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Kein Sex vor der Ehe

D@ieZaupberxfee hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Was haltet ihr von diesem Vorsatz? Ist das heute noch zeitgemäss?

Ich beobachte in meinem erweiterten Bekanntenkreis, dass "Kein Sex von der Ehe" doch weiter verbreitet ist, als ich immer dachte. Neben moralischen Überlegungen scheinen für einige dabei auch gesundheitliche Aspekte wie Schutz vor Geschlechtskrankheiten und emotionalen Enttäuschungen eine Rolle zu spielen.

Wie seht ihr das? Beobachtet ihr ebenfalls in eurem Umfeld eine Zunahme dieser Einstellung? Steht ihr dem positiv oder negativ gegenüber? Vertretet bzw. lebt ihr vielleicht sogar selbst diese Einstellung?

Antworten
Vlevodkxyne


Ich habe den Eindruck, dass das Ideal von der einen großen Liebe im Leben, mit der man dann auch zum ersten Mal Sex hat, bei der Jugend wieder hoch im Kurs steht. Persönlich kenne ich allerdings nur ein junges Paar, das aus religiösen Gründen mit dem Sex bis zur Ehe warten möchte, wobei mit Sex in dem Fall irritierenderweise nur den vaginale Geschlechtsverkehr gemeint ist und andere Formen der sexuellen Stimulierung wie Oral- oder Analverkehr durchaus praktiziert werden. Da habe ich dann offen gestanden eher den Eindruck, als müsse lediglich der Schein gewahrt werden.

Ich persönlich hätte mir nicht vorstellen können, mit dem Sex bis zur Ehe zu warten, weil ich ohne sexuelle Interaktion nicht beurteilen kann, ob jemand wirklich zu mir passt. Sexualität steht für mich aber auch ganz am Ende der Kette beim Kennenlernen, also bis ich mir vorstellen kann, mit einem Menschen körperlich intim zu werden, muss ich ihn vorher schon wirklich gut kennengelernt haben und mir eigentlich bereits sicher sein, mit ihm mein ganzes Leben verbringen zu wollen. Wirklich wissen kann ich das aber erst, wenn es auch sexuell passt, deshalb fände ich es nicht ok von mir, ja zu einem Menschen zu sagen, dem ich noch nicht so nah war, den ich nicht in jeder Hinsicht kenne.

Ich verstehe aber den Grundgedanken, dass es sexuell schon passen wird, wenn man sich liebt, weil man Sexualität weniger als technische Angelegenheit, sondern vielmehr als Ausdruck der Liebe betrachtet. Wenn mit dem Verzicht auf Sex vor der Ehe lediglich gemeint ist, mit dem vaginalen Geschlechtsverkehr zu warten und man sich darüber hinaus körperlich schon näher kommt, dann ist das Risiko, beim vaginalen GV nicht zu harmonieren, sicher auch nicht sooo gewaltig. Wenn ich Sex sage, meine ich jedoch ganz allgemein sexuelle Handlungen und mit denen bis nach der Eheschließung zu warten, halte ich schon für gewagt.

Mich interessiert bei dem Thema daher am meisten, was "kein Sex" für den Einzelnen tatsächlich bedeutet. Denn die meisten älteren Paare, die ich kenne und die nach diesem Grundsatz laut eigener Aussage verfahren sind, hatten nach meinem Verständnis durchaus Sex vor der Ehe ;-) Sie haben nur eben mit der vaginalen Penetration durch den Penis bis nach der Eheschließung gewartet – nun gut.

g*ehm/al'raus


Nein, in meinem Bekanntenkreis gibt es das nicht. Dort wird der Sex auch schon vor der Ehe praktiziert und das nicht zu knapp.

Persönlich würde ich auch nicht warten wollen, warum denn auch!

d er_&star


Ist in meinem Freundeskreis genauso. Da ist keiner mehr Jungfrau. Würd da selbst auch nicht warten wollen.

n^euhi-er0x07


Sex ist total wichtig.

Warum sollte man sich selbst kasteien?

Ich sehe darin keinen Sinn.

s:e7nsibFelman


Ist das heute noch zeitgemäss?

Nein, der Hauptgrund, erst zur Hochzeit Sex zu haben, war das Vermeiden von Kindern vor der Ehe, die ohne Ehe nicht abgesichert waren. Der Sex war damals fast zwangsläufig mit Kindeszeugung verbunden. Mit der Ehe waren auch diverse Pflichten für die Kinderversorgung und die Erbschaft verbunden.

Da es damals keine Nachweismöglichkeit gab, um herauszufinden wer der Vater war, war das der Versuch, das Problem zu lösen, eine eindeutige Vaterzuordnung über das Ehegelübde herzustellen.

Damals gab es für Frau und Kind keine soziale Absicherung- der Ehemann war im Prinzip die Absicherung.

Heute ist die Frau weder vom Mann abhängig- das Kind ist auch ohne Ehe sozial abgesichert, der Vaterschaftsnachweis ist über genetische Nachweise möglich und über diverse Verhütungsmethoden ist das Zeugen von Kindern durch den Sex mit hoher Wahrscheinlichkeit vermeidbar.

Die religiösen/Sexverzichts-Gründe sind historisch nostalgischer Natur. Ich halte von derartigen Traditionen nichts, weil sie heutzutage keinen Sinn mehr ergeben, die Gründe sind durch veränderte gesellschaftliche und medizinische Bedingungen entfallen.

DPieZ auberZfee


Naja, diese praktischen Gründe, die früher vielleicht einmal Sinn gemacht haben, werden heute wohl keine Rolle mehr spielen.

Sind es heute dann eher romantische Gründe? Hinter dieser Vorstellung steht doch irgendwie dieses Ideal, mit dem Sex auf die "große Liebe" zu warten und erst wenn man sich ganz sicher ist, diesen Menschen fürs Leben gefunden zu haben, mit diesem auch Sex haben zu wollen.

Sozusagen ein Gegenentwurf zu dem anderen Ideal, dass vielleicht die 68er-Generation mal hatte, einfach Sex zu haben mit wem auch immer, möglichst viel und mit vielen auszuprobieren?

Hmillxi57


Wenn ich mal davon ausgehe, wie viele Leute hier über ihre Probleme mit der Partnerschaft und dem Sex schreiben, die nicht verheiratet sind und mir vorstelle, diese Probleme treten dann erst nach der Eheschließung auf ... ":/

Soll es doch jeder so halten, wie er gerne möchte, wenn er nicht an konfessionelle Vorschriften gebunden ist. Erfahrungen haben eigentlich noch keinem geschadet. Und wir leben auch nicht mehr im Mittelalter, wo die Eheleute im Brautbett gesegnet und dann das blutige Laken gezeigt wurde. ;-)

1)to3


DU musst kein Bettlaken vorzeigen. Andere sehr wohl. Willkommen im 21.Jahrhundert.

Und in einem solchen Fall ist AV und OV eine sehr pragmatische Lösung um rauszufinden ,ob man auch sexuell harmoniert.

D(ieZaubmeHrfee


Wenn ich mal davon ausgehe, wie viele Leute hier über ihre Probleme mit der Partnerschaft und dem Sex schreiben, die nicht verheiratet sind und mir vorstelle, diese Probleme treten dann erst nach der Eheschließung auf ...

Naja, in welcher Ehe gibt es denn solche Probleme nicht? Ich denke mal die wenigsten Leute wählen ihren zukünftigen Ehepartner nach der perfekten Übereinstimmung der sexuellen Vorlieben aus, oder?

Und selbst wenn beide Ehepartner zum Zeitpunkt der Eheschließung absolut perfekt sexuell zusammenpassen, bedeutet das keine Garantie, dass es in 5, 10 oder 20 Jahren immer noch genauso perfekt harmoniert.

S!ch#warxz666


Menschen müssen menschlich und sexuell zueienander passen! Ob es passt, findet man nur mit dem Kennenlernen und längerer Beziehungszeit heraus. Ich hatte schon Freundinnen mit absolut schwacher Libido, letztendlich gab es selten und irgendwann garkeinen Sex mehr und daraus ergehend eine entsprechende Frustration meinerseits. Irgendwann nach tausend Gesprächen hat man resigniert und nur noch wie Bruder und Schwester zusammengelebt, was super funktionierte, weil es eben menschlich sehr gut passte. Aber auf Dauer müssen die menschliche Ebene UND der Sex harmonieren zwischen 2 Menschen.

Wenn ich mir nun vorstelle, ich hätte nur eine dieser Frauen bereits geheiratet ohne vorher mehrfach mit ihr Sex gehabt zu haben und danach stellt sich heraus, sie hat garkeine Lust auf oder Spaß am Sex, da bringt einem auch die größe Liebe nichts.

S"karabyaeus9x4


Also ich kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis, der vorhat mit dem Sex bis zur Ehe zu warten und ich kenne auch niemanden, der gewartet hat.

Ich denke, wenn man eine lange, romantische Beziehung miteinander hat, sich lernt zu vertrauen, sich einander öffnet, dass man sicher auch so viel über Sex spricht, dass man schon abschätzen kann, ob das passen wird, sollte es dann dazu kommen. Dafür wäre natürlich Ehrlichkeit wichtig. Man sollte dann dem Partner oder der Partnerin natürlich nicht die BDSM Vorlieben verschweigen, das wäre kontraproduktiv... |-o

Ich jedenfalls hätte gerne bis zur Ehe gewartet, ich finde das total schön. Ich befriedige mich eh (wenn überhaupt) viel lieber selbst, als meinen Körper irgendwem anzuvertrauen, der nur seinen Spaß damit haben will. Um mit jemandem Sex zu haben, möchte ich mich bedinungslos geliebt fühlen und das geht nunmal nur mit einem Menschen, mit dem man für immer zusammen bleiben möchte. x:)

Eine Hochzeit würde ich da nichtmal als soooo wichtig ansehen, da nicht immer möglich, wirtschaftlich, finanziell, was auch immer. Zumindest aber mag ich den Gedanken aus moralischer und romantischer Sicht sehr, erst intim zu werden, wenn man sich in irgendeiner Weise gebunden und einander versprochen hat, durch Verlobung z. B. – aber rumpoppen um den anderen Menschen "auszuprobieren"... bäh. :(v

DAieZa[uberfxee


Wenn ich mir nun vorstelle, ich hätte nur eine dieser Frauen bereits geheiratet ohne vorher mehrfach mit ihr Sex gehabt zu haben und danach stellt sich heraus, sie hat garkeine Lust auf oder Spaß am Sex, da bringt einem auch die größe Liebe nichts.

Angenommen du "testest" die Frau vorher im Bett und der Sex ist einfach grossartig. Dann heiratet ihr und nach ein paar Jahren Ehe nimmt ihre Libido aus irgendwelchen Gründen stark ab.

Und nun?

Die Frau vor der Ehe im Bett auf sexuelle Kompatibilität "getestet" zu haben garantiert dir doch keinen lebenslang perfekten Sex.

AhllJaQrdicxe


Die Chance, daß sich ein lustloser und frigider Mensch zu einer Sexbombe entwickelt ist geringer, als daß sich eine Sexbombe zu einem lustlosen Menschen entwickelt. Warum weitermachen, wenn es am Anfang schon hakt? Prüfet, wer sich ewig bindet.

A|llaMrdxice


Sollte heißen: die Wahrscheinlichkeit ist höher...

Habe immer noch den versauten Wochenendsex im Kopf %-| x:) .

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