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Kastration

bCer/kel


":/ %-| Ich verstehe den Sinn des ganzen zwar absolut nicht – aber wer das unbedingt machen will, kann das doch sonstwo auf dieser Erde machen lassen. Wo ist da das Problem?

b{erOkel


.. einen seriösen westlichen Arzt wird man allerdings wohl nicht finden, der auf deren Wunsch hin seine Patienten verstümmelt. %-|

RjheinMa,in04


es ist keine Verstümmelung, Sex kann belasten und muss auch nicht sein.

b<erkePl


In welchem Falle sollte Sex bitte eine Belastung sein ":/ Doch wohl nicht etwa wegen einer ungünstig verlaufenden Partnerschaft, oder? Das lässt sich auch einfacher regeln, ehrlich.

Wie will man es denn sonst nennen, wenn nicht gar (Selbst-)Verstümmelung? Ich mein, für mich ist das geradezu die Definition davon, wenn ich mich ohne triftigen, lebensbedrohlichen Grund (oder meinetwegen wegen einer Organspende) von einen Körperteil (oder einer Drüse)... einen Teil von sich selbst... trenne bzw. das will.

p=hoe"niOxy0x904


Ich bin ja auch erst 20...und zur Zeit single und nicht der Typ für Ons oder kurze Affären, habe also momentan eigentlich überhaupt keinen Sex (ich will den aber auch überhaupt nicht mit einer Frau, die mir völlig egal ist. Nach einem Dreier mit meiner Ex und ihrer besten Freundin ist mir mal aufgefallen, dass Sex ohne Emotionen für mich nur die "mechanische" Stimulation beinhaltet, und die allein ist es nicht wert).

Natürlich ist da Druck, das kann man nicht anders sagen. Aber wozu hab ich zwei Hände ? Und soweit ich mich erinnern kann, bin ich auch unkastriert laut Aussagen anderer ausgeglichen, ruhig und eine angenehme Gesellschaft. Mich kastrieren zu lassen käme überhaupt nicht infrage. Bei Krebs vielleicht, oder wenn nach einem Unfall keine andere Lösung machbar ist. Dann meinetwegen - aber einfach so ? Ganz bestimmt nicht. Und ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, dass jemand so unter seiner Libido leidet, dass er sich freiwillig kastrieren ließe oder diese Lösung sogar suchte.

1ivon5T000z Robexrt


Die Frage, besser das Thema, ist im Forum vor einiger Zeit schon mal aufgetaucht. Interessant zu diskutieren, sicher, ob ich mich kastrieren lassen würde, nein, glaub ich nicht. Es gehört sicher viel Selbstbewusstsein dazu, es machen zu lassen und ob das dananch erhalten bleibt, ist sicher fraglich. Sicher ist nur eins, eine Kastration ist so was von unumkehrbar. Das mag demnach wohl der wichtigste Grund dafür sein, dass viele Ärzte da nich ran wollen. Die Deutsche Geschichte vor und während des 2ten Weltkrieges ist aber auch sehr belastet mit dem Thema Kastration, u.A. die Eugenisierung. Wer dazu mehr erfahren möchte, kann sich da in einschlägige Lektüre reinlesen.

MfG:

B`rianx65


Die Deutsche Geschichte vor und während des 2ten Weltkrieges ist aber auch sehr belastet mit dem Thema Kastration, u.A. die Eugenisierung.

Kleine Berichtigung: nicht Kastration, sondern [[de.wikipedia.org/wiki/Zwangssterilisation Zwangssterilisation]]

EKhemAaliger RNutzer2 (#43824x5)


Und ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, dass jemand so unter seiner Libido leidet, dass er sich freiwillig kastrieren ließe oder diese Lösung sogar suchte.

Nur weil es die meisten sich nicht vorstellen können, heißt das ja nicht, dass es so etwas nicht auch gibt.

Tzrewxu


Auszug aus dem Eid des Eid des Hippokrates (4. Jahrhundert vor Chr.):

(...)

"Ich werde ärztliche Verordnungen treffen zum Nutzen der Kranken nach meiner Fähigkeit und meinem Urteil, hüten aber werde ich mich davor, sie zum Schaden und in unrechter Weise anzuwenden."

(...)

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Eid_des_Hippokrates]]

Alles klar? Ein Arzt, der einen Menschen ohne medizinische Notwendigkeit kastriert, macht sich strafbar und verliert seine Zulassung.

Hier habe noch durch Google einen ziemlich genau 50 Jahre alten "Spiegel"-Artikel zum Thema gefunden, der immerhin die Rechtslage im Deutschland des Jahres 1963 beleuchtet:

TRIEBVERBRECHER

Von der Fessel befreit

GESELLSCHAFT

Im Jahre 1933 wurde Johannes Spehrmann zum erstenmal straffällig*. Seitdem sitzt er, von kurzen Perioden der Freiheit abgesehen, hinter Gittern. Denn kaum entlassen, beging Spehrmann stets wieder das gleiche Delikt:

Unzucht mit Kindern. Heute ist er daher in der Anstalt Ziegehhain für unbestimmte Zeit in Sicherungsverwahrung.

Bereits dreimal hat Spehrmann gebeten, man möge ihn durch Kastration von seinem Trieb befreien. Alle Gesuche waren vergebens. Hessens Justizminister Dr. Lauritzen scheut sich, dem Dauerhäftling die Erlaubnis zur Operation zu geben.

Das Zögern des Ministers ist erklärlich: Der Wunsch von Sittlichkeitsverbrechern, entmannt zu werden und damit die Chance für eine Entlassung aus Zuchthaus oder Sicherungsverwahrung zu gewinnen, wirft die schwierigsten moralischen und rechtlichen Probleme auf.

Quer durch die Konfessionen und Weltanschauungen geht der Meinungsstreit um diese Frage: Christkatholische Juristen und liberale Verwalter von Justizressorts ereifern sich ebenso gegen wie für die Ausführung einer solchen Operation. Ein Frankfurter Oberlandesgerichtsrat Will im Verlauf seiner langjährigen Studien sogar herausgefunden haben, daß Zustimmung und Ablehnung bei den Verantwortlichen weniger von der ethischen Werteskala als von der eigenen Virilität abhänge.

Schuld an der babylonischen Verwirrung sind:

- die nationalsozialistische Praxis, Triebverbrecher zwangsweise zu kastrieren, wodurch die Operation zu einem nachkriegsdeutschen Tabu wurde;

- die religiös und ethisch fundierte Auffassung, daß auch die selbstgewünschte Kastration dem christlichen-Sittengesetz widerspreche;

- der Zweifel, ob ein inhaftierter Triebverbrecher die notwendige Willensautonomie besitze, um sich frei entscheiden zu können.

Die Folge dieser Unsicherheit: Triebleidende Häftlinige und Patienten, die eine Operation wünschen, werden in den bundesdeutschen Ländern unterschiedlich behandelt.

Während die Länder der ehemaligen britischen und französischen Besatzungszonen den Paragraphen 14, 2 des Hitlerschen Erbgesundheitsgesetzes** heranziehen dürfen, ist den einst US besetzten Ländern Bayern, Hessen und Bremen diese Möglichkeit versagt. Paragraph 14 fiel der Re-Education zum Opfer, die Amerikas Besatzer nach 1945 in ihrem Kommandobereich befahlen.

Die Behörden dieser Länder müßten daher auf den Gummiparagraphen 226 a des Strafgesetzbuches zurückgreifen, der eine Körperverletzung (was eine Ope- ration nach geltendem Recht ist) für straffrei erklärt, wenn der Betroffene seine Einwilligung gegeben hat. Die entscheidende Einschränkung: Die Körperverletzung darf nicht gegen die guten Sitten verstoßen.

Ob eine freiwillige Entmannung sittsam oder sittenwidrig ist, müßte letztlich ein Gericht entscheiden. Noch kein Justizminister wagte es daher, durch eine Genehmigung der Kastration eines Häftlings das Werturteil deutscher Richter zu provozieren.

(...)

Mehr:

[[http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46172138.html]]

(Hervorhebung von mir.)

T?rewxu


(...)

Auch wenn ich jetzt von einigen als kranker Spinner abgehandelt werde, ich habe mich vor über 20 Jahren in Thailand freiwillig kastrieren lassen und bereue das bis heute nicht, nur schade, dass ich nicht schon nach der Pubertät kastriert wurde. Ich war mir über die Folgen im Klaren und wollte diese Folgen.

Die ersten Monate nach der Kastration waren für mich etwas schwierig. Durch den plötzlichen Wegfall des Testosterons traten Gefühlsschwankungen und Hitzewallungen auf. Das legte sich aber und die erwünschte Ruhe und Ausgeglichenheit trat ein. Ich begann die sich einstellende Triebfreiheit zu geniessen.

(...)

Weil Dich Dein eigener Sexualtrieb so gestört hat, hast Du Dich kastrieren lassen? :-o

Also buddhistische Mönche wie z.B. der Dalai Lama erreichen angeblich die Triebfreiheit ganz ohne Kastration, einfach durch Meditation, wobei sie dann die sexuelle Energie in geistige Energie umwandeln und so für ihre Zwecke nutzen.

(So schreibt es jedenfalls der Dalai Lama in seiner Autobiographie "Das Buch der Freiheit")

Kastration ist problematisch, weil sie auch andere gesundheitliche Folgen außer dem Verlust der Libido nach sich zieht (Muskelschwund, Gewichtszunahme, poröse Knochen).

[...]

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