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Ist der Mensch monogam geboren?

KAul(tur#schYaf0fendxer


oh mann manchmal frag ich mich, ob jeder hier nur den LETZTEn Beitrag liest, also nochmal:

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Mosuo]]

W&eis@se'rTxiger


Um zur Ausgangsfrage und zur Überschrift zurückzukehren: Biologisch betrachtet, lautet die Antwort "nein", der Mensch ist nicht monogam geboren. Aber jeder Mensch – egal, wo er auch leben und welcher Nationalität oder ethnischen Gruppe er angehört – wird in ein von Traditionen und von den jeweiligen "Gesellschaften" zur Norm erklärten kulturellen Wertesystem hineingeboren. In Europa ist dieses Wertesystem sehr stark durch die christlichen Glaubengemeinschaften/Kirchen geprägt worden. Die dadurch etablierten Wertevorstellungen fließen in die Erziehung ein, die letztlich unser eigentliches Verhalten "übernormt". Ob man sich diesem Wertekanon im Teilbereich Sexualität/Partnerschaft unterordnet, muß jeder für sich selbst entscheiden. Bezogen auf die Sexualität ist die heutige Zeit ja sehr viel freier geworden. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass man dem/dem jeweiligem/jeweiligen Sexualpartner/n die eigene Lebensphilosophie und Wünsche von Anfang an offen und ehrlich kommuniziert. Dann weiß jeder woran er ist und kann für sich selbst entscheiden, ob er eine, wie auch immer geartete Beziehung mit dem anderen eingehen möchte.

T~r#oixlus


@ sinnestäter

Ist es dann nicht vollkommen egal, ob er diese Zeit jedesmal mit derselben Liebe, oder, immer im Wechsel, mit zwei, drei, egal wie vielen verbringt?

So einfach wie in der Theorie scheint das aber in der Praxis nicht zu sein.

Ich habe eine lesbische Bekannte, Ende 40, heute monogam lebend, die in ihren Sturm-und-Drang-Jahren die Polyamorie im großen Stil gepflegt hat, lange Zeit mindestens 2 Patnerinnen gleichzeitig, die ihrerseits auch alle mindestens eine weitere Partnerin hatten. Sie sagt rückblickend, es war eine wunderbare Zeit, emotionale Probleme und Besitzansprüche waren überhaupt kein Problem, aber auf Dauer war es nicht durchzuhalten. Solche Sachen: mit wem verbringe ich Ostern, mit wem Pfingsten, mit wem Weihnachten? Ich muss meinen Urlaub in einem Stück nehmen – wer kommt dieses Jahr mit? A hat einen runden Geburtstag, B liegt mit gebrochenem Bein im Krankenhaus – was ist wichtiger? Dass man nebenbei dem besten Kumpel noch beim Umzug hilft, lässt sich kaum einrichten Leute, die sich so eine Beziehungsform vorstellen können, sind nicht dicht gesät, die wohnen nicht alle um die Ecke, d. h., es sind meistens Fernbeziehungen, man ist jedes Wochenende unterwegs.

Auf die Dauer ist das Liebesleben dann kein Teil des Lebens mehr, keine Ergänzung, sondern es dominiert den ganzen Rest, man rennt den ganzen Tag mit dem beruflichen Terminplaner herum, und abends nimmt man den privaten zur Hand. Kaum eine Aktivität ist mehr spontan, alles muss geplant und mit mehreren Partnern abgewogen, ausgehandelt werden. Man traut sich nicht mehr, an sich selbst zu denken, weil man dann meint, die Partner zu vernachlässigen, usw.

Nach etlichen Jahren haben sie das Handtuch geworfen, und ihr Beziehungsnetzwerk einvernehmlich entflochten, ohne viel Tränen und Geschrei, alle waren einfach erschöpft. Sie sind alle noch befreundet, machen einmal jährlich eine Art "Klassentreffen", sind der Meinung, es war ein interessantes Experiment, bei dem alle viel gelernt haben, etwas, das für eine gewisse Zeit durchaus grandios war, aber nichts, das für ein ganzes Leben als Konzept taugt.

Solchen Erfahrungsberichten traue ich eher als der schönen Theorie.

S3iqnnes_tätexr


Solchen Erfahrungsberichten traue ich eher als der schönen Theorie.

Da hast du auch ganz recht ;-)

Bedenke dabei aber, daß es Menschen gibt, die eher dazu tendieren ihre Freizeit zu planen, und sich eher in die Planungen von anderen involvieren zu lassen - und daß sich Gleich und Gleich gerne gesellt.

Ich für mich sähe in der "Freizeitplanung" oder dem daraus resultierenden Zeitmangel überhaupt kein Problem, weil ich meine Freizeit nicht plane, sondern alles nach aktueller Laune und Verfassung entscheide. Ich habe z.B. kein Problem damit, den Besuch einer runden Geburtstagsparty 5 Minuten vorher abzusagen, und genausowenig hätte ich ein Problem, wenn mir abgesagt wird.

Freizeitstreß hat man nur so viel, wie man sich selbst macht (bzw. machen läßt).

e5i9choernnc?hexn


Nun habe ich hier nachgelesen. Troilus brachte "die Zeit" in das Gespraech.

Die Zeit ist unser aller Leben. Sagt mir jemand, er habe keine Zeit, uebersetze ich es, er/sie moechte gerade im Moment seine "Lebenszeit" mit etwas fuer ihn/sie wichtigeren ausnutzen, als zu etwas anderen. Die Worte: ich habe keine Zeit, sind schlicht gelogen. Denn man wird immer die Zeit haben mit den Dingen oder Menschen zu verbringen, die im Augenblick wichtig und schoen fuer einen selbst sind.

Ganz, ganz selten benutze ich diesen Satz. Und wenn ich hundert "Lieben " haette, wuerde ich mir nur meine Lebenszeit nehmen fuer diese " eine Liebe" zu der es mich gerade hinzieht.

Somit stimme ich Sinnestaeter zu, die "Zeit" spielt keine Rolle, so wie wir sie uebersetzen und verstehen.

Siinnes@täte,r


Die Worte: ich habe keine Zeit, sind schlicht gelogen.

:)z

Ich bin auch immer ziemlich befremdet, wenn ich diese Phrase höre. Meistens wird sie noch kombiniert mit einem "Mir armem Menschen wird die Zeit gestohlen"-Gesichtsausdruck, und trifft auf viel Verständnis (witzigerweise mehr Verständnis als das ehrlichere "Ich habe gerade keine Lust"), denn irgendwie scheint jeder zu fühlen, daß ihm die Zeit gestohlen wird.

Daß es aber, sobald wir mal volljährig sind, zum größten Teil unsere eigenen Entscheidungen sind, wie, mit wem, und mit was wir unsere Zeit verbringen, das wird gerne mal unter den Teppich gekehrt. Alle Zeit, die uns nach Erledigung des Lebensnotwendigem übrigbleibt, ist Zeit zu unserer freien Verfügung, diese Zeit kann man gar nicht "nicht-haben".

wTillg]esundxsein


@ Alle

Das ist bei weitem eine derbeten Diskussionen im ganzen Forum bisher! Vielen Dank für die vielfältigen Denkansätze! Ich geb mal eine Zusammenfassung und dazu meine Meinung mit in den Topf:

Monogamie oder Polygamie sind nicht angeboren, sie sind aus verschiedenen Vorteilen entstanden, quasi kulturell anerzogen.

Jedem Mensch soll leben, wie es ihn (wirklich) glücklich macht (und hier werfe ich die anmaßende These in den Raum, dass das viele nicht machen).

Polygamie ist gut möglich, wenn es AUF EHRLICHKEIT basiert (dem höchsten Gut der Menschen!). Es mangelt nicht an Zeit, höchstens an Oganisation oder Umständen.

Was ich allerdings ein bisschen anders sehe als die meisten hier ist folgendes:

Die Gene wollen sich vermehren und wecken in uns Lust auf viele Menschen. Das ist so und wirkt auch immer noch in uns, auch wenn wir Verhüten und Sex heute nur noch sehr selten der Fortpflanzung dient. Außerdem sind wir heutzutage so vielen sexuellen Reizen ausgesetzt wie nie zuvor. Es ist auch so einfach wie nie zuvor, weite Entfernungen zu überwinden um mehrere Sexualpartner prallel zu haben, die sich nicht treffen können. Außerdem haben wir (wenn wir uns klug anstellen) recht viel Freizeit, in der wir uns nach Belieben sexuell austoben können, da es das Angebot überall gibt.

