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Sadismus/ Masochismus, wie funktioniert das überhaupt?

a'be+lkain hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich brauche ein paar Gedankenanstöße. Ich sehe mich selber als sado-masochistisch veranlagt, aber ich weiß nicht, ob ichs bin oder ob man meinen Fall irgendwie anders bezeichnen würde, denn anders als viele andere Sado-Masochisten kann ich meine Vorlieben nicht in Form von BDSM oder ähnlichem ausleben. Ich versuche mal, das zu erklären:

Ich halte mich für sadistisch veranlagt, weil mich die Vorstellung, einen anderen Menschen zu quälen (psychisch u. physisch) erregt. Handelt es sich dabei allerdings um eine freiwillige Situation mit einem Menschen, der sich genau das von mir wünscht, ist jeglicher Reiz weg. Es ist okay, aber es ist nicht das, was ich mir wünsche. Die Freiwilligkeit entzieht dem jeden Reiz, denn jemandem etwas geben, was er gerne haben möchte, das ist ja nicht sadistisch, sondern im Grunde ganz nett. Und nett sein ist nun genau nicht das, was mich reizt.

Nun frage ich mich, wie das andere sadistisch veranlagte Menschen unter einen Hut bringen, denn aus offensichtlichen Gründen kann und will ich diesem Interesse nicht nachgehen.
Bin ich auch noch nie.

Ich halte mich für masochistisch veranlagt, weil ich mir wünsche, dass man mir Dinge antut, die ich nicht will. Das enthält ja schon das ganze Dilemma. Selbst, wenn ich gar nichts konkretes vorgebe, sondern jemandem lediglich die Erlaubnis gebe, mit mir zu machen, was er will, tue ich das ja immer noch freiwillig, es geschieht also genau das, was ich will, aber das will ich ja nicht!

Es gab Situationen in meinem Leben, in denen mir tatsächlich gegen meinen Willen Gewalt angetan wurde und wenn ich daran zurückdenke, dreht es mir ganz wundervoll den Magen um. Es ist genau dieses ätzende Gefühl, was mich reizt und was ich nicht erzeugen kann, denn Unfreiwilligkeit kann man ja nun einmal nicht absichtlich erzeugen.

Auch hier die Frage – wie bekommt man es hin, dass das "Spiel" einem reicht? Ich tue schon dies und das – bzw. lasse tun – und es ist im Großen und Ganzen in Ordnung, weil ich eigentlich nicht daran glaube, dass ich das irgendwie für mich befriedigender gestalten kann, aber vielleicht hat ja jemand dieses Dilemma schon gelöst oder kann mir einfach nur sagen, dass ich damit nicht allein bin oder vielleicht bin ich es ja und andere haben diese unerfüllten/unerfüllbaren Sehnsüchte nicht. Ich fänd einfach alles interessant, was euch dazu einfällt.

Antworten
B^rytRtyxs


Finde ich sehr interessant, was du da thematisierst. Ich selbst kann ebenfalls beiden Seiten etwas abgewinnen und bin auch zwiegespalten. Einerseits möchte ich eine devote Partnerin, mit der ich machen darf, was ich will, also auch Dinge, die ihr nicht gefallen, was sich allerdings nur schwer mit einer Liebesbeziehung vereinbaren lässt. Denn andererseits will ich ihr auch nicht ernsthaft schaden, sie wirklich brechen, sie unglücklich machen, sondern schon irgendwie, dass es ihr auch gefällt. Aber eben nicht von Anfang an. Das ist quasi unser Mittelweg: Wenn sie darum bettelt, bestraft zu werden, gibt mir das nichts, weil ich dann ja – wie du auch schriebst – im Grunde das tue, was sie will und dass ist dann ja keine Strafe, sondern ein Gefallen. Deshalb, das meine ich mit Mittelweg, läuft es bei uns so, dass ich völlig freie Hand habe, es gibt kein Codewort, kein Netz und keinen doppelten Boden und zunächst überschreite ich deshalb auch Grenzen und es gefällt ihr nicht auf Anhieb. Das kickt mich dann, es darf aber nicht dabei bleiben, sondern ich will, dass es irgendwann lustvoll für sie wird. Sie muss also in der Lage sein, den Schmerz, die Scham und alles was dazu gehört, die eigentlich negativen Gefühle in positive umzuwandeln. Wäre es von Anfang bis Ende nur schrecklich für sie, hätte ich mein Ziel verfehlt. Aber sie darf eben auch nicht gleich zu Beginn begeistert davon sein.

Andererseits, und das meinst du wahrscheinlich, ist es insgesamt betrachtet dann trotzdem nur ein Spiel, denn sie willigt ja grundsätzlich schon ein und sagt mir, ja, du darfst mir weh tun. Wirklich schwierig :-/ Immer wenn man denkt, man hat es gerade und es ist sozusagen "echt", kippt es wieder und es wird einem bewusst, dass die Reinform, die einem in der Fantasie da vorschwebt, wahrscheinlich nicht ohne strafrechtliche Konsequenzen durchzuführen wäre und daher absolut tabu ist und bleiben muss.

a[b!enlkaxin


Deshalb, das meine ich mit Mittelweg, läuft es bei uns so, dass ich völlig freie Hand habe, es gibt kein Codewort, kein Netz und keinen doppelten Boden und zunächst überschreite ich deshalb auch Grenzen und es gefällt ihr nicht auf Anhieb.

Ja, so halte ich es mit meinem Partner auch, ich allerdings in der Sub-Position. Er kommt schon vor, dass mir etwas von Anfang bis Ende nicht "gefällt", aber das ist eigentlich das beste, was passieren kann, denn genau das ist lustvoll für mich. Uff, ich bekomm an der Stelle immer einen Knoten im Hirn.

Legt Deine Freundin auch Wert darauf, dass es irgendwann gut für sie wird oder liegt dieser Anspruch nur bei Dir? Ich mag es gar nicht, wenn mein Partner anfängt darauf zu achten, wie es für mich ist - das versuche ich dann immer mit devoten Gedanken "auszugleichen", indem ich mir sage: er tut, was ihm gefällt und wenn Dir das zufällig auch gefällt, dann tust Du es trotzdem nur für ihn und deshalb ist es dennoch Zwang.

Aber ja, es ist ja kein echter Zwang, genau, wie Du es sagst: "ist es insgesamt betrachtet dann trotzdem nur ein Spiel, denn sie willigt ja grundsätzlich schon ein und sagt mir, ja, du darfst mir weh tun"

Immer wenn man denkt, man hat es gerade und es ist sozusagen "echt", kippt es wieder und es wird einem bewusst, dass die Reinform, die einem in der Fantasie da vorschwebt, wahrscheinlich nicht ohne strafrechtliche Konsequenzen durchzuführen wäre und daher absolut tabu ist und bleiben muss.

Ja... :-(

dOarksoxul81


bryttys also ich bin ganz offengestanden einwenig verwirrt wie das bei euch funktioniert das es kein code wort oder zeichen oder irgendwas gibt und der active auch nicht darauf achtet wie weit er gehen darf.

das kann meiner meinung nach überhaupt garnicht funktionieren.

ich bin ja selber auch dominant sadistisch und gerade beim sm wenn es da kein code wort geben würde und ich auch nicht darauf achten würde wie weit es für mein pasive/sub erträglich ist würde ich total abheben und das würde ganz sicher dann kein gutes ende nehmen.

mich persönlich kick auch das zufügen von schmerzen ansich und das meine partnerin bereit ist diese für mich zu ertragen um meine bedürfnisse zu befriedigen ob ich nun unheimlich viel machen darf oder nur ein bisschen ist garnicht so sehr wichtig wichtig ist mir das ich bis an ihre grenzen heran komme und vieleicht hier und da mal ein bisschen darüber wenn sie das dann bereitwillig mit macht bin ich persönlich zu frieden.

und abelkain wenn es euch nur darum geht das etwas unfreiwillig geschieht seit kreative es gibt immer dinge die dem partner nicht in den kram passen die man trotzdem machen und vertreten kann, ich weiss ja nicht wie sehr es auch wirklich darum geht schmerzen zu zufügen und zu erdulden aber manchmal genüg es ja auch im anderen angst zu erzeugen und diese dann in dessen augen zu sehen (wobei dieser kick natürlich sehr vergänglich ist weil der pasive recht schnell verinnerlichen wird das die angst unnötig ist weil man es nicht bis zu letzt durch zieht und man ja auch dem pasive nicht wirklich nachhaltig schaden will) .

was euch vieleicht einen hauch von verbotenem geben könnte wären rollenspiele , wo ihr z.b. eine vergewaltigung spielt und wenn der pasive sich dann währ und widersetzt und man sich drauf einlässt kann wenn man etwas phantasie besitz zumindest ein hauch dessen entstehen was ihr sucht.

oder trag dem pasive halt auf ab einem gewissen punkt um gnade zu betteln das funktioniert dann aber nur in verbindung mit einem code wort weil sonst kannst du glaubhaft vorgespieltes betteln von tatsächlichen hilfe rufen nicht unterscheiden .

B^ryt1tyws


@ abelkain

Legt Deine Freundin auch Wert darauf, dass es irgendwann gut für sie wird oder liegt dieser Anspruch nur bei Dir?

Den Anspruch erhebe eigentlich nur ich, ich will sie irgendwann so weit haben, hat in gewisser Weise mit Macht zu tun, sie dazu zu zu bringen, etwas gut zu finden, was ihr eigentlich nicht gefällt. Schwer zu erklären :-/

@ darksoul81

also ich bin ganz offengestanden einwenig verwirrt wie das bei euch funktioniert das es kein code wort oder zeichen oder irgendwas gibt und der active auch nicht darauf achtet wie weit er gehen darf.

das kann meiner meinung nach überhaupt garnicht funktionieren.

Dass ich nicht darauf achte, wie weit ich gehe, habe ich auch nicht geschrieben. Natürlich liegt es in meiner Verantwortung, ihr nicht ernsthaft zu schaden. Wenn etwas schief ginge, wäre ich am Ende auch schuld und müsste mich verantworten. Sie legt diese Verantwortung eben ganz in meine Hände, vertraut blind.

mich persönlich kick auch das zufügen von schmerzen ansich und das meine partnerin bereit ist diese für mich zu ertragen um meine bedürfnisse zu befriedigen

Klingt im ersten Moment stimmig, aber dann taucht doch wieder die Frage auf: Erträgt sie die Schmerzen wirklich für dich oder tut sie es eigentlich, weil sie ja auch Lust daraus gewinnt und Spaß am Erdulden hat? Das ist eben so tricky daran, dass es keine einseitige Sache ist, sondern beide etwas davon haben und es dann ja kein "echter" Zwang mehr ist und auch die Schmerzen irgendwie relativiert werden, wenn dabei Lust entsteht. Dann muss sie ja nichts schlimmes aushalten, sondern bekommt genau das, was auch ihr gefällt bzw. genau das, was sie will :-/

GYürtQeltierp3x2


Boay ey. :-o Das ist harter Tobak.

ich glaube Deine Fantasie, ob jetzt mit Dir als Opfer oder Täter lässt sich nur real provozieren. Du müsstest ins falsche Viertel gehen und Augenkontakt zu den falschen Leuten suchen. Die kommen dann von allein auf die Idee Dich zu ärgern. Auf diesem Weg ist es Dein eigenes Risiko. Dir selber Opfer zu suchen ist falsch, denn Du bist wie Du selbst sagst sadistisch und nicht dominant. Das muss man aus meiner Sicht unterscheiden. Ein dominanter Mann tut was die Frau möchte, ein Sadist tut das nicht.

Ich bin dominant, aber kein Sadist. Ich mag es aber auch, von einer reiferen Frau bevormundet zu werden, bzw. ihren "Familienregeln" zu gehorchen. Ein Masochist bin ich aber deshalb nicht. Die Frau meiner Träume bestimmt über mich, dass ich derjenige bin, der sie benutzen, der sie verehren, der sie wie eine Frau behandeln soll. Die Frau meiner Träume bestimmt auch von allein dass sie mir zu Diensten ist und bietet sich mir an. Wenn sie das nicht will, passiert es nicht. Punkt.

Von daher ist in mir auch das Mitgefühl und die nötige Rücksicht vorhanden, wenn ich eine Frau vereinnahme und zu meinem Eigentum mache. Die Frau die das von mir mit sich machen lässt, will das nämlich in diesem Moment. Und wenn etwas nicht stimmt spüre ich das und reagiere sofort darauf, gegebenenfalls dann eben mit Verzicht.

Dein Schema ist ein anderes und in diesem Bereich "Partner" zu finden, das geht eigentlich gar nicht. Da gibt es keine "Partner", mit denen man etwas "zusammen" tut, es gibt nur Täter und Opfer. Von daher opfere Dich entweder selbst unter kalkuliertem Risiko, wenn Du einen Kick brauchst, oder bleib lieber gleich ganz beim Kopfkino. Werde auf keinen Fall ein Täter.

S3av"rasatxi


Ein dominanter Mann tut was die Frau möchte

Das sehe ich anders - ein dominanter Mann tut, was er möchte. Und wenn die Frau auf Dominanz steht, gefällt ihr genau das.

@ abelkain

Auch hier die Frage – wie bekommt man es hin, dass das "Spiel" einem reicht?

Ich finde - ein Schlag ist ein Schlag ist ein Schlag, man spürt ihn, auch wenn man das selbst so wollte, deswegen bleibt es aber trotzdem ein Schlag - und alles andere drumherum ist sowieso nur Theater (deswegen heißt es ja auch Rollenspiel).

Um das so zu zelebrieren, dass nun rüberkommt, dass es eigentlich nicht freiwillig ist, obwohl es ja doch freiwillig ist, müssen beide schon extrem gute Schauspieler sein. Fragt sich nur, wozu. ":/ Also wozu es gut sein soll, sich gegenseitig etwas vorzumachen, obwohl jeder vom anderen weiß, dass es nicht ernst ist (und ich finde das auch gut so).

G!ürte7lt,ier3x2


Das sehe ich anders – ein dominanter Mann tut, was er möchte. Und wenn die Frau auf Dominanz steht, gefällt ihr genau das.

Das läuft auf ein Henne-Ei-Problem hinaus, bzw. was "zuerst da war". Eigentlich eine akademische Frage, aber ich will kurz erklären warum beide Standpunkte richtig sind:

Natürlich tue ich als dominanter Mann was ich will. Aber das was ich will, das entsteht durch meinen weiblichen Gegenüber. Sie weckt meine Lust und meinen Willen zum Handeln und bestimmt auch wie ich handle. Das tut sie nicht von oben herab, sondern indem sie einfach ausstrahlt wer sie ist und wie es ihr gerade geht. Das kann auch heißen dass sie gerade mal nicht übers Knie gelegt werden will und das ist dann auch ok so. Dominanz hat nichts mit Bevormunden zu tun. Kommunikation ist Signalverkehr, und 80% davon sind nonverbal und das was die Frau ausstrahlt ist der Maßstab. Da wo das nicht so ist, da hat die Frau auch nichts davon. Es gibt genug BDSM-Beispiele von Frauen, die unter ihren Doms eigentlich nur gelitten und nie genossen haben, gerade weil so ein "Dom" bloß ein proletiger frauenverachtender Trampel war, der gerade eben nur das getan hat was er wollte. Wenn es denn Frauen gibt, die Dominanz so definieren und denen gerade das gefällt, bitte gerne.

Ich seh das nicht so. Mein Wollen kommt nicht aus der hohlen Luft sondern es wird geweckt. Ich kriege dann Lust und werde aktiv. Eine Frau kann steuern ob sie diese Lust im Mann wecken will oder nicht. Und wenn sie sie nicht wecken will, dann sollte der Mann das merken und sich entsprechend verhalten. Es gibt einen Unterschied zwischen "Ich will dass Du Dir nimmst was Du willst während ich mich ziere oder auch wehre" und "Du gehörst nicht in meine Intimsphäre. Verschwinde".

Es mag ja als besondere Spielart Frauen geben, die genau das reizt. Fettige, hässliche, stinkende Männer die eine Frau nur für Bierholen und Blowjob benutzen wollen und sie ansonsten herabsetzen wo sie nur können. So lange diese Männer nur tun was sie selber wollen und wenn es wirklich Frauen gibt denen das gefällt, dann ist das wohl eine gültige Spielart eines Dominant-Devot-Verhältnisses, aber ganz bestimmt nicht meine.

S+avriasaxti


@ Gürteltier32

Ich glaube, mit dem Beitrag wirst du einige devot/masochistische Frauen eher enttäuschen, auch wenn das nicht deine Absicht ist.

Aber das was ich will, das entsteht durch meinen weiblichen Gegenüber. Sie weckt meine Lust und meinen Willen zum Handeln und bestimmt auch wie ich handle. Das tut sie nicht von oben herab, sondern indem sie einfach ausstrahlt wer sie ist und wie es ihr gerade geht. Das kann auch heißen dass sie gerade mal nicht übers Knie gelegt werden will und das ist dann auch ok so.

Du tust dann quasi also, was sie will.

Das ist aber genau das, was abelkain und auch ich so, wie du es beschreibst, gar nicht wollen ;-)

Denn so wie du es beschreibst, steuert sie doch alles.

Eine Frau kann steuern ob sie diese Lust im Mann wecken will oder nicht. Und wenn sie sie nicht wecken will, dann sollte der Mann das merken und sich entsprechend verhalten. Es gibt einen Unterschied zwischen "Ich will dass Du Dir nimmst was Du willst während ich mich ziere oder auch wehre"

Die Spielchen "Ich wehre mich, obwohl ich ja genau das will" hab ich schon immer albern gefunden und deswegen nie so gespielt.

und "Du gehörst nicht in meine Intimsphäre. Verschwinde".

DAS hätte ich von meinem Dom nicht mal gedacht. Geschweige denn gesagt oder signalisiert. Gerade weil er mein Dom war, hatte er jedes Recht, zu jederzeit in meine Intimsphäre einzudringen, ob mir das nun gerade gepasst hat oder nicht.

Manche Männer nehmen einfach zuviel Rücksicht, scheint mir. Rücksicht, die mich in dem Fall eher abtörnen würde.

Hat hier eigentlich niemand mal "Vom Winde verweht" gelesen und warum Scarlett sich schließlich in Rhett Butler verliebt hat? Es lohnt sich tatsächlich, sich genau deswegen durch das ganze Buch zu ackern.

Fettige, hässliche, stinkende Männer die eine Frau nur für Bierholen und Blowjob benutzen wollen und sie ansonsten herabsetzen wo sie nur können.

Ich weiß nicht so recht, was das mit einem Dom/Sub-Verhältnis zu tun hat?

KUleinxMio


Also ich weiß nicht, wie ihr das durchzieht, aber so was

Die Spielchen "Ich wehre mich, obwohl ich ja genau das will"

läuft bei uns nicht ab. Wenn wir das machen, und ich mich wehre, gibt es tatsächlichen Grund dazu, weil ich das, was er tut, in dem Moment nicht will. Gespieltes Wehren finde ich ebenso albern und kommt auch nicht echt rüber. Echtes verleitet den anderen dagegen zu bestimmterem und aggressiverem Handeln (natürlich so weit im Rahmen, dass es keine ernsthaften Verletzungen gibt und ein Codewort haben wir auch. Und nein, das nimmt nicht alle Spannung, denn ich habe es noch nie benutzt, sondern immer so gesagt, dass er aufhören soll o.ä. Ob er drauf eingeht, ist dann allein seine Sache und er kann auch abwägen, wie ernst das von mir ist).

Also tut er tatsächlich Dinge, die mir unangenehm sind oder mir weh tun. Ich finde sie körperlich nicht angenehm, aber (meistens erst danach) im Kopf gibt mir das einen Kick, weil er mich unterworfen und unterdrückt und mit mir getan hat, was er wollte. Dieses Opfergefühl ist das, was ich davon habe – rein im Kopf. Die Handlungen von ihm genieße ich körperlich rein gar nicht.

Ist das dann immer noch voll und ganz "er tut, was sie will"?

EthemapligNer N_utzer x(#69928)


Nun frage ich mich, wie das andere sadistisch veranlagte Menschen unter einen Hut bringen, denn aus offensichtlichen Gründen kann und will ich diesem Interesse nicht nachgehen.

Obwohl ich mir solche Neigungen zuschreiben würde, kann ich mit deinen Beschreibungen persönlich nichts anfangen, daran liegt für mich nicht der geringste Reiz, im Gegenteil. Für mich besteht die Notwendigkeit nach Einvernehmlichkeit und mich erregt der Lustschmerz. Spontan würde ich deine Neigungen auch einer ganz anderen Ecke zuordnen, nicht der BDSM-Ecke. Obwohl ich natürlich nicht weiß, wie viele Menschen sich dort einfinden, weil sie ihre Fantasien nicht weiter ausleben können.

Ich verstehe dein Dilemma. Gleichgültig, was die Schreiber hier aufführen, es enthält immer ein Element von Freiwilligkeit und Vergnügen seiten des "Opfers". Das ist – wenn ich dich denn richtig verstanden habe – nicht das, was du willst. Was du willst, ist ein echtes Opfer, mit echter Qual und dem echten Wunsch, dass das gerade nicht passiert. Das verbietet sich aus offensichtlichen Gründen.

Es gab Situationen in meinem Leben, in denen mir tatsächlich gegen meinen Willen Gewalt angetan wurde und wenn ich daran zurückdenke, dreht es mir ganz wundervoll den Magen um.

Auch solche Situationen gezielt zu suchen, ist ersten fragwürdig, weil es sexuellen Straftätern Futter gibt, und zweitens für dich gefährlich. Zumindest habe ich Zweifel daran, dass deine Fantasien so weit gehen, dass du schwer verletzt oder gar tot enden möchtest. Insofern: Ja, auch ich sehe das als unlösbares Dilemma. Auch wenn es entmutigend klingt, so denke ich nicht, dass man in einem solchen Fall irgendwann nur mehr das "Spiel" möchte. Auch wenn es sich in beiden Fällen um Sex und Schmerz dreht, könnten die sexuellen Trigger der beiden Positionen kaum unterschiedlicher sein. Kann eine pädophil veranlagte Person eine ausschließliche Lust an Erwachsenenkörpern entwickeln? Ich will es nicht ausschließen, aber ich halte es für unwahrscheinlich. Manchmal bleibt es einfach bei unerfüllten Lüsten.

Weiß dein Partner eigentlich davon?

GMürteUlti*er32


@ Savrasati

In irgendeinem Buch habe ich sogar mal gelesen, dass devote Frauen eine steuernde Wirkung auf ihre Herren haben, wenn auch unbewusst. Mir persönlich kommt das gesund vor. Es soll ja am Ende das passieren was beide wollen, auch wenn das Wollen des einen Parts darin besteht, dass der eigene Wille gebrochen wird – es passiert dann trotzdem was der devote Part will.

Die Spielarten in diese Richtung sind ja sehr zahlreich und von unterschiedlicher Tiefe und Härte. Ich gehöre wahrscheinlich selber eher nicht zur besonders extremen Sorte. Mir reicht das völlig, mir durch bestimmte Unterwerfungsgesten die Frau untertan zu machen und ich bin seelisch drauf angewiesen dass sie mich als Person annimmt und gut findet was ich tue. Und es muss auch nicht Tag und Nacht unterwerfen sein, sie soll ihren eigenen Willen haben, auch mal was nicht wollen und mir Paroli bieten. Überhaupt mag ich Frauen die gern aktiv sind und deshalb auch bewusst entscheiden, für welchen Mann sie zum Kaninchen vor der Schlange werden und für wen das für sie nicht in Frage kommt. Und wo es nicht in Frage kommt, passiert es auch nicht.

Das kann man nicht künstlich herbeiführen, das muss passen. Führen und Geführt werden müssen nach meinem Dafürhalten so ineinandergreifen so dass es passt.

Aber die Menschen sind verschieden. Dann ticken wir eben unterschiedlich.

S_avrZasaxti


@ Gürteltier32

Überhaupt mag ich Frauen die gern aktiv sind und deshalb auch bewusst entscheiden, für welchen Mann sie zum Kaninchen vor der Schlange werden und für wen das für sie nicht in Frage kommt. Und wo es nicht in Frage kommt, passiert es auch nicht.

Das ist doch so glasklar und versteht sich so von selbst, dass ich dachte, das muss gar nicht erst erwähnt werden.

Natürlich sucht man sich als Sub den Herren aus, und natürlich nimmt man keinen, den man nicht mag, im besten Falle sogar liebt. Daran ändern auch selbstverliebte Doms nicht (ich meine jetzt aber niemand von hier), die glauben, nur weil sie sich Dom nennen, müsste man vor ihnen schon innerhalb der ersten zehn Minuten nach dem Kennenlernen ehrfürchtig auf die Knie sinken - solche "Doms" finde ich eher erheiternd, aber keinesfalls anziehend.

Wenn ich jemand zu meinem Dom auswähle, dann muss schon vorher auch alles passen, also auch die ganz normale Beziehung, die Liebe, das Vertrauen.

Aber ich glaube, darum ging es abelkain hier eher weniger. Das Dilemma, was sie beschreibt, ist ja auch eigentlich nicht lösbar: Etwas, das man freiwillig tut, so zu tun, als sei es eben nicht freiwillig.

@ Kleinmio

Also tut er tatsächlich Dinge, die mir unangenehm sind oder mir weh tun. Ich finde sie körperlich nicht angenehm, aber (meistens erst danach) im Kopf gibt mir das einen Kick, weil er mich unterworfen und unterdrückt und mit mir getan hat, was er wollte. Dieses Opfergefühl ist das, was ich davon habe – rein im Kopf. Die Handlungen von ihm genieße ich körperlich rein gar nicht.

Ist das dann immer noch voll und ganz "er tut, was sie will"?

Natürlich ist es voll und ganz "er tut, was sie will", denn du schreibst doch selbst, dass es dir - wenn auch im Nachhinein - einen Kick gibt. Gäbe es dir diesen Kick nicht, würdest du es nicht wollen.

Und du kannst es ja auch jederzeit beenden, wenn du willst. Daran ändert doch auch nichts, dass du das Codewort noch nie benutzt hast (hatte ich übrigens auch nie).

Burytntys


@ KleinMio

Du schreibst, das Spielchen "Ich wehre mich, obwohl ich ja genau das will" würde bei euch nicht laufen. Ich finde, genau das tut es. Du wehrst dich verbal, aber nicht mit letzter Konsequenz. Ihr habt ein Codewort und du weißt, wenn du es benutzen würdest, wäre das Spiel umgehend vorbei. Da du aber nicht wirklich willst, dass er aufhört, benutzt du es nicht, sondern "wehrst" dich nur scheinbar auf andere Art (Hör auf, aua, das tut weh, lass das – wie auch immer). Das ist doch auch "nur" gespieltes Wehren und Betteln, oder nicht, denn wenn er tatsächlich aufhören sollte, würdest du doch das Codewort sagen ;-)

K;leinMxio


Nein, ich spiele nichts, das könnte ich gar nicht, weil ich mir dabei blödsinnig vorkomme.

Ich wehre mich zudem nicht nur verbal und auch hauptsächlich körperlich. und zwar heftig ich hab nur absolut keine chance gegen ihn und wenn ich sage, dass er aufhören soll, meine ich das auch ernst. Wie gesagt, so was unernst zu sagen, passt nicht zu mir, dafür bin ich zu ehrlich und ne zu schlechte Schauspielerin. Es liegt dann jedoch in seinem Ermessen, zu erkennen, ob ich noch mehr aushalte oder nicht. Und wenn ich merke, meine Grenze ist zu weit überschritten, gibt es das Codewort.

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