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Wann endet die Liebe?

SOpieg^elf/echtSer


@ Hildchen

Liebe – die ja nicht unbedingt etwas mit Sex zu tun haben muss – zeichnet sich ganz besonders dadurch aus, dass man die Gefühle seines Partners/in nicht verletzt, Respekt zeigt, Rücksicht nimmt!

Ganz bestimmt ist es so! Nur dass die ** Gefühle, von denen Du hier sprichst, wohl eher die unbedeutendsten sind. Oder nicht? Übrigens ist auch **Vertrautheit für mich ein wichtiges Gefühl, das zur Liebe gehört.

SSpie%gelfec=hter


Oh, da ist die Formatierung etwas durcheinandergeraten. Aber es ist sicherlich dennoch zu verstehen.

s\hiixa


Auch ich schliesse mich der Meinung von einigen meiner Vorschreibern an, dass die Liebe in gewisser Weise dann erst beginnt, wenn man sich in der Gegenwart des anderen wirklich entspannen kann und nicht jeden Rülpser zwanghaft unterdrücken muss. Aber – und jetzt kommt das grosse Aber: Weder sollte man einfach "schleifen lassen" und munter in der Gegend rumfurzen – und man sollte solch "unmanierliches" Verhalten nicht einfach unentschuldigt lassen.

Mein Partner und ich versuchen seit nunmehr sechs Jahren, derartige "Unappetitlichkeiten" einigermassen im Rahmen zu halten und es wird sich jedes Mal beim anderen entschuldigt, falls ein solches "Malheur" passiert. Wenn er rülpst (was ich nie lautstark tun würde), dann beispielsweise: "Entschuldige bitte, die Cola hat so viel Kohlensäure." Wenn mir ein Lüftchen entweicht (...was hingegen er sich niemals zu Schulden lassen kommen würde, Gott alleine weiss, wie der Mann das macht... ): "Sorry Schatz, ich hab grad extreme Bauchschmerzen."

So lässt sich die Sache einigermassen handhaben.

Für mich endet die Liebe dann, wenn man es ohne grössere Gefühlsregung in Kauf nimmt, dass man den anderen verletzt, bedrängt, stört. Dass es einem einfach "egal" ist.

Und insofern können uneingeschränktes furzen und rülpsen oder ähnliches tatsächlich schon ein Hinweis darauf sein – wenn der Partner also auf dem Sofa sitzt, im dreissig-Sekunden-Takt lautstark Luft entweichen lässt, ohne dabei mit der Wimper zu zucken und ohne dabei auch nur den Ansatz von Scham oder Unbehagen zu zeigen (es vielleicht nicht einmal mehr zu MERKEN, dass sein Verhalten gerade unangebracht ist) – dann befindet sich die Beziehung definitiv in einer von extremen Lieblosigkeit geprägten Phase, welche wieder auf ein anderes, sich durch mehr gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme auszeichnendes Level zu bringen, äusserst schwierig bist praktisch unmöglich sein dürfte.

Für mich ist ein ganz starkes Anzeichen dafür, dass meine Gefühle für den Anderen praktisch vollständig erloschen sind, die mehr oder weniger fast automatische, gedankliche Reaktion auf jede von mir ausgehende, den Partner allenfalls verletzen könnende Handlung: "Komm selber damit klar!"

Wenn ich jemanden liebe und dann beispielsweise während eines Streits eine gewisse Grenze überschreite, oder mich in irgendeiner Form unachtsam verhalten habe, geschieht es normalerweise fast instinktiv, dass ich mich sofort in ihn hinein versetze, mich frage: Was macht das jetzt mit ihm? Und durch diese Identifizierung mit dem Gegenüber folgt dann auch fast zwingendermassen eine Reue über das eigene Verhalten, oder auch ein Bedauern.

Wenn die Liebe erlischt, dann wende ich mich sozusagen absichtlich von diesem Schritt ab – ich entscheide mich bewusst dazu, diesen Schritt der Identifikation nicht zu machen.

Allenfalls ist es dann irgendwann auch so, dass man gar nicht mehr dazu FÄHIG IST, emotional dann eben überhaupt nicht mehr die Möglichkeit dazu hat, diesen Schritt zu machen.

Dann ist die Liebe tot.

Nochmals schnell zu der sich-gehen-lassen-Geschichte:

Ich hatte gerade gestern eine Diskussion mit meiner Schwester über dieses Thema, die mir (relativ begeistert) davon erzählte, dass sie und ihr neuer Freund hemmungslos voreinander p¡nkeln.

