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Sexualität erlernen?!

c(upca;ke_x4 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin relativ neu hier, denke aber dass es noch kein threat mit diesem thema gibt.

Ich habe (eigentlich schon seit "immer") Vaginismus. Vaginismus ist eine "erkrankung" der Beckenbodenmuskulatur, welche sich demnach in einem spastischen Zustand befindet.

Man kann, selbst den kleinsten Tampon, nicht einführen ohne dabei brennende Schmerzen zu haben. (Natürlich gibt es dabei abstufungen, die ich jetzt hier nicht großartig erläutern möchte, ich bin stufe 4, mit den stärksten Spastiken)

Ich konnte damals (mit 11 bekam ich meine Periode) nie einen Tampon benutzen und als ich dann mit knapp 15 einen Freund hatte, merkte ich dass auch Geschlechtsverkehr nicht möglich war.

Nach etlichen, schrecklichen Frauenarzt-Besuchen, bei denen ich als "zu jung" und "unreif" für Tampons und natürlich auch für Geschlechtsverkehr abgestempelt wurde, aber mich noch nichteinmal einer normalen gynäkologischen Untersuchen unterziehen konnte (wurde dabei von den Assistenzärztinnen richtig widerlich angeschaut als sei ich eine "Memme") waren ich und mein Freund ratlos, bis wir halt (übers internet) auf Vagisnimus kamen.

Darüber hinaus stießen wir auf einen amerikanischen Arzt, der dies mithilfe von Botox behandelt. Dabei wird eben Botox in die spastischen muskeln gespritzt, was demnach zu "relaxten" muskeln führt. (Das Botox ist nicht gefährlich, da es eben nicht im Körper rumwandert)

Dies habe ich dieses Jahr gemacht (bin 18) und übe seit dem (was MUSS ist!) mit Dilatoren. Das sind Dildo-ähliche "Geräte" in verschiedenen Größen die ich einführen muss um meine Muskeln zu dehnen.

Lange rede, kurzer Sinn, ich übe fleißig mit den Dingern, bin sexuell aber eben "unerfahren" und bin seit fast 4 jahren sexlos mit meinem Freund zusammen. So langsam gehts auf die Zielgerade zu dass wir endlich miteinander schlafen können, wollte euch aber um Rat fragen, wie man sich "sexuell finden" kann :)

Ich freue mich über jeden Beitrag!!

Antworten
aOfPrfi


wollte euch aber um Rat fragen, wie man sich "sexuell finden" kann

Da stellt sich doch die Frage, was bislang sexuell so gelaufen ist. Cunnilingus, Fellatio, Petting, Küssen (in absteigender Reihenfolge)? Falls nur eins der genannten Dinge in Frage kommt: weiter so und darauf aufbauend sich (g)leiten lassen. Hast du Lust drauf, möchtest du GV? Dann nur zu, wenn körperlich alles vorbereitet ist, müsste es eigentlich klappen.

Ansonsten langsam angehen lassen, nichts überstürzen. Was man vier lange Jahre ausgehalten hat, sollte im fünften Jahr nicht gar so viel Ungemach bereiten. Hast du denn überhaupt Lust auf GV mit ihm?

cwu]pca-kex_4


Also wir hatten eigentlich schon alles außer Geschlechtsverkehr (ausser analverkehr).

Leider ist körperlich eben noch nicht alles so weit, da er zwar in mich rein kann, ich aber bei den "stößen" noch schmerzen habe. Und die stöße, die ich aushalte, sind eben zu schwach dass er einen Orgasmus hat.

Ja ich habe Lust auf GV mit ihm, mein Problem ist, dass ich mich nicht öffnen kann bzw. "weiß" wie ich mich öffne und ich eben noch sehr gehemmt bin.

VWabenAe1*


Hi cupcake

toll, dass Du Dich so bald mit dem Thema Vaginismus auseinandergesetzt hast. Auch wenn Du sehr unangenehme Situationen hinter Dir hast, denke ich, dass Du jetzt auf dem richtigen Weg bist und da Du Dich ja schon mit dem Thema vertraut gemacht hast, können wir Dir hier wohl kaum sehr viele nützliche Tipps geben.

