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Grenzen finden und erweitern beim Thema Bdsm

Ceinnam$on4 hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

da ich mir irgendwie Anregungen und Ideen zu diesem Thema erhoffe, schreibe ich hier mal worum es mir geht:

Mein Freund und ich mögen es, im Bett auch mal "ungewöhnliche" Dinge auszuprobieren. Wobei ungewöhnlich vielleicht das falsche Wort ist... wir haben einfach selten einfach nur Sex.

Oft fesselt er mich, ich manchmal auch ihn, doch meist ist er so der dominante Part und ich eher der devote.

Es geht dann auch um Unterwerfung, Demütigung, Gewalt und Schmerzen. Mir gefällt das Alles sehr.

Nur sind wir beide natürlich auch sehr vorsichtig, weil er mir nicht ernsthaft weh tun möchte und ich am Ende auch nicht unbedingt ein blaues Auge will ;-D

Allerdings habe ich dabei einfach das Gefühl, dass da so eine gewisse Hemmschwelle ist, die wir beide gerne überschreiten möchten (oder zumindest ich), aber wir trauen uns nicht, weil da eben die Angst da ist, zu weit zu gehen.

Im Moment gehen wir aber für mein Gefühl nicht weit genug, sondern hören auf, bevor es richtig Spaß macht.

Und das ist eigentlich so schade, weil wir dann schon mal ähnliche Vorlieben haben, aber diese Grenze nicht finden. Sie nicht weiter verschieben können, weil dann da so eine Angst vor Kontrollverlust ist, irgendwie, oder vielleicht auch einfach davor, dass der andere sieht, wie tief diese Abgründe wirklich gehen, wenn man das so nennen kann. Zumindest wird so eine Neigung ganz allgemein ja nicht als gesellschaftsfähig angesehen.

Ich würde das bei ihm aber wirklich ganz gerne sehen, wie weit das noch so geht...

Vielleicht nur bei mir selbst nicht.

Kennt jemand hier solche Gedanken in Bezug auf BDSM? Und wenn ja... seid ihr darüber hinweg gekommen und wenn ja, wie?

Liebe Grüße und danke für die Beteiligung

Antworten
S\tuhlbxein


Bitte den medizinischen Bezug nicht vergessen! :=o :-X

CCi6nnamAon4


Wieso?

Na gut.. falls das nicht deutlich geworden ist:

Der medizinische Bezug ist, dass ich/wir auf der emotional-psychischen Seite nicht weiß/wissen, wie wir bei unseren sexuellen Praktiken eine Grenze finden können, die uns beiden gut tut.

Und um das nochmal zu verdeutlichen:

Ich habe KEIN Interesse daran, hier irgendwelche näheren Praktiken detailreich auszutauschen noch sonst irgendwie in die Erotik-Ecke abzurutschen.

Es soll hier lediglich um den psychologischen Aspekt gehen. Darum, wie man sich in diesem Kontext verständigen kann und gewisse Hemmungen verlieren.

Ich dachte, es wäre vielleicht relevant, den BDSM-Kontext als psychologisches/sexuelles Phänomen dazu zu benennen, falls das hier aber irgendwen stört, muss ich das hinnehmen.

CWinnnamonx4


P.S.: Falls dieser Faden einfach so gelöscht werden sollte, möchte ich für die Nachwelt festhalten, dass ich das höchst diskriminierend fände.

Dass ich es mag, wie mein Partner meinen Hals küsst oder dass ich als Ambiente gerne Rosenblüten mag, das dürfte ich schreiben.

Aber dass ich auf BDSM stehe, ohne das nochmal näher auszuführen, das darf man nicht.

Als Normalo darf ich fragen, wie unser Liebesleben interessanter gestaltet werden könnte.

Als BDSMler darf man gewisse Praktiken anscheinend nicht mal am Rande umschreiben, ohne, dass es als medizinisch nicht relevant wahrgenommen wird.

Ich finde das sehr schade und hoffe einfach, dass die Moderation genug Toleranz aufbringt, diesen Faden nicht zu löschen.

Ich beabsichtige nicht, ins Detail zu gehen oder sonstige Fantasien zu erzählen.

MFayflSowexr


Die Hemmung weiter zu gehen beruht sicher zum grössten Teil darin, dass ein eventueller Kontrollverlust im schlimmsten Fall schwerwiegende Folgen haben kann.

Es geht um Prävention, was ein klassisches Gesundheits-Thema ist.

In spezialisierten Foren wirst Du da aber wahrscheinlich besser beraten sein. Ich bin nicht "vom Fach" spontan fallen mir aber Save-Wörter, Safe-Zeichen, nie mit Alk/Drogen, ein. Und vorher natürlich ganz klar die ultimativen Grenzen zu definieren. Ein Restrisiko bleibt, würde ich meinen.

SwpBucks|chlPechxt


Passt vielleicht, mit Hilfe von Fragebögen kann man dem Partner in etwa mitteilen, welche Vorlieben man hat, und welche nicht. Der Annäherung ist das sicher dienlich, trotzdem sollte imho darüber gesprochen werden. [[http://www.bdsmcode.de]]

T<iexU


Ein "mehr davon" kann ein Einstieg sein, jedenfalls der bessere als ein "doller, härter"

Wichtig das ihr vertrauen habt und Dinge die Spuren hinterlassen könnten nicht an Stellen praktiziert die für jedermann sichtbar wären

Also lieber eine Ohrfeige mehr, als eine zu dolle die zum blauen Auge führen würde ...

C7inBna4moQn4


Die Hemmung weiter zu gehen beruht sicher zum grössten Teil darin, dass ein eventueller Kontrollverlust im schlimmsten Fall schwerwiegende Folgen haben kann.

Es geht um Prävention, was ein klassisches Gesundheits-Thema ist.

In spezialisierten Foren wirst Du da aber wahrscheinlich besser beraten sein. Ich bin nicht "vom Fach" spontan fallen mir aber Save-Wörter, Safe-Zeichen, nie mit Alk/Drogen, ein. Und vorher natürlich ganz klar die ultimativen Grenzen zu definieren. Ein Restrisiko bleibt, würde ich meinen.

Hm... klar... kompletter Kontrollverlust wäre nicht gut. Vielleicht ist das wirklich diese hemmende Angst, die dafür sorgt, dass wir nicht weiter gehen.

Schützen kann man sich natürlich durch Save-Wörter, machen wir auch schon, aber... was passiert ist, ist eben passiert, auch wenn man dann aufhört.

Passt vielleicht, mit Hilfe von Fragebögen kann man dem Partner in etwa mitteilen, welche Vorlieben man hat, und welche nicht. Der Annäherung ist das sicher dienlich, trotzdem sollte imho darüber gesprochen werden.

Ja, das stimmt. Wir haben sowas auch schon mal gemacht. Ich denke, das Problem ist auch nur zum Teil, dass wir gar nicht genau wissen, was der andere will. Es ist mehr die Angst davor, es auszusprechen und dann auch wirklich so weit zu gehen.

Ein "mehr davon" kann ein Einstieg sein, jedenfalls der bessere als ein "doller, härter"

Wichtig das ihr vertrauen habt und Dinge die Spuren hinterlassen könnten nicht an Stellen praktiziert die für jedermann sichtbar wären

Also lieber eine Ohrfeige mehr, als eine zu dolle die zum blauen Auge führen würde ...

Nee, blaue Augen kommen auch gar nicht in frage ;-D!

Aber ja... klar... obwohl wir die Sachen, die wir machen, auch durchaus "durchziehen". Ich will ja auch gar nicht, dass es "härter" zugeht in dem Sinne.

Ich fühle mich eher so, als hätten wir gemeinsam eine Tür zu einem Laden durchschritten, in welchem es ein gewisses Angebot gibt. Das sagt uns auch beiden zu, aber es reicht irgendwie nicht. Durch die nächste Tür zu gehen würde aber ein Reise ins Ungewisse bedeuten, vor allem, was die Gefühle zwischen uns beiden angeht. Und ich denke, wir wollen beide nichts kaputt machen. Aber gehen wir nicht weiter, wird uns auch für immer etwas fehlen. Was dieses "Weiter" genau ist, kann ich zum Einen hier nicht ausführen, glaube ich, und zum Anderen weiß ich es selber noch nicht so genau. Aber es geht auf jeden Fall um eine Erweiterung der Umsetzung unserer Fantasien, ohne eine Intensivierung des Bisherigen.

1Lto3


Du hast also Angst davor, dass Fantasien auf den Tisch kommen, die den Partner abtörnen und so die Experimentierfreude kaputt machen?

Ich finde das folgende Konzept ganz interessant. Ich hab es allerdings nicht ausprobiert und weiß auch nicht, ob der SM Bereich überhaupt berücksichtigt wird:

[[http://www.theratalk.de/ressourcenaktivierungs_modul_sexuelle_wuensche.html]]

Im Prinzip geht es dabei darum, getrennt einen Fragebogen zu sexuellen Wünschen auszufüllen und vom Partner nur die Teile zu erfahren, die man auch evtl. ausprobieren würde.

CIaglly-xxx


Liebe Cinnamon,

du schreibst

" Ich denke, das Problem ist auch nur zum Teil, dass wir gar nicht genau wissen, was der andere will. Es ist mehr die Angst davor, es auszusprechen und dann auch wirklich so weit zu gehen. "

Reden ist doch bei solchen Praktiken ganz essenziell! Dein Partner kann ja nicht Gedanken lesen und weiß nur, ob Du weiter willst, wenn Du es ihm sagst. Also lote doch mal aus, ob er auch Lust auf ein "weiter" hat!

Und man muss ja seine Vorstellungen & Fantasien nicht gebündelt auf den Tisch hauen, sondern Du kannst Dich ganz langsam voran tasten. Aber Dein Partner kann nur "weitergehen", wenn er weiß, was Du Dir vorstellst und was nicht. Natürlich kann es auch am Ende sein, dass Dir oder ihm die Fantasie in Realität gar nicht so gut gefällt – dann kann man abbrechen und sollte danach auch unbedingt darüber reden. Wenn das "Ausprobieren" von beiden Seiten gewollt ist und gegenseitiges Vertrauen da ist, dürftet Ihr selbst in diesem Fall "mit einem blauen Auge davon kommen".

Die Idee mit dem Fragebogen finde ich gar nicht schlecht. Letztlich bleibt es Deiner Kreativität überlassen, wie Du das Gespräch angehst ("Du, ich habe neulich das und das gelesen – sag mal was hälst Du davon?" geht auch, genauso könntet Ihr auch in einen Shop gehen & Euch beraten lassen und anschließend ergibt sich oft ein Gespräch über Wünsche von selbst – da gibt es unzählige Möglichkeiten).

Und wenn ihr wieder einmal abgebrochen habt, bevor es Dir richtig Spaß machte (so wie Du oben geschrieben hast), kannst Du ihn doch danach auch darauf ansprechen (.."Du nächstes Mal...").

Sag ihm ganz ehrlich, was Du fühlst und denkst und was Dir Sorgen macht – das sollte eine Beziehung verkraften :)

Viel Erfolg!

E/hemal9iger Nutwzeyr (#9544761^)


Reden ist doch bei solchen Praktiken ganz essenziell!

Also ich kann mir die Schwierigkeit da schon vorstellen: jemand der devot ist, will nicht besprechen müssen und "erlauben", was der andere machen darf. Sondern es wirklich und vollkommen dem anderen überlassen. Nur so fühlt er/sie sich so ausgeliefert, wie er/sie es sich wünscht, um die sexuelle Lust zu steigern.

Und jemand der wirklich dominant ist, will dominieren. Machen was er/sie will und das nicht erst irgendwie abstimmen, wo der/die andere dann ein Mitspracherecht hat.

Reden ist also nur ein Mittel zwischen Partnern auf Augenhöhe. Denn sonst spielt man während des Sex ne Rolle und kommt sich doch nicht mehr authentisch vor.

Ich persönlich lehne den ganzen BDSM-Bereich für mich ab, aber ich kann mir die Schwierigkeiten schon vorstellen, wenn jemand nicht ausreichend Vertrauen in den anderen hat. Oder aber seine Natürlichkeit ändern muss, um in der Rolle des BDSM jemand anders zu sein. Die Grenze des Grades des Kontrollverlustes da auszuloten sehe ich kritisch ob der Gefahren drumrum. Und da würde ich die Ängste und Vorbehalte schon erstnehmen. Ängste haben auch eine Schutzfunktion.

L)emmking5x00


Reden ist doch bei solchen Praktiken ganz essenziell!

Ja, das ist es, auch wenn Silom das anders sieht. Liegt bei ihm aber sicher auch daran:

Ich persönlich lehne den ganzen BDSM-Bereich für mich ab...

Deshalb ist er wohl auch nicht der "richtige" Ratgeber.

jemand der devot ist, will nicht besprechen müssen und "erlauben", was der andere machen darf.

Doch, das sollte im Normalfall genau so sein. Zumindest Grenzen müssen abgesteckt und Tabus besprochen werden, niemand kann hellsehen.

Und jemand der wirklich dominant ist, will dominieren.

Kann er/sie ja, im Rahmen der abgesteckten Grenzen.

Machen was er/sie will

Ohne Rücksichtnahme auf den passiven Partner? Geht schon mal gar nicht. Man kann in der Situation so tun als ob es so wäre (spielend), aber die Wahrheit ist eine andere. Der aktive Part darf sich innerhalb der Grenzen frei bewegen, muss aber auf Reaktionen/Unstimmigkeiten achten und trägt die volle Verantwortung.

Reden ist also nur ein Mittel zwischen Partnern auf Augenhöhe.

Ja, und auch Partner in einer BDSM-Beziehung sind, man mag es kaum glauben %-| natürlich Partner auf Augenhöhe. Wenn ich manchmal solche Aussagen lese, dann muss ich mittlerweile annehmen, dass sie es sogar mehr sind, als Partner in "normalen" Beziehungen.

Denn sonst spielt man während des Sex ne Rolle...

Ja, bei geschätzten 98% ist es "nur" ein Spiel. Ich erahne die Enttäuschung auf den billigen Plätzen.

Die Grenze des Grades des Kontrollverlustes da auszuloten sehe ich kritisch

Kann ich verstehen, besonders, wenn vorherige Kommunikation nicht empfohlen wird.

Ich hingegen finden den obigen Beitrag von Silom nicht empfehlenswert :(v

AUiyarna8x9


@ Lemming500

Wieder kann ich deine Worte nur unterschreiben und muss gar nicht selbst auf den Beitrag von Silom eingehen. Also das wird langsam langweilig ;-D @:)

@ Cinnamon4

Ich halte Reden auch für essentiell. Und zwar nicht während dem Sex, sondern davor. Man kann doch einfach Wünsche und Phantasien austauschen. Die Idee mit dem Fragebogen ist auch toll, falls ihr erstmal einen anderen Zugang braucht. Und ganz wichtig: Ihr beide müsst euch über eure jetzigen Grenzen klar werden und auch über das was ihr euch genau wünscht. Besonders wichtig ist, dass der dominante Part deine Grenzen kennt und du das auch weißt. Wenn dann noch Vertrauen da ist (was auch essentiell ist), dann solltest du weniger Angst haben. Zumal du mit dem Safewort alles unterbrechen kannst. Ihr müsst ja noch keine Tunnelspiele machen.

HAo|nNey91G_mit#_Minxi13


Safeword festlegen und gut ;-)

Man hält mehr aus als gesacht und blaue flecke vergehen auch wieder.

Wenn du deinem partner vertraust, lass ihn mal machen! Schlimmstenfalls stellt ihr fest dass es doch nicht so toll war und es gibt eben keine wiederholung oder du sagst das safeword und ihr kuschelt die schlechte erfahrung weg :-)

So sind wir bisher immer gut gefahren.

L<emmi"ng=500


@ Aiyana

Wieder kann ich deine Worte nur unterschreiben und muss gar nicht selbst auf den Beitrag von Silom eingehen. Also das wird langsam langweilig ;-D @:)

Och, das tut mir Leid mit der Langeweile :-p soll ich Besserung geloben? Der Beitrag stand aber schon fast 14 Stunden unkommentiert, Du hättest mir also auch mal zuvorkommen können.

Und zum Thema:

Ich halte Reden auch für essentiell. Und zwar nicht während dem Sex, sondern davor.

Und auch danach, und immer wenn man Zeit und Lust zum Gedankenaustausch hat, reden kann man nie zu viel. Vielleicht auch mal in schriftlicher Form, weil es manchen (mir z.B.) da noch etwas leichter fällt sich zu öffnen. Könnte vielleicht sogar in ein Spiel mit eingebunden werden (spontane Idee von mir). Dem passiven Partner wird aufgetragen, die letzte "Session" zu beschreiben und die Gefühle dabei, und ein paar Anmerkungen dazu zu machen. Der aktive Part lernt dadurch seinen Partner besser kennen wenn er dessen Gedanken später liest. Und Rückfragen könnten gleich ins nächste Speil mit einfließen, wenn es passt.

Eine gute Möglichkeit zum besseren kennenlernen ist es vielleicht auch, gemeinsam Bücher zum Thema zu lesen. Die Bücher dazu am besten in doppelter Ausführung kaufen, wenn man sich das leisten kann/will. Dann macht jeder in seinem Buch Anmerkungen und unterstreicht interessante Passagen. Später werden die Exemplare getauscht und man sieht die Überschneidungen. Ist bestimmt eine interessante Erfahrung und kann für anschließend spannende Unterhaltungen sorgen, in Form von: "Was, sowas findest du gut?!"

Ansonsten ist vorsichtiges herantasten und ausprobieren, immer mit dem nötigen Blick für die Sicherheit, auch ein guter Weg.

LG @:)

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