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Pornografie und Sexismus

k\af9feem~aschi>nxe hat die Diskussion gestartet


Hey,

glaubt ihr, dass Pornos wirklich das Frauenbild verändern? Ich glaube nämlich, dass die Erziehung ein viel wichtigerer Aspekt ist.

Ich konsumiere (leider) oft Pornos, allerdings betrachte ich Frauen nicht automatisch als Objekte, sondern als Menschen, die genau so viel "wert" sind wie Männer (bzw. eigentlich mehr wert :-) ) . Wie seht ihr das?

Antworten
R^otna?sxe


Pornos haben das Frauenbild sicher weniger verändert als die Models in all den Frauenzeitschriften und Plakaten. Es nämlich die Frauen, die das Bild der Frauen verändern, nicht die Männer. Die nehmen alles was willig ist.

haa`mmerh\i99


@ kaffeemaschine :

Wieso sagst Du "leider". Du gibtst doch vor, dass Du selber Dich von Pornos nicht beeinflussen lässt. Wo ist Dein Problem? ???

Cvolc6hixcin


Ich denke nicht dass Pornos das Frauenbild so maßgeblich beeinflussen. Dafür ist die Vielfalt auch einfach viel zu groß.

Vielmehr verändert sich der Bezug zur Sexualität, wenn schon früh viele Pornos konsumiert wreden... (behaupte ich mal.)

Junge Männer setzen sich mitunter bestimmt acuh unter Druck direkt so eine "Performance" abzuliefern, wie im Videomaterial gesehen, erwartend dass die Frau direkt und heftigst unter lautem Geschreie multiple Orgasmen hat und wundern sich dann, wenn dem nicht so ist ;-)

(Natürlich ist das nicht immer so – ich möchte (jungen) männern jetzt nicht die Abstraktionsfähigkeit absprechen zwischen Porno und Realität zu unterscheiden, aber ich glaub schon dass Pornokonsum junge Männer stark beeinflusst)..

M/ayfloxwer


Ich denke, dass vor allem die Internet-Pornografie das Bild von der Sexualität an sich bei Männern wie bei Frauen sehr stark beeinflusst hat.

Pornografie gab es ja schon immer, nur war die Beschaffung mühsamer und die Masse war noch überschaubar. Heftchen und Videos wurden Hunderte von Male gebraucht, das käme heute wohl niemandem mehr in den Sinn, weil das Angebot einfach riesig ist und zu Porno-Hopping nahezu einlädt.

Was sicher eine grosse Veränderung brachte, war, dass Pornografie nun auch Frauen zugänglich ist. Und das ist vielleicht nicht für alle gut. Denn Frauen schauen Pornos anders als Männer. Wenn ein Mann sagt, er vergleicht Frauen im realen Leben nicht mit den Darstellerinnen im Porno, dann glaube ich ihm das. Bei Frauen zweifle ich diese Aussage eher an.

Frauen vergleichen viel mehr als Männer (nicht nur wenn es um Sex geht, auch sonst im Leben). Wer ist schlänker?, wer ist attraktiver?, wer ist die bessere Mutter? wer kriegt Mehrfachbelastungen besser auf die Reihe? usw. Und so liegt es auch nahe, dass sie sexuell einen ähnlichen Ehrgeiz entwickeln.

Gerade bei jungen Frauen staune ich immer wieder, wieviel theoretisches Wissen bezüglich Sextechniken schon vorhanden ist. Und so ist auch ihr Repertoir zum Teil beachtlich: kaum 20 geworden haben sie alles schon durch: GV, OV, AV, die harte Tour, Fesseln, Spielzeug, Filme, mit zusätzlichen Partnern, Sex an allen möglichen und unmöglichen Orten. Der Erwartungsdruck ist ebenso hoch wie das Leistungsdenken. Wer nicht Vollgas gibt, bringt es nicht.

Solche Frauen sind einerseits ein Männertraum, andererseits setzen sie auch die Schwelle der Männer höher. Einfach nur locker Vögeln ist nicht mehr drin. Sex kann tatsächlich zur erwähnten "Performance" verkommen.