Und aus all diesen Gründen wird das auch gemacht.

Und obwohl ich gegen Polygamie ansich nichts habe und mir vorstellen kann, dass es gewisse Bedürfnisse im Menschen befriedigen kann und somit zum insgesamten persönlichen Wohlergehen beiträgt, denke ich, dass man

in einer langen, monogamen Beziehung, in der man seine Sexualität und die damit verbundene Intimität nur mit einem Menschen teilt, sehr viel mehr glücklich werden kann. Der Verzicht auf andere Sexualpartner wird natürlich durch die Liebe zum Partner erleichtert, aber er bekräftigt diese auch rückwirkend.

Wichtig dabei ist aber, dass diese verschiedenen Modelle auch altersabhängig sind oder eher von der persönlichen Reife und damit verbundenen Bereitschaft, sich ganz auf freiwilliger Basis und als "Extra an Lebensqualität" auf einen Menschen einzulassen.

Man kann mehrere Menschen lieben (platonisch und physisch) und damit glücklich werden, aber nicht so sehr, wie mit EINEM Menschen, zu dem man sich ausnahmlos bekennt. Diesen Menschen zu finden ist sehr schwer und weil die meisten nicht bereit sind, Zeit und Energie zu opfern, die sie für sich selber wollen, geht man Kompromisse ein und teilt seine Liebe auf, meistens ohne dass der Partner davon weiß...

Und auch wenn man nicht DEN PERFEKTEN Menschen gefunden hat kann man sich doch mit seinem Partner entwickeln. Denn den perfekten Partner gibt es einfach nicht, es wird einem immer etwas fehlen!

slensi~beKlmWan


oh mann manchmal frag ich mich, ob jeder hier nur den LETZTEn Beitrag liest, also nochmal:

de.wikipedia.org/wiki/Mosuo

Interessant finde ich dort diese Aussage:

Trotz dieser Erlaubnis zur "freien Liebe" kann aber von Promiskuität keine Rede sein. Nur wenige Frauen haben zur selben Zeit mehr als einen "Geliebten", und meistens halten die Beziehungen jahrelang – mitunter sogar ein Leben lang

wpill}gesun8dsexin


Ich hab den auch gelesen und finde es total stimmig. In einer (noch) funktionierenden Gesellschaft haben sie Menschen nicht das bedürfnis, überall rumzuvögeln, weil sie anderen dinge haben, die sie glücklich machen. Und diejenigen, die es trotzdem bruachen/wollen können es ja machen.

Sexuelle Befriedigung als Ersatz für sonstige fehlende Inhalte?

A*mitxa


Man kann mehrere Menschen lieben (platonisch und physisch) und damit glücklich werden, aber nicht so sehr, wie mit EINEM Menschen, zu dem man sich ausnahmlos bekennt.

Woher weisst du das?

Und obwohl ich gegen Polygamie ansich nichts habe und mir vorstellen kann, dass es gewisse Bedürfnisse im Menschen befriedigen kann und somit zum insgesamten persönlichen Wohlergehen beiträgt, denke ich, dass man

in einer langen, monogamen Beziehung, in der man seine Sexualität und die damit verbundene Intimität nur mit einem Menschen teilt, sehr viel mehr glücklich werden kann.

Warum?

wUillcgestu8ndsBeixn


@ Amita

Ich weiß es nicht. Ich kann nicht aus Erfahrungen sprechen, aber ich denke mir das so.

Der Mensch ist nicht nur in seiner Zeit beschränkt, sondern auch in seiner "Energie/Interessen", in seinem "Sein" insgesamt. Und je mehr er diese auf mehrere Menschen verteilt, bleibt immer weniger für den einzelnen.

Bildlich: Der Mensch ist ein Schachfeld. Man kann auf die Felder andere Menschen, Hobbys, Beruf usw... verteilen, aber wenn das Feld voll ist, ist Schluss. Und die meisten Menschen können ihr Schachfeld nicht mal ansatzweise ausfüllen, weil sie erstens nicht wissen, was sie wollen und außerdem nicht gelernt haben, den eigenen Interessen nachzugehen oder sie haben Angst davor. Natürlich ist da die Variabilität sehr groß, aber sie ist begrenzt.

Und aus Erfahrung kann ich sagen, dass es nichts schöneres gibt, als einen Menschnen richtig gut zu kennen und sich mit ihm zu verbinden! Und mit jeh mehr Menschen man das haben möchte, umso geringer wird die Intensität...

AHmita


Nun, ich habe mal eine Situation erlebt, in der es ansatzweise zu einer Dreierkonstellation gekommen ist (kein 3er ONS oder sowas). Und ich habe es mehr so erlebt, dass sich die Gefühle und das Umsorgen und das ganze "Beziehungs-Drumherum", also die "Arbeit/Energie", die man reinsteckt nicht vermehrt hat, weil jeder ja von 2 Menschen die Aufmerksamkeit und Gefühle und Zuneigung und Kümmern etc bekam und es so nur halb so viel "Arbeit" war.. So war es wieder ausgeglichen. Und so einfach "in jeden Partner nur die Hälfte investiert" kann man es auch nicht sehen.. denn vieles macht und erlebt man ja auch zu dritt.. und dabei investiert man nur ein mal, bekommt aber doppelt..

Wie gesagt, das war jetzt nichts über Jahre andauerndes (schade eigentlich), aber ich denke, man sollte das nicht so... eindimensional... betrachten. Ich bin jedenfalls nachdenklich gestimmt.

w.illgesunxdsein


Ja, das klingt gut. Aber wie du auch schreibst war es nichts langes (ich kenne ja die Gründe nicht, kann also gar nichts dazu schreiben...)

Mir ist noch was anderes eingefallen: In einem Beitrag ein paar Seiten vorher schrieb jemand, dass Eifersucht nichts mit Liebe zu tun hat. Ich denke, dass ist eine total komische Einstellung, die in den letzten Jahrzehnten entstanden ist, um freie Liebe als das höchste zu rechtfertigen, bei der Eifersucht keinen Platz hat (was tatsächlich so ist!). Meiner Meinung nach wird da aber übersehen, dass der Mensch nun mal sein ganzes Leben lang auf der Suche nach einer Vereinigung ist, die ihm das Gefühl der Verbindung mit "dem großen Ganzen" (wie es immer wieder gesagt wird) gibt. Nichts ist dem Menschen (wenn bei vielen auch unterbewusst) mehr wert und nichts fürchtet er, zu verlieren, wenn er es einmal hat. Und auch wenn er es nicht kennt, ist unterbewusst das Streben nach diesem "Seelenheil", das alle Differenzen zwischen dem eingenen Sein und dem Rest der Welt auflöst, immer vorhanden.

Ich finde also, dass Eifersucht etwas total normales ist, weil man aus Liebe und Bedürftigkeit (ja, jeder Mensch, der sich auf einen anderen Menschen so wirklich einlässt, ist jeh nach Grad der eigenen Psychischen Entwicklung) auch ein bisschen abhängig von diesem und in Folge eines drohenden Verlusts eifersüchtig.

Auch in eine Zweierbeziehung kann immerein dritter stoßen, weil man ja mit anderen Menschen zusammen in einer Welt lebt, aber die Konstellation der Dreier- oder noch mehr Personenbeziehung macht es sehr wahrscheinlich, dass sich nach einer (vielleicht sogar längeren Zeit erst) eindeutige Tendenzen ergeben und sich einer der Drei weniger geliebt fühlt und sich dann langsam löst.

Nur, wenn alle Menschen die in dieser Beziehung stehen sich gleichtwertig geliebt fühlen kann das klappen. Dann kommen aber auch die Menschen aus dem Umfeld dazu die man kennenlernt. Niemand kann behaupten, den perfekten Partner gefunden zu haben, weil man nicht alle Menschen kennen gelernt hat. Das ist auch nicht schlimm, weil es im Leben eben nicht um diese eine Person geht, sonst wären wir alle unzfrieden (was ja leider auf die meisten Menschen zutrifft). Aber man kann jeden Tag jemanden treffen, den man besser findet als den aktuellen Partner und schon hat man ein Problem. Und mit jeh mehr Leuten man sich einlässt, desto größer wird die Wahscheinlichkeit, dass man zwar immer "bessere" Partner trifft, aber niemals bei einem blieben wird.