Ich denke allerdings, dass das Wichtigste ist, dass Du Dich nicht unter Druck setzt. Dein Freund und Du, Ihr habt alle Zeit der Welt, um auch irgendwann erfüllenden penetrativen Sex zu haben. Denke nicht, dass Du jetzt durch die Injektion sofort loslegen können müsstest. Es ist natürlich schön, wenn es so ist aber es ist auch kein Beinbruch, wenn nicht. Daher solltest Du nicht versuchen, Dinge, die Dir Schmerzen bereiten, auszuhalten. Genau das ist nämlich der Grund dafür, dass manche Frauen einen sekundären Vaginismus erst entwickeln. Und Dein Körper speichert es in sein Schmerzgedächtnis ein und verbindet Sex dabei mit Schmerzen, das darf nicht passieren.

Das Üben mit den Dilatoren hat ja eigentlich nicht den Sinn, die Muskulatur zu dehnen, sondern nach und nach zu lernen, dass eine Penetration nicht mit Schmerzen verbunden sein muss und diesbezügliche Ängste abzubauen. Dabei ist ja vor allem wichtig, dass man es selbst ganz genau in der Hand hat, wie viel man sich zutraut, ob man einen Schritt weiter gehen will oder eben noch nicht. Ich kann es gut verstehen, dass Du langsam ungeduldig wirst, aber das hilft Dir nicht weiter. Vielmehr solltest Du Dir realistische Ziele setzen und dabei ganz tief in Dich hineinhorchen. Da allein schon der Versuch, einen Tampon zu benutzen oder Dich gynäkologisch untersuchen zu lassen, mit großen Schmerzen und Enttäuschungen verbunden waren ist es nur allzu gut zu verstehen, wenn Sex für Dich eine ganz große Hürde darstellt. Umso besser ist es, dass Du einen Freund an Deiner Seite hast, der Deine Krankheit kennt, sich damit auseinandergesetzt hat und bereit ist, mit Dir diesen Weg zu gehen.

Noch eine kleine Frage am Rande: Merkst Du es denn, wenn oder dass Dein Beckenboden unwillkürlich verkrampft? Oder ist es eher eine Dauerspannung. Ich weiß, dass Vaginismus oft mit einem Krampf verglichen wird, aber ich habe da schon viele gegensätzliche Stimmen gehört. Kennst Du Biofeedback-Geräte? Und hast Du einen behandelnden Arzt, der sich mit Vaginismus auskennt?

Ich drück' Dir auf jeden Fall die Daumen und wünsche Dir, dass Du bald die Schmerzen, Sorgen, Hemmungen und Ängste über Bord werfen kannst...

cIupc^ake_x4


Vabene1*, erstmal vielen vielen Dank dass du dir Zeit genommen hast das durchzulesen und mir zu antworten, scheinbar kennst du dich auch damit aus! Bist du selbst betroffen?

Also ich merke es nicht wenn sich der Beckenboden verkrampft, es ist tatsächlich ein Dauerzustand. Ich habe von Biofeedback-Geräten gehört, aber nicht sehr viele (hilfreiche) Erfahrungsberichte dazu gefunden.

Ich habe einen amerikanischen Arzt der meine Geschichte kennt und bei dem ich das Botox-Treatment erhalten habe. Ansonsten weiß noch eine Gynäkologin von meinem Vaginismus, die mich auch einige Male mit meinen Freund zusammen therapiert hat ( eine Art Sexualtherapie).

Das Schlimme ist ja eben, dass nur sehr wenig Gynäkologen davon wissen! Mein jetziger Gynäkologe z.B. war ja der Meinung ich war zu jung für GV und zu schmerzempfindlich für eine Untersuchung. Mittlerweile kann ich mich untersuchen lassen, wenn ich aufm Weg dahin einen Dilator in mir drin hab. Von meinen Problemen weiß er nicht.