Ob die Leute heute aber mehr Spass haben, als die Frauen und Männer vor dem I-Net-Zeitalter wage ich zu bezweifeln. Je mehr man weiss und je mehr Möglichkeiten man kennt, umso mehr beginnt man auch zweifeln und erwarten. Und man muss auch was bieten, damit man wettbewerbsfähig bleibt.

B)odhrxan


Ich denke, dass vor allem die Internet-Pornografie das Bild von der Sexualität an sich bei Männern wie bei Frauen sehr stark beeinflusst hat.

Jep, mit 15 sind 20cm Schwanzlänge zu kurz, und Bengel will Analverkehr, und daß sie seinen Saft schluckt. Unter 30 Minuten karnickelvögeln gilt als schwul. Frauen lassen sich die Labien wegschneiden, und sich Plastik in die Möpse stopfen, weil dann der vaginale O nebst Ejakulation ja ganz von selbst kommt. Für beide gilt: je eher die Intimregion wie bei Kindern aussieht, desto geiler der Sex (Rasiermanie).

Solche Frauen sind einerseits ein Männertraum, andererseits setzen sie auch die Schwelle der Männer höher. Einfach nur locker Vögeln ist nicht mehr drin. Sex kann tatsächlich zur erwähnten "Performance" verkommen.

Und stellen dann fest, daß es nicht lebenserfüllend ist, wenn man sich über die eigene Sexualität definiert, und nicht mehr viel von anderen, erstrebenswerteren Werten bleibt.

Eigentlich sind die jungen Leute von heute nur zu bedauern.

sRensipbelmaxn


Ich glaube, dass es immer darauf ankommt, inwieweit sich ein Mensch mit dem in den Medien Gesehenen identifiziert. Und es gibt reichlich viele Menschen, die die Medienwelt soweit verinnerlichen, dass sie diese für ihre Realität nehmen oder diese als Fantasieersatz nehmen (mangels eigener?).

Nicht wenige Menschen neigen dazu, genauso zu handeln, wie es Andere tun- Andere werden zu Leitbildern und diese können auch aus den Medien stammen...

Für mich sind viele Filme/Bilder in Medien eine andere (fremde) Welt- eine fremde Fantasie, eine Scheinwelt, eine Illusion und ich habe oft keinen realen Bezug dazu und versuche ihn auch nicht unbedingt herzustellen. Ich baue mir lieber meine eigene Welt, meine eigene Fantasie, meine eigenen Werte. Das geht mir nicht nur bei vielen Horrorfilmen, Kriminalfilmen, Liebesfilmen so das sie mir emotional fern sind....

Ob die Leute heute aber mehr Spass haben, als die Frauen und Männer vor dem I-Net-Zeitalter wage ich zu bezweifeln.

Ich habe sogar den Eindruck, dass durch die Übersättigung, durch den Fantasieraub, durch den Konsum und damit verlorene Spannung öfter Libido- und Potenzprobleme auftreten.

a7frxi


Pornos sind Märchen für Erwachsene bzw. Volljährige, sonst nix. Wer sich das nicht vor Augen hält, lebt an der Realität vorbei.

Es gab auch vor der Internetzeit Märchen und Geschichten und manch eine(r) hat bis in unsere Zeit hinein geglaubt, dass man vom Küssen schwanger werden kann. Aller Aufklärung und allen Medien zum Trotz.

Man kann sich da nicht rausreden, wer Pornos konsumiert, sollte wissen was da abgeht. Wer das nicht tut, sondern an die gesehenen Bilder glaubt, hätte das auch ohne Pornos getan. Warum durchs www nun irgendwas anders sein sollte, erschließt sich mir nicht (bis auf die Tatsache, dass nun auch jüngere Menschen an sowas leicht herankommen, was früher vielleicht etwas schwerer war).

