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Seit 3 Jahren keine Lust mehr auf Sex

K?ylaiQnn hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin 25 Jahre alt, lebe seit 8 Jahren glücklich in einer Beziehung und habe keine Lust mehr auf Sex. Früher wollte ich ständig, 3x am Tag und mehr. Nun ging das aber vor ca. 3 Jahren rapide bergab und seitdem habe ich nur noch extrem selten bis gar keine Lust mehr auf Sex. Meinen Freund wie auch andere Menschen finde ich nach wie vor attaktiv und an kuscheln, massieren, streicheln habe ich auch nach wie vor Interesse, nur eben an Sex nicht mehr.

Ich vermisse es auch nicht wirklich. Nur leidet mein Freund sehr darunter. Wir haben zwischenzeitlich ne andere Lösung für ihn gefunden, aber auf Dauer kann es das ja auch nicht sein... zumal ich schon gerne wieder Spass dran hätte. Und einfach mitmachen ohne Spass.. das ist für uns beide keine Option.

Was ich, denke ich, ausschliessen kann:

- Dass es an der Beziehung liegt. Ich habe auch kein Verlangen nach Sex mit anderen Männern oder Frauen.. (früher hatte ich das schon!)

- Dass es nur vorübergehend ist (3 Jahre ist nicht nur vorübergehend)

- Dass es an Schmerzen liegt. Ich hatte selten Schmerzen beim Sex und dann meist aus Unachtsamkeit.

- Dass es an der Pille liegt. Die nehme ich schon seit Monaten nicht mehr, weil die Pille auch Unlust hervorrufen kann und weil ich sie bei der seltenen Frequenz eh nicht brauche

Weitere Hinweise, die evtl von Belang sein könnten:

- Ich habe eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung (Borderline).. die ist aber mehr für häufig wechselnde Sexualpartner als für Unlust bekannt

- Ich habe schon viele Sachen ausprobiert, war auch immer offen für Vieles.. aber auch das hat sich in den letzten Jahren sehr verändert

- Ich befriedige mich nach wie vor selbst, allerdings hat das dann wenig zeremonielles oder so.. ist dann eine ziemlich fixe Sache, quasi mehr so zum Stress abbauen. Schwer zu erklären.

Ich hoffe, es kann wer was damit anfangen und ich bekomme hilfreiche Tipps in welche Richtung ich noch weiter forschen könnte...

Vielen Dank schonmal vorab!

Kylinn

PS: Falls ich das falsche Forum erwischt habe, bitte verschieben... bin mir etwas unsicher wegen dem Thema in Zusammenhang mit Borderline... Danke.

Antworten
d&arkw3atxer


Ich habe einige solche Fälle im Bekanntenkreis..

Mal ist der Mann in deiner Lage, aber meistens ist es die Frau.

Für den jeweils anderen Part ist das sehr zermürbend, kratzt am Ego und ich glaube, dass das langfristig auch zur Trennung führen kann, wenn ma nicht "auf einen Nenner" kommt..

Wie ist euer Verhältnis denn sonst?

Habt ihr gemeinsame Interessen? Habt ihr noch "eigene Privatleben"?

Wie waren die letzten Male, als noch was lief?

Vielleicht liebst du deinen Freund noch als Mensch, aber nicht mehr als Partner..

K~ylinwn


Unser Verhältnis sonst ist super. Wir machen gerne was zusammen (und nicht nur aus Gewohnheit), machen aber oft auch jeder mal was für sich, eigenen Hobbies nachgehen. Entdecken auch neue Dinge zusammen. Haben gemeinsame Freunde, aber auch welche, wo jeder von uns nur was mit "seinen" Leuten macht". Wir sind gerne zusammen, freuen uns, wenn wir uns abends sehen und in den Arm nehmen können, vom Tag erzählen, kuscheln, lachen, zusammen kochen..

Die letzten Male waren sehr gestelzt... naja.. ich hab mich halt drauf eingelassen und es hat dann schon ein wenig Spass gemacht (schwer zu erklären... mehr Spass als nicht-Spass, aber Spass würde ich es trotzdem nicht nennen ;-), aber von mir geht keine Initiative aus, es sei denn er jammert schon wieder seit Wochen... aber wie gesagt, haben wir dafür jetzt erstmal eine andere Lösung gefunden, mit der wir beide leben können. Mir liegt ja auch was dran, dass es ihm gut geht, und das ist ohne Sex nunmal absolut nicht der Fall. Ich weiss, dass es an seinem Ego kratzt und zermürbend ist, deshalb ja auch die aktuelle Lösung bis ich eine Lösung für mein Problem gefunden habe.

