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Verantwortungsvoller Umgang mit Sex

Q}uarkAtaschex69 hat die Diskussion gestartet


Ich bin ja nun noch nicht lange hier angemeldet, verfolge aber immer wieder was hier so "neu" reinkommt. Eine Sache beunruhigt mich schon sehr: Wie verwortungslos teilweise mit Sex umgegangen wird.

Da gibt es junge Mädchen (ja, es sind noch keine Frauen), die davon schreiben, dass sie voll Panik haben, weil sie Sex hatten und die Pille genommen haben und jetzt das oder das passiert ist. Manchmal liest man auch, dass sie Sex hatten, obwohl es eine Unregelmässigkeit bei der Einnahme gab. Und dann, Tage später, kommt die Panik "Bin ich schwanger? Ich bin doch erst 1x"

Manche von denen, die die Pille nehmen, wissen gar nicht, was sie da eigentlich machen ("Nehmen doch alle.") Wissen kaum was über ihren Körper – wann sind sie fruchtbar, wann ist der Eisprung, wann kann ich ungeschütz Sex haben. Geschweige denn, dass sie wissen, wie das Präperat, was sie jeden Tag "einwerfen" wirkt.

Kaum läuft was aus dem Ruder, kommen die Hilferufe. Hilferufe, die mit einem Blick auf den Beipackzettel oft schon beantwortet werden könnten.

Und dann die Sache, wenn sie schwanger "sind" – was passiert dann? Weshalb haben sie Angst davor mit den Eltern drüber zu reden, dass sie sexuell aktiv sind (ich denk, die wenigsten Eltern wären da überrascht)? Warum machen sich so viele keine Gedanken darum BEVOR sie mit jemanden ins Bett gehen? Ist das, weil vielen keine Verantwortung für ihr Handeln beigebracht wird? Oder weil wir in eine Wegwerf-Gesellschaft leben (was kaputt ist oder nicht mehr gebraucht wird, machen wir einfach weg)?

Und die Thematik in der Schule zu behandeln ist zwar ganz toll, aber werden da nicht die falschen Voraussetzungen geprägt ("Wenn du die Pille nimmst, kannst du nicht schwanger werden" oder "Mit Kondom verhütest du sicher")

Antworten
gIehmkalraxus


Ist ja schön, was du da geschrieben hast. Aber jetzt?

Ablqeo/nor


Ja, doofe Sache das.

Aber da kann man nur hoffen das nichts schief geht und die Betroffenen beim nächsten mal besser acht geben.

Maaqyfl5ower


Da gibt es junge Mädchen (ja, es sind noch keine Frauen), die davon schreiben, dass sie voll Panik haben, weil sie Sex hatten und die Pille genommen haben und jetzt das oder das passiert ist. Manchmal liest man auch, dass sie Sex hatten, obwohl es eine Unregelmässigkeit bei der Einnahme gab. Und dann, Tage später, kommt die Panik "Bin ich schwanger? Ich bin doch erst 1x"

Und dann die Sache, wenn sie schwanger "sind" – was passiert dann? Warum machen sich so viele keine Gedanken darum BEVOR sie mit jemanden ins Bett gehen? Ist das, weil vielen keine Verantwortung für ihr Handeln beigebracht wird? Oder weil wir in eine Wegwerf-Gesellschaft leben (was kaputt ist oder nicht mehr gebraucht wird, machen wir einfach weg)?

Ich nenne das "die Nöte der Heranwachsenden" und das sind einfach teilweise Erfahrungen, die man selbst machen muss. Und es ist auch nicht ein Phänomen der heutigen Zeit, das gab es schon bei uns älteren und allen Generationen zuvor.

Sexualität und der Umgang mit dem anderen Geschlecht ist learning by doing. Auch wenn wir vorgängig Bücher zum Thema Männer/Frauen, Anatomie, Verhütung, Schwangerschaft, sexuelle Stellungen, Hilfsmittel und Variationen, etc. lesen würden, wir müssten irgendwann trotzdem den Sprung ins kalte Wasser wagen. Allein. Mit dem jeweiligen Partner. Da ist kein Mami und kein Lehrer dabei, der uns helfen oder gar retten wird.