Zur Ursprungsfrage zurück: ja, ich denke auch dass die Erziehung eine größere Rolle beim Frauenbild spielt, als alle Medien zusammen (vorausgesetzt, Erziehung hat stattgefunden, außerhalb von Medien, am Frühstücks-, Mittags- oder Abendbrottisch). Ich bin zwar frauenfeindlich erzogen worden, aber immerhin in den 70er Jahren und konnte mir ein eigenes Bild machen. Ich sehe heute Menschen, keine Frauen oder Männer. Ich stellte mir nie die Frage, ob ich eine weibliche Vorgesetzte haben kann oder darf (ich habe eine). Ich beurteile Leute nach ihrem Bild, das sie bei mir hinterlassen, das durchaus durch attraktive weibliche Geschlechtsmerkmale verzerrt sein kann. Doch kenne ich zu viele weibliche Menschen, die "wie ein Mann" ihre Rolle spielen (im Beruf wie unter Motorradfahrern), dass ich einfach nicht nach Geschlecht unterscheiden kann. Ich bin übrigens in einem technischen Beruf unterwegs und Motorrad fahren meine weiblichen Angehörigen schon so lange, dass ich auch das nicht anders kenne.

Eine nette Passage eines kürzlich von mir gelesenen Buchs: die Person bewirbt sich Anfang der 80er Jahre um einen Ingenieursposten bei einem Energieversorger und der Personaler kann nicht recht glauben, dass sich eine Frau beworben hat. Ihre Antwort auf seine geschlechtsbezogenen Bedenken: "Und für genau welchen Teil meiner Tätigkeit hier benötigte ich einen Penis?" Klar, es ist eine Geschichte, sie bekam den Posten :-)

Atmifta


glaubt ihr, dass Pornos wirklich das Frauenbild verändern?

Bei sich selbst ist das immer schwer zu beantworten, aber ich denke nicht, dass Pornos mein Frauenbild verändert haben.

Ich komme problemlos an solches Material heran seit ich so 12-13 war, heute bin ich Mitte 20. Allerdings war ich auch noch nie so der Gruppenzwang-Mensch, der jedem Trend hinterherläuft, immer wie die anderen sein muss. Kann sein, dass es auch mit daran liegt, dass es nicht so grosse Auswirkungen hatte. Und sicher hat es auch seinen Teil dazu beigetragen, dass mir immer bewusst war, dass das "nur" Filme sind, wo Leute dafür bezahlt werden zu tun, was sie eben tun (und unpassende Szenen neu gedreht oder herausgeschnitten werden). Genauso wie bei einem Kinofilm, Theater oder eben auch im Büro etc. Leistung gegen Geld.

afri, deine Geschichte ist echt gut ;-D

LgovHuxs


"Und für genau welchen Teil meiner Tätigkeit hier benötigte ich einen Penis?"

Das ist das Problem: Für Keinen. Also befinden sich in einem Männerunternehmen lauter unterbeschäftigte Penisse. Und da kommt dann eine Frau... :)_ . Wie ist denn die Geschichte weitergegangen? War das ein Porno richtig, das gibt es auch als Buch, nicht nur als Video ]:D ?

J?aninax85


glaubt ihr, dass Pornos wirklich das Frauenbild verändern?

Ich sehe einen ganz großen Vorteil darin: Das Erwartungsbild von Frauenkörpern wird vielfältiger und realistischer.

Modemacher sind schwul, und Mode terrorisiert uns mit Schlankheitswahn, dem Trend, auszusehen wie kleine Jungs. Nichts gegen zierliche Frauen, aber es ist eben für alle ein Liebhaber da, auch für mehr weibliche. Dank verbreiteter Pornos dürfen wir endlich zu unserem realen Arsch stehen, der echten Männern gefällt. ]:D

L!ovH[uxs


Das Erwartungsbild von Frauenkörpern wird vielfältiger und realistischer.

Aber nur, wenn man sich die Erotikfilme der 70er, vielleicht noch 80er Jahre ansieht. Danach finden sich zunehmend genormte Körper.

z|u=endjstoxff


Das Erwartungsbild von Frauenkörpern wird vielfältiger und realistischer.

Aha... die Porno-Schikse mit den bauschaumgepimpten Titten und Karpfen-Lippen hat also einen realistischen Frauenkörper?

