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verkapptes 'Transgender'?

fkla'twhitxe hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

VORSICHT LÄNGER :)D (Danke fürs Lesen!)

Ich trage bereits seit ich ein kleines Kind bin Charakterzüge in mir, die ich nicht verstehe und die mir mein Leben manchmal auch wirklich nicht einfach machen, weil ich einfach gefühlt sehr anecke. Einerseits finde ich Frauen sexuell extrem anziehend,aber verlieben tue ich mich nur in Männer. Dahinter steckt aber mehr, in meiner Entwicklung, meiner Beziehung zum Körper und der Sichtweise auf mich selbst.

Als kleines Kind habe ich beim spielen von Rollenspielen IMMER die männliche Rolle, ich war immer der männliche Part, sei es der Bruder, ein männliches Tier etc.

Puppen fand ich langweilig, ich mochte Kuscheltiere ich mochte es mich auf etwas ganz tief zu fokussieren(Musik hören,stundenlang, zeichnen, schreiben etc.Ich sammelte diversen Kram, wie z.B. Steine und fand Insekten spannend und beobachtete sie stundenlang (Ameisen, Käfer, Spinnen-vor denen ich aber auch etwas Angst hatte).

Ich war null an Klamotten interessiert...und auch nicht sonderlich begabt darin mich 'hübsch' zu kleiden. Während meine Schwester lange Haare und Kleider mochte, war es mir wurst, bzw nicht bewusst. Stattdessen ahmte ich immer wieder gerne, ausschließlich männliche, Personen, die mich beeindruckt hatten, nach (ich trug mit 8/9Jahren zu Weihnachten eine Art Mozarthemd, weil Mozart mich zu der Zeit total beeindruckt hatte :-o ).

Dazu kam etwa ein Jahr später eine andere männliche Persönlichkeit, die ich extrem bewunderte. In jedem Fall eine sehr kluge, aber auch sehr gestörte männliche, und unheimliche Persönlichkeit. Ich bewunderte ihn sehr, zeichnete seine Tiere, die ihn angeblich oft begleiteten und auch ihn selbst. Und: Ich spielte die Person gerne nach in Rollenspielen.Ich wollte so sein wie er.

Ab einem Alter von ca 6/7 Jahren begann es, dass ich mich immer 'irgendwie männlich' fühlte. Deutlich wurde es, wenn ich zB mit Freundinnen zu den Nachbarn ging. Ich dachte dann immer, dass alle denken würden, dass ich ja gar kein Mädchen wäre, und alle viel hübscher. Und ich fühlte mich dann immer so trottelig, so...halt nicht mädchenhaft, und schämte mich. Im Vergleich zu Freundinnen und meiner Schwester sah ich auch tatsächlich eher ‚struppig‘ aus. Das Gefühl machte mich dann immer sehr unsicher und ich fühlte mich unwohl. Außerdem hatte mir meine Mutter mit etwa 5 Jahren einen Kurzhaarschnitt verpassen lassen, weil meine blonden Löckchen morgens immer furchbar zerzaust und verklettet waren.

In der 4. Klasse begann ich langsam Interesse zu entwickeln für Jungs. Auch das Interesse war irgendwie auf seltsame Art, denn ich mochte immer die etwas 'moppigen', ich stand nie auf die typisch hübschen Jungs die beliebt waren.

Aber: Gleichzeitig mit dem Interesse an Jungs begann meine Unsicherheit Mädchen gegenüber! Zum Beispiel dachte ich oft, dass sie mich für lesbisch halten würden, obwohl nie irgendwer sowas behauptet hatte,und wenn ich jetzt darüber nachdenke, weiss ich nicht einmal wie ich zu dem Begriff 'lesbisch' gekommen war. Nach außen waren die Unsicherheiten, hatte immer Freundinnen, in der Schule war ich unauffällig, aber immer auf jedem Geburtstag eingeladen und in den Pausen spielte ich immer mit.

Mit 11 Jahren begann ich in die Pupertät zu kommen. Ich wurde stiller, und bekam furchtbare Komplexe mit meinem Körper, ich empfand mich zu dick, obwohl ich nicht einmal pummelig war. Schaue ich mir jetzt Fotos an sah ich aus wie 15/16, hatte auch die Ausstrahlung. Geschminkt war ich nicht, noch hatte ich sonderlich mädchenhafte Kleidung, es ist einfach der Körperbau der meinem Alter viel zu weit voraus war, breitere Hüfte und Oberschenkel, nicht dick, nur dem Alter nicht entsprechend.

Ich litt, und ich kann mich erinnern, wie ich heulend mit 11 Jahren meine Mutter bat eine Diät machen zu können.

Gleichzeitig mit der Veränderung des Körpers begannen auch vereinzelt doofe Kommentare darüber zu kommen von Mitschülern. Dies alles unterstützte das Gefühl, dass ich irgendwie 'nicht weiblich' war. Mein Körper erschien mir viel zu groß für mich, und ich fühlte mich trampelig, sehr hässlich und immer noch 'irgendwie männlich. Die Unsicherheit gegenüber Jungs wie Mädchen wurde immer größer. Ich verknallte mich in Jungs, in Stars, und bei Mädchen dachte ich immer, sie würden mich für männlich halten und mich für lesbisch halten können, mich an sie ranmachen wollen würde. Diese Unsicherheiten waren nicht zu merken, denn ich hatte auch da ganz normal Freundinnen und nie bezeichnete mich irgendwer als männlich oder gar lesbisch (nie, auch nie zu einem späteren Zeitpunkt in meinem Leben).

Dann folgten zwei Jahre (etwa 14-16) in denen irgendwie alles 'normal' verlief. Ich kleidete mich typisch mädchenhaft, Jungs fanden mich gut, ich knutschte mal, etc, aber dieses Gefühl 'männlich' zu sein, unattraktiv, sowie die Unsicherheit, das Mädchen denken würden ich würde lesbisch sein, blieb.

Mit 17 wurde es wieder schlimmer, ich fühlte mich ultrahässlich, und ich begann mich extrem auffällig zu kleiden, sehr sehr weiblich, aber nicht im Sinne von halbnackt, sondern Lage über Lage, viel ‚Gebimsel‘ lange Röcke, zigeunermäßig bis ‚feenhaft‘ und, wenn ich jetzt im Nachhinein darüber nachdenke eigentlich geschickt, weil extreeem weiblich ohne auch nur einen Hauch Haut zeigen zu müssen. Und genau darum ging es mir auch (das war mir auch bewusst!): Ich versteckte mich unter dieser weiblichen Kleidung, weil ich mich selbst, in 'nicht-verkleideter Form extrem männlich empfand, unattraktiv für Männer, und für Frauen distanzierend (weil sie mich als zu männlich wahrnehmen könnten und als lesbisch). Es gab sehr viele Komplimente, ich fiel 'weiblich' auf, das tat auf der einen Seite gut, auf der anderen verunsicherte es mich nur noch mehr, weil ich immer denken musste ‚Ja, aber wenn ich meine Verkleidung abnehme bin ich ein männliches Entlein‘.

Mein Ziel war es (so absurd es im ersten Moment klingen mag) NICHT aufzufallen, ja, genau NICHT aufzufallen.. Ich dachte nämlich, würde ich mich nicht verkleiden, würden alle Menschen mich ansehen und denken ‚Oh Gott, ist die hässlich!Ist das eigentlich ein Mädchen oder ein Junge?‘ Was ich auch immer noch sehr interessant finde, im Nachhinein: Obwohl ich dermaßen übermäßig auffällig herumlief (und übrigens nirgends modisch einzuordnen war,keiner ‚social group‘ einzuordnen war) traf ích niemals auf Ablehnung, ich hatte immer gute Freunde und wenn ich irgendwo neu war fand ich sofort meine Leute,oder sie halt mich. Ich wurde nie ausgeschlossen, obwohl ich wirklich, eben objektiv betrachtet, ein ‚komischer Vogel‘ war: Sehr still, introvertiert, extrem seltsames Aussehen. Ich denke viel hat mir meine Art zu kommunizieren geholfen, denn redselig, wenn man mich ansprach, war ich wohl.

Also entgegen aller Vorstellung, dass man gemobbt wird wenn man anders ist, ich habe diese Erfahrungen glücklicherweise NICHT gemacht!

Gleichzeitig stellte ich fest, dass ich äußerlich eigentlich Männer überhaupt nicht sexy finde, Frauen äußerlich dafür umso mehr. Aber verlieben und tieferes Interesse hatte ich nur an Männern. Das ist auch immer noch so ":/

Also klar finde ich den Mann mit dem ich zusammen bin auch sexy, aber eben weil ich die Persönlichkeit sexy finde, und ich mag das Gefühl mich in die Arme reinzukuscheln, und weil ich mich dabei wohlfühle finde ich das gleichzeitig auch sexuell erregend. Auch wenn ich mal einen Porno sehe, mag ich fast nur Pornos in denen ausschließlich Frauen sind, aber auch zuweilen Männer.

Was ich bei Männern als einziges äußerlich sexy finden würde wäre wenn man den Penis irgendwie sehen könnte, zB bei ganz engen Shorts. Da man bei Männern aber gewöhnlich nichts sieht (weitere Klamotten) finde ich sie selten sexy (eben wennn man mal zufällig irgendwas sieht.

Bei Frauen sieht man ja häufig wirklich sehr viel.

Zu meiner heutigen Situation:

- Ich finde Frauen äußerlich sexy, durch enge Kleidung, das wäre bei Männern genauso, würden sie irgendwas ganz enges tragen (männliche Ballerinahosen… |-o ).

- Verlieben tut ich mich nur in Männer.

- Frauen gegenüber bin ich immer noch unsicher,weil ich mich in ihrer Gegenwart häufig unwohl, da ich innerlich mich immer noch eher männlich, oder zumindest nicht-weiblich fühle(äußerlich bin ich seit Jahren bereits eher graue Maus oder eben unauffällig), und weil ich es irritierend finde wenn eine Frau zB einen Mega_Ausschnitt hat, weil ich dann merke, dass ich das sexy finde

- Das unsichere Verhalten Männern gegenüber habe ich kaum mehr, da ich tatsächlich mit der Zeit gelernt habe, dass ich offensichtlich doch wohl ganz hübsch bin (auch ohne Verkleidung).

Dieser Sexualitätswirrwarr und meine Entwicklung, die Denkensart und die Emotionen...bin ich bi, unterdrückt homosexuell (ich hätte kein Problem damit, wollte es sogar eine Zeit lang sein, merkte aber eben genau da, dass ich für Frauen nicht mehr als sexuelle Anziehung empfinde), oder ist das vielleicht transgender?

Liebe Grüße

Antworten
Ttheory oTf deadxman


So. Hab mir mal alles durchgelesen.^^

Ich denke nicht, dass das tramsgender ist. Ich würde eher sagen, dass da ein eher geringes Selbstbewusstsein eine Rolle spielt.

Oder sagen wir eine verschobene Selbstwahrnehmung.

fslatw_hi2te


danke fürs lesen :-)

Ja, klar, das kommt/kam hinzu, das habe ich ja nicht mehr, lange nicht mehr. Teenager haben ja oft Probleme mit ihrem Körper. Aber ich kenne kein Mädchen, dass sich als männlich wahrnimmt und daraufhin Komplexe entwickelt

Und wie ist das mit der Sexualität_Wirrwarr zu erklären?

T?heory' Qof deadmxan


Ich denke, dass du dir durch deine eigene Unsicherheit selbst etwas einredest. "Wenn ich so denke, muss das ja so sein und jeder sieht/empfindet mich so"

Ich kenne auch jemanden, der so denkt. Aber nachdem sie ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt hat, hat sich das schnell erledigt.

fFlatcwhixte


Nein, also nicht falsch verstehen:

Ich bin ja mittlerweile laaaange raus aus dem ' ich bin in Wirklichkeit hässlich.' Ich habe in all den Jahren gelernt, dass das nicht stimmen kann, weil ich dafür einfach zuviele Komplimente, Aufmerksamkeit und bei Männern durchaus rein optisch nicht gerade unbeliebt bin (obwohl ich eben mittlerweile sehr unauffällig rumlaufe), es geht mir aber darum, dass ich mich immer noch oft männlich 'fÜhle', denn mein Verhalten, meine Denkensweise sind so anders als die von den meisten weiblichen Menschen um mich herum...am ehesten bin ich wohl noch meiner Mutter, sowie ihrer Schwester (also meiner Tante).

Und meine Ma ist zwar äußerlich sehr weiblich (ziemlich süß , selbst noch mit ihren 65 Jahren) aber eben weder vom 'Styling' noch von ihrer Art oder vom Denken weiblich...ähnlich meine Tante.

Also es ist tatsächlich meine Art zu denken, und mich leider oft schlecht überhaupt nicht mit Frauen identifizieren zu können (vielleicht liegts ja auch an meinem Umfeld...kann ich mir aber schlecht vorstellen, da mein Umfeld extrem gemischt ist), und genau das dann auch noch gepaart mit der sexuellen Neigung. Hinzu kommt, dass ich es irgendwie komisch finde, dass ich mich bereits als relativ kleines Kind anders als meine Freundinnen und eben nicht wie ein Mädchen gefühlt habe.

Witzigerweise ist bei meiner Mutter das ebenso gewesen als sie sehr klein war, zumindest was man aus Geschichten über sie hört...sie war wie ein kleiner Junge, nicht wie ein Mädchen, und sagte dies auch ganz explizit (was ich dann wieder nicht gesagt, aber eben gefühl habe).

TLheory ;of deaxdman


Aber ist es nicht besser, sich von der Menge zu unterscheiden, als mit dem Strom zu schwimmen?

EXhemaligSer Nu5tzerI (#53x0218)


es geht mir aber darum, dass ich mich immer noch oft männlich 'fÜhle', denn mein Verhalten, meine Denkensweise sind so anders als die von den meisten weiblichen Menschen um mich herum

Was meinst du damit?

Vielleicht passt du von den Geschlechtsstereotypen nicht gut in die "weibliche Rolle" und hast mehr Schnittpunkte mit der männlichen Rolle.

Mir ist das früher übrigens auch gesagt worden, dass ich "männlich ticke"; allerdings empfinde ich mich deshalb nicht als Mann. Ich empfinde mich als ... ich.

EBhemalkiger Nut^zer (#530218x)


Also um das näher zu erklären:

Wenn dir als kleines Kind - und sei es subtil - rückgemeldet worden ist, dass du "kein richtiges Mädchen" wärest, da zu "jungenhaft" (irgendwie so etwas in der Art und das Umfeld meldet einem Kind sowas früher oder später zurück, da die Geschlechtsstereotypen in den Köpfen sehr verbreitet sind), dann könnte in dir der Gedanke entstanden sein, dass du "männlich" wärest ... und später daraus ein "ich bin insgeheim ein Mann" geworden ist.

Ich weiß von mir sicher, dass ich kein Transgender bin, aber als Kind hatte ich mal überlegt, ob etwas mit mir nicht stimmt und ob es in diese Richtung gehen könnte. Da wusste ich noch nichts von Geschlechtsstereotypen. Mit dem Wissen darüber später hat sich alles erklärt.

E hematliger }Nu:tzer c(#53x0218)


p.s.:

Und bei dir könnten auch deine Probleme mit deinem Körper eine große Rolle gespeilt haben. Ich bin persönlich sehr froh, dass ich keine X-Figur habe, also mit schmaler Taille, breiten Hüften/Oberschenkeln und großen Brüsten. Damit hätte ich mich nie anfreunden können; ich denke aber nicht, dass man daraus immer gleich ein "Problem mit Weiblichkeit" konstruieren muss - welcher Körperbau einem gefällt hängt noch von so viel mehr Faktoren ab; persönlich mag ich eine gewisse "Androgynität" sehr z.B..

ERhemaliGger Nutze6r (#S530218x)


also Androgynität sowohl bei mir als auch bei anderen.

FLeo.


Mit deinem Aussehen bist du inzwischen zufrieden, du verliebst dich auch nur in Männer - wo ist das Problem? Ich habe erst einmal keines gefunden. Dass du auch Frauen schön und sexy findest, naja, warum nicht. Klingt mir nicht ernsthaft nach einem Problem.

Wenn ich nun auch deine neueren Beiträge lese, scheint das "Problem", dass du nicht denkst wie eine typische Frau. Das brauchst du aber auch nicht, da besteht echt überhaupt keine Notwendigkeit zu. Sei lieber stolz drauf, dass du deinen eigenen Kopf hast. Dir vielleicht auch Dinge zutraust, die typischerweise eher Männer machen.

Deine Mutter scheint ähnlich, und sie hat wohl auch einen Partner gefunden, der genau das mochte.

Langer Rede kurzer Sinn: Du bist genau richtig.

Jeden Zweifel daran schmeißt du am besten direkt in den Müll.

fplat2whitxe


Vielen vielen Dank für eure Antworten!

@ snaiperskaja

Wie alt warst du, als du dir darum Gedanken gemacht hast, und was genau hast du gedacht, bzw gefühlt?

Wenn ich darüber nachdenke wurde mir tatsächlich häufiger das Gefühl gegeben, dass ich etwas paddelig war, bzw nicht mädchenhaft, aber nicht von meinen Eltern oder meiner Familie, sondern von Freunden meiner Eltern, bzw die Eltern meiner besten Freunden, bei denen ich meine ganze Kindheit über fast täglich war.

@ Fe.

Zufrieden bin ich nicht mit meinem Aussehen, ich finde immer noch dass ich männliche Züge habe und hübsch finde ich mich auch überhaupt nicht, ich denke aber, dass man das wirklich sowas wie einer 'Körperschemastörung' zuschreiben kann, weil das Feedback der Außenwelt so gar nicht mit meinem eigenen Empfinden zusammenpasst. Da habe ich tatsächlich 'gelernt', dass es nicht stimmen kann. Sagen wir so: Mir ist mein Äußeres mittlerweile einfach nicht mehr wichtig, es steht nicht im Mittelpunkