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Missbraucht, kann man trotzdem Spaß am Sex erlernen?

Ynxant%h4y[mr hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Also folgendes:

meine Freundin (30) und ich (auch 30) sind nun seit 5 Jahren ein Paar und an sich ist auch alles bestens – bis auf den Sex.

Hintergrund ist, dass meine Freundin als Kind von einem Verwandten (Onkel) missbraucht wurde, was damals von ihrer Familie ihr nicht geglaubt wurde und heute wahrscheinlich auch nicht, zumal der Onkel mittlerweile nicht mehr lebt und die Sache somit auch nicht aufgearbeitet werden kann.

Resultat davon ist, dass meine Freundin generell von sich aus fast nie Sex möchte. Wenn alles Optimal stimmt, können wir auch Sex haben, aber selbst dann ist sie dabei vollkommen passiv, auch wenn es ihr dann nach ihrer Aussage gefällt. Meist aber (so etwa 4 von 5 mal) bekommt sie schon beim Vorspiel eine Blockade und es geht gar nichts mehr. Deswegen macht sie sich auch immer selbst Vorwürfe, dass sie mich daurch so enttäuschen würde. Ich selbst dränge sie auch nicht oder beschwere mich darüber, weil es ist ja nicht ihre Schuld und mit Druck würde die Situation sich auch nicht verbessern. Aber glücklich sind wir in dieser Hinsicht beide damit nicht und suchen nach möglichkeiten, wie wir damit besser umgehen können.

Sie macht seit mehreren Jahren eine Therapie und kann auch mittlerweile darüber reden, aber in der Praxis hat das beim ausleben der Sexualität nichts gebracht. Zudem nimmt sie auch noch phasenweise ein Antidepressivum, das als mögliche nebenwirkung eine Senkung der Libido hat (andere Antidepressiva hat sie nicht vertragen, haben wir schon getestet).

Hat jemand irgendwelche Ideen, wie man an dieser Situation arbeiten und es irgendwie verbessern kann?

Und hat vielleicht irgendwer selbst Erfahrung, wie man bei einer solchen vergangenheit (ist ja leider nicht so selten) irgendwie eine für beide Partner erfüllende Sexualität "erlernen" kann?

Grüße

Antworten
RGotFnasxe


Natürlich kann man, nur ist es dorthin für viele ein längere Weg als das Leben lang ist. Zusammen mit der Depression solltest du dir keinen Illusionen hingeben und dich darauf einstellen, daß es nicht besser wird, eher schlechter. Wenn du damit leben kannst, wunderbar. Kannst du damit nicht leben, solltest du dich ernsthaft fragen, ob du dein Glück ihrem Unglück sinnlos opfern willst – weil besser machst du ihre Lage damit nicht. Harte Zeiten stehen dir bevor. Die einfachste Lösung ist sicher dir einzugestehen, daß du dieser Lage nicht Herr wirst und aussteigst bevor noch mehr Schaden angerichtet ist. Oder du kannst weiter träumen, hoffen und verzweifeln.

EQinTManZn65


Schwierig!!! Doch wenn du ganz viel Geduld hast und sie bestätigst, nicht drängst, kann sie auftauen. Erfolg ungewiss. Wäre aber sehr selbstlos und grossartig von dir. Wenn du aber mehr an dich denken möchtest/musst, dann trennst du dich. Und hinterlässt einen noch grösseren psychsischen Scherbenhaufen bei ihr. Verdammt schwer!!

LgadyxSue


Vergewaltigung ist seelischer Mord!

Es ist in der Tat sehr schwierig und ich muß den beiden Vorschreibern zu großen Teilen Recht geben.

Aber du solltest die Flinte doch nicht zu früh ins Korn werfen, obwohl Du bisher ja schon eine gute Ausdauer bewiesen hast.

Vlt hilft Deiner Freundin einfach auch mal ein anderer Therapieansatz, erkundigt euch nochmal, ob es da was geben könnte – vlt auch mit Hypnose oder sonstwie.

Folgenden Satz entnahm ich aus einem anderen Faden, geschrieben auch von einer vergewaltigten Frau – der Euch Mut machen soll:

Zitat:"Doch jetzt habe ich den Mann meiner Träume, der mir gezeigt hat das Sexualität etwas wunderschönes sein kann, und das für mich ein Leben ohne Zärtlichkeit nie wieder lebbar sein wird......Aber es hat wirklich lang gedauert! Aber jeder Tag kämpfen hat sich gelohnt!"

Ich schick Dir ne PN.

cGh9uxchi


Doch jetzt habe ich den Mann meiner Träume, der mir gezeigt hat das Sexualität etwas wunderschönes sein kann, und das für mich ein Leben ohne Zärtlichkeit nie wieder lebbar sein wird......Aber es hat wirklich lang gedauert! Aber jeder Tag kämpfen hat sich gelohnt!

das kann ich so bestätigen, wort für wort. (bis auf das mit dem mann der träume. aber er hat es mir trotzdem gezeigt :-D )

Ymxant@hxymr


Ich danke schon mal für Eure Beiträge. Da ich wußte, worauf ich mich einlasse, werde ich sicher nicht so einfach die Beziehung aufgeben, weil der Sex nicht stimmt. IMHO ist Sex das Sahnehäubchen auf dem Kuchen der Liebesbeziehung, aber der Kuchen schmeckt mir auch ohne Sahne.

Ich weiß, dass der Weg sicher schwer ist und auch sein wird, aber ich denke, dass man daran arbeiten kann.

LG & Gute Nacht

K"urt


Resultat davon ist, dass meine Freundin generell von sich aus fast nie Sex möchte. Wenn alles Optimal stimmt, können wir auch Sex haben, aber selbst dann ist sie dabei vollkommen passiv, auch wenn es ihr dann nach ihrer Aussage gefällt.

Das würde ich so nicht einfach behaupten ... es gibt genügend Frauen, die auch ohne diese Vorgeschichte eine schwache Libido haben, (fast) nie selber beginnen und beim Sex, egal wie gut er gefällt, (fast) nicht aktiv sind ...

Aber egal, weshalb es bei ihr so ist, Du musst damit rechnen, dass sich das bei ihr nie ändert ...

Meist aber (so etwa 4 von 5 mal) bekommt sie schon beim Vorspiel eine Blockade und es geht gar nichts mehr.

Hier hingegen sehe ich gute Chancen, dass sich das verbessert, aber das geht nur sehr langsam und nur mit der richtigen Therapie ... und die richtige zu finden, ist noch einmal eine Herausforderung.

Wichtig und sehr positiv finde ich, dass sie sich überhaupt auf eine Therapie einlässt.

Es gibt genügend, die sich dann an den Partner hängen und sich erhoffen, von ihm therapiert zu werden ... das funktioniert aber in der Regel nicht ... und es belastet nur unnötig die Beziehung.

Also ... unterstütze sie darin, ihre Therapie weiter zu machen und ggfs., wenn über längere Zeit keine weitere Besserung erfolgt, auch den Wechsel des Therapeuten in Betracht ziehen.

IMHO ist Sex das Sahnehäubchen auf dem Kuchen der Liebesbeziehung, aber der Kuchen schmeckt mir auch ohne Sahne.

Ich glaube Dir, dass Du das meinst und ich glaube auch, dass Du diesen Thread nicht geöffnet hast, weil der wenige Sex für Dich unerträglich ist.

Aber offensichtlich gibt es eine größere Differenz zwischen den Bedürfnissen und sie belastet die Beziehung, sonst hättest Du hier nicht geschrieben ... und Du wärst nicht der Erste und sicher auch nicht der Letzte, der irgendwann doch mal die Nase gestrichen voll davon hat, Jahr um Jahr darauf zu hoffen und zu warten, dass sich ein Sexualleben entwickelt, dass beidseitig befriedigend(er) ist.

Aber wie oben geschrieben ... die Differenz wird (ziemlich sicher) bleiben und damit dauerhaft leben ist nicht einfach.

Du sagst, Du drängst sie nicht, und beschwerst Dich nicht ... aber schon die Tatsache, dass Du mit ihr Sex wolltest und sie eine Blockade bekam, baut bei ihr Druck auf ... und das verstärkt das Problem.

Wenn Du den Satz oben ernst meinst ... Sex "nur das Sahnehäubchen" ist, dann versuch mal ganz darauf zu verzichten ...

Das heißt, immer und jeder Zeit viel Zärtlichkeit und auch soweit, dass es eigentlich schon ein Vorspiel ist ... aber dann eben keinen GV (oder was sie sonst noch blockieren lässt)

Belasse es dabei nur genau soweit zu gehen, dass sie keine Blockade bekommt.

Für die Befriedigung kann man (je nachdem eben beide) auch selber sorgen oder gegnseitig manuell bzw. oral ... das hängt dann ganz vom Bedürfnis ab ... und vor allem, was geht, ohne zu triggern.

Sinn der Sache ... die Frustration nehmen, wenn sie bei intensiverer Zärtlichkeit (also "drohendem" Sex/GV) blockiert, weil sie nicht nur durch Worte, sondern auch durch Praxis verinnerlicht hat, dass Du zufrieden damit bist ... damit könntest Du den (von Dir ja gar nicht gewollten) Druck noch abbauen und die Situation gesamt verbessern.

K&aesaehxoch


Sei doch mal geduldig und Trenn dich bloss nicht javascript:e(' :)* ')von ihr nur zusammen seit ihr stark sei doch mal verständnisvoll !!

A\ndilf[rexak


ohne professionelle Hilfe wird man nie da herauskommen. Zu tief sitzen diese traumatischen Erlebnisse. Es kann auch jederzeit einen 2Flash-back" geben, also sich eine Situation ergeben, die das Unterbewusstsein an die Missbrauchssituation erinnert und plötzlich ist alles gegenwärtig.

pIatteN duV chaxt


professionell hilfe hin oder her, sie kann helfen und unterstützen, ist aber nicht alles.

Ich kenne welche, die nach 20 Jahren Therapie immer noch Single sind und keinen Mann näher als 1 m an sich heranlassen können.

Dann kenne ich Opfer, die dank Therapie in einer Beziehung "funktionieren".

Wenn der Partner der wirklich richtige ist, kann man meiner Erfahrung auch als Opfer lernen, Sex zu mögen.

Hab dir ne PN geschickt.

czhuris_%goxe


Hallo!

Ich wurde missbraucht, als ich 15 Jahre alt war. Ich hatte damals das Glück, einen guten Freund/Bekannten zu haben, mit dem ich darüber reden konnte. Mir hat allein das immer wieder drüber reden geholfen, das Geschehene zu verarbeiten. Er hat mich wieder aufgebaut. 100%ig vergessen kann ich es aber nicht. Es gibt immer mal momente, da schrecke ich zusammen. Z.B. wenn ich alleine unterwegs bin und Schritte hinter mir höre.

Bei deiner Freundin dauert es vielleicht noch etwas mit dem Verarbeiten. Aber es ist doch ein Anfang, dass sie mittlerweile darüber reden kann. Möglicherweise ist es schwieriger, wenn jemand als Kind missbraucht wurde. Aber da kann und möchte ich mich nicht zu äußern.

Ich wünsche euch jedenfalls viel Kraft.

Chris

tdheenverllost


Da, wie Du schreibst, ihr ja ab und an Sex startet, zumindest das Vorspiel, könnte es meines Erachtens nicht schaden, wenn Du dabei mal einiges ausprobierst. (Will Dir nicht unterstellen, dass Du das nicht schon getan hättest). Ich meine damit:

Stell Dir zunächst mal so einen Missbrauch durch den Onkel vor, wie das hätte ablaufen können. Mit Sicherheit hatte das nichts mit Erotik und Liebe zu tun, sondern es war bestimmt einfach nur ein Drang, den der Onkel alsbald loslassen wollte und ein Mädchen – Deine heutige Partnerin – dafür "schnell verwendete" –> also im wahrsten Sinne des Wortes missbrauchte (entschuldige bitte die Ausdrucksweise). Stell Dir weiter vor, wie das abgelaufen sein könnte. Du weißt von Deiner Partnerin, dass sie missbraucht wurde, weisst Du evtl auch wie? Ich frage dich dies deshalb, weil ich vermute, dass sie vielleicht nicht wegen Sex allgemein zumacht, sondern eventuell während Eurem Sex viele Redundanzen und Erinnerungen sieht. Vielleicht war das Schema des Onkels immer dasselbe, vielleicht in ihrem Bett, vielleicht erinnert das Umfeld während Eurem Sexvorhaben zuviel an damals, vielleicht auch Deine Vorgehensweise.

Nun, worauf ich hinaus will, probiere aus, was alles bei Eurem gemeinsamen Vorhaben möglich wäre, z.B. mal an ungewöhnlichen Orten, Kerzen, ruhige Musik, Verwöhnspiele in anderen Körperregionen, mal einfach nur ein etwas ausgedehntes und anderes Vorspiel – und dann kneifst Du Dir vielleicht einmal die Backen zusammen bevor sie das tut, und machst nicht weiter, mal sehen wie sie darauf reagiert. Dann wirst Du bemerken, ob Sie weitermachen will, und wenn sie dann noch frägt, was los ist, lässt Dir eben was geduldiges einfallen, z.B. dass Du grad nicht mehr willst oder so. Jedoch darfst Du ihr nicht sagen, dass Du sie nicht verletzten willst – dass könnte ein Schuss nach hinten sein und sie will gar nicht mehr.

Oder lasst Euch mal gemeinsam auf andere Wege bringen – besucht GEMEINSAM mal eine Tantramassage, zieht Euch einen Porno rein, schaut Sexkalatoge durch und kauft Euch "Spielzeug". Spricht offen miteinander über Sex, vielleicht auch mit vertrauten Pärchen.

Sei "kreativ", teste aus... nur Mut, gehe aber nicht zu weit, nicht häufiger als zuvor...

Warum ich dies schreibe: ich übermittle Dir und dem Rest der Community nur das, was ich selbst schon bewerkstelligt habe:

Als ich Anfang der 90er ~19 war, hatte ich eine 2 j. jüngere Freundin, die mir selbiges [es war aber der Vater] auch nach langem Abweisen und drumrumtrucksen anvertraut hatte – wir hatten erst nach 1 Jahr "richtigen" Sex und ich war letztendlich 5 Jahre mit ihr zusammen. Ich redete mit ihr ausführlich darüber, als ich es erfuhr, und mir war klar, dass ich nicht gleich in Sachen Sex, Zärtlichkeiten, ... alles abverlangen kann. Mein Vorteil war, dass ich von ihr erfuhr, wann, wo und wie der Vater sie missbraucht hatte. Das hieß, ich musste drauf schauen, dass in denselben Situationen (zeitlich, räumlich) sowie auf die selbe Art ich kein Sex mit ihr beginnen sollte. Es hieß auch, immer abwechslungsreich zu sein, da der Vater immer dieselbe Art hatte. Sie sollte von mir eine verständnisvolle, abwechslungsreiche, bedarfsgerechte und harmonische sexuelle Befriedigung bekommen. Auch ich habe für mich selbst in dieser Zeit viel dazugelernt, die Sensibilität und das Wahrnehmen des eigenen Körpers und dessen der Partnerin, viele neue Empfindungen und so. Nach einigen Jahren, gegen Ende unserer Beziehung hat sich ihr Sexverlangen durch unser dann erfülltes Sexleben wohl "normalisiert". Es hat bei mir nichr den Eindruck hinterlassen, als dass sie nur weiterhin verdrängt hat – sondern durch die Vielfalt und neuen Erfahrungen über ihr früher Erlebtes endlich hinwegschauen konnte und ihre so "erlernte" Lust am Sexleben genoss. Wir haben uns dann irgendwann aber doch getrennt und sie hatte gleich einen anderen Partner für nur kurze Zeit :-p ich aber auch..., wir treffen uns als zufällig noch und plaudern dann über die "alten Zeiten", sind aber seit längerem jeder für sich verheiratet)

Na dann mal viel Glück und Euch eine harmonische und in jeglicher Hinseicht erfüllte Beziehung

vZeleverext


@ theeverlost

Wow, das finde ich echt cool, wie du das gemacht hast. Das zeugt von sehr großem Einfühlungsvermögen, das leider nicht alle Männer haben.

Sehr schöne Antwort. Die beste, wie ich finde. :)

SAalv)adixer


Das würde ich so nicht einfach behaupten ... es gibt genügend Frauen, die auch ohne diese Vorgeschichte eine schwache Libido haben, (fast) nie selber beginnen und beim Sex, egal wie gut er gefällt, (fast) nicht aktiv sind ...

Kann ich bestätigen, bei mir und meiner Freundin ist das genau so.

Manche Frauen sind einfach so, dass sie sich schlecht dem Partner in der Hinsicht öffnen können und aktiv werden.

Sei doch mal geduldig und Trenn dich bloss nicht von ihr nur zusammen seit ihr stark sei doch mal verständnisvoll !!

Das ist meiner Meinung nach immer leicht gesagt. :-)

Du meintest ja, dass dir der Sex nicht so wichtig ist und dann ist Trennung ja auch keine Frage oder? =)

ABER wenn es dich irgendwann doch stark belasten sollte kannst du auch stark daran kaputt gehen, spreche da aus Erfahrung :-/

Das solltest du dann nicht zulassen.

Sonst einfach viel Geduld. Kuscheln, Streicheln...sie muss sich ja auch gut bei dir fühlen oder?! :-D

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