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Sexuelle Entwicklung oder wie man das Pferd von hinten aufzäumt?

R@ajMerc)haxnt


Früher war alles besser. Bla. War es nicht. Es war anders.

Meine sexuelle Sozialisation zB hat in den 90ern stattgefunden. Wir hatten kein youporn und deswegen auch keine Idee, was Sex alles zu beinhalten hat. Wir hatten die Bravo, die mir einen dauerhaften Junggfrauenkomplex eingebaut hat ("eine falsche Bewegung, und die Frau ist lebenslang traumatisiert. Besser mal lassen"; zum Glück sinkt mit steigenden Alter die Wahrscheinlichkeit der Unberührtheit potentieller Bettgefährtinnen), und wir hatten Pornohefte, aus denen erkennbar war, wie es die Profis machen ("Susi mag Sperma und ist immer empört, wenn die Männer nicht in ihren Mund spritzen"). Irgendwie haben wir alle unseren Mittelweg gefunden.

Und heute? Gibts halt youporn. Das ist keine Nemesis, sondern eine Aufgabe. Wo man früher gesagt hat "Und wenn Mann und Frau sich ganz doll liebhaben, kommt ein Kind" und das später ergänzt hat mit "Und wenn sie dann auch noch ein Kondom nehmen, werden sie auch nicht krank und leben länger" kommt heute halt dazu "und nicht alles, was du in Internet angucken kannst, ist das Plansoll für die ersten drei Monate." Klassische Erziehungsaufgabe.Wer Finn-David und Emma-Sophie das nicht erklären kann, hätte besser mal die Fortpflanzung unterlassen.

M=adame) Chaxrenton


@ RajMerchant

:)^

zluendsmtopfxf


Klassische Erziehungsaufgabe.Wer Finn-David und Emma-Sophie das nicht erklären kann, hätte besser mal die Fortpflanzung unterlassen.

Glaubst du ernsthaft, dass Kinder, die in der Startbox des sexuellen Lebens stehen und ungeduldig mit den Hufen scharren, den iPod-Kopfhörer aus dem Ohr nehmen, wenn ihre Erziehungsverpflichteten einen Vortrag über Pornos halten wollen?

Vielleicht sollten Pornos wie Kippenschachteln einen einschlägigen Warnhinweis tragen.

W0oulfg<axng


Kippenschachteln einen einschlägigen Warnhinweis tragen.

Ja, genau! Z. B. so:

"Vom Ornanieren bekommen Sie Rückenmarkschwund!"

oder

"Wixxer erkennt man an den roten Augen!"

Ich weiss, wie man onanieren schreibt

shensiBbelmaxn


Ich glaube noch nicht mal, dass das überhaupt funktionieren würde, alles nach einer starren Vorlage nachzuspielen.

Deswegen stimme ich hier zu

Ich habe im Grundschulalter das erste mal einen James Bond-Film gesehen und bin weder Superschurke noch Geheimagent geworden

Das Nachmachen wollen, was andere Vormachen, scheint beim Menschen ziemlich stark verwurzelt zu sein und wird oft auch gar nicht bewusst wahrgenommen. Da läuft Vieles im Unterbewusstsein ab. Nach diesem Prinzip läuft auch (erfolgreiche) Werbung. Und es geht dabei gar nicht um das 1:1, sondern mitunter nur um die Handlungsprinzipien.

Das Verhalten z.B. eines James Bond, eines Rambo, Shaolin-Mönchs, eines Jedi-Ritters, eines Supermans, eines Spidermans oder eines Terminators spiegelt sich dennoch im Verhalten oder in den Ansprüchen von Menschen wieder- die Entwicklung des Bestrebens ein anerkannter Held zu werden wird durch solche Filme bei nicht wenigen Menschen verstärkt (nein nicht verursacht)- und wenn es nur das Bedürfnis nach beruflicher Karriere verstärkt. Dazu muss man noch lange kein Geheimagent werden. Ich würde das auch nicht immer und in jedem Fall negativ bewerten.

Mitunter treibt aber gerade das Filmwesen seltsame "Blüten"... ]:D. Nein, der Pornofilm ist da nicht besser oder schlechter als viele andere Dinge im Filmleben.

Mensch sollte sich nur bewusst sein, dass Filme eben auch suggestiv/manipulativ wirken können (bei jedem Menschen unterschiedlich stark). Der Fimproduzent kann das "ausnutzen" und der Konsument kann darauf "reinfallen". Letztendlich muss jeder Mensch selbst abwägen.

Für mich ist und bleibt die Filmwelt eine ziemliche Parallelwelt- eben virtuell.

Z&wergtkerr5oristixn


Ich möchte gern noch nachreichen: Natürlich meine ich nicht ausnahmslos alle ;-)

Zum Vergleich mit dem James Bond Film: Kindern "gut und böse", "richtig und falsch" bzw. "wahr und falsch" beizubringen findet sehr viel früher statt nämlich in einem Alter in dem die Zwerge noch an Muttis/Vatis Lippen kleben wenn die was erzählen.

Meine Jungs sind 4 und 6. Ich erkläre und sie hören zu. Manchmal bleibt sogar hängen was ich sage.

Meine Mädchen sind 13 und 16. Beide wurden/werden recht frei erzogen und es gibt nichts worüber ICH nicht mit ihnen reden würde. Dennoch ist meine Kurze jetzt in dem Alter wo sie noch nichts von mir darüber wissen will und meine Große ist in dem Alter wo die Alte eh nur labert und es eine Frage der Teenieehre ist dagegen anzustänkern ;-)

Ich glaube Sex (wohlbemerkt Sex, nicht Beischlaf) ist nicht so das Thema für den Kaffeetisch bei Muttern oder?

Zwergi

s}anide&ume)l


Ich glaube Sex (wohlbemerkt Sex, nicht Beischlaf) ist nicht so das Thema für den Kaffeetisch bei Muttern oder?

deswegen wurde ich von meinem Vater mit dem Thema auf einer Autofahrt überfallen, wo nur wir beide im Auto saßen und ich nicht fliehen konnte ]:D

K$itsujnxe


geschickte strategie.

ich kann Raj nur mal wieder applaudieren :)=

und nicht wirklich mitreden, ich bin weiblich und recht unschuldig in der theorie, aber dafür sehr offen in dre praxis sexuell sozialisiert worden.

das einzige, was mich mal irritiert hat, was eine busfahrt mitm schulbus, in der eine zwölfjährige sich mit einetr klassenkameradin unterhalten hat und meine "aber sie liebt ihn" und ich dachte mir: wovon reden diese mädchen da eigentlich? wissen die doch gar nicht wirklich.

Ekhemali;gerd NutzeRr (#p699n2x8)


Ich denke auch, der Eindruck täuscht. Ich bin nun vierundzwanzig Jahre alt, kein Teenager mehr, aber nun auch noch nicht in einem Alter, in dem die Teenager von heute meine Kinder sein könnten. Auch meine Generation hatte jede Menge "Material" zur Verfügung, wenn sie denn wollte, und auch uns hat man Sodom und Gomorra gescholten. Weder hatten wir alle mit zwölf Jahren bereits unser erstes Mal, noch haben wir uns dann wenige Jahre später zum tabulosen Gruppensex gesteigert. Ich denke nicht, dass binnen der letzten zehn Jahre ein solcher Umschwung stattgefunden hat. Zwar habe ich nicht solchen Einblick in die Teenager von heute, ich bin immerhin kein Altersgenosse mehr. Aber ich habe Zweifel daran, dass die Pärchen, deren Hände sich gaaanz langsam aneinander herantasten und schließlich unter leichtem Erröten und Gekicher zueinander finden, im dunklen Kämmerchen Deep Throat betreiben. Die werden es in der Mehrheit auch nicht anders machen, als wir es getan haben: Langsam, neugierig und aufgeregt. ;-)

sDeknqsibexlman


Weder hatten wir alle mit zwölf Jahren bereits unser erstes Mal, noch haben wir uns dann wenige Jahre später zum tabulosen Gruppensex gesteigert. Ich denke nicht, dass binnen der letzten zehn Jahre ein solcher Umschwung stattgefunden hat.

Änderungen sind diesbezüglich nicht absolut, sondern in der Regel nur statistisch nachweisbar. Sicherlich wird sich trotz allem ein erheblicher Anteil an Teenies nicht dem Filmwesen (und schon gar nicht in vollem Umfang) nacheifern. Dennoch gibt es statistisch gesehen Verhaltensänderungen, die durch das Filmwesen beeinflusst sind.

A|ußenHdienJst


Irgendwas ist immer... ;-)

Wer heute 60 bis 70 Jahre alt ist, wird wahrscheinlich der Zeit hinterhertrauern, als man sich noch "vorwärts" entwickelt hat und zudem auch "langsam", und nicht mit 14 seine ersten Erfahrungen sammeln musste (Schon klar, man muss eigentlich gar nichts, aber irgendwie wird bei dem Thema doch immer der Eindruck erweckt, dass Jugendlichen durch Fernsehen, Internet oder die Gesellschaft zu Dingen gezwungen werden, die sie sonst einfach nicht machen würden. Ob das jetzt Sex mit 14 Jahren ist oder Sexualpraktiken für Fortgeschrittene).

Zurück zu den 60- bis 70- jährigen. Man hatte noch unendlich viel Zeit, sich einander anzunähern, konnte erstmal in Ruhe feststellen, ob man sich wirklich liebt und dann gemeinsam der Hochzeitsnacht entgegen fiebern (und sie dann auch vollziehen |-o ).

aqfrxi


Man hatte noch unendlich viel Zeit, sich einander anzunähern, konnte erstmal in Ruhe feststellen, ob man sich wirklich liebt und dann gemeinsam der Hochzeitsnacht entgegen fiebern

Und, war das besser oder schlechter, als es heute ist?

Ich bin zwar zwischen diesen Extremen alt (nämlich 42), aber da ich schon immer meinen eigenen Kopf hatte und ihn zu benutzen wusste, habe ich bewusst entschieden, nicht bis zur Hochzeit mit Sex bzw. GV zu warten. Das war Mitte der 80er Jahre und es war gut so [tm]. Hätte ich meine eine Ex geheiratet, um danach zu sehen, wie wenig Libido sie hat, ich hätte eine Menge Ärger und Kosten am Hals gehabt, sie wieder loszuwerden. So habe ich mir die Kosten gespart und nur den Ärger mitgenommen.

Hier im Haus sind bzw. waren drei Kinder, alle haben ihre sexuellen Erfahrungen nicht mit 14 gemacht (so glaube ich zumindest), sondern später. Bei einem weiß ich es genau, da mit Ankündigung und dass gefälligst keiner daheim zu sein hat wg. erstem Mal und so. Da war er fast 16. Zu früh? Mitnichten. Zu früh hatte er anzügliche bis widerliche Bilder auf seinem Rechner, und zwar mit 12 oder 13. Sein Umfeld kennend habe ich mir zwar Gedanken, aber keine Sorgen gemacht. Mit Sexualität sind die Kinder offen, aber nicht aufdringlich aufgewachsen. Sie hatten ihre Freiheiten (Rechner mit Internet im Zimmer) und haben sie verantwortungsvoll genutzt. Sie wissen, dass die Eltern sexuelle Wesen sind und das auch leben, somit haben sie zu klopfen wenn sie bestimmte geschlossene Türen vorfinden und sie haben das stets beachtet.

Lange Rede, der kurze Sinn: die 18-20-jährigen Kinder hier bei uns sind im youporn-Zeitalter aufgewachsen und haben dennoch keine bleibenden Schäden erlitten. Bei anderen mag das nicht so sein, aber dann stellt sich wie immer die Frage, wie die Eltern sowas handhabten und warum eine Vernachlässigung stattfinden konnte. Nur sehe ich keine dreizehnjährige Schwangere weit und breit, also sieht es doch so aus, dass die sexuelle Entwicklung (topic) planmäßig verläuft, oder? Mir kommt es eher andersherum vor, also dass immer später wirklich mit Sex begonnen wird, als früher (früher meint bei mir: 70er oder 80er Jahre).

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