Ich sehe das eher umgekehrt: nämlich dass ein grotesk ins Barbiehafte verzerrter Body Schönheitsideal wird, dem mit allen Mitteln nachgeeifert wird von manchen armen Seelen. Wohin das führt, zeigte kürzlich der Fall "Cora aus dem Container".

M0a yfloxwer


Ich komme problemlos an solches Material heran seit ich so 12-13 war, heute bin ich Mitte 20.

Ich bin 20 Jahre älter als Du. Zu unserer Zeit gab es Sexheftchen und die die ersten Video-Kassetten. Sex-Shops gab es in grösseren Städten in speziellen Quartieren. Aber die Hemmschwelle solche (als schmuddelig angesehenen) Läden zu betreten, war relativ gross. Für die Jungs (die meist nur in Gruppen dorthin gingen) und für uns Mädchen sowieso.

Sexheftchen gab es in den meisten Haushalten. Die waren irgendwo zuhinterst im Kleiderkasten des Vaters oder Bruders versteckt. Zerfleddert und befleckt. Die Frauen im Haushalt wussten natürlich von der Existenz dieser Hefte und haben sie heimlich in der Abwesenheit der Männer ebenfalls (mit Herzklopfen!) begutachtet.

Mit der grossen Emanzipationswelle aus den USA wurde Ende der 70er-Jahre die dokumentarische Darstellung von weiblichen Geschlechtsorganen dem breiten weiblichen Publikum zugänglich. "Entdecke und liebe Deinen Körper!" hiess das Stichwort. Meine Mutter hat die "Emma" gekauft und lauthals kundgetan, dass sie den weiblichen Genitalien nie mehr "Scham(-region)" sagen wird, weil wir uns für unseren sündigen Unterleib nicht zu schämen brauchen.

Es kamen neue Bücher auf den Markt, "Joy of Sex" zum Beispiel. Da wurde erstmal beschrieben, was Mann und Frau eigentlich so alles miteinander machen könnten. Oder Bücher über Fantasien und Selbstbefriedigung! Das waren Quanten-Sprünge, die uns jungen Frauen manches "Wow!" entlockt haben. Heute würde das den Leuten nur noch ein müdes Gähnen abringen.

Obwohl in den 70er- und 80er-Jahren die grossen Empanzipations-Ideen omnipräsent waren, war der Umgang zwischen Männern und Frauen irgendwie entspannter. Hing vielleicht auch mit dem ganzen Zeitgeist zusammen der damals herrschte. Es herrschte Hochkonjunktur, es gab genug von allem und alles schien möglich.

Die Entwicklung in den letzten 30 Jahren und speziell in den letzten 10-15 Jahren (Internet-Zeitalter) ist enorm. Für mich persönlich bin ich dankbar, dass ich meine sexuellen Anfänge noch in der "alten Zeit" machen durfte. Meine Söhne, die Kinder der heutigen Zeit sind, müssen sich da in einer wesentlich komplexeren Welt zurecht finden. Das bedauere ich manchmal für sie.

Ich denke, dass junge Menschen heute ihre emotionale "Unschuld" zu früh verlieren. Das ist wie wenn kleine Kinder nicht (mehr) an Märchen glauben. Wenn man weiss, dass das Christkind ein Marketing-Instrument ist und der Nikolaus ein verkleideter, gemieteter Normalmensch, der von den Eltern die Schandtaten der Kinder zugesteckt bekommt, dann ist das fürs Gefühl und für die Wünsche doch sehr ernüchternd. Es fehlt das Aufregende, das Unerklärliche, das Geheime, das Mystische oder wie immer man es nennen will.

L5opvHxus


Mayflower

Es fehlt das Aufregende, das Unerklärliche, das Geheime, das Mystische oder wie immer man es nennen will.

Das Angebot auf DIESEM Markt Stichwort Esoterik hat sich genauso rasant entwickelt, wie der Sexmarkt.

Es ist wirklich schwierig geworden, in all diesen Bäumen noch den Wald zu erkennen, geschweige denn, sich ein Plätzchen Heimat einzurichten.

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