Worauf ich ihr gesagt habe, dass es so ist, dass man Intimität auch überstrapazieren könne – und dass sich dies gerade in einer längerfristigen Beziehung dann auch negativ auswirken könne.

Ich habe mich früher immer lustig gemacht über diese Paare, die gesagt haben, dass sie voreinander niemals auf Toilette gehen würden (auch nicht pinkeln, auch nicht nur Türe offen lassen, etc.).

Und tatsächlich kann es ganz am Anfang einer Beziehung, wenn die Gefühle noch ganz frisch, die Verliebtheit noch sehr gross, aber die Vertrautheit noch relativ klein ist, sinnvoll sein, sie durch solche Aktionen eben zu "verstärken", bzw. sich dem anderen gegenüber ohne Hemmungen zu geben und dadurch eben auch eine gewisse Intimität zu schaffen.

Ich halte jedoch eines der grossen "Erfolgsgeheimnisse" für eine längerfristig funktionierende Partnerschaft für jenes, dass man für den Partner in gewisser Weise "mysteriös" bleibt (auch wenn es nur die Illusion ist), dass jeder von beiden noch seine eigenen kleinen Geheimnisse, seine Teile und Nischen hat, die dem anderen nicht gänzlich bekannt sind – und dazu zählen eben auch gerade körperlichen Dinge.

Denn ich würde mal behaupten, dies ist einer der Hauptgründe für das fremdgehen von nicht wenigen Leuten: Irgendwann reizt halt das "Neue", das "Unbekannte", das "Geheimnisvolle" – und den eigenen Partner, den man über die Jahre hinweg in- und auswendig kennen gelernt hat, erscheint einem wie ein längst entschlüsseltes Rätsel.

Eine bestimmte Distanz zum Partner zu wahren, kann darum auch innerhalb einer langjährigen Beziehung durchaus sinnvoll sein. Konkret ist es so, dass ich persönlich ein extrem "ungehemmter" Mensch bin, ich hätte null Probleme damit, vor meinem Partner zu pinkeln; achte aber bewusst darauf, es eben nicht zu tun und dahinter steht die Absicht, damit eine gewisse Art von Atmosphäre zu kreieren, eine Spannung, welcher derjenigen ganz am Anfang einer Beziehung nicht unähnlich ist, und signalisieren soll: Ich empfinde in gewisser Weise immer noch Hemmungen dir gegenüber. ...und damit: Du bist für mich immer noch so spannend und attraktiv, dass ich Angst habe, durch solche Verhaltensweisen deine Gunst zu verlieren und vor allem auch: Was gibt es bei mir hinter diesen Hemmungen wohl noch alles zu entdecken... ? :-x

D;adyeSwja?rn


Vielleicht mit der kleinen Einschränkung, dass das Sich-Gehen-Lassen nicht bedeuten muss/sollte, dass man sich nun gar keine Mühe mehr um den geliebten Partner macht. Man muss nicht IMMER im Schlabberlook zu Hause rumlaufen, sondern darf sich auch mal für den Partner schick machen. Man muss sich nicht immer vor Langeweile mit einem Bier vor die Glotze setzen, sondern darf sich auch mal Gedanken machen, was man mit dem Partner gemeinsam Spannenderes oder Verbindenderes erleben könnte.

Klar, das gehört natürlich dazu. Sonst ist die sexuelle Anziehung natürlich logischerweise bald weg ^^.

Wenn es beginnt, dass man sich zu Hause wie ein Vandale aufführt, wie zu Martin Luthwers zeiten bei Tisch plötzlich rülpst und furzt

Naja da sind schon noch feine Zwischenschritte zwischen man selbst sein und am Tisch Furzen.

Liebe – die ja nicht unbedingt etwas mit Sex zu tun haben muss – zeichnet sich ganz besonders dadurch aus, dass man die Gefühle seines Partners/in nicht verletzt, Respekt zeigt, Rücksicht nimmt!

Ich finde, das Sex durchaus etwas zutun haben muss. Zumindest wenn wir von der erotischen Liebe, der partnerschaftlichen reden.

Beim Respekt und der Rücksicht stimme ich vollkommen zu, es gibt nur eben sehr unterschiedliche Ansichten darüber, was respektvoll/respektlos ist.

