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Sexualität und Behinderung

Hcakxi hat die Diskussion gestartet


In meiner Freizeit betreue ich jeweils einen Menschen mit einer Behinderung an speziell für diese Gruppe von Mitmenschen organisierten Wochenenden. Ausser meiner über 5-jährigen Erfahrung und etwas Schulung bringe ich dafür nur meinen gesunden Menschenverstand mit. Obwohl wir Betreuer offen miteinander reden, gibt es ein Tabu - die Sexualität. Am letzten Wochenende beobachtete ich zufällig, wie eine 19-jährige Betreuerin einem 18-Jährigen die Windeln wechselte. Der junge Mann hatte ein knochenharte Erektion und jammerte und winselte. Ich frage mich, ob es in einer solchen Situation ein richtiges Verhalten gibt. Zumindest jeder Mann weiss, dass eine Erektion Schmerzen verursachen kann, wenn man ihr nicht abhilft. Was bei einem gesunden Mann selbstverständlich ist, ist körperlich und geistig stark eingeschränkten Männern aber nicht möglich.

Wer steht da in der Verantwortung? Sind Medikamente zur Unterdrückung richtig? Wie stehen Eltern in ihrer Pflicht, die ich in ihrer besonders emotionalen Rolle, eher nicht als Ansprechspartner sehe? Als Mann bin ich mit einer solchen Situation doppelt überfordert - einerseits, weil man als Mann besonders argwöhnisch bezüglich Missbrauch beobachtet wird und andererseits weil es auf diesem Gebiet fast nur Frauen hat, die dafür überhaupt kein Verständnis zeigen. Ich habe schon versucht, das Thema anzusprechen, begegnete aber nur Ablehnung oder dem Rat, "das" den Profis im Heim zu überlassen. Von denen weiss ich aber nur, dass sie ihren Betreuten diskrete Möglichkeiten schaffen, sich selber zu befriedigen, aber wenn es jemandem nicht möglich ist, dann gibt es nur Medikamente. Sind die harmlos? Wenn ja, warum bekommt sie der von mir erwähnte junge Mann nicht?

Antworten
SDchwar]z66x6


Zumindest jeder Mann weiss, dass eine Erektion Schmerzen verursachen kann, wenn man ihr nicht abhilft.

Was verhilft Dir zu diesem Irrglauben? Eine Erektion verschwindet von alleine wieder, auch wenn man ihr nicht abhilft.

Solange es sich also nicht um Priapismus handelt, was krankhaft wäre und medizinischer Behandlung bedarf, verursacht eine Erektion auch keine Schmerzen.

Zudem habe ich von Pflegern, Krankenschwestern und Therapeuten im Bekanntenbereich gehört, das selbst die geistig behindertsten Hand anlegen können, das ist niederer Instinkt. Von daher sind Deine Sorgen unbegründet.

S|chwa$rz66x6


Ach, ich sehe gerade, Du bist ja männlich. Hattest Du selbst schonmal ernsthafte Schmerzen bei einer Erektion?

wdir$klic$hsxo


ALso respekt vor Deinem Job. Aber mir tat der Schniedel noch nie weh wenn er hart war. Höchstens das die Eier drücken. Aber das erzählen wir ja nur den @:) ;-D ;-D Frauen damit sie Mitleid mit uns haben ]:D

o}gus


in Deinem Alter sollte man so aufgeklärt sein u. wissen das eine Erektion keine Schmerzen macht u. auch die Betreuerin wird den jungen Mann nicht zum erstenmal gewindelt haben u. weiß was sie zu tun hat....

Warum sollten den solche jungen Menschen mit Medikamenten gegen eine Erektion (die ja jeder Mann hat) behandelt werden ??? ??

B8odoxni


Den Antworten nach scheint das hier das falsche Forum für dieses Thema zu sein.

Ich habe nur mal am Rande mitbekommen, wie ein Kollege (Betreuer geistig behinderter Erwachsener) meinte, man müsse sich als Pfleger dringend mit dem Thema auseinandersetzen. Er hätte schon erlebt, dass sich Behinderte (Männer wie Frauen) blutig gewichst hätten, weil anscheinend das Gefühl oft nicht richtig eingeordnet, die Handlung nicht dosiert werden könne.

Ich hatte das nur so aufgeschnappt und kann Dir leider auch nicht mehr dazu sagen. Allerdings ist es für mich unverständlich, dass das Thema unter Betreuern nicht aufgenommen werden soll.

G^aroux78


Hallo,

ich habe selber bis 1999 als Krankenpfleger gearbeitet. Dabei habe ich nebenbei auch Einblicke in die Altenpflege und Behindertenbetreuung/pflege bekommen.

Leider muss ich Dir zustimmen, dass Sexualität ein absolutes Tabu ist! Kurzum, manche Leute tuen so, als ob behinderte Menschen keinen Sex haben würden.

Selbiges habe ich bereits auch persönlich erlebt. Ich sitze seit 2002 teilweise und seit 2007 dauerhaft im Rollstuhl. Neben einer hohen Oberschenkelamputation, bin ich auch ab dem 12. Brustwirbel querschnittgelähmt. Da zusätzlich mein Herz ziemlich krank ist, nutze ich überwiegend einen E-Rolli.

Manche Menschen sind völlig überrascht, dass ich verheiratet bin und auch regelmäßig mit meiner Frau Sex habe. Ich brauche zwar ein Medikament, um eine Errektion zu bekommen, aber es klappt.

Genauso auch, dass meine Frau und ich Kinder haben wollen, ist für manche Menschen eine verbotene Vorstellung. Mir wurde mehr als einmal gesagt, dass wir uns doch besser keine Kinder anschaffen sollten. Weil, naja ich würde doch bestimmt schon verstehen wieso?

Nein, verstanden habe ich es nie und werde es auch nie verstehen. Nur weil ich krank bzw. behindert bin, habe ich aber die gleichen Gefühle und das gleiche Verlangen, wie es ein gesunder Mann in meinem Alter auch haben würde.

Genauso ergeht es auch alten Menschen und auch behinderten Menschen in Pflegeeinrichtungen. Zum Glück gibt es heute bereits Prostituierte, die auch mit behinderten Menschen Sex haben. Des Weiteren gibt es auch die Möglichkeit, dass man den Kontakt zu einer Sexualassistenz herstellt.

Dies kann insbesondere dem oben beschriebenen Mann mit massiver Selbstbefriedigung sehr hilfreich sein. Aber die Kosten muss jeder behinderte Mensch selbst übernehmen.

[[http://www.sexualassistenz.info]]

HGakxi


@ Garou78

Vielen Dank für deine ehrliche Sichtweise. Du kennst beide Seiten - als Pfleger und als Mann mit einer körperlichen Behinderung. Ich finde es schön, dass du eine erfüllte Sexualität erleben darfst und es ist schon erschreckend, wenn man von Fremden Bemerkungen hören muss, wie du sie beschreibst. Was geht nur in solchen Menschen vor? Das mit der "Sexualassistenz" kenne ich auch, aber ich denke, das ist eher etwas für Menschen ohne geistige Behinderung oder nur einer geringen. Und eben - die kosten und wenn die Eltern oder der Vormund sich nicht darum kümmern, dann tut es das Pflegepersonal auch nicht, weil die ja nicht die finanzielle Kompetenz dazu haben.

An alle, die meinen, eine Erektion könne keine Schmerzen verursachen: Ich weiss ja nicht, wie alt ihr seid oder ob ihr euch nicht mehr an eurere Pubertät erinnern könnt, aber eine Latte kann - muss aber selbstverständlich nicht - Schmerzen verursachen, wenn man ihr nicht abhilft. Klar, irgendwann verschwindet sie schon wieder, aber das ist bei jedem verschieden.

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Kavaliersschmerzen]]

Selbstverständlich können sich auch Menschen mit einer geistigen Behinderung selber befriedigen und sie machen es auch, aber eben nur bis zu einem bestimmten Grad. Wenn jemand, wie in meinem Fall beschrieben, so schwer behindert ist, dass er ständig Windeln trägt und gewickelt werden muss, dann geht das nicht.

F/ade-t=o-grexy


An alle, die meinen, eine Erektion könne keine Schmerzen verursachen: Ich weiss ja nicht, wie alt ihr seid oder ob ihr euch nicht mehr an eurere Pubertät erinnern könnt, aber eine Latte kann - muss aber selbstverständlich nicht - Schmerzen verursachen, wenn man ihr nicht abhilft. Klar, irgendwann verschwindet sie schon wieder, aber das ist bei jedem verschieden.

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Kavaliersschmerzen]]

Selbstverständlich können sich auch Menschen mit einer geistigen Behinderung selber befriedigen und sie machen es auch, aber eben nur bis zu einem bestimmten Grad. Wenn jemand, wie in meinem Fall beschrieben, so schwer behindert ist, dass er ständig Windeln trägt und gewickelt werden muss, dann geht das nicht.

Eben! Die Tatsache, dass die Erektion "irgendwann verschwindet" bedeutet ja nicht, dass auch die sexuelle Erregung einfach so verschwindet. Selbst nächtliche Pollutionen versprechen da keine Abhilfe. So zu tun, als würden längerfristige Erregung und anhaltende Erektionen ohne nachfolgende sexuelle Befriedigung bei den Betroffenen keinen wirklichen Leidensdruck aufbauen können, heißt nichts anderes als die berechtigten sexuellen Bedürfnisse geistig und/oder körperlich behinderter Menschen in Abrede stellen zu wollen oder sie zumindest nicht erkennen zu können.

Aus welchem Grund geschieht das? Ist es die "Arroganz der Nichtbehinderten"? Ich glaube das zwar nicht, aber es könnte so (miss-)verstanden werden. Ein offenerer Umgang mit sensiblen Themen würde unserer Gesellschaft in vielfacher Hinsicht sehr gut tun.

T|ofl ixGaamexr


Ich habe letztes Jahr ein Jahrespraktikum an einer Schule für Kinder mit körperlichen und geistigen Behinderungen gemacht und dort wurde uns erklärt, dass wenn sowas passiert, wir einfach solange rausgehen sollen, ein paar Minuten warten und wenn die Erektion dann vorbei ist, weitermachen sollen.

Wenn man eine Windel eng anlegt, dass diese dann auch nicht nach ein paar Minuten wieder wegrutscht, dann kann eine Erektion ziemlich wehtun, vorallem, wenn quasi alles "draufdrückt".

Hcaxki


@ Fade-to-grey

Wie du ja in diesem Thread siehst, ist es ein Thema, dem man lieber aus dem Weg geht. Man kann das aus meiner Sicht durchaus Arroganz nennen. Es hat aber auch damit zu tun, dass man Männer in doppelter Hinsicht nicht zu Wort kommen lässt: Erstens sind diese in diesen Berufen eine verschwindende Minderheit und haben meist weibliche Vorgesetzte und zweitens stehen Männer gleich unter generellem Missbrauchsverdacht, wenn sie sich dazu zu Wort melden - also lassen sie es lieber.

Ich finde auch, dass die Gesellschaft offener mit dem Thema umgehen sollte, aber wie soll sie es, wenn schon viele Eltern mit dem Thema Mühe haben, dass ihre Kinder sexuelle Wesen sind? Und ist ein Kind behindert, dann ist das Thema noch heikler. Ich habe in nächster Nähe mitbekommen, als Eltern eines 19-Jährigen von der Institution verlangten, dass er dämpfende Medikamente erhalten müsse, damit er nicht onaniere!!! Gut, er hat das zu Hause völlig offen gemacht, was die Eltern vermutlich überfordert hat. Die Institution hat dem Wunsch der Eltern nicht entsprochen, aber es brauchte sehr viel Engagement des Institutsleiters.

@ ToflixGamer

Was hat man euch denn gesagt, was man machen soll, wenn die Erektion nach ein paar Minuten eben nicht wieder vorbei ist? Was bei einem in die Jahre gekommenen Mann normal ist, ist es bei den meisten Jugendlichen nicht. Das mit den engen Windeln kann ich mir auch vorstellen. Benutzt ihr richtige Windeln oder Windelhosen?

B;eljphegxor


Erstmal vorweg. Natürlich kann es sein, dass Mann Schmerzen bekommt von einer Errektion. Umgangssprachlich wird das "blue balls" genannt und es betrifft die Hoden und nicht den Schwanz. Hab das auch schon gehabt, wenn auch erst 2-3 mal im Leben.

Ich denke, die hilfreichsten Tipps hast du schon bekommen. Das ganze zu ignorieren, den Raum für ein paar Minuten verlassen und fertig. Anders kannst du/man dem eh nicht abhilfe verschaffen.

Es gibt im übrigen (soweit ich glaube zu Wissen) eine regelrechte Ausbildung, ich meine in der Schweiz, für Huren die auf Sex mit behinderten Menschen spezialisiert sind. Wie das genau aussieht und für welche Grade der Behinderung das gilt, weiß ich nicht. Hier mal ein eben gegoogelter link

[[http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Neue-Ausbildung-fuer-Sexualbegleiterinnen/story/17116477?track]]

FZadFe-gto"-grey


[[http://www.derwesten.de/gesundheit/sie-legt-sich-beruflich-zu-pflegebeduerftigen-ins-bett-id10044463.html]]

T/omaxsG


also wenn ich sehr lange eine errektion habe, aber nicht genug stimmulation um zu ejakulieren, dann bekomme ich ich recht starke schmerzen im bereich der hoden/samenstränge.

diese schmerzen halten mehere stunden an, auch wenn die erektion schon längst abgeklungen ist.

medikamente gibt es einige die die libido unterdrücken bzw vermindern.

aber jede dauermedikation bringt doch zumindest auf dauer nebenwirkungen, gfahren...

wie das bei geistig behinderten ist weis ich nicht, ist sicer auch von fall zu fall verschieden...

ich würde dazu tendieren dem patienten dazu zu bringen sich selbst zu befreidigen, also das er merkt das es schön sein kann sich selbst zu befummeln oder so..

dem mann einen runterholen fände ich jetzt auh nicht falsch, falls man sich sicher sein kann das es ihm gefällt und nicht unangenehm ist..

man kann aber da schnell den vorwurf von missbrauch oder so bekommen, das ist also ein heikles thema..

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