Warum ich das hier gepostet habe ist , dass ich sehr gehemmt bin was Sexualität angeht, was eben dadurch bedingt war, wie du schon sagtest, dass ich es immer mit schmerzen verbunden habe.

Ich will mich der Sache eben annähern. Eine Freundin von mir z.B erzählt mir dass sie sich mit ihrem Freund Pornos ansieht, was ich irgendwie nicht kann, ich weiß nicht wieso. Ich finde es z.T nicht anregend, z.T. "schäme" ich mich auch iwie, ganz komisch zu beschreiben... :-|

VYabegneL1x*


Liebe cupcake,

Du hast vollkommen Recht damit, dass dieses Thema sehr wenig bekannt ist. Die Art und Weise Deines Gynäkologen kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Suche Dir schleunigst einen anderen, egal ob er Vaginismus kennt oder nicht, es kann nicht sein, dass er so unsensibel ist. Du darfst Dir keine Vorwürfe gefallen lassen, die in die Richtung gehen, dass Du zu unreif, zu weinerlich oder irgendetwas anderes in der Art bist.

Ich selber habe mich mit dem Thema Vaginismus auseinandergesetzt, weil ich jahrelang Beschwerden im Intimbereich hatte und dadurch auch immer mehr Schmerzen beim Sex bekam. Erst in diesem Jahr ist mir klar geworden (als die Ursache für das alltägliche Brennen und Jucken behoben war), dass ich mich wortwörtlich immer mehr "in mich zurückgezogen" hatte. Meine Beschwerden hatten dazu geführt, dass ich meine Vagina immer mehr als meine Problemzone betrachtet habe und ihr keinerlei positive Empfindungen oder Regungen mehr zugetraut hatte.

Da ich beim Sex einige Male Schmerzen hatte und aus falschverstandenem Pflichtgefühl und auch Wut auf mein eigenes Unvermögen trotzdem weitergemacht habe, habe ich meinem Körper wohl beigebracht, dass Sex mit Schmerzen zu tun hat und so war es dann auch. Versteh' mich nicht falsch, ich sage nicht, das ist alles eine Kopfsache. Auch Entspannen will gelernt sein, und wenn der Körper nicht weiß wie, dann ist es schwer, es ihm beizubringen.

Das einzige, was ich Dir noch raten kann ist, nicht nur beim "Üben" Deine Beckenboden zu beobachten, sondern auch im Alltag immer mal zu überlegen, ob Du ihn nicht gerade extrem in Dich hineinziehst. Bei mir war es so, ich musste mir erst antrainieren, ihn locker zu lassen, aber dies hat schon viele meiner Probleme verbessert.

In Bezug auf die Hemmungen würde ich Dir nicht gleich zu Pornos raten. Viele der Dinge, die dort gemacht werden, sind für Dich noch zu hart, und sie drängen Dich zu sehr in die Frage, warum Du dies alles (noch) nicht kannst. Hast Du mal überlegt, Deinen Freund in das Dilatoren-Spiel einzubauen? Versuche es nicht als Training zu sehen, sondern vielleicht eher als Sich-Ausprobieren und Sich-Kennenlernen. Die Seite vom Vaginism Awareness Network kennst Du sicherlich?

ckupcatke_x4


Liebe Vabene1*

Das mit der Wut auf das eigene Unvermögen kenn ich nur zu gut! Ich habe immernoch Phasen wo ich deswegen sehr traurig bin, obwohl ich weiß dass ich dafür nichts kann. Ich hoffe für dich dass du einen Mann findest der dafür Verständnis hat, bis du das Problem ganz beheben kannst!! Ich habe glücklicherweise einen Freund der mich noch nie zu irgendetwas gedrängt hat und mir immer helfend beiseite stand, der mit mir (und sogar seine Mutter) nach Amerika geflogen ist um mir beizustehen! 4 Jahre ohne GV sind extrem schwierig und habe deswegen manchmal immernoch Schuldgefühle ihm gegenüber, obwohl ich weiß dass ich das nicht brauche..

