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Sexualisierung in den Medien

PkoSmmes_ mit_LDönexr hat die Diskussion gestartet


Wie seht ihr die offene Zurschaustellung von Sexualität in Medien wie Fernsehen und Internet?

Findet ihr das angenehm, ständig zu sehen, wie jemand lasziv auftritt und seine Vorlieben zeigt?

Wie oft ekelt ihr euch vor sexuellen Anspielungen und Darstellungen? Denkt ihr oft "Wieso muss die jetzt ihre Brüste in die Kamera halten?"

Ich glaube, man versteht worauf ich hinaus will. Dieses demonstrativ offene Zeigen von Sexualität soll wohl sexuelle Freiheit darstellen, ist aber doch eher ein Zeichen von tiefer Verklemmtheit, findet ihr nicht?

Man ist einfach übersättigt von den ganzen Bildern und Shows, die unverklemmt herüberkommen wollen und dabei die Leute nur anwidern. Und das ist einer der Punkte, die mich hier in Deutschland ein wenig stören. Es gibt sexuelle Freizügigkeit und es gibt krankhafte sexualisierte Sprache und Bilder. Weniger ist mehr, findet ihr nicht?

Würde mich mal interessieren, was das Forum darüber denkt.

Antworten
F7ade-wto-gxrey


Sex sells! ;-)

N_oOrdix84


Ekel ? An Sexualität und auch an nackten Körpern ist nichts ekliges. Wenn irgendwelche Z-Promis ihre nackten Brüste in die Kamera halten dann ist das eher billig, peinlich und nervig aber nicht eklig. Und wenn irgendwelche Teenager das nachmachen und sich im Internet präsentieren dann ist das eher bedenklich und zeugt von Mitläufertum aber eklig ist auch das nicht.

Das schöne ist ja das man sich diesem Zeug nicht aussetzen muss sondern das man ganz leicht abschalten oder wegklicken kann.

AKvao Emexrie


Das schöne ist ja das man sich diesem Zeug nicht aussetzen muss sondern das man ganz leicht abschalten oder wegklicken kann.

Als erwachsener Mensch, der mit entsprechendem Selbstbewusstsein ausgestattet ist, ja. Als Heranwachsender heutzutage stelle ich es mir schon schwieriger vor, sich dem zu entziehen. Insofern finde ich manches in dem Zusammenhang durchaus bedenklich. Ich erlebe privat und beruflich jedenfalls, dass die Pubertierenden heute andere Sorgen haben, als noch vor 20 Jahren, weil sie mit ganz anderen Dingen konfrontiert werden.

Erotikheftchen wurden auf dem Schulhof zwar schon immer rumgereicht, aber mich stimmt es schon nachdenklich, wenn Gangbangvideos auf den Smartphones von 8jährigen landen. Da sind natürlich auch die Eltern gefragt, aber es gibt m.E. schon diesen gesellschaftlichen Trend zu immer mehr, immer extremer, immer "perverser"... weil es wohl immer schwieriger wird, in der Flut überhaupt noch wahrgenommen zu werden.

Ich finde einen offenen Umgang mit Sexualität wichtig. Mit Pornografie weniger. Darin sehe ich das Problem. Denn ich fürchte, dass es jungen Menschen dadurch nicht gerade leicht gemacht wird, ungestört ihre eigene Sexualität in ihrem eigenen Tempo zu entdecken bzw. zu entwickeln.

Enttabusierung ist/war wichtig. Sex ist nicht bäh. Nacktheit schon gar nicht. Aber langsam schlägt es um in das Gegenteil und diejenigen, die (noch) kein oder kein permanentes Interesse an Sexualität haben, werden unter Druck gesetzt.

Ich fände es z.B. schön, wenn der Umgang mit Nacktheit etwas entsexualisiert würde. Denn manchmal ist ein nackter Po einfach nur ein nackter Po, so wie ein nackter Fuß, der nichts darstellen und niemanden animieren soll und eine Brust einfach nur eine Brust. Wenn Mütter nicht mehr öffentlich stillen dürfen, weil weibliche Brüste nur noch sexuell wahrgenommen werden, dann läuft irgendwas schief - zwischen all den makellosen Photoshop-Körpern in sexy Dessous, die uns an jeder Ecke visuell "anbrüllen".

UYw#e6x4


Das ist schon richtig. Zuviel ist Zuviel! Das Schlimme ist aber nicht, dass irgendwelche Frauen angeblich "Zeigfreudig" sind. Die machen das aus finanziellen Gründen. Der Kommerz ist ein Feind der Erotik. Einfach mal öfter abschalten.

H$armoniue197x6


Oversexed but underfucked. ]:D

Mir ist es umgekehrt lieber.

Problematischer als die hohe Frequenz finde ich, dass in den Medien ua. oft schlicht ein falsches Bild von Sexualität gezeigt wird. Man liest beispielsweise auch hier im Forum öfter mal, dass Frauen, die sexuell aktiv sind, sich nehmen, was sie brauchen, immer noch als Schlampen und/oder als nuttig angesehen werden.

Die Art und Weise wie (und im Zusammenhang wie oft) Medien sexuelle Inhalte transportieren, trägt sicher nicht zur allgemeinen Entspannung in Sachen Sexualität zum Vorteil aller bei.

M^r. FYorGeskixn


Man ist einfach übersättigt von den ganzen Bildern und Shows, die unverklemmt herüberkommen wollen und dabei die Leute nur anwidern.

Diese Bilder und Shows werden produziert weil man Geld damit verdienen möchte, nicht weil man damit eine bestimmte Botschaft vermitteln möchte.

Du als Konsumenten hast die Wahl Dir anzusehen was Du möchtest.

Oder wirst Du gezwungen Dir Sachen anzusehen die Du nicht sehen möchtest?

sNensi4beJlmxan


Wie seht ihr die offene Zurschaustellung von Sexualität in Medien wie Fernsehen und Internet?

Mensch sieht dort, was er auswählt- man kann im Fernsehen als auch im Internet ganz ohne sexuelle Darstellungen auskommen. Im Fernsehen sehe ich einen Rückgang der Darstellung von Sexualität insbesondere gegenüber der 70-er/80-er Jahre.

Solche Filme wie "Das wilde Schaf", "Das große Fressen", "Die Legende von Paul und Paula", "[[http://www.veoh.com/m/watch.php?v=v36713870nJTSJCdh Ursula]]", "[[http://www.veoh.com/watch/v19227572tYFWYr6K?h1=7+Sommersprossen+ Sieben Sommersprossen]]", ... mit eher unbedarfter Darstellug von Nacktheit und Sex findet man doch heute eher sehr selten.

sjensi&bexlman


Ich habe keinerlei Probleme mit Darstellungen des Sexuellen im Fernsehen oder Internet- es ist doch normaler Bestandteil unseres Lebens. Vielmehr Probleme habe ich mit der Darstellung von Gewalt, Mord, Greuel und Totschlag- das ist zudem wesentlich lebensferner. Dem Fernsehen nach zu urteilen, müsste Mord z.B. wesentlicher Bestandteile jedes Menschen im Alltag sein (den vielen Kriminalfilmen nach zu urteilen). ... so scheinen z.B. die Menschen auf Sylt wie die Fliegen ermordet zu werden ]:D .

E{hemal^iger KNuthzer (F#3957x1)


Die Sexualisierung in der Schule durch die Mitteilung von Detailinformation an deutlich Minderjährige im sog. "Sexualkundeunterricht" finde ich deutlich gefährlicher als das, was diesbezüglich in den Medien präsentiert wird.

s)enWsibselmxan


Die Sexualisierung in der Schule durch die Mitteilung von Detailinformation an deutlich Minderjährige im sog. "Sexualkundeunterricht" finde ich deutlich gefährlicher als das, was diesbezüglich in den Medien präsentiert wird.

Was weißt du vom Sexualkundeunterricht? Zu meiner Schulzeit vor fast 40 Jahren hatte ich das im Biologieunterricht in der 8. Klasse- es war deutlich wissenschaftlich-biologisch gefärbt und das finde ich nicht schlecht.

adfri


Ich befinde insbesondere die Werbung heute deutlich weniger sexuell gefärbt, als in den 70er Jahren, insofern ist eine gewisse "Besserung " im Sinn des/der TE eingetreten. Was das Fernsehprogramm angeht, weiß ich nicht, ich sehe kaum fern und wenn doch, GEZ-Anstalten und kein Unterschichten-TV.

Zumindest fehlt mir der Vergleich zwischen dem TV der 70er Jahre und heute, damals war ich noch zu jung und heute gucke ich nicht mehr hin. Aber die barbusige Ingrid Steeger ist mir im Gedächtnis geblieben, die hat mal die Brüste gezeigt und das fand ich als Kind im einstelligen Altersbereich damals unerhört. :-) Wenn man heute noch immer Brüste sieht, gut so aus heutiger Sicht. Pornos werden ja sicher nicht gezeigt, hoffe ich. Brüste sind mit das erste, was so ziemlich jeder Mensch als erstes sieht und wahrnimmt. Warum das ältere Kinder oder Erwachsene so stört, habe ich nie verstanden.

Nackte Haut scheint allgemein heute verpönter zu sein, als früher [tm], zumindest wenn ich mir unsere Kinder so ansehe (was natürlich nicht repräsentativ ist). Allein über Sex und alles, was damit zusammenhängt, zu sprechen, verlangt den Kindern viel ab, aber das kann mich als Elter auch täuschen; wer redet schon gern mit den Ellis über sowas. Vorgelebt haben wir's ihnen anders, aber wir entstammen ja auch einer anderen Ära, so scheint es jedenfalls. Wir sind übrigens 1967 und 1969 geboren, die Kinder zwischen 1991 und 1994.

sQens$ibeZlman


Aber die barbusige Ingrid Steeger ist mir im Gedächtnis geblieben

Ja, das war bei vielen Klimbim-Sendungen. Ich fand das als Jugendlicher "aufregend" schön.

g;aulxoise


sensibelman, ihr hattet Westfernsehen? ;-D

Ich schließe mich afri an: ich empfinde den Umgang mit nackter Haut heutzutage als sehr viel verklemmter. Ist alles sehr künstlich, wenig aufregend, viel Plastiksex.

Und wenn man das als störend oder widerlich empfindet, sollte man eben, wie auch bereits gesagt, mal die Auswahl der Fernsehsender überdenken.

Gelabert wird viel, gewußt deutlich weniger. Ich muss mit meinen Schülern regelmäßig Aufklärungsgespräche führen, wo sich mir die Fußnägel hochrollen.

(also, müssen muss ich das nicht, ich geb' gar kein Bio, aber die kommen eben mit prekären Fragen gerne zu mir.)

Das komplette Pornovokabular wird gerne und häufig benutzt und rumgetrötet, aber die simpelsten biologischen Tatsachen sind völlig unbekannt. Ihr glaubt nicht, was ich da schon alles erklärt habe. Und die haben schon mindestens zwei Runden Aufklärung bzw. Sexualkunde in der Schule hinter sich, was das hier

Die Sexualisierung in der Schule durch die Mitteilung von Detailinformation an deutlich Minderjährige im sog. "Sexualkundeunterricht" finde ich deutlich gefährlicher als das, was diesbezüglich in den Medien präsentiert wird.

ja wohl widerlegt. Ich habe noch von keinem Schüler - und, btw, auch von keinem meiner Kinder! - gehört, dass die Schule da wirklich bahnbrechend und aufklärerisch gearbeitet hätte.

Ich erlebe Jugendliche als sehr viel prüder, verklemmter und uninformierter, als es meine Generation war.

Insofern hält sich der Schaden durch die Übersexualisierung ;-D des Fernsehens wohl in Grenzen.

s9ens}iblelman


sensibelman, ihr hattet Westfernsehen?

Ja, aber erst als ich Teenager war. Aber DDR Fernsehen war damals kaum weniger "sexuell" geprägt- ich behaupte, da wurden mehr nackte Menschen gezeigt als heute (mancher Polizeiruf 110 oder auch Aussenseiter-Spitzenreiter war da ganz nett).

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