Wie gesagt, wenn es um die Beziehung ginge ("Vielleicht liebst du deinen Freund noch als Mensch, aber nicht mehr als Partner..") dann hätte ich ja wenigstens sexuelles Interesse an anderen Menschen. Habe ich aber nicht. Und das war vor dieser Unlust sehr untypisch für mich. Früher hatte ich Lust+Interesse an vielen Menschen ;-)

aqfrxi


Riecht er schlecht für dich? Ernst gemeint, kannst du ihn eventuell nicht mehr riechen beim Sex? Wäre ein Ansatz. Du machst gern was mit oder ohne ihn, alles ist schön, aber der Geruch stimmt nicht (mehr)?

Die aktuelle Lösung kann vielleicht helfen, aber eine Dauerlösung ist es nicht, sonst würdest du hier nicht schreiben. Kommst du damit auf Dauer zurecht? Ich vermute, nein. Wenn das so sein sollte: Trennung zumindest in Betracht ziehen.

Eins noch, nach Absetzen der Pille kann es mehr als ein Jahr dauern, bis sich die Libido normalisiert, bitte auch dies beachten und möglicherweise noch etwas Geduld aufbringen.

Koylinxn


Doch, ich kann ihn schon noch riechen ;-) Bis auf den Nikotingeruch (er raucht wieder, aber das war früher auch kein Problem) mag ich seinen Geruch. Er ist der einzige Mensch, von dem ich ausgeatmete Luft riechen kann (mag).

Die aktuelle Lösung ist sicher keine Dauerlösung, aber um rauszufinden, was mit mir los ist, brauche ich einfach mehr Zeit. Und ihn solange "verhungern lassen" kann ich auch nicht. Genausowenig will ich mich zum Sex zwingen, wenn es mir keinen Spass macht. Es können eben viele Faktoren eine Rolle spielen und durch die Borderline PS wird es ja noch komplizierter. Ich möchte mir nun einen neuen Frauenarzt suchen und evtl einen Hormontest oder sowas machen (mein bisheriger sagt immer nur, dass es an der Beziehung liegt...).

Ich suche hier also nach Wegen, die ich noch ausprobieren kann, um die Ursache herauszufinden, oder zumindest zu beseitigen. Denn mir hat Sex ja früher sehr viel Spass gemacht, ca. 3-4 Jahre hatten wir gerne, viel und guten Sex. Und ich will mich einfach nicht damit abfinden, dass das jetzt so und nicht zu ändern ist!

An diese Wege habe ich bisher gedacht:

- Pille absetzen (habe ich seit einigen Monaten)

- Hormontest

- Psychotherapie

Kennt jemand noch weitere Dinge, die ich versuchen kann?

DYocFreMit_ag


An diese Wege habe ich bisher gedacht:

- Pille absetzen (habe ich seit einigen Monaten)

- Hormontest

- Psychotherapie

Kennt jemand noch weitere Dinge, die ich versuchen kann?

- Paarberatung bei einem Sexualtherapeuten

(nicht weil ich Sie in eine Schublade "Beziehungsproblem" stecken will, sondern es geht ja um Lust in der Partnerschaft. Zum Sex gehören nunmal zwei, und Sie sind beide betroffen. Eine allgemeine Psychotherapie bzw. ein Psychotherapeut der nicht speziell in einer Sexualberatung/Sexualtherapie qualifiziert ist, nützt hier eher nicht.)

- Nehmen Sie sonst noch Medikamente?

Kzylixnn


Die allgemeine Psychotherapie soll mehr abklären, ob es einen Zusammenhang mit der Borderline PS geben könnte. Das wäre dann schon ein Thema für mich und nicht für eine Paartherapie.

Da eine Paarberatung sehr, sehr teuer ist, möchte ich das gerne als letzte Möglichkeit nutzen.

