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Kann man einfach so lesbisch werden?

J:en_na<3 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Wenn man eigentlich hetero ist, kann man dann theoretisch trotzdem lesbisch werden? Also wäre das theoretisch möglich oder kann das nicht sein, wenn man einmal hetero ist? Weil eigentlich steht das doch von Geburt an fest oder nicht? Was denkt ihr?

Antworten
jkust_clookxing?


Ich denke man kann verschiedene Seiten verschieden stark empfinden. Mal fühlt man sich vielleicht mehr oder ausschließlich von Männern angezogen, mal von Frauen. Wobei ich dann nicht hetero oder lesbisch dazu sagen würde. Zumindest nicht solange die letzte "Umstellung" noch nicht lange her ist.

uGisge8 beaHtxha


Ich war mal temporär bisexuell. Habe es mit Kerlen versucht, und habe festgestellt, daß ich nur auf Frauen stehe. Da war ich etwa 30 Jahre jung. Und an eine Frau gebunden. Neugier ist etwas Schönes.

cmh icWco4x6


"Man" kann es nicht einfach so werden, "man" wurde entsprechend "programmiert" geboren. Es ist jedoch für viele ein Problem dies zu akzeptieren, akzeptieren zu müssen. Bei vielen die auf einmal anders werden ist es weil sie es nicht akzeptieren konnten/durften ihre "Grundeinstellung" zu leben und es versuchten so zu leben wie es sein sollte. Es gibt jedoch auch die Neugier bei soviel Informationen die erhältlich wo man einiges versuchen möchte ohne deswegen (meiner Ansicht) homosexuell zu sein.

R\omfaxn


Ich denke schon, dass man erst spät merken kann, ob man homosexuell ist. Schau dir Thomas Hitzlsperger an. Er hat es auch erst nach Jahren gemerkt, wie er in einem Interview sagte.

J?ennqa<3


Aber dann müsste man das doch schon früh im Leben merken oder? Ich meine, das kann sich doch nicht einfach so im Leben ändern.

MIar8y9x3


Ich denke das ist bei jedem Menschen anders. Manche merken es früh, manche merken es später, manche merken es vielleicht nie?

M_iss* Beaut5y Queen


@Jenna<3

Aber dann müsste man das doch schon früh im Leben merken oder? Ich meine, das kann sich doch nicht einfach so im Leben ändern.

Die Veranlagung ist natürlich schon vom Beginn des Lebens an da, und entsprechend gibt es auch von Anfang an gewisse Signale der Seele. Aber die muss man erstens überhaupt wahrnehmen, und zweitens verstehen und einordnen. ;-)

In unserer Gesellschaft ist Heterosexualität nach wie vor die Norm, und die sich scheinbar ausbreitende Akzeptanz gegenüber Homo- und Bisexualität in Wahrheit vielfach doch nur vordergründig.

Man erkennt es z. B. daran, dass viele Leute glauben, eine lesbische Frau bzw. einen schwulen Mann schon an Dingen wie Kleidung, Interessen, Verhalten usw. erkennen zu können. (Und auch manche Lesben und Schwule tun sich schwer damit, nicht den Klischees entsprechende Ihresgleichen als solche zu akzeptieren!) Und setzt sich damit fort, dass man mögliche Anzeichen bei sich selbst – bzw. als Elternteil etwa bei seinen Kindern – nicht erkennt, und darum auch nicht richtig bewerten kann, weil man eben – und sei es unbewusst – die vorgebliche "Normalität" erwartet.

Das ging mir nicht anders, dabei bin ich in seinem sehr liberalen Elternhaus in einer Großstadt aufgewachsen. Ich habe von klein auf immer ernsthafte und einfühlsame Antworten in altersgerechter Sprache auf alle meine Fragen bekommen. Schon im Kindergarten- oder Grundschulalter wollte ich mal wissen, ob Frauen sich auch in Frauen, oder Männer sich in Männer verlieben können. Natürlich gibt es das, haben meine Eltern mir erklärt.