L#ov-Hus


sich also total rücksichtslos benimmt, dann sehe ich darin Respektlosigkeit, Missachtung meiner Person.

Ich denke, der Anfang vom Ende der Liebe ist, wenn die Interpretation des Verhaltens des Partners eine negative Färbung bekommt und kein Gespräch (mehr) stattfindet, das zu klären.

Besondere Schwierigkeit macht hier: alles, insbesondere negatives auf sich zu beziehen und dabei eine Goldwaage zu verwenden. Das Erlöschen der Liebe dürfte dann sehr schnell beidseitig sein.

Sicher hilft es in einer Partnerschaft, wenn beide ein ähnliches Verständnis von "Rücksicht und Respekt" haben.

T:roxiluxs


@ shiia

Nochmals schnell zu der sich-gehen-lassen-Geschichte:

Alles, was du schreibst, ist richtig – aber das Gegenteil auch. :-D

Es läuft mal wieder darauf hinaus, dass des einen Uhl des anderen Nachtigall ist, und dass sich die Passenden finden müssen, damit es passt.

Für dich gehört z. B. die Pinkelei wohl eher zu den leidigen körperlichen Unvollkommenheiten und in die selbe Kategorie wie Pupsen, Gähnen oder Rülpsen. Sie nicht heimlich zu prkatizieren ist für dich eher eine Störung der Intimität durch Profanes, auf lange Sicht ein Erotikkiller. Für mich gehört sie eher in den erotischen Bereich, und sich dabei nicht aus dem Wege zu gehen, hat für mich eher etwas Verschwörerisches, das den Alltag erotisiert. Wenn die Partnerin auch im fünften Jahr noch drei Riegel vorlegt, wenn sie mal Pipi muss, während ich mir draußen die Beine vertrete und darauf warte, mir endlich die Zähne putzen zu dürfen, dann würde ich das ganz und gar nicht geheimnisvoll und reizend finden, sondern ziemlich verklemmt und nervig.

Ich halte jedoch eines der grossen "Erfolgsgeheimnisse" für eine längerfristig funktionierende Partnerschaft für jenes, dass man für den Partner in gewisser Weise "mysteriös" bleibt (auch wenn es nur die Illusion ist)

Oft genug dürfte der Partner aber klug und sensibel genug sein, um bald festzustellen, dass es sich eben nur um eine Inszenierung handelt. Nicht: "geheimnisvolle Frau!", sondern: "Alle Achtung, tolles Schauspiel!". Vielleicht macht er ein Weilchen mit Spaß an der Sache mit, nach dem Motto: "Na ja, wenn du das so toll findest, dann tue ich dir zuliebe mal so, als ob ich das wahnsinnig geheimnisvoll finde." Er betrachtet dann die Inszenierung als solche mit Ironie (was schon mal gar nicht gut ist, denn Ironie ist zwar eine feine Sache, aber ein Aphrodisiakum ist sie keinesfalls), und irgendwann ist es für ihn ein langweiliges taktisches Spielchen ("Ah, Madame macht sich mal wieder rar :-/ ").

Wir beide würden also z. B. kaum auf einen grünen Zweig kommen, denn deine gut gemeinten Beziehungsförderungsmaßnahmen würde ich wohl auf Dauer als Verklemmtheit und unreife Versteckspielchen missverstehen.

Und du würdest dich langweilen, "um meine Gunst fürchten" (welch ein Wort! :-o ) oder mich für nachlässig oder beliebig in der Auswahl halten, weil ich meine Partnerin auch im schlimmsten Schlabberlook oder auf der Kloschüssel knusprig finden kann und mir die kleinen alltäglichen Unpässlichkeiten eher das Herz wärmen und die körperliche Intimität, das "animalische" Moment fördern, statt sie zu stören.

Irgendwie Recht haben wir sicher beide, aber passen würde es trotzdem nicht. @:)

Wo bei dem Einen die Liebe endet, fängt sie beim Anderen erst richtig an. Mögen sich immer die Richtigen finden. Amen. o:)

D-eogrBatixas


*Wann endet die Liebe?*

*

Wenn der gegenseitige Respekt nicht mehr da ist.

*

Wenn eine neue Liebe anderswo beginnt.

*

Wenn dieser Spruch nicht mehr gilt:

Wenn dich Gott so lang ließ leben

Bis Mühlensteine trügen Reben

Und bis dieselben trügen Wein

Sollst allzeit meine Liebste sein!

*

.....jaja....der Mühlstein....

