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Sexfrust in der Ehe

M&r.7 Fo`rexskin


Lösungen, wenn ich Foren und sonstige Beiträge nicht nur hier lese, gibt es wohl keine. Ich liebe diese Frau und will mich nicht trennen. Daher suche ich hier Menschen denen es genau so ergeht und interessiere mich dafür, wie sie sich das Leben eingerichtet haben.

Hallo Kachelofentiger,

Wie ist die Situation inzwischen?


Als ich Deinen Bericht las, habe ich mich in vielen Punkten wiedererkannt.

Nach 11 Jahren Ehe und 2 Kindern ist bei uns sexuell der Ofen aus.

Sie hat einfach kein Bedürfnis nach Sex mehr und die Gesprächsbereitschaft tendiert gegen 0.

Sie hat ja kein Problem sagt sie. Das ich eines habe versteht sie zwar vom Kopf her, kann sich aber wohl nicht in die Situation hineinversetzen.


Mein Hauptproblem ist dabei nicht die sexuelle Enthaltsamkeit, sondern dass mir in der Beziehung ein wichtiges verbindendes Element fehlt. Zudem sehe ich es prinzipiell nicht ein mein Sexualleben mit Mitte 40 zu Beenden.


Ein (Probe)bordellbesuch hat mir ein Gefühl von Selbstbestimmung und Freiheit zurückgegeben.

Seitdem besuche ich gelegentlich Swingerclubs und Sexpartys.

Das ist zwar nicht das gleiche wie Sex in einer harmonischen Beziehung, aber auch nicht zu verachten.


Ich ringe momentan mit mir, ihr eine offene Beziehung vorzuschlagen weil ich das Lügen, Betrügen und die Heimlichkeiten satt habe. Ich bin der Typ, der Problem gerne offen anspricht. Aber ich denke, dass Sie mein Treiben nicht tolerieren würde und habe Angst, dass sie die Beziehung beendet. Es sieht so aus als ob sie sich zum Verdrängungstypen entwickelt hat, der lieber betrogen wird als offen und ehrlich zu sein. Das war zum Anfang der Beziehung nicht abzusehen, sonst hätte ich die Finger davon gelassen.

Grüße,

BPlSac`ky Guxn


hmmm. nehmen wir mal eine frau, die selbst keinerlei sex mehr will und keinerlei gesprächsbereitschaft zeigt, keinerlei versuch, den ursachen für die lustlosigkeit auf den grund zu gehen. wenn so eine frau dann aber von ihrem mann bedingungslose treue fordert und keine affairen oder bordellbesuche akzeptieren will, dann fordert sie doch letztlich, dass ihr mann den rest seines lebens seinen sexualtrieb unterdrücken soll, nur weil sie – aus welchen gründen auch immer – keine lust mehr hat. ganz ehrlich: diese einstellung wäre für mich ein sofortiger trennungsgrund. nicht nur wegen der forderung nach lebenslanger enthaltsamkeit, sondern auch wegen dem egoismus und empathiemangel, der hinter dieser forderung stehen würde.

M#atzxeG


Black Gun

:)^ :)= Genau so ist es!

MPrW. ;FWoreqskixn


... diese einstellung wäre für mich ein sofortiger trennungsgrund ...

Da stimme ich Dir voll zu, nur mit 2 gemeinsamen Kindern ist man in der Entscheidungsfindung nicht mehr ganz so spontan ...

Mgickflxow


Foreskin,

In einem Buch von einem bekannten Sexualtherapeut (dessen Name mir jetzt leider nicht einfällt) stand der Satz, dass die mächtigste Position in einem solchen "Beziehungskampf (mein Wort) die der Verweigerung ist. Das scheinst du gerade heftig zu spüren.

Ich kann die Bemerkung von Black Gun nur unterstützen! Wenn dich deine Frau glaubt, zur Sexlosigkeit zwingen zu können/dürfen/müssen, was glaubst du empfindet sie noch für dich, wenn sie gleichzeitig eine Beendigung der Beziehung in Aussicht stellt, wenn du ihr Sicht der Dinge nicht akzeptieren willst? Verdrängungstyp ist, glaub ich, schon die richtige Spur. Fragt sich eben, was sie verdräng! Die Verantwortung für dich und eure Beziehung, wenigstens den Gesprächbeitrag bei der Lösungssuche, das scheint mir verdrängt zu sein.

Manchmal hab ich ein Bild vor Augen, wie sich das alles über die letzten Jahrzehnte entwickelt hat. Das ist wie ein Pendel, zuerst waren die Frauen unterdrückt und hatten dem Mann sexuell gefügig zu sein (was sicherlich in weiten Teilen dieser Welt noch gängige Praxis ist) und über die Gleichberechtigung der Frau, der sexuellen Befreiung und der wirtschaftlichen Unabhängigkeit ist das jetzt übergeschwunden, jetzt verweigert sich die Frau und die Männer werden zur Sexlosigkeit gezwungen. Das eine ist so sch...e wie das andere. Ich bin mal gespannt, wie lange wir brauchen bis die Gesellschaft eine Form entwickelt hat, die beiden Geschlechtern das zubilligt, was zufriedenstellt.

Mick

M)r. For(eskixn


Mickflow,

den Bogen zur Emanzipation der Frau zu schlagen halte ich für übertrieben.

Es handelt sich ja um eine sehr intime Sache zwischen zwei Menschen.


Früher hätten viele Männer eben keine Rücksicht auf die Lustlosigkeit der Frau genommen. Das ist zum Glück heute nicht mehr so und mir wäre es auch zuwider sexuelle (Ersatz)Handlungen als Gefälligkeit zu verlangen. Entweder mit Herz und Lust oder gar nicht.


Ich habe in den letzten Tagen beschlossen, eventuelle Kuschel oder andere Annäherungsversuche freundlich aber bestimmt zu unterbinden und die sexuelle Verbindung zu Beenden. Ich denke auch über getrennte Schlafzimmer nach.


Vielleicht ein erster Schritt in Richtung Trennung, mal sehen.

Das ist zwar einerseits traurig, andererseits beginne ich gerade zu begreifen, dass man das undenkbare auch denken kann. Man muss es ja nicht direkt in die Tat umsetzen. Wie gesagt, es sind Kinder im Spiel und denen gegenüber habe ich auch eine Verantwortung.

Mfickjflow


Foreskin,

die Sache mit der Emanzipation der Frau will ich erstens in keiner Weise als falsch ansehen (nicht dass da was falsch verstanden wird), und zweitens hab ich das als Ausgangspunkt einer gesellschaftlich/kulturellen Entwicklung gemeint. Diese Entwicklung mündet (nach Beiträgen hier in diesem Forum) im negativsten Fall darin, dass der betroffene Mann der "unterdrückte" ist.

Ich bin ein Verfechter von Gleichberechtigung und gemeinsamer Veranwortung in einer Beziehung. Alles andere führt entweder zur Auflösung der Beziehung oder zu einem wie auch immer gearteten, schmerzhaften Ungleichgewicht.

Ich wünsch dir viel Kraft und Erfolg in deinem Versuch. Vielleicht merkt deine Frau, was sie durch die Distanz (physisch und psychisch), was für sie auf dem Spiel steht. Es kann dir hält auch passieren, dass für sie nichts auf dem Spiel steht und sich das Ende eurer Beziehung nur einfach manifestiert. Aber lieber eine Ende mit Schrecken (was ja nicht unbedingt sein muss), als Schrecken ohne Ende.

Mick

g^awuloixse


Wie gesagt, es sind Kinder im Spiel und denen gegenüber habe ich auch eine Verantwortung.

Ja, die hast du. Kinder haben es verdient, zufriedene, ausgeglichene Eltern zu haben. Kinder verdienen es nicht, daß ein Elternteil verbittert, frustriert und eingesperrt lebt. Das merken die! Und das ist bestimmt nicht das, was du deinen Kindern vorleben möchtest, hm?

Schlag' deiner Frau eine Öffnung der Beziehung vor. Wenn du das richtig transportierst – will heißen, ohne Vorwürfe, ohne Aufrechnen – bleibt für euch beide eigentlich nur positives: sie ist das Sexgenerve los, du kannst deine Bedürfnisse anderweitig erfüllen. Sollte das für deine Frau gar nicht in Frage kommen, dann...ja. Dann ist das wohl tatsächlich der erste Schritt zur Trennung.

Hat sie überhaupt begriffen, was sie dir wegnimmt? WEISS sie, daß sie dir ganz wesentliche Bedürfnisse vorenthält?

den Bogen zur Emanzipation der Frau zu schlagen halte ich für übertrieben.

Es handelt sich ja um eine sehr intime Sache zwischen zwei Menschen.

Ich denke, Mickflow wollte nur mal eben den größeren Bogen spannen. Und er liegt ja nichtmal so falsch. Das mag jetzt für dich nicht so richtig passen, aber ganz grundsätzlich skizziert er nur, was in den letzten dreißig Jahren passiert ist. Und, ja, auch ich hoffe darauf, daß das Pendel sich in den kommenden Jahren auspendelt und wir endlich zu einem vernünftigen Miteinander kommen.

MMick/fl.ow


Puh, ich dachte schon, ich bin der einzige der das so sieht. Danke gauloise! Genau so war's gemeint.

Mick

MPr. FYoreskixn


... Kinder haben es verdient, zufriedene, ausgeglichene Eltern zu haben. Kinder verdienen es nicht, daß ein Elternteil verbittert, frustriert und eingesperrt lebt. Das merken die! Und das ist bestimmt nicht das, was du deinen Kindern vorleben möchtest, hm?

... Und, ja, auch ich hoffe darauf, daß das Pendel sich in den kommenden Jahren auspendelt und wir endlich zu einem vernünftigen Miteinander kommen.

@ gauloise und Mickflow

Vielen herzlichen Dank für eure Hinweise. Es ist prima ernstgemeinte Denkimpulse von Aussen zu bekommen.

Das hilft mir sehr weiter und tut mir richtig gut.

M:ic*kfloxw


Foreskin,

Glaub mir, es gibt Licht am Ende des Tunnels (und es ist nicht der entgegenkommende Zug ;-D ). Meine Frau und ich hatten auch eine solche Phase, tausend Gründe warum der Sex jetzt gerade nicht passt, Stress im Beruf, körperliches Befinden, die Wechesjahre, Trägheit, ... Das ganze Programm eben. Aber wir haben auch einiges investiert, physische und psychische Werte. Wir haben einiges mitgemacht und zusammen durchgestanden (ohne ins Detail zu gehen, aber bis zu unserer Tochter war es ein harter, manchmal grausamer Weg). Das wirft man nicht mal so eben weg, weil der Frust turmhoch wächst.

Aber gerade weil wir viel zusammen durchgestanden haben, sind wir die Sache mit dem Sex gemeinsam angegangen. Und auch das war kein Spaziergang, der beim ersten Versuch geglückt ist. Einen kleinen Beitrag würde ich auch der Tatsache beimessen, dass meine Frau mittlerweile wieder eine entsprechende Pille nimmt, primär wegen Wechseljahresbeschwerden. Aber sie ist dadurch wieder so ausgeglichen, dass sie den Kopf frei hat, sich mit dem Thema Sex zu beschäftigen. Kurz – sie ist wieder in der Lage ihren Teil der Verantwortung für unsere Beziehung zu tragen. Ganz klar, das ist kein Prozess, der mal kurz mit einer kleinen Pille täglich erledigt ist, das ist Arbeit, Beziehungsarbeit, die auch mal frustrierend sein kann.

Aber mittlerweile haben wir unseren Modus und sind beide zufrieden. Irgendwann stellst du fest, dass die Negativspirale zum Halten kommt, alleine das festzustellen bewirkt eine Umkehr. Und dann geht es aufwärts. Das Feuer will natürlich gepflegt sein, aber es lohnt sich, für den Sex und für die Beziehung (Frauen hätten wohl die Reihenfolge getausch ;-D ).

Es geht, aber es müssen beide aufrichtig wollen.

Mut, Foreskin, Mut!

Mick

C\askSotrexngth


Dazu braucht es der Selbstreflektion. Schön, daß es auch gute Beispiele gibt!

ZLamba*rambxa


wenn der Sex weggeht, heißt dass das die Liebe automatisch auch am Ende ist?

M_atzexG


wenn der Sex weggeht, heißt dass das die Liebe automatisch auch am Ende ist?

Nicht unbedingt. Doch meist wurde die Liebe mit dem Sex intensiviert, fehlt der Sex, geht sicher auch ein Teil der Liebe verloren. Man respektiert sich, man lebt zusammen, aber man teilt keine Zärtlichkeiten mehr. Eigentlich ist es nur noch eine WG, wo man sich hin und wieder mal begegnet, hin und wieder ein Wort wechselt ("wie gehts dir" "gut", Wie war dein Tag, prima oder so)

Egal wie, es fehlt einfach was.

BdellVona


Egal wie, es fehlt einfach was.

Was fehlt ist vor allem die Oxytocin-Ausschüttung, die beim partnerschaftlichen Sex stattfindet und beide Partner eben enger auf emotionaler Ebene, aneinander bindet.

Es wäre nun interessant zu prüfen, ob sexlose Beziehungen mit Zärtlichkeiten (hier wird auch Oxitocin freigesetzt) harmonischer und liebevoller sind, als sexlose Beziehungen, bei denen die Zärtlichkeiten fehlen (hier Null Oxytocin-Ausschüttung).

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