Natürlich heißt das nicht, dass man am besten gleich mit seiner Jugendliebe das Leben verbringen sollte, dann erlebt man ja nichts und wird wahrscheinlich immer das Gefühl haben, etwas verpasst zu haben. Aber Polygamie ist sicherlich nicht der richtige Weg, um langfristig glücklich zu werden und sich wirklich geliebt zu fühlen.

Der Mensch ist kein Tier mehr, er ist aus der "normalen" Säugetierkette herausgenommen worden. Und die Natur (zu der auch die Menschliche Psyche gehört!) hat es sich schlau eingerichtet, dass man sich wohl fühlt, wenn man einen festen Punkt im Leben hat, zu dem man immer zurück kann und das ist meiner Meinung nach der Partner, den man auch nicht teilen muss/ möchte! :)^

A]mitxa


Aber Polygamie ist sicherlich nicht der richtige Weg, um langfristig glücklich zu werden und sich wirklich geliebt zu fühlen.

Es ist für dich nicht der richtige Weg. Ganz allgemein möchte ich dieser Aussage nicht zustimmen.

Und die Natur (zu der auch die Menschliche Psyche gehört!) hat es sich schlau eingerichtet, dass man sich wohl fühlt, wenn man einen festen Punkt im Leben hat, zu dem man immer zurück kann und das ist meiner Meinung nach der Partner, den man auch nicht teilen muss/ möchte!

..und für manch anderen sind es eben 2 (oder mehr) Partner ;-)

s=ens/ib@elmaxn


Natürlich heißt das nicht, dass man am besten gleich mit seiner Jugendliebe das Leben verbringen sollte, dann erlebt man ja nichts und wird wahrscheinlich immer das Gefühl haben, etwas verpasst zu haben.

:|N Warum sollte man mit seiner Jugendliebe nichts erleben können, warum muss man das Gefühl haben, dass man etwas verpasst hat? Egal was du in deinem Leben machst, du wirst immer was verpassen. Also ist nicht das Problem, etwas zu verpassen, sondern welche Maßstäbe und Vorstellungen Mensch an sein Leben stellt. Und leider kommt es allzu oft dazu, dass Außenstehende glücklich verliebten Jugendlichen einreden (und diese sich davon manipulieren lassen), sie würden etwas verpassen, wenn sie nicht mal verschiedene Partner ausprobieren würden- dabei verlieren sie nicht selten den wahrscheinlich besten Partner/die beste Partnerin ihres Lebens. Man sollte nicht vergessen, dass die besonders beziehungsfähigen Menschen ab einem bestimmten Alter langfristig vergeben sind und die Auswahl mit der Zeit immer schlechter oder schwerer wird. Die sogenannte "Torschlußpanik" ist kein soweit hergeholtes Gefühl sondern entspringt einer realen Situation der statistischen Verschlechterung der Kennenlernbedingungen.

Ich halte es für einen Irrglauben, dass man alles ausprobieren müsse. Menschen haben die besondere Gabe, auch bestimmte Entwicklungen abzuschätzen und vorherzusehen, wenn sie die Konditionen kennen.

Ich muss nicht zwingend an den heißen Ofen fassen, um zu wissen, dass es mir Schmerzen bereiten wird- ich muss es nicht "ausprobieren".

Aber man kann jeden Tag jemanden treffen, den man bin, besser findet als den aktuellen Partner

Wenn ich wirklich tief verliebt bin, taucht diese Situation nicht auf, weil ich dann keine Vergleiche mehr anstelle, meine Gefühle nicht für andere Menschen geöffnet sind.

Ich krame mal wieder das Beispiel des Teddys raus: Kinder haben mitunter einen bestimmten Teddy liebgewonnen. Der kann dreckig sein, das Fell kaputt sein- das Kind liebt diesen Teddy abgöttisch. Die Eltern können dem Kind einen neuen, heilen schöneren Teddy im Schaufenster zeigen- das Kind wird, wenn es seinen Teddy wirklich liebt, kein Bedürfnis haben, dass ihm die Eltern diesen neuen, heilen, schöneren Teddy schenken.

Ich glaube, das Polyamorie solange funktioniert, solange die Liebe eine bestimmte Tiefe nicht erreicht, solange es eher das Gefühl von Begehren, Sympathie, sexuelle Anziehung und Freundschaft ist, was die Beziehung dominiert.

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