T}roiVlus


Sachliche Romanze

Als sie einander acht Jahre kannten

(und man darf sagen: sie kannten sich gut),

kam ihre Liebe plötzlich abhanden.

Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,

versuchten Küsse, als ob nichts sei,

und sahen sich an und wußten nicht weiter.

Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.

Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.

Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier

und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.

Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Café am Ort

und rührten in ihren Tassen.

Am Abend saßen sie immer noch dort.

Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort

und konnten es einfach nicht fassen.

Tdroi6lxus


Erich Kästner

DMeo7gratxias


Ein Pöt – der Erich K. :)z

*

K´s Zeilen stimmen mich jetzt nachdenklich . . . ":/

adfbri


Wenn ich Frau nicht mehr anfassen mag, mir ihre Stimme auf den Geist geht, ich den Sex nur noch zum Abspritzen brauche, wir nur noch aus Gewohnheit zusammen etwas unternehmen (Weihnachten bei den Eltern z.B.) oder es einfach keine Freude mehr hervorruft, den anderen zu sehen: dann ist die Liebe sicherlich vorbei. Auf zu neuen Ufern.

Aber wenn ich auch in schwierigen Momenten zu ihr stehen kann, nach der OP die Nierenschale zum Kotzen hinhalten beispielsweise, oder ihr die vergessenen Brote ins Büro nachliefern, dann besteht noch Hoffnung. Ob ich ihr beim Kacken zusehen "darf", oder sie mir beim Schneiden der Fußnägel, das ist mal herzlich egal. In einer vertrauten Umgebung mit dem geliebten Partner sollte nichts peinlich sein müssen. Das hat nichts mit Respekt oder dergleichen zu tun, sondern schlicht mit Alltag. Menschen, die zusammen leben, erleben sich auch in allen Situationen. Respekt sollte selbstverständlich immer dabei sein, wie jedem anderen Menschen gegenüber auch.

Ich denke, der Anfang vom Ende der Liebe ist, wenn die Interpretation des Verhaltens des Partners eine negative Färbung bekommt und kein Gespräch (mehr) stattfindet, das zu klären.

Besondere Schwierigkeit macht hier: alles, insbesondere negatives auf sich zu beziehen und dabei eine Goldwaage zu verwenden. Das Erlöschen der Liebe dürfte dann sehr schnell beidseitig sein.

Sicher hilft es in einer Partnerschaft, wenn beide ein ähnliches Verständnis von "Rücksicht und Respekt" haben.

Wahre Worte, das Gespräch insbesondere darf niemals einschlafen, sonst ist alles vorbei.

Ich finde, das Sex durchaus etwas zutun haben muss. Zumindest wenn wir von der erotischen Liebe, der partnerschaftlichen reden.

So ist es. Die Freundschaft unterscheidet sich von der Liebe dadurch, dass man das Gegenüber anfassen und liebkosen will. Sex muss nicht sein, aber anfassen ist dabei wichtig. Wer sich nicht anfassen lassen mag oder selbst nicht anfasst, liebt auch nicht sondern hat "nur" freundschaftliche Gefühle.

Es gibt eine Menge Leute, denen ich freundschaftlich zugeneigt bin, aber nur zwei, die ich anfassen/liebkosen/küssen möchte. Eine davon ist meine Frau und die andere weiß das zumindest. Selbstverständlich habe ich das unter Kontrolle o:) Im Ernst: Körperlichkeit macht den Unterschied. Wenn ich mich nicht mehr durchringen kann, das Gegenüber zu berühren, ist von Liebe keine Rede mehr. "Gehenlassen" kann auch ein Signal sein...

LOovxHus


Wenn die Partnerin auch im fünften Jahr noch drei Riegel vorlegt

:)^ ;-D . Ich weiß gar nicht mehr, wann das mit dem Riegel bei uns aufgehört hat :-/ . Könnte aber länger als 5 Jahre gewesen sein.

L+ovHxus


kam ihre Liebe plötzlich abhanden.

Diesen Satz habe ich Kästner nie abgenommen.

T<roiTluxs


Diesen Satz habe ich Kästner nie abgenommen.