Bis auf Schilddrüsenhormone nehme ich keine Medikamente regelmässig (ab und zu ein Aspirin). Habe allerdings in der Vergangenheit jahrelang verschiedenste Psychopharmaka und Schlafmittel genommen. Seit Ende 2007 jedoch nicht mehr.

Djo)cFrexitag


@ Kylinn:

Eine PaarTHERAPIE ist teuer. Davon rede ich aber noch gar nicht. Wer weiß denn schon, ob Sie die überhaupt brauchen. Eine Paarberatung in dem Sinne, dass Sie als Paar einen Dritten zu Rate ziehen, kann manchmal eine einzige Sitzung, manchmal einige wenige Sitzungen umfassen, um sozusagen einen Anschubser zu bekommen. Je nachdem, wo Sie wohnen, können Sie solche Beratungen sogar kostenlos erhalten, z.B. bei Beratungsstellen von Pro Familia oder ähnlichen, oder ganz vereinzelt auch in Sexualmedizinischen Ambulanzen (wie: [[http://www.sexualmedizin.charite.de/ambulanz/]] ).

Die Borderlinestörung allein erklärt das Verschwinden der Lust wohl nicht (die BPS bestand ja auch schon vor 3-4 Jahren, als Sie noch guten Sex hatten), wie es überhaupt in aller Regel nicht eine einzige Ursache gibt, schon deshalb nicht, weil körperliches, psychisches, partnerschaftliches und lebenssituatives Befinden wechselseitig aufeinander einwirken. Wenn Sie selber einschätzen, dass die BPS das vorrangige Problem darstellt und behandlungsbedürftig ist, und deshalb eine (Einzel-) Psychotherapie aufnehmen, dann suchen Sie sich möglichst einen Therapeuten, der sich auch mit Ihrer speziellen sexuellen Problematik auskennt – und dazu brauchts in aller Regel eine sexualtherapeutische/sexualmedizinische Zusatzausbildung.

Schilddrüsenhormone können auch eine Ursache sein. Also, falls noch nicht geschehen, lassen Sie auch die Schilddrüsenwerte überprüfen.

A!leo!noxr


- Dass es an der Pille liegt. Die nehme ich schon seit Monaten nicht mehr, weil die Pille auch Unlust hervorrufen kann und weil ich sie bei der seltenen Frequenz eh nicht brauche

Der SHGB Spiegel kann auch nach dem Absetzen der Pille dauerhaft erhöht bleiben. Ein User hat mal berichtet das seine Freundin mit einer Entgiftung recht gute Erfolge erzielt hat, ich find den Faden dazu leider grad nicht.

BSerry%fxina


'Hast du schonmal deinen Hormonspiegel testen lasen?

Kiylinxn


Nein, bisher hab ich noch keinen Hormontest gemacht, weil mein Gynäkologe sowas wohl nicht macht. Er meint, es kann nur an der Pille oder an der Beziehung liegen. Deshalb suche ich mir nun auch einen Neuen, der Hormontests macht und mein Problem wenigstens ernst nimmt.

Allein einen Therapeuten zu finden, der Termine hat ist schon schwer genug. Dann noch einen, der beim Stichwort "Borderline" nicht gleich sagt "nein, danke" ist echte Glückssache. Und dann soll er sich auch noch mit Sexualtherapie auskennen.... ? Ich fürchte das ist ein Ding der Unmöglichkeit, selbst in einer Grossstadt wie Köln.

Pro Familia ist aber eine prima Idee, dort werde ich nächste Woche gleich mal anrufen. Vielen Dank für den Tipp! :)

K9urWt


Es kann immer noch an der Pille liegen, die Du mal (und vermutlich lange Zeit) genommen hast.

Die Wirkung kann sehr lange anhalten ... keine Ahnung wie lange, vielleicht ist kann sich in seltenen Fällen der "Lustkiller-Effekt" ja auch halten ...

Ich würde auf jeden Fall einen Hormonspiegel machen lassen und den FA wechseln auf jeden Fall auch.

WYettesrwesexn


@ Kylinn

Nur leidet mein Freund sehr darunter. Wir haben zwischenzeitlich ne andere Lösung für ihn gefunden, aber auf Dauer kann es das ja auch nicht sein...

