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Mir fehlt der Sex

F.ade-tXo-grexy


@ phoenix0904:

Zwischen uns läuft körperlich gar nichts mehr. Das ist traurig und frustrierend und grauenhaft.

JA!

Körperliche Nähe ist ein Grundbedürfnis, oder?

Nochmals JA!

Und ich traue mich auch nicht mehr, weil ich weiß, wie Zurückweisung wehtun kann.

Jeder, der es erlebt hat, kann das nachvollziehen. Aus Angst vor dieser Zurückweisung, die Dir persönlich sehr großen seelischen Schaden zufügt (auch wenn Du das in seiner ganzen Tragweite vielleicht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wahrhaben willst), nimmst Du Deine Vermeidungshaltung ein.

Wir lieben uns noch.

Bist Du Dir da ganz sicher? Führe Dir mal den entgegengesetzten Extremfall vor Augen: Deine Freundin wollte 10-mal am Tag Sex von Dir, obwohl sie genau wüsste, dass sie Dich damit hoffnungslos überfordert. Wäre das auch noch Liebe? Oder würdest Du dann nicht doch eher benutzt?

Ich weiß auch nur, dass es so nicht ewig weitergehen kann. Wir sind etwas über 1,6 Jahre zusammen, ein halbes Jahr geht das jetzt so, eigentlich schon länger. Und ich möchte das nicht noch ein weiteres Jahr, oder wer weiß, wenn es noch lange hält, sind es am Ende 3,4,5 oder 10 Jahre, die wir so verleben sollen. Das kann ich einfach nicht.

So geht es auch nicht ewig weiter – und niemand kann das von Dir verlangen. Eure Liebe geht daran zu Grunde und es macht Dich regelrecht krank, seelisch wie körperlich.

Noch schlimmer wird es, wenn Ihr Euch im Laufe der Zeit dazu entschließen solltet, Kinder bekommen zu wollen. Es folgt eine befristete Phase sexueller Aktivität, danach wirst Du wieder kaltgestellt. Und schon steckst Du mittendrin – in dem, was sich "emotionale Erpressung" nennt. Denn dann gibt es nicht nur einen Menschen, den Du liebst, sondern zwei oder drei. Deine Kinder lieben Dich als liebevollen Vater bedingungslos. Ansonsten bist Du als Ernährer, Versorger, Hausmeister gefragt – aber als geliebter Mann, als geliebter Mensch? Fehlanzeige!

Aber wenigstens weiß ich jetzt, dass es noch andere gibt, denen es so geht. Dass ich mir nicht irgendein Problem einbilde oder zu egoistisch bin.

Nein, Du bist weiß Gott nicht allein. Aber das ist nur ein schwacher Trost! Der Einzige, der es ändern kann, bist Du selbst. Das Leben ist zu kurz, als dass Du es Dir gefallen lassen müsstest, Jahre und Jahrzehnte in Frust zu verbringen. Wozu auch? Um es Anderen recht zu machen?

Du bist nicht egoistisch. Lass Dir das nicht unterschwellig einreden! Du bist derjenige, der Eure Beziehung mit körperlicher Nähe füllen möchte, der für sich und seine Partnerin einen Weg zu einer erfüllten Sexualität sucht, die Euch auch emotional einander sehr, sehr nahe bringt. Was könnte daran falsch sein?

A>iyanar8x9


Oder man findet doch irgendwie eine Lösung, um in dieser Beziehung wieder Sex zu haben. Ich möchte mich nicht trennen und 2,5 Jahre Beziehung wegschmeißen, wenn es doch eine Lösung für das Problem geben könnte.

Welche denn? Du hast doch alles versucht. Ihn bedrängen. Ihn in Ruhe lassen. Mit ihm reden. Er blockt ab. Meinst du wirklich durch "in Ruhe lassen" wird das alles auf einmal besser? Sei ehrlich zu dir... würdest du noch eine Lösung kennen, hättest du hier nicht geschrieben.

Klar Paartherapeut. Aber ob das wirklich was bringt? Er schiebt es ja auf den Stress und will daran eigentlich nichts ändern.

F*räule~in )MozEart


Naja er sagt ja immer "Wenn ich den Ausbilder fertig hab und den Tauchschein, dann fällt das ja alles schonmal weg, dann hab ich nur noch die Arbeit und samstags die Technikerschule. Dann wird das alles besser."

Der Ausbilderlehrgang ist nun ca 4 Wochen rum und von seinem Tauchurlaub kommt er übermorgen wieder. Ich hoffe einfach, dass er dann nach 2-3 Wochen merkt, dass sein Leben stressfreier geworden ist und sich das dann auch auf unsere Beziehung wieder positiv auswirkt.

gFross$erwexls


und sich das dann auch auf unsere Beziehung wieder positiv auswirkt.

Bis jetzt kann ich das keine Beziehung nennen, höchstens eine WG.

w~arum xdenn


@ phoenix und fräulein Mozart

ich kenne das alles was ihr beschreibt leider nur allzu gut.Bei mir hat auch alles was ich versucht habe nichts gebracht.

Ich hab ihm dann eine Paartherapie vorgeschlagen weil ich unsere Ehe retten und unseren 3 Kids ihren Vater erhalten wollte.Leider hat er diesen Vorschlag abgelehnt und nach einer weiteren Phase mit viel Frust habe ich die Trennung angesprochen.Er schien richtig gehend erleichtert zu sein.

Ich habe 5 Jahre lang gekämpft und vieles probiert,aber nur einer allein kann eine Beziehung nicht retten.

Traurig aber es ist so.

FpräulEein MoQzxart


@ grosserwels

Ja, sag ich ja. Es war aber ja nicht immer so und zu der Zeit als es wirklich noch eine tolle Beziehung war, hatte er weniger Stress. Deshalb ja meine Theorie: Weniger Stress, mehr Beziehung.

@ warum denn

Das tut mir leid für dich. Den Gedanken mit der Paartherapie hatte ich auch schonmal, aber mal ehrlich: Nach 2,5 Jahren eine Paartherapie? Ich weiß nicht, irgendwie....kann ich mich damit nicht so anfreunden, ich weiß nicht warum.

ECinUQueArd@enker


Mhhhh, ja die Sache mit dem Sex.

Ich bin schon etwas älter und habe auch so meine Erfahrungen mit Partnerschaft uns Sex gemacht. Ich schildere mal meine Sicht der Dinge:

Es gibt die Verliebtheitsphase in der zum Teil gevö.... wird auf Teufel komm heraus. Das finden beide toll. Diese Verliebtheitsphase endet aber nach einigen Monaten oder max. nach 2 Jahren. Danach fallen die Menschen in ihr wahres sexuelles Verhaltensmuster zurück. Und dieses Verhaltensmuster kann ganz unterschiedlich sein. Glück haben die, bei denen es einigermaßen identisch ist oder so weit kompatibel, dass sich leicht ein Arrangement treffen läßt. Oft ist es aber so, dass die Vorstellungen weit auseinanderliegen. Und dann geht's los: Das ewige Problem mit dem Sex.

Die Konstellation hier ist nun die: Sexliebhaberin trifft Sexmuffel. (Übrigens viel häufiger noch gibt's die Konstellation Sexliebhaber trifft Sexmuffelin.) Um diese Problemstelung zu umgehen, sollte eigenlich jeder seine natürliche "Sex-Frequenz" auf die Stirn tätowiert bekommen. (Wobei aber noch zu sagen ist, dass dies keine feststehende Größe ist, sondern sich im Laufe des Lebens durchaus ändern kann. Damit meine ich aber ausdrücklich nicht die Verleibtheitsphasen. Diese sind aufgrund der ganz speziellen Homonausschüttungen nicht repräsentativ.) Mit dieser Tätowierung könnten sich solche Kombinationen reduzieren, weil jeder Sexliebhaber, wenn er auf der Stirn einer Frau "alle drei Monate mal" erblickt, diese sofort an Attraktivität einbüßen würde. Umgekehrt würde bei einem Sexmuffel sofort ihre Attraktivität steigen.

Nun denn diese Tätowierung gibt es nicht. Wenden wir uns also wieder dem konkreten Problem zu.

@ Fräulein Mozart

Um's mal knallhart zu sagen: Du hast einen Sexmuffel erwischt. Und ihr müßt nun irgendwie damit klarkommen. Das geht eigentlich nur dadurch, dass ihr euch ungefähr in der Mitte trefft und diese Mitte für beide so tragbar ist, das ihr beide damit zufrieden seid. Läßt sich diese Mitte nicht finden, so ist eine Trennung auf Dauer unabdingbar. (Es sei denn, die Sexrate würde sich bei einem von euch oder gar beiden in die richtige Richtung ändern.) Oft ist es jedoch so, dass das Problem einseitig auf der Seite des Sexliebhabers gesehen wird und der Sexmuffel sich auf den Standpunkt stellt, dass ihm ja nichts ab geht, ausser, dass er das Genörgel des fehlenden Sexes zu ertragen hat.

Es ist aber ein Problem von beiden und das bedeutet für den Sexmuffel, dass er bereit sein muß seine Sexrate in einem gewissen Maße anzuheben und zwar so, dass er es nicht so anstellt: Ok, heute ist mal wieder Zeit für den Sex, in Gottes Namen bringen wir's hinter uns. Nein er muß es schon so machen, dass der Sexliebhaber eine gewisse Freude bei ihm für dieses Art des Zusammenseins erkennen kann.

Diskutiere mal auf dieser Basis mit deinem Freund. er sollte Einsehen, dass er seinen Teil beitragen kann und er sich nicht nicht in Ausflüchte retten kann. Wenn es sich herausstellt, dass er das nicht kann. Ja was willst du dann anderes machen? Dann bleibt dir nur Trennung oder Nonnendasein an der Seite deines Freundes.

@ Alle Sexmuffel

Ich möchte das Wort Sexmuffel hier ganz wertfrei verwenden. Niemand kann etwas für sein individuelles Bedürfnis nach Sex. Sei es nun viel oder wenig oder gar nichts. Wir sollten inefach nur anerkennen, dass es eben erhebliche Unterschiede in dieser Hinsicht gibt.

LG

Fbräu#leTinr MoGzarxt


@ EinQuerdenker

Danke für diese sehr treffende und auch amüsante Beschreibung. Hat mir meinen Feierabend ein wenig bereichert :)^

Dennoch hast du wohl leider Gottes recht.

Ich hätte niemals gedacht, dass meinem Freund Sex so "egal" sein kann und auch nicht, dass mir Sex mal so wichtig sein wird.

A0iyanxa89


So noch eine andere Idee... auch weil ich nicht so recht glauben kann, dass das Sexualverhalten so schwarz – weiß getrennt werden kann in "Sexliebhaber" und "Sexmuffel", sondern weil sich so viele Dinge auf die Lust auf Sex auswirken können.

Habt ihr immer offen über eure sexuellen Wünsche gesprochen? Vielleicht hat er keine Lust auf Sex, weil ihm beim Sex etwas fehlt. Vielleicht auch etwas wovon du nichts weißt, weil er sich nicht traut es dir zu sagen und er schiebt den Stress vor.

Ich habe auch in zwei Beziehungen einmal absolut keine Lust auf Sex gehabt und da hätte ich meinem Partner auch nicht durch reines Wollen entgegenkommen können. Einmal war es wegen einer schlechten Grundstimmung in der Beziehung und das anderemal weil meine Vorlieben in eine derart gegensätzliche Richtung gingen, das für mich der Sex absolut langweilig war und damit auch nicht mehr erstrebenswert.

Fcr}äuleiXnU xMozarxt


@ Aiyana89

Nein, grade das ist es ja. Wir haben da immmer drüber gesprochen, er hat mir seine Wünsche gesagt, ich ihm meine und keiner von uns hat jemals gesagt " Oh mein Gott nein, das will ich niemals machen, hör bloß auf damit." Wir waren immer offen für die Wünsche des anderen.

svensiMbelOmaxn


Ich hätte niemals gedacht, dass meinem Freund Sex so "egal" sein kann

Vielleicht sollte er auch einfach mehr Eiweiß (Meerfisch, Linsen, Soja/Tofu, Bohnen, Käse, Ei, ...) und Gemüse essen. Manchmal hilft's ... :)*

F66ul]ein 7Mozart


@ sensibelman

Hmm danke für den Hinweis, aber ich glaube das ist weniger eine Eiweißmangelgeschichte als eher so eine Kopfsache ":/

pHhoeFnix09x04


@ Fräulein Mozart :

Dieses WG-Gefühl, wie du es nennst, trifft es vermutlich am besten. Das völlige Fehlen von Intimität. Ein neutrales Zusammenleben fast wie zwischen Geschwistern, so kommt es mir zunehmend vor. Lange geht das für mich keinesfalls mehr. Wenn es nur ihre Abneigung gegen Sex (und alles, was dazugehört - wir küssen uns nicht mal mehr wirklich) wäre, käme ich schon irgendwie zurecht. Aber da sie auch fürchterliche Eifersuchtsanfälle bekommt, wenn ich mal etwas mit einer anderen Frau unternehme (zufällig ist ja nunmal gut die Hälfte meines Freundeskreises weiblich), entsteht bei mir auch aufgrund ihrer Fragen (o-ton "na, schön gevögelt?") langsam der Eindruck, als wollte sie mir nicht nur den Sex verweigern, sondern ihn mir auch komplett verbieten. Das macht mich allerdings wirklich verdammt wütend. Im Moment liegt sie passenderweise neben mir und ist eingeschlafen und hat vorher nicht im mindesten begriffen, warum ich irgendwie frustriert, unglücklich oder traurig sein könnte. Sie fragte noch, warum ich mich denn nicht zu ihr legte - na warum wohl, möglicherweise, damit ich nicht noch mehr Lust bekomme und mich nicht noch mehr in dem Wissen quäle, nicht zu dürfen (was sie umgekehrt vermutlich niemals akzeptieren könnte).

Kennst du dieses Gefühl, nur schmückendes Beiwerk zu sein, das selbst aber keinerlei Bedürfnisse zu haben hat ? Im Moment weiss ich wirklich nicht, was ich stärker empfinde - Trauer oder blanke Wut auf ihren ungeheuren Egoismus.

F&räulpein Moxzart


@ phoenix0904

Tut mir leid, dass du so leidest.

Ich finde es so schade, dass das so ein neutrales Zusammenleben ist, wie du es ausdrückst. Er sitzt oft dann neben mir auf dem Sofa, in seiner "eigenen Welt", so.......getrennt von mir. Diese Verbundenheit fehlt einfach, obwohl man direkt nebeneinander sitzt.

Fpräul6ein Mo-zarxt


So also gestern spät abends ist er aus dem Tauchurlaub wiedergekommen. Ich hab ihn abgeholt und schon im Auto sagte er mir, dass er mich sehr vermisst hat und froh ist, wieder bei mir zu sein. Kurz, knapp und einfach, aber unglaublich ehrlich. Zu Hause gingen wir dann ziemlich direkt schlafen, weil wir beide ziemlich müde waren. Da sagte er mir dann, dass er in dieser Woche immer wieder gedacht hat, was er doch für eine tolle Frau an seiner Seite hat und dass er doch froh ist, dass die Woche vorbei ist ( die Leute da waren wohl nett aber eben überhaupt nicht auf seiner Wellenlänge....total öko und vegan und bio und so weiter ;-D ) Mich hat das gefreut, aber eigentlich wusste ich schon wie das weitergeht: Eine kurze, schnelle Nummer. Mehr muss und will ich nicht dazu sagen, ohne seine und auch meine Privatsphäre noch mehr zu verletzen als ich es eh hier schon mache.

Später sagte er dann zu mir "Wir sind ja eigentlich schon 2 blöde Alltagsmenschen geworden, findest du nicht?". Ich hab ihm gesagt, dass ich das auch so sehe und dass ich das aber gerne ändern würde. Wir quatschten dann noch weiter und als wir dann doch mal schlafen wollten sagte ich noch, mehr so im spaßigen Sinne: "Aber wenn ich jetzt wieder 4 Monate warten muss, gibts Ärger!" Er hat verstanden, dass ich das nicht böse meine. Ich glaub ihm war gar nicht bewusst, dass er mich so lange hat warten lassen, jedenfalls sagte er darauf noch "Wir wollen das doch jetzt nicht totdiskutieren oder? Wir lassen das jetzt so im Raum stehen und schlafen." Wie ich das nun verstehen soll, weiß ich noch nicht. ???

Wir haben jetzt eine Woche Urlaub zusammen und wir wollen ein bisschen was unternehmen. In die Therme gehen, ins Kino, einfach mal nur entspannen. Ich bin gespannt was sich ergibt.

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