Objektiv magst du recht haben, aber subjektiv fühlt es sich sicherlich oft so an. Es kommt der Moment, da bricht plötzlich alles durch, was man bisher aus Angst verdrängt oder schöngeredet oder immer wieder aufgeschoben hat, weil es einfach nicht sein durfte, und dann sitzt man so da, wie diese beiden. Es fühlt sich so an, als sei die Liebe plötzlich abhanden gekommen. Dass es nicht so war, stellt man vielleicht später allmählich fest. Ich finde das Gedicht sehr schön und ergreifend (auch wenn's ein wenig holpert) und meine, dass es das subjektive Empfinden in diesem entscheidenden Augenblick sehr gut trifft. Man kann es einfach nicht fassen.

T.roilxus


@ afri

So ist es. Die Freundschaft unterscheidet sich von der Liebe dadurch, dass man das Gegenüber anfassen und liebkosen will. Sex muss nicht sein, aber anfassen ist dabei wichtig. Wer sich nicht anfassen lassen mag oder selbst nicht anfasst, liebt auch nicht sondern hat "nur" freundschaftliche Gefühle.

Mit diesen strengen Trennungen und Kategorien habe ich auch so meine Probleme. Ich habe durchaus zuweilen das Bedürfnis, eine guten männlichen Freund mal in die Arme zu nehmen, also anzufassen (ohne ihn gleich zu liebkosen), entweder weil ich ihn ewig lange nicht gesehen habe, oder weil er gerade schwer am Boden ist. Ich habe platonische Freundinnen, bei denen irgendwo in der Tiefe durchaus eine erotische Unterströmung da ist, teils einseitig, teils gegenseitig, ohne dass da jemals etwas draus werden wird. Schön ist es trotzdem, und wir fassen uns auch gern mal an. Aber das ist nicht mit sexuellen Gefühlen verbunden, aber mit warmen, zärtlichen, liebevollen. Wo da nun genau die Grenze zum Erotischen liegt, soll mir mal einer erklären. Man kann auch mal nach einer langen durchzechten oder durchquatschten Nacht neben einer platonischen Freundin aufwachen, ohne dass nun gleich eine Liebesbeziehung draus werden muss oder die Freundshaft sofort am Ende ist. Kann alles weitergehen wie vorher, ohne dass man ein zweites Mal mit einander schläft. Muss man auch gar nicht weiter drüber reden, ist einfach klar. Habe vor fast 20 Jahren einer Frau erfolglos den Hof gemacht. Ging schief, war etwas traurig, wir sind einander erst einmal für ein Jahr aus dem Weg gegangen – ändert nichts daran, dass wir seit 18 Jahren die denkbar dicksten Freunde sind, die sich hin und wieder auch gern anfassen, ohne dass dabei sexuelle Regungen aufkommen. Und dann höre und lese ich, dass eine sexuelle Zurückweisung immer zu totalem Beziehungsabbruch führen muss, dass sonst nur Stalking in Frage kommt. Blödsinn, es gibt genug Menschen, die das auseinanderhalten und einen Schritt zurück machen können, ohne dass gleich alles in Trümmer fällt, was sie vorher verbunden hat. Männer und Frauen können nicht einfach nur Freunde sein? Doch, können sie! Sie können es sogar, wenn sie sich einer erotischen Komponente sehr wohl bewusst sind.

All diese Theorien: von wegen Liebe ist immer erotisch und sexuell exklusiv und nur dann gut, wenn vor Ekstase das Dach davonfliegt, und Freundschaft muss immer total asexuell und rein platonisch sein, sonst geht die Freundschaft kaputt, entsprechen, vorsichtig formuliert, nicht unbedingt meiner Erfahrung. Ich finde, das fließt alles ineinander, die Grenzen sind unscharf. Kaum jemand kann für sich selbst definieren, wo Freundschaft endet und Liebe anfängt. Die Definition von Liebe als Freundschaft + Sex (die du ja letztlich nahelegst) finde ich nicht sehr überzeugend. Wie hier schon jemand schrieb (Sidney?): Es gibt Liebe mit Sex, Liebe ohne Sex und Sex ohne Liebe. Und es gibt auch Freudschaft mit Sex und ("normalerweise") Freundschaft ohne Sex.

Ich finde, Menschen, die einander in Sympathie begegnen, sollten aus den Gefühlen für einander ganz entspannt das jeweils Angemessene machen, anstatt an irgendwelchen Formeln zu kleben, die bestimmen, was nun "nur" Freundschaft oder "schon" Liebe ist, wo Sex "erlaubt" und wo er "verboten" ist, ob gewisse Zärtlichkeiten noch freundschaftlich oder schon erotisch sind. Was sollen diese akademischen Diskussionen?

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