Ich habe mit meiner Freundin dasselbe Problem, aber wir haben noch keine (auch keine vorübergehende) Lösung gefunden. Daher würde es mich sehr interessieren, wie eure zwischenzeitliche Lösung aussieht.

Was Dein Problem betrifft: Ich wünsche dir, dass Du es schnell in den Griff bekommst und denke, dass es sicher das Vernünftigste ist, wenn als erstes nach körperlichen Ursachen gesucht wird. Je nach "Befund", muss man dann weiterschauen!

Und noch eins: Ich finde es ganz toll von Dir :)= , dass Du Dich um eine Änderung bemühst. Viele Frauen in Deiner Situation unternehmen nichts gegen ihre Lustlosigkeit und auch, dass der Parnter darunter leidet ist nicht Motivation genug, um die Sache in die Hand zu nehmen.

Liebe Grüße

KHyli/nn


Ich kopiere hier mal einen Beitrag von mir aus einem anderen Thread [[www.med1.de/Forum/Sexualitaet/513573/ Bin ich wirklich sexsüchtig? Oder verlange ich zuviel? *sfz*]]:

Wir haben eine ähnliche Situation. Keine Kinder und sind auch schon etwas länger (6-7 Jahre) zusammen. Die ersten Jahre war alles prima, ich wollte auch (fast) immer Sex, gerne 3x am Tag und an fast jedem Ort. Danach nahm es rasant ab und nun will ich sehr selten bis garnicht mehr. Das ist für meinen Partner natürlich garkeine Option. Und nachdem wir uns jetzt ca. 2-3 Jahre mit wenig Sex (für ihn zu wenig, für mich oft Überwindung) rumgequält haben, musste eine andere Lösung her. Genauer gesagt gleich 2.

1. Ich betreibe Ursachenforschung. Warum habe ich eigentlich keine Lust mehr? Ich habe die Pille abgesetzt und möchte auch einen Hormontest machen sowie evtl Therapie. Ggf noch weitere Dinge versuchen.. dabei werde ich auch prima von meinem Partner unterstützt und nicht alleine gelassen. Schuldzuweisungen "deine Schuld, DU willst ja nicht mehr" oder "die ganze Zeit willst du nur Sex, du bist sexsüchtig" bringen ja niemanden weiter und führen nicht grade zu einer GEMEINSAMEN Lösung des Problems.

2. Er trifft sich jetzt mit Paaren, die glücklich zusammen sind, aber für sie noch zusätzlich einen Mann für Sex suchen. Das ist so abgestimmt zwischen uns und ein gutes Arrangement, da die Frau ja vergeben ist. Ich hab lange dran geknabbert und überlegt und es auch einige Zeit rausgezögert, aber letztendlich liegt mir ja was dran, dass es ihm gut geht und seine Bedürfnisse auch befriedigt werden. Genauso wie ich das ja für mich auch möchte.

Sicher ist 2. nicht was für jedes Paar und für 1. braucht es von Frau überhaupt erst die Einsicht, dass sie ein Problem hat bzw muss es auch als Problem wahrnehmen, wenn es für sie keins ist, ist Ursachenforschung sinnfrei. Und sie muss es eben auch wollen. Frau muss wieder gerne Sex haben wollen. Also das wollen wollen... oder so ;-)

- Beitrag Ende.

Braucht also eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein und Vertrauen von der Frau - viele neigen ja eher zu Eifersucht oder Verlustangst, was es noch schwieriger macht.

K5ylixnn


Neuester Stand der Dinge: Am 23.12. habe ich einen Frauenarzttermin bekommen und werde dort mal ansprechen, ob ein Hormontest gemacht werden kann bzw. was sonst noch in Frage kommt.

Bei Pro Familia habe ich auch angerufen: Der Bedarf übersteigt die Kapazitäten dort bei Weitem, die Wartelisten sind auch geschlossen, dh. in 2-3 Wochen nochmal anrufen und vllt auf die Warteliste kommen. Aber selbst dann dauert es idR. noch ca. 12 Wochen bis es zu einem Erst-Termin kommt. Nunja. Unschön, aber war zu erwarten, dass nicht alles sofort geht. Also abwarten, weiter forschen, im Internet recherchieren etc.

Trotzdem bin ich guter Dinge und grade gut gelaunt, dass ich was tun konnte :)

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