Wie willst du da bei dir jetzt vorgehen?

Das Problem ist, dass ich eben das Training nur als Training ansehen kann, ich kann mir nicht vorstellen das als "anregend" zu empfinden, weiß du? Da ich manchmal beim Training noch schmerzen habe, ist das wieder eher eine Sache die ich nicht angenehm empfinden kann.

Wir haben ja auch so gut wie keine Sexualität und ich weiß nicht wie man von dem Standpunkt aus ein "normales" sexleben entwickeln kann.

V.aXbene1x*


Hi cupcake,

also ich habe ja einen Mann, der das ganze 13 Jahre mitgemacht hat. Am Anfang hatten wir ein ganz normales Sexleben. Aber irgendwann setzten meine Beschwerden ein und dann wurde auch das Thema Sex bei uns immer schwieriger. Ich hatte Schmerzen und habe mich immer mehr zurückgezogen. Das war natürlich nicht leicht für unsere Beziehung, aber wir haben es gemeinsam durchgestanden. Das größte Problem dabei war, dass wir nicht wussten woran es lag und somit keine Perspektive hatten, dass es sich ändern würde. Da ich meine Beschwerden jetzt im Griff habe und mich damit auseinandergesetzt habe, dass mein Beckenboden unter Dauerspannung stand, habe ich nicht das Problem, dass ich mit diesen Sets trainieren muss. Deswegen muss ich auch ganz vorsichtig sein, wenn ich in meinem Zusammenhang von Vaginismus spreche, ich könnte andere Frauen provozieren, die eine viel ausgeprägtere Form davon haben.

Klar ist, dass auch mein Freund und ich viel nachholen und neu erlernen müssen, aber jetzt haben wir eine Basis dafür. Manchmal tut es noch beim Eindringen weh, aber das ist nicht zu vergleichen mit früher und ich denke, es wird mit der Zeit weggehen. Jedenfalls habe ich jetzt ein ganz anderes Körpergefühl und mehr Selbstvertrauen, weniger Hemmungen und weniger Vorwürfe an mich selbst.

Ja, vier Jahre in einer Beziehung ohne GV ist eine lange Zeit, aber es ist auch kein Weltuntergang. Du bist jetzt 19, so alt war ich auch, als ich mit meinem Freund zusammenkam und den ersten Sex hatte. Also, ich meine, Du musst Dir keine Vorwürfe machen, manches dauert eben ein bisschen länger...

Kennst Du das Buch von Claudia Amherd – Wenn Liebe schmerzt? Und habt Ihr in der Therapie mal besprochen, was die Ursache dafür sein könnte, dass Dein Körper diese Funktion verweigert? Ich meine zB, dass es sehr früh ist, seine Periode mit 11 Jahren zu bekommen. War es ein Schock für Dich? Hattest Du Dich mit dem Frau-Werden schon auseinandergesetzt? Vielleicht solltest Du versuchen, Deinen Blick auf das Ganze umzudefinieren, und Deine Körperreaktion nicht als Manko oder als Fehler zu betrachten, sondern als eine besondere Stärke?

Ich drück' Dir die Daumen!!!!

ccupcakxe_4


Das ist schön, freut mich sehr für dich! :)

Ja, das Buch kenne ich, habe es auch gekauft, hat mir nur eben nicht viel gebracht :/ Meine Verkrampfungen waren zu stark um diese mithilfe von beckenboden Übungen zu bekämpfen.

Die Ursache kenne ich nicht. Da ich aber im allgemeinen ein sehr verspannter mensch bin, d.h. ob nackenmuskulatur, oder sonstiges (war früher, so mit 13/14 bei der Physiotherapie, und meine Therapeutin meinte sie hätte noch nie einen so "harten" Bauch gehabt), denke ich mal dass ich im allgemeinen sehr verspannt bin.

Ein Schock war es nicht, dass ich so früh meine Periode bekam, ich war nämlich sehr frühreif (auch vom Körperbau her).

V'abeqneV1*


Hey tut mir leid, ich wollte das ganze auch nicht zu sehr auf die psychologische Ebene ziehen. Aber ich denke, man könnte sich da schon ein bisschen Gedanken drüber machen. Ich war zB sehr früh an dem Thema Sexualität interessiert und habe noch vor meiner ersten Regel völlig naiv mit 2 etwas älteren Jungs aus der Nachbarschaft allerdings sehr hypothetisch über Sex geredet. Scheinbar hat meine Mutter dies erfahren (keine Ahnung, ob ihr eine Nachbarin das gesteckt hatte) und mich schrecklich ausgeschimpft, was ich überhaupt nicht kannte, und was auch danach in dieser Form nie wieder vorgekommen ist. Ich will nur sagen, dass viel von unserem Schamempfinden doch irgendwie aus der Kindheit kommt, ob es uns nun bewusst ist oder nicht. Jeder Mensch verarbeitet Spannungen anders, und viele eben auch über ihre Muskulatur. Wie diese grundlegende Muskelspannung in den Griff zu bekommen ist, kann ich Dir nicht sagen. Aber ich denke nach wie vor, dass Du zu sehr zielorientiert bist. Ich kann es verstehen, dass Du endlich Ergebnisse willst (vor allem nach der Botox-Injektion), aber Du kannst nur mit Deinem Körper nicht gegen Deinen Körper vorankommen. So, das hört sich schon wieder schrecklich esoterisch an, aber ich kann es nicht anders ausdrücken...

S[himonxe


Ich kann dir logischer Weise keine eigenen Erfahrungen bieten, aber vielleicht bringt das was man im Studium angelesen oder mal so aufgeschnappt hat ja doch mal was ;-)

Meine Verkrampfungen waren zu stark um diese mithilfe von beckenboden Übungen zu bekämpfen.

Bei den Beckenbodenübungen geht es beim Vaginismus in erster Linie nicht um die Stäre deiner Muskulatur und die Stärke deiner Krämpfe ist vollkommen unerheblich. Der Sinn der Übungen ist erst einmal, dass du die Muskulatur differenziert wahrnehmen damit du die im nächsten Schritt gezielt an- und entspannen kannst. Wenn dir das in normalen Situationen ohne großratige Konzentration möglich ist kannst du versuchen auch den Krämpfen bewusst entgegen zu steuern. Entscheidend ist hier aber eher der Grad der Kontrolle die du erlernt hast als die Stärke der Krämpfe oder die Stärke deiner Muskulatur.

Positiver Nebeneffekt: Wenn du wirklich komplettes Beckenbodentraining machen solltest kann das auch durchaus gegen deinen harten Bauch helfen ;-)

Bei der Frage wie es gelingen kann GV positiver wahrzunehmen bin ich ehrlich gesagt etwas überfragt, aber hast du schon einmal versucht penetrativen Sex erstmal vom Sex mit dem Partner zu trennen ? Bei SB mit einem Dildo bist du außerhalb deiner Trainingssituationen und hast selbst die volle kontrolle wodurch du Schmerzen einfacher vermeiden kannst. Vielleicht wäre ja das ein Weg Penetration zumindest erst einmal für dich allein wieder als etwas positives entdecken zu können...

VOabe[nex1*


Hi shimone,

cool, Du kennst Dich da besser aus. Dann kann ich Dich ja mal fragen, was ich noch nicht so ganz verstehe...

Es heißt nämlich immer, dass der Beckenbodenmuskel verspannt, weil er womöglich nicht stark genug ist. Ich finde das wenig nachvollziehbar. Ich meine man kennt das vielleicht aus anderen Bereichen des Körpers, wo zum Beispiel Nackenmuskeln verspannen, oder überspannen, weil sie versuchen bestimmte schwächere Muskelpartien zB im Rücken- oder Bauchbereich zu unterstützen oder auszugleichen. Aber dass ein Muskel unter Dauerspannung steht, weil er nicht gut ausgebildet ist, kann ich mir gar nicht vorstellen. Kannst Du mir das Erklären?

In Bezug auf das Beckenbodentraining finde ich muss man sehr vorsichtig sein. Du beschreibst gut, dass es beim Vaginismus vor allem dabei helfen soll, den Muskel gezielt zu lokalisieren und zu kontrollieren. Trotzdem denke ich, dass gewisse Übungen eines einfachen Beckenbodentrainings, das bei Inkontinenz oder nach einer Schwangerschaft gemacht wird eher kontraproduktiv sind. (Ich weiß, diese Übungen meinst Du auch nicht, aber ich wollte es nur der Vollständigkeit halber sagen)

Aber noch mal zu der Frage am Anfang: Ist das richtig, oder nach Deiner Einschätzung verständlich, dass ein schwacher Beckenboden Vaginismus verursacht?

Suhimoxne


Ob ein schwacher Beckenboden Vaginismus verursachen kann kann ich dir nicht sagen, aber ich habe darüber definitiv noch nichts gelesen. Generell können wie du aber schon selbst sagtest Muskeln durchaus verkrampfen um z.B. einfacher eine stabilisierende Wirkung zu ermöglichen.

Ich bezweifle allerdings, dass dies eine Ursache sein kann (reine Vermutung), da ich nicht glaube, dass die äußere Beckenbodenmuskulatur irgendwie großartig andere Muskelngruppen unterstützen / stabilisieren kann. Abgesehen davon zielen alle anderen Gründe / Aulöser die ich kenne eher auf den psychologischen Bereich ab....

Die Schwangerschaftsübungen beim Beckenbodentraining kenne ich nicht, aber ja, man sollte alle Übungen meiden wo man die eh schon verkrampfte äußere Beckenbodenmuskulatur noch bewusst zusätzlich anspannt (z.B. durch ahalten des Urinstrahl was ja oft genannt wird) da es die Beschwerden nur verstärkt. Meines Wissens sollten diese in dem hier genannten Buch aber auch nicht enthalten sein.

V7abGenSe1*


Hey Ihr beiden,

welche Übungen in dem Buch stehen, weiß ich nicht. Aber ich meinte eben genau dieses Beckenbodentraining, bei dem man bewusst den Beckenboden anspannt, zum Beispiel wenn man den Urinstrahl bewusst unterbricht oder sich vorstellt, einen Tampon tief in sich hineinzuziehen. Um den Muskel zu lokalisieren ist das als Anfangsübung nicht schlecht, aber danach müssen Übungen folgen, mit denen man lernt, diese Anspannung bewusst abzubauen.

Aber ich muss Shimone zustimmen. Und ich denke, die Beckenbodenübungen müssen für sich stehen, und dürfen nicht im direkten Zusammenhang mit dem angestrebten Geschlechtsverkehr praktiziert werden. Deswegen würde ich sie an Deiner Stelle, liebe cupcake nicht sofort ausschließen. Und da Du ja auch jetzt die Injektion hattest, ist dies vielleicht ein guter Anlass, sich nochmal an die Übungen heranzuwagen.

c,upca%ke_x4


Also das einzige was ich an beckenbodenmuskulatur-Übungen noch mache (was mir auch eine assistenzärtzin geraten hat), ist wenn ich den Dilator drin habe, 10 mal den Muskel anzuspannen und wieder locker zu lassen. Und ich soll den Dilator nicht rausnehmen, sondern eher "rauspressen" was das Gefühl und die Steuerung für den Muskel verbessern soll.

an Shimone- SB ist eben auch nicht so mein Ding, ich weiß nicht, ich steh dem irgendwie abgeneigt gegenüber. Wie gesagt ich bin keine Person die momentan Sex für was tolles empfindet, ich habe eher so etwas wie eine abneigung demgegenüber (was eben durch den vaginismus bestimmt ist, da ich den schon seit meiner Jugend habe und vorher keine sexuellen Erfahrungen sammeln konnte).

Ich habe wirklich schreckliche angst, keine schönen gefühle dafür empfinden zu können und a-sexuell zu werden, oder so :-/

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