Und ja, es ist halt wie immer im Leben bzw. in der Natur. Die meisten kommen gut davon, machen ihre Erfahrungen, lernen daraus und werden stark. Ein Teil wird dieses Glück nicht haben: schlechte Erfahrungen, schlimme Konsequenzen, Verlust, Schwäche.

eTisPenb;lume


Ich halte das für kein besonders neues Phänomen. Gab's da nicht letztens ne Studie zu, dass das durchschnittliche Alter beim ersten Mal sogar wieder ansteigt? Und junge Menschen haben wie viele Erwachsene auch Sex nicht primär mit dem Ziel sich fortzupflanzen, insofern verständlich, dass sie ein bisschen durchdrehen, wenn's Pannen gibt. Die meisten kriegen es ja anscheinend hin, Sex zu haben, ohne dabei Teenager-Babys zu produzieren. Ich bin angesichts des Hormonchaos, das in Teenagern herrscht, eigentlich überrascht, wie gut sie das hinkriegen ;-D

Kaum läuft was aus dem Ruder, kommen die Hilferufe. Hilferufe, die mit einem Blick auf den Beipackzettel oft schon beantwortet werden könnten.

Na, die Mädchen, die ihr Problem mit dem Beipackzettel selbst gelöst haben, schlagen halt auch nicht hier im Forum auf ... und ist doch super, wenn sie nachfragen, dafür ist doch so ein Forum da. Die Infos die sie hier bekommen sind dank der sehr gut informierten Menschen im Verhütungs-Forum allemal besser als das, was auf dem Schulhof aufgeschnappt wurde.

Und dann die Sache, wenn sie schwanger "sind" – was passiert dann? Weshalb haben sie Angst davor mit den Eltern drüber zu reden, dass sie sexuell aktiv sind (ich denk, die wenigsten Eltern wären da überrascht)? Warum machen sich so viele keine Gedanken darum BEVOR sie mit jemanden ins Bett gehen? Ist das, weil vielen keine Verantwortung für ihr Handeln beigebracht wird? Oder weil wir in eine Wegwerf-Gesellschaft leben (was kaputt ist oder nicht mehr gebraucht wird, machen wir einfach weg)?

Es gibt auch einfach Familien, in denen Kinder und Eltern über Sex nicht sprechen können. Meine Eltern waren z.B. ganz großartig darin auszublenden, dass ihre Kinder größer werden. Ich bin als Teenager nicht schwanger geworden, habe auch sehr penibel auf Verhütung geachtet, aber ein Gespräch mit meinen Eltern über Sex wäre die undenkbarste Super-Katastrophe überhaupt gewesen. Ich glaub auch nicht, dass "wir" jetzt auf einmal in einer Wegwerf-Gesellschaft leben, in der Frauen leichtfertig abtreiben. Spaß macht das den wenigsten. Und früher wurde genauso abgetrieben, nur eben illegal und damit unter medizinisch fragwürdigen Bedingungen.

a2frxi


Das ist doch ganz einfach: früher [tm] gab es die gleichen oder noch schlimmere Probleme und Pannen, wie es noch heute so ist. Nur gab es damals höchstens Dr. Sommer, den man ansprechen bzw. anschreiben konnte. Per Snailmail wohlgemerkt.

Heute ist ein Forum beliebigen Inhalts (z.B. eins das sich mit Sexualität und/oder Verhütung beschäftigt) nur einen Mausklick oder einen Wisch auf dem Telefon weit weg. Das ist der Grund, warum in kurzer Zeit viele Menschen von diesem Problem oder jener Panne erfahren. Gleiche Probleme hatten alle Teenies auch schon damals [tm], aber es bekam kaum jemand mit.

Für verantwortungslos halte ich nur Menschen, die polemisieren anstatt den Kindern zuzuhören und zu helfen versuchen (ausdrücklich nicht gegen Quarktasche69 gerichtet!). Verantwortungslos sind nicht die Kinder, die ihre Sexualität ausleben, die haben schlicht manchmal noch nicht mal eine Verantwortung. Ich bin da bei eisenblume: es verwundert gelegentlich, dass im Überschwang der Hormone nicht noch mehr unkontrolliert/unverhütet gevögelt wird, das scheinen die Jugendlichen trotz allem doch recht gut im Griff zu haben.

jXust_lDooUkingx?


Als Teenager mit meinen Eltern über Sex den ich gehabt habe reden? Da wäre ich denke ich eher von der nächsten Brücke gesprungen. Das würde ich heute noch nicht machen und wer mich kennt weiß, dass ich sicher alles nur nicht prüde bin was das Thema angeht. Ich würde lieber mit dem Erstbesten den ich auf der Straße treffe (und mein Nachbar ist Pfarrer, selbst wenns den trifft) über Sex und Verhütung reden als mit meinen Eltern, und ich bin inzwischen beinahe 30.

Und ich denke ein Mann hat da teilweise mehr Probleme sich hineinzuversetzen. Bei meinem 1. Mal haben wir mit Kondom und Pille verhütet, ich hab trotzdem 18 Tage danach auf ein Stäbchen gepinkelt. Einfach um sicher zu gehen. Dieses Vertrauen, dass sie mich sicher schützt, musste sich die Pille bei mir erst erarbeiten. Pearl Index hin oder her, Frau/Mädchen will da manchmal eben nochmal Bestätigung von außen. Und wenn man dann in der Phase das Internet zur Verfügung hat, wie einfach ist es da schnell eine Frage zu stellen. Nicht sehr, und die beruhigenden Antworten kommen auch schnell, bevor die 18 Tage vorbei sind.

"Was kaputt ist/nicht gebraucht wird werfen wir einfach weg", solltest du damit auf Abtreibungen anspielen, dann war das wohl der grausamste und unangebrachteste Vergleich den ich jemals gelesen habe.

A2ll=ardi_ce


Viel interessanter finde ich die Frage, wie es trotz Feminismus und Gleichberechtigung und besseren Bildungsbedingungen der Mädchen und jungen Frauen in dieser Gesellschaft dazu kommt, daß es immer noch zu mehr als 100.000 Schwangerschaftsabbrüchen im Jahr kommt. Fehlt es da an Aufklärung? Verstehen Frauen Frauen?

jTust:_loWoki8ng?


Woher hast du denn diese Zahl?

QsuaBrktasCc{he6x9


Woher hast du denn diese Zahl?

Wahrscheinlich von hier [[https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/Schwangerschaftsabbrueche.html]]

Was die Sache mit dem "Reden mit den Eltern" angeht, gebe ich euch 100% Recht. Auch ich habe nicht über Details meines Sexlebens mit meinen Eltern geredet und tue es auch heute nicht (Sie zum Glück auch nicht über ihres mit mir)

Aber das meinte ich auch nicht. Es ging mir eher um den Punkt, dass die Jugendlichen ihren Eltern nicht sagen "können", dass sie jetzt schwanger sind. Klar, mit 16 ist das nicht das, was sich die meisten Mütter und Väter vorgestellt haben, aber ich könnte mir vorstellen, dass die meisten Eltern da sehr verständnisvoll reagieren würden, wenn sie die Chance dazu bekommen.

Das in jungen Jahren noch nicht das volle Ausmaß der Verhütung versteht, ist nachvollziehbar. Und dass man bei Unsicherheit eher ein anonymes Forum statt evtl. die Mutter fragt, ist auch ok. Aber manche Beiträge haben bei mir das Gefühl geweckt, dass sich völlig gedankenlos, ohne sich überhaupt über den eigenen Körper oder der hormonellen Auswirkungen Gedanken gemacht hat, anfängt sexuell aktiv zu werden. Ich will das nicht pauschalisieren. Ich denke es gibt auch Mädchen, die in dem Alter schon genau wissen, was wie zusammenhängt.

Es geht ja auch nicht drum, dass man nicht fragen darf oder in ein Forum posten soll. Dazu sind Foren da – davon leben die Foren auch. Auch meine Frau und ich haben erst vor ein paar Jahren die gesamten Zusammenhänge zwischen der Pille und dem Hormonhaushalt "verstanden". Aber das "grundlegende" (was bewirkt die Pille – also, das WARUM wird eine Frau damit nicht schwanger) sollte man schon verstanden haben wenn man sich für diese Art der Verhütung entscheidet.

M*ayfloxwer


Aber das meinte ich auch nicht. Es ging mir eher um den Punkt, dass die Jugendlichen ihren Eltern nicht sagen "können", dass sie jetzt schwanger sind. Klar, mit 16 ist das nicht das, was sich die meisten Mütter und Väter vorgestellt haben, aber ich könnte mir vorstellen, dass die meisten Eltern da sehr verständnisvoll reagieren würden, wenn sie die Chance dazu bekommen.

Eine Schwangerschaft in so jungem Alter ist für Jugendliche der absolute Supergau. Man hat versagt und zwar au der ganzen Linie. Die Tatsache, dass man ein Kind abtreiben kann, heisst noch lange nicht, dass die Sache damit vom Tisch ist. Oft bleibt das auch nicht geheim, wenn man Pech hat, weiss die ganze Familie, Nachbarschaft und Schule, dass man zwar fix genug zum Vögeln, aber zu blöd zum Verhüten ist.

Wenn man Pech hat, gehört man einem Kulturkreis an, wo man gleich die ganze Family mit Schande übergossen hat. Da kann man als Mädchen dann einpacken.

Und ob Eltern tatsächlich so verständnisvoll reagieren? Ich hab Söhne, aber ich würde erst mal an der Decke kleben, wenn die in so jungen Jahren ein Mädchen schwängern würden. Klar, nach der ersten Aufregung würde man Lösungen suchen gehen und helfen, wo man kann. Aber im ersten Moment, ist das einfach eine mittlere Katastrophe und da gehn die Emotionen hoch. Und vor diesen Moment der Offenbarung hat man als Jugendlicher natürlich Angst.

D\ie SehLerxin


Ich hab Söhne, aber ich würde erst mal an der Decke kleben, wenn die in so jungen Jahren ein Mädchen schwängern würden.

... und wenn man das dann doch erzählt bekommt, dann geht man nicht an die decke, sondern nimmt die gören erst mal in den arm und sagt: hey... keine angst! wir finden eine lösung und egal, wie ihr euch entscheidet – wir sind an eurer seite!

e5ise}nbluumxe


Quarktasche

Auch über Sex und Schwanger werden an sich hätte ich mit meinen Eltern niemals reden können. Sie sind da einfach total verklemmt. Nicht mal selbstverständliche Körperfunktionen (Ausfluss, Periode) wurden erklärt, Sex hätte ich nach ihrer Vorstellung erst mit meinem zukünftigen Gatten haben sollen. Hab ich halt anders gemacht, ordentlich verhütet, ist nie was schief gegangen. Aber ich war mir sehr unsicher, habe zig Schwangerschaftstests gemacht (trotz Pille und Kondom), und manches Mal Untergangsszenarien in meinem Kopf ausgemalt, wovon ich so hätte schwanger werden können. Ich wusste natürlich wie schwanger werden funktioniert, aber wenn man erstmal das Gedankenkarussel angeworfen hat, und so sicher ist man sich dann ja doch nicht was in den Momenten in denen der Kopf auf Sparflamme lief passiert ist ...

Sexuell aktiv werden ist glaub ich auch nicht das Endergebnis einer langen reiflichen Überlegung, wo man sich vorher genauestens durchdacht hat mit wem das passieren soll und wie jede einzelne Verhütungsmethode funktioniert. Fortpflanzung ist ein Stückchen älter als Gedanken machen, das geht ganz von alleine.

Allardice

Ich will jetzt hier keine Pro-Contra-Abtreibungsdiskussion starten. Aber. Es gibt unendlich viele Gründe dafür abzutreiben. Ungewollte Schwangerschaften sind was dummes, zumal wenn sie nicht durch Versagen des Verhütungsmittels passiert sind, sondern durch eigenes Vergessen. Aber wenn man nun mal das Kind nicht will/haben kann (da spielen auch wieder sehr viele Faktoren mit rein!) ist es m.E. gut, dass man in frühem Stadium die Schwangerschaft beenden kann. Unter ärztlicher Betreuung und ohne die Angst etwas Illegales zu tun.

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