Aber trotzdem, ich konnte meine eigene Natur jahrelang nicht erkennen. "Ich bin in der Pubertät, und meine Hormone spielen mir einen Streich", oder: "Ich bin eben ängstlich und werde wahrscheinlich eine 'Spätzünderin', Jungs sind mir einfach noch zu fremd, Mädchen stehen mir näher." So und ähnlich lauteten meine eigenen Erklärungen für meine Gefühle.

Es hängt von zahlreichen Faktoren ab – Elternhaus, Freundeskreis, Lebensumgebung usw. – ob und wann man als Lesbe, Schwuler oder Bisexuelle(r) seine eigene sexuelle Orientierung versteht und akzeptiert.

gIehrma2lraxus


Ich hatte niemals etwas mit Frauen, bis ich von einer anderen verführt worden bin.

Da war ich so Mitte zwanzig.

Vorher hatte ich nur Männer, aber das hat sich geändert, denn zur zeit bin ich mehr mit anderen Frauen zusammen, als mit Männern.

Aber ich glaube auf einmal lesbisch werden, da müssen viele andere Faktoren zusammen kommen, um auf einmal auf Frauen zu stehen.

Q+ui?ntus


Es hängt von zahlreichen Faktoren ab – Elternhaus, Freundeskreis, Lebensumgebung usw. – ob und wann man als Lesbe, Schwuler oder Bisexuelle(r) seine eigene sexuelle Orientierung versteht und akzeptiert.

So sehe ich das auch. Wobei ich auch denke, dass es auch eine Art von "Schlüsselreiz" gibt, der einem erst erkennen lässt, ob man lesbisch ist oder nicht. Sowas ist bei jedem Menschen anders ausgeprägt, manche haben ihn im Teenageralter, andere wiederum wenn sie älter sind und manche haben ihn wenn sie im hohen Alter sind.

Mxiss LBea6uxty Queen


Wobei ich auch denke, dass es auch eine Art von "Schlüsselreiz" gibt, der einem erst erkennen lässt, ob man lesbisch ist oder nicht.

Ich glaube ich weiß, was du meinst, würde es aber eher den "Wendepunkt" nennen. Jenen Punkt im Leben eben, an dem jedenfalls sich selbst nichts mehr vormachen kann – oder will, je nach dem.

Der kann vielleicht durch ein äußeres Erlebnis erreicht werden, oder eben durch eine innerliche Entwicklung. Durch erlebte Situationen, Gefühle usw., die sich irgendwann einfach zu einem zusammensetzen, und dabei einen "Klick" auslösen. :)z

Q{uintsus


Der kann vielleicht durch ein äußeres Erlebnis erreicht werden, oder eben durch eine innerliche Entwicklung. Durch erlebte Situationen, Gefühle usw., die sich irgendwann einfach zu einem zusammensetzen, und dabei einen "Klick" auslösen. :)z

Danke, genau das meinte ich auch :)_ @:)

Jmennxa<3


@ Miss Beauty Queen

Wenn ich mal fragen darf: Wann wurde dir denn dann bewusst, dass es nicht nur so eine hormonelle "Verwirrung" aus der Pubertät ist? Kam das ganz plötzlich oder schleichend? Und wenn du an deine Kindheit/frühes Jugendalter zurückblickst, fallen dir dann Anzeichen dafür auf, die dir früher vielleicht nicht bewusst waren, aber aus heutiger Sicht eindeutig sind?

Ich meine, da muss es doch dann was geben oder? Was wären so typische Anzeichen?

Kannst du dir vorstellen, dass einfach so eine Situation im Leben kommt, wo es plötzlich "Booom" macht und du das Gefühl hast es hat sich alles auf den Kopf gestellt? Oder wäre sowas nur so eine gefühlsmäßige Verwirrung?

Mviss4 BeautGy /Quexen


@ Jenna<3:

Für mich persönlich war die Selbsterkenntnis ein gradueller Prozess.

So mit 16, 17 merkte ich natürlich – sowohl an Gleichaltrigen, als auch an mir selbst – dass die Pubertät nun doch langsam vorbei war, und wir statt "großen Kindern" jetzt junge Erwachsene waren.

Das Verhältnis zwischen Mädchen und Jungen wurde wieder viel entspannter und unkomplizierter. Ich selbst war auch gerne mit Jungen zusammen, konnte super mit ihnen reden, lachen und viel Spaß haben. Aber sobald ich merkte, da will einer mit mir flirten, war ich in meinem Schneckenhaus.

Anders bei Mädchen: Während ein Junge, den ich kannte und richtig gern hatte, mich mit einer Geste verschrecken konnte, konnte ein völlig fremdes Mädchen mich mit einem kurzen Blick in höchste Aufregung versetzen!

Das war zwar nicht neu für mich, aber ich begann das – so doof das vielleicht klingt – nun zunächst "intellektuell" anders zu bewerten. Ich kam ins Grübeln, sagte mir: "Andere Leute in deinem Alter haben längst schon mal jemanden geküsst, sind oder waren mit jemandem 'zusammen', viele hatten auch schon Sex. Du hast immer alle Jungs verscheucht, konntest nichts mit ihnen anfangen. Dafür machen dich hübsche Mädchen nervös, du befriedigst dich sogar selbst und denkst dabei an sie ... "

Hier kann ich nun auch den Bogen zu deiner Frage nach früheren Signalen schlagen. Denn ich bilde mir jedenfalls seit jener Zeit ein, dass es sie gegeben hat: Mich haben Frauen und typisch weibliche Merkmale und Signale – lange Haare, Brüste bzw. Dekolletés, Röcke, Damenschuhe usw. – schon von Kindheit an nicht nur fasziniert, sondern regelrecht angezogen!

Ich fand es nicht nur spannend daran zu denken, mich eines Tages selbst wie eine erwachsene Frau anzuziehen und zu schminken. Ich habe auch in meiner Fantasie an jugendliche Mädchen und junge Frauen gedacht, und mir vorgestellt, wie ich sie schön anziehen und zurecht machen würde. Dass das, was ich dabei empfunden habe, sexuelle Erregung war, konnte ich damals natürlich noch nicht einordnen. Aber in meiner Erinnerung ergab es plötzlich Sinn für mich! :)z

Jedenfalls begann allmählich der Gedanke in mir zu reifen, dass ich lesbisch sein könnte?

Meine erste Beziehung bin ich schließlich mit 18 eingegangen. Ich hatte auf eine Kontaktanzeige – damals noch in so einem Szenemagazin, das kostenlos in Kneipen, Kinos usw. auslag, das Internet spielte im Alltag noch keine sonderliche Rolle – einer Frau von Mitte 20 geantwortet, die – zugegeben wenig romantisch – Frauen suchte, die einmal Sex mit einer Frau haben wollten. |-o

Aber ich wollte einerseits endlich überhaupt mal wissen, wie "es" ist, und andererseits herausfinden, ob ich mich nun ernsthaft zu Frauen hingezogen fühle?

Ich bekam eine sehr liebe Antwort von ihr, und wir haben uns erst mal auf einen Kaffee getroffen. Sie war nicht nur wunderschön, sondern auch von Anfang an sehr lieb und rücksichtsvoll zu mir, und mit ihr habe dann auch alle ersten Erfahrungen gesammelt.

Daneben haben wir immer auch andere Sachen zusammen unternommen, sind z. B. ins Kino, oder in den Zoo gegangen und so. Ich habe mich immer unheimlich geliebt und behütet bei ihr gefühlt, und habe sofort ja gesagt, als sie mich schlkießlich gefragt hat, ob ich eine feste Beziehung mit ihr möchte?

Wir haben uns nach einigen Jahren als beste Freundinnen getrennt, weil der Altersunterschied uns in unterschiedliche Richtungen getrieben hat: Sie war um die 30, suchte allmählich Ruhe und Stabilität im Leben. Ich war Anfang 20, hatte viele Erfahrungen mit ihr gesammelt und an Selbstbewusstsein gewonnen, und wollte "raus in die Welt."

Sie hat mir aber sozusagen das Ende jenes Weges gezeigt, der mit dem aufgeregten Kribbeln beginnen kann, das ich verspüre, wenn ich eine schöne Frau sehe. Ich finde Männer als Freunde nach wie vor toll, aber bei ihnen verspüre ich nicht mal diesen Anfang.

Ob man so was auch bei einer Frau fühlen kann, wenn man vorher Jahre oder Jahrzehnte lang immer mit Männern zusammen war, weiß ich nicht.

Ich halte es kopfmäßig jedenfalls für möglich, weil ich weiß, wie viele Lesben (und Schwule, und Bisexuelle) sich lange Zeit auf Grund äußeren oder selbstgemachten Drucks selbst verleugnen.

Und manchmal gibt es auch Momente im Leben, in denen Dinge, die man vorher ignoriert hat – oder nicht einordnen konnte, oder unwichtig fand – plötzlich Sinn ergeben!

Joenxna<3


@ Miss Beauty Queen

Danke für deine Schilderung. Als ich deinen Beitrag gelesen habe, kam mir vieles bekannt vor. Das ist irgendwie erschreckend, wenn man so über sich selbst reflektiert. :(

Für mich war es irgendwie immer selbstverständlich ganz normal zu sein. Klar, als kleines Mädel versteht man sich besser mit anderen Mädels und findet Jungs doof. Aber ich hatte schon immer so die Vorstellung später mal zu heiraten, Kinder bekommen, schönes Haus mit Garten und Hund usw. So das klassische Idealbild, was ja sicher viele Mädchen sich auch so vorstellen.

Ich hatte vor zwei Jahren mal eine Beziehung mit dem Jungen. Das hat aber nicht lange gehalten. Ich dachte halt, es war eben nicht der richtige und ich habe ja noch Zeit den Traummann zu finden. Mittlerweile frage ich mich, ob ich da überhaupt in den Jungen verliebt war, oder ob ich das damals nicht doch nur eingegangen bin, weil ich auch endlich mal einen Freund haben wollte, weil ich in meinem Freundeskreis noch eine der wenigen war, die noch nie einen hatten. :-/

Vieles von dem, was du geschrieben hast kommt mir bekannt vor, seitdem ich über meine Vergangenheit grüble und nach "Anhaltspunkten" suche. Ich ziehe mich z.B. auch immer zurück, wenn es zu Flirtversuchen von einem Mann kommt. Vielleicht liegt es auch nur an meiner Schüchternheit. Aber ich lege ehrlich gesagt auch nicht so viel Wert darauf von Männern beachtet zu werden, wie andere Frauen dies tun. Ich habe einige Freundinnen, die regelrecht danach gieren von Männern bewundert zu werden und ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, zu flirten usw. Ich fühle mich dagegen eher geschmeichelt, wenn ich mal ein nettes Kompliment von einer anderen Frau bekomme. Das empfinde ich dann irgendwie als besonders, wenn einer anderen Frau etwas an mir gefällt.

Als Kind habe ich auch Frauen immer sehr bewundert und wollte auch mal so schön sein. Ich weiss nicht, ob das nicht den meisten jungen Mädels so geht. Was mir im Nachhinein komisch vorkommt ist dieser Übergang von Kindheit zu Jugend. Ich weiss nämlich noch, dass meine Freundinnen schon die Bravo gelesen haben und immer irgendwelche Schauspieler und Sänger "süß" fanden, was mich damals überhaupt nicht interessiert hat. Dafür mochte ich z.B. schon immer die langen Haare von Frauen, das war irgendwie schon immer so ein totaler Blickfang für mich.

Naja, ich weiss nicht. Mir kommen in den letzten Tagen immer mehr solche und ähnliche Gedanken hoch. Vielleicht steigere ich mich da auch nur in etwas hinein?

Es gibt auf der anderen Seite auch Dinge, die dagegen sprechen. Ich sehe eigentlich überhaupt nicht lesbisch aus, wenn man das so sagen kann. Also ich habe keine kurzen Haare, trage keine männliche Kleidung, verhalte mich auch nicht männlich oder habe männliche Interessen oder sowas. Naja vielleicht habe ich auch zu viele Vorurteile. ":/

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