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Verschiebung der Tage durch Antibiotikum?

T[heSaYil}oxr hat die Diskussion gestartet


Hallo,

bei meiner Freundin verschieben sich derzeit die Tage, bereits seit einer Woche - wir machen uns nun (mal wieder) Sorgen um eine Schwangerschaft, da sie bedingt durch eine Krankheit bis vor kurzem Antibiotikum nehmen musste, fragen wir uns nun: Können sich durch diese die Tage verschoben haben?

Schöne Grüße und vielen Dank,

RakZero

Antworten
VOaujmin4x4


Antibiotikum und Pille

Die Tage können sich durch allerlei Einflüsse verschieben. Auch durch die Einnahme von Antibiotika. Diese können aber auch in einigen Fällen die Schutzwirkung der Pille aufheben.

Siehe hier:

Wahrscheinlich ist das Risiko, dass die Pille ihren Geist aufgibt, weil frau gleichzeitig ein Antibiotikum nimmt, sehr viel geringer als bei einem satten Durchfall, wie ihn frau jeder Virusinfekt im Magen-Darm- Trakt bescheren kann.

Nachfolgend ein paar Zitate zum Thema:

1. Allgemeines:

Mit Ausnahme von Einzelfallberichten gibt es kaum Hinweise darauf, die die Beeinträchtigung der kontrazeptiven Sicherheit hormonaler Verhütungsmittel signifikant belegen. Epidemiologische Untersuchungen gaben für die meisten häufig verordneten, oralen Antibiotika keine signifikanten Unterschiede in der kontrazeptiven Sicherheit. Es gibt jedoch keine prädiktiven Faktoren, die es erlauben, Frauen mit erhöhtem Risiko, dass die hormonale Kontrazeption versagt, aus der Gesamtpopulation herauszufiltern.

D.h. das Hauptproblem ist, dass es keine Vorhersagefaktoren gibt, die helfen könnten, Risikofrauen gezielt anzusprechen und zu beraten. Deshalb wird die große Keule ausgepackt und klar gestellt, dass frau, wenn sie die Pille nimmt und eines Antibiotikums bedarf, in jedem Fall noch eine zweite, nicht-hormonale Verhütungsmethode benutzen sollte, im Normalfall das Kondom.

2. Penicilline

Oxacillin und Dicloxacillin könnten möglicherweise ein erhöhtes Risiko hinsichtlich des Pillenversagens haben.

Aufgrund des breiten Wirkungsspektrums der Aminopenicilline ist damit zu rechnen, dass die Darmflora stärker beeinträchtigt wird als bei Schmalspektrumwirkstoffen, damit ist zumindest theoretisch die Möglichkeit gegeben, dass der enterohepatische Kreislauf der "Pillenhormone” empfindlich gestört werden kann. Durch Bacampicillin wird die Darmflora kaum gestört, da das wirksame Ampicillin erst nach der Darmpassage aus dem Ester frei gesetzt wird.

Aminopenicilline sind Ampicillin, Amoxicillin, Bacampicillin. Es gibt noch ein paar andere, aber die werden in Mitteleuropa eher selten verwendet. Die Kombinationen Amoxicillin/Clavulansäure oder Ampicillin/Sulbactam müssen in die gleiche Risikoklasse einsortiert werden.

3. Cephalosporine und Makrolide (siehe 1.)

Für Cefuroximaxetil und Verwandte, für Erythromycin und Verwandte gibt es keine Hinweise, dass das Risiko des Pillenversagens höher ist als die normale Versagerquote der Methode.

4. Tetrazykline

In einer Studie an 7 gesunden Frauen wurden nach 24 Stunden und nach 5-10 Tagen einer Behandlung mit 500 mg Tetracyclin alle 6 Stunden keine Veränderungen in den Konzentrationen der kontrazeptiven Hormone gefunden. In einer epidemiologischen Erhebung über einen Zeitraum von 11 Jahren wurden im Zusammenhang mit einer Tetrazyklintherapie (Doxycyclin, Oxytetracyclin, Chlortetracyclin, Tetracyclin) 1,75 ungewollte Schwangerschaften auf 10.000 Verordnungen beobachtet, der Prozentsatz des Versagens der kontrazeptiven Sicherheit ist damit nicht höher als die "normale” Versagerquote.

Tetrazykline galten über lange Zeiträume als die Verursacher ungewollter Schwangerschaften ... die Daten sprechen nicht gerade dafür. Aufgrund ihres breiten Spektrums haben sie jedoch wahrscheinlich erheblichen Einfluss auf die Darmflora, deren einwandfreie Funktion für das Funktionieren der modernen niedrig dosierten Pillen nicht unwichtig ist.

6. Cotrimoxazol

2 Einzelfallberichte mit Trimethoprim und 5 mit Cotrimoxazol über ungewollte Schwangerschaften, aber andererseits Nachweis, dass TMP den Metabolismus von Ethinylestradiol hemmt und höhere Plasmakonzentrationen des Östrogens gemessen wurden.

Das ist ja nun ganz wirr, aber der Anstieg der Östrogenkonzentration ist wahrscheinlich eine Stelle hinter dem Komma. Hier ist Vorsicht empfehlenswert.

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Studien, die die eine oder andere Pille unter Antibiotikagabe untersucht haben. In den meisten Fällen wurde kein Anstieg der Hormone gefunden, die für die Auslösung eines Eisprungs zuständig sind und deren Gipfelbildung durch die Pille unterdrückt wird. Das schließt ein Unsicherwerden weitestgehend aus, so lange kein Durchfall dazu kommt.

Warum ist der Durchfall so problematisch?

Die Pillenhormone werden in der Leber inaktiviert, u.a. durch Bindung an organische Säuren. Ein Teil dieser Säureverbindungen wird über die Galle in den Darm ausgeschieden. Die Bakterien im Dickdarm spalten die Verbindungen auf und das wieder aktive Hormon wird aus dem Darm wieder in den Körper aufgenommen. Diesen Vorgang nennt man enterohepatischer Kreislauf, also eine Rezirkulation zwischen Darm und Leber. Dieser enterohepatische Kreislauf ermöglicht es, die modernen niedrig dosierten Pillen ohne Wirksamkeitsverlust zu bauen. Wenn der wegen Durchfalls nicht mehr funktioniert, wird die Pille unsicher!

Als Faustregel kann wohl gelten, dass bei allen Antibiotika, die mindestens gelegentlich, d.h. jeder 1000. bis jeder 100. Patient hat das Symptom während der Behandlung, Durchfall auslösen, Vorsicht angesagt ist. Also bitte, Beipackzettel vor dem Wegwerfen lesen. Bei diesen Wirkstoffen sollte in jedem Falle nichthormonal zusätzlich verhütet werden. Wer unter einem Antibiotikum erbricht (v.a. im Bereich bis zu drei Stunden nach Einnahme der Pille), der sollte auch nichthormonal in dem betroffenen Zyklus verhüten. Minipillen (reine Gestagene) sind wahrscheinlich anfälliger als Mikropillen (Kombination aus Estrogen und Gestagen), so dass hier aus Sicherheitsgründen immer eine zweite Verhütungsmethode benutzt werden sollte.

Ansonsten sollte frau abwarten, ob in der Einnahmepause der Pille die Entzugsblutung einsetzt. Wenn nicht sollte frau in jedem Falle zum Arzt gehen und den Fall klären lassen. Denn wenn eine Schwangerschaft eingetreten ist, sollte frau die Pille möglichst schnell nicht mehr einnehmen.

Wer "neumodisch" hormonal verhütet (Implantat, Pflaster, wahrscheinlich auch Nuvaring), muss die gleichen Vorsichtsmaßnahmen beachten, wie Pillennehmerinnen. Bei der Hormonspirale bleibt auf jeden Fall die mechanische Wirkung der Spirale übrig, es kann also nur ein bisschen unsicherer werden, wenn überhaupt."

Lne-Txom-xB


@vaumi

hast du ja toll wo abgeschrieben, die Mühe hättest du dir aber sparen können.

Zum Sailor: nimmt (nahm) den deine partnerin überhaupt die pille.

grundsätzlich ist es schon möglich, daß ein Antibiotikum die Wirksamkeit herabsetz, allerdings ist das sehr sehr selten.

Und was genau meinst du mit Tage verschieben: nach der letzten Pille kam keine Absetzblutung(=Tage), oder nahm sie die Pille gar nicht und jetzt kommt die (echte) Regel nicht...?

und kurz und deutlich: Nein Antibiotika können nicht die Regel nicht verschieben, außer es ist eine Schwangerschaft eingetreten, aber dann verschiebt ja nicht das AB die Regel, sondern die Schwangerschaft...

LG Tom

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