hinaus. Man kann durchaus genug Liebe und Begehren für zwei Menschen haben, aber man hat nicht genug Zeit für beide. Es muss kein emotionales Problem sein, aber das Leben ist einfach zu kurz, man kann nicht alle Möglichkeiten durchspielen, die theoretisch möglich wären. Man muss sich letztlich entscheiden, und alles, wogegen man sich entscheidet, gehört dann in die Kategorie "Was wäre gewesen, wenn...".

S"inn$ekstäxter


Troilus

Das kann es bedeuten. Es kann aber auch bedeuten, dass...

Ich habe so den Eindruck, diese Begiffe sind alle ziemlich schwammig definiert.

Polygamie bedeutet doch eigentlich "Vielehe". Was nun, wenn man gar keine Ehe führt, sondern nur mehrere Partner hat? Und ist eine Ehe, oder wenigstens eine eheähnliche Bindung, denn nicht par se eine körperlich und geistige Bindung?

Ist Polyamorie dann dasselbe wie Polygamie, nur ohne Trauscheine? Polyamorie hielt ich bisher für den ursprünglichen Wortsinn von "freie Liebe", diese Phrase hat damals aber nur "freier Sex" bedeutet.

Und vor ein paar Seiten schriebst du, serielle Monogamie wäre gleichzusetzen mit Polygamie - ich hingegen meine, etwas das seriell (also aufeinander abfolgend) ist, kann nicht gleichzeitig sein. Dann wieder die Frage, was die Zeituntergrenze wäre...ich dachte an Monate und Jahre, könnte aber auch eine tägliche serielle Abfolge sein, was wieder der Polygamie ähnlich sehen würde.

Was ein Durcheinander ;-D

aber man hat nicht genug Zeit für beide

Das halte ich für ein Gerücht...wenn ich meine gesamte Freizeit aufaddiere und durch drei teile (zwei Teile für zwei Lieben, einen Teil für mich), dann hätte jede dieser Lieben mehr gemeinsame Zeit mit mir als die meisten monogamen Lieben in meinem Leben es hatten.

Wenn man sich nicht darauf festlegt, ein Maximum an Zeit-Quantität miteinander zu verbringen, sondern mehr an "Zeit-Qualität" interessiert ist, dann sind zwei Lieben gleichzeitig sicher nicht zu viel.

OK, das sagt ein LATler, der ein großes Bedürfnis nach Distanz hat - es gibt aber auch Muslims, die abends nach Hause kommen, und dort von vier Frauen begrüßt werden. Da frage ich erst gar nicht nach der "Zeit-Qualität" - aber er verbringt definitiv genug Zeit mit allen zusammen.

TXroiWlus


Was ein Durcheinander

Jepp. :-D

Polygamie heißt, speziell wenn man über Biologie, über angeborene Tendenzen redet (war weiter vorn ja der Fall), eigentlich nur: mehr als ein Partner im Leben. Biologen zählen serielle Monogamie darum auch zur Polygamie. Ob nach einander oder parallel ist eine Detailfrage.

Man könnte ja z. B. annehmen, dass der Mensch biologisch auf serielle Monogamie gestrickt ist, aber aus kulturellen Gründen die Langzeitehe bevorzugt. Das wäre dann ein gewisser Konflikt, der zu paralleler Polygamie führt, heimlich oder offen.

Wenn ich Polygamie sage, meine ich das ganz salopp und allgemein: offene Beziehungen, Fremdgehen, Swingertum, Dreierbeziehungen, häufigen Partnerwechsel...

Polygamie im Sinne von Vielehe (Vielweiberei) ist in meinen Augen nur ein Stück Frauenunterdrückung. Aber selbst dort, wo sie erlaubt ist, ist sie nur eine sehr seltene Ausnahme. Darüber brauchen wir uns hier wohl nicht den Kopf zu zerbrechen.

dann hätte jede dieser Lieben mehr gemeinsame Zeit mit mir als die meisten monogamen Lieben in meinem Leben es hatten

Aber das würde doch vielleicht wieder auf Kosten von Freundschaften, Verwandtschaft, Hobbys gehen, dann musst du dich gegen diese entscheiden, aber die gehören ja auch zum Leben. Ich denke, da gibt es Grenzen.

Wie sangen die Kinks dereinst: "Two girls are too many, three's a crowd, and four your death." ;-D

StinnesZtätexr


Aber das würde doch vielleicht wieder auf Kosten von Freundschaften, Verwandtschaft, Hobbys gehen

Zwangsweise? Mal angenommen, jeder hat ein bestimmtes Kontigent an Zeit, das er gerne mit einer Liebe verbringen möchte, sowie ein gewisses Kontingent, das er gerne für sich, seine Freundschaften, Verwandtschaft, Hobbys hätte.

Ist es dann nicht vollkommen egal, ob er diese Zeit jedesmal mit derselben Liebe, oder, immer im Wechsel, mit zwei, drei, egal wie vielen verbringt?

Diese Lieben langweilen sich doch in der Zwischenzeit nicht und warten darauf, daß du mal Zeit für sie hast. Sie haben doch selbst mehr als eine Liebe.

Jaaaa, ich weiß ;-D Theoriegebäude, aber ich sehe wirklich nicht, warum ausgerechnet der Faktor Zeit da ein nennenswertes Hindernis sein sollte. Da fallen mir viel konkretere Hindernisse ein :=o

sqenseibelxman


Ist es dann nicht vollkommen egal, ob er diese Zeit jedesmal mit derselben Liebe, oder, immer im Wechsel, mit zwei, drei, egal wie vielen verbringt?

Nein, das ist sehr einseitig gedacht. Das setzte voraus, dass jeder Mensch gleichviele Liebespartner hätte, ansonsten kommt es zu "Ungleichgewichten".

Was ich bemerkenswert finde, ist, dass es selbst in Gesellschaften/Kulturen, die polygam/polyamorph geprägt sind, nicht selten zu bevorzugten (monogamen) Partnerbeziehungen kommt.

Dass Menschen bei ihrer Partnersuche auf eine einzige Person fixieren , halte ich für normal- d.h. kein Mensch ist in seiner Liebe genau für eine Person fixiert, sondern es gibt mehrere Personen, die als potentielle Liebespartner in Frage kämen- insofern wählt Mensch ja auch aus.

Zudem gibt es nicht wenige Menschen, die sich zu Beständiglkeit hingezogen fühlen, d.h. sie wollen nicht ständig etwas wechseln oder verändern- sie wollen an Bestehendem festhalten und es gestalten- und da sind mehrere Liebespartner eher störend.

Ich schrieb in einem anderen Thread schon einmal, dass es viele junge Menschen gibt, die sich auf ein Kuscheltier fixieren, dieses lieben- andere stehen dabei weit hinten an.

Menschen haben oft eine Bevorzugung zu einer ganz bestimmten Person, woraus sich eine Monogamie entwickeln kann, wenn es erwiedert wird.

Ich glaube auch, dass die Tendenz, auch andere Partner "auszuprobieren" darin begründet liegt, dass sie eigentlich "ihre" bevorzugte Person nicht gefunden haben oder nicht finden können. Ihnen fehlt das "besondere Kuscheltier".

Das ist wie beim Unterschied zwischen seßhaften Menschen und einem Menschen, der zum Nomadentum tendiert.

Sjinntestxäter


Sensibelman, ich kann dir da nur recht geben, gerade die menschliche Eigenschaft, sich einen Favoriten zu suchen (und mit Eifersucht zu reagieren, wenn man nicht Favorit seines Favoriten ist) ist etwas, was ich unter einem konkreten Hindernis verstehe :-D

Zeit ist es jedenfalls nicht.

Der Wunsch nach Sicherheit und Kontinuität ist es nur bedingt. Ein Netz aus Lieben kann unter Umständen größere Sicherheit und Kontinuität bieten, als ein (möglicherweise launischer) einzelner Mensch.

MAayfl'ower


Ehe hat ursprünglich überhaupt nichts mit Liebe und sexuellen Genüssen zu tun. Die Ehe diente der Besitzstandswahrung, der Sicherheit, der Versorgung, der Kontrolle, dem sozialen Frieden. Egal ob mit einer oder mehreren Frauen. Die Ehe regelt die Zuständigkeiten. Mit Ehen konnte Besitz bewahrt oder vermehrt, innerfamiliäre Interessen verfolgt und wichtige Beziehungen geknüpft werden. Ehelich geborene Kinder sicherten die Nachfolge. Sex hatte man, Kinder auch, das war selbstverständlich. Darüber ob der Sex gut war, hat man sich wahrscheinlich nicht solche Gedanken gemacht wie heute.

Kreuz und quer vögeln hat es wahrscheinlich zu keiner Zeit breitflächig gegeben. Solche Aktivitäten erzeugen viel zu viel Unruhe, Buhlerei, Eifersucht, Neid, Kampf und Verluste. Sie sind eine Gefahr für den sozialen Frieden. Es hat schon seine Gründe, warum das Konkubinat bis in die Neuzeit verboten war. Die Freie Liebe hat ja selbst bei den Hippies nicht funktioniert.

Kurz: Der Mensch ist von Natur aus nicht monogam. Aber geordnete Verhältnisse sorgen dafür, dass klar ist, wer und was wem gehört und dass keine chaotischen Zustände herrschen. (Was haben wir mal gelernt: die Kernfamilie ist die kleinste Zelle des Staates....)

tFotschxtli


Ich bin sicher, dass Poligamie und Monogamie nichts mit der Natur des Menschen zu tun haben, sondern nur durch Kulturen und Rekligionen vorgegeben werden. Wobei in einer Kultur, in der die Poligamie erlaubt oder sogar Norm ist, die Monogamie normal nicht verboten ist. Im Gegenteil dazu wird z. B in einer christlich geprägten Kultur wie der unserern Poligamie auch heute noch offiziell und auch von den meisten Mitmenschen negativ sanktioniert.

Ich bin sicher, man kann mehrerer Partner gleichzeitig lieben, genauso wie man auch mehrere Kinder gleichzeitig lieben kann. Und genauso wie man Kinder auch wegen ihrer unterschiedlichen Eigenheiten verschieden ( aber nicht unbedingt wertungsmäßig unterschiedlich ) liebt, warum sollte man da nicht auch unterschiedliche Partner auf verschiedene Weise lieben können. Wenn man Poligamie mag, dann doch gerade, weil jeder verschieden ist, sonst könnte man ja seinen Partner clonen lassen.

Leider ist es jedoch auch heute nicht ungestraft möglich mehrere Partner gleichzeitig zu haben, egal ob in einer gemeinsamen Wohnung oder in verschiedenen. :|N

akfri


Man kann durchaus genug Liebe und Begehren für zwei Menschen haben, aber man hat nicht genug Zeit für beide.

So ist es, außerdem kommen dann noch Besitzansprüche eines Menschen dazu. Ich habe sowas hier und heiße es nicht gut, aber wir haben ein Auskommen gefunden (scheint jedenfalls so). Die Toleranz, die dem zweiten oder dritten Partner gegenüber nötig wäre, ist bei mir nicht gegeben und so muss sich Frau notgedrungen zu einem bekennen und das bin zum Glück ich.

Monogamie, wie Mayflower schon schrub, dient gesellschaftlichen Normen, sonst nichts. Ich bin in der Norm aufgewachsen, dass genau ein Mann genau eine Frau hat, damit lebe ich auch ganz gut. Sie nicht so sehr... Aber es hat auch Vorteile. Versorgung z.B. und uneingeschränkte emotionale Zuwendung.

Sosehr ich ihr ein sexuelles Erlebnis mit dem Dritten gönnte, sosehr fürchte ich auch die emotionalen Folgen eines Versuchs. Es könnte gut gehen (er ist eine Niete im Bett), aber eben auch nicht (er ist wesentlich besser als ich). Der ungewisse Ausgang eines solchen Versuchs hält mich davon ab, eine Generalvollmacht zu erstellen. Wäre ich mir selbst äußerst sicher, hätte ich ihr die Erlaubnis gegeben, ihn zu bespringen. Bin ich aber nicht und also verbitte ich mir ein entsprechendes Probieren. Sorry, ich kann sie nicht teilen, ich würde kaputt gehen dabei.

Ich schweife ab, aber da es seit einiger Zeit etwas turbulent zugeht in meiner Partnerschaft, seien mir die Bemerkungen erlaubt, hoffe ich. Aus meiner Sicht (die durchaus beschränkt sein darf) ist Monogamie eine feine Sache.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Sexualität oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sexualanatomie · Selbstbefriedigung · Sexualtechniken · Homo, Hetero, Bi · Gynäkologie · Urologie · Beziehungen · Schwangerschaft · Verhütung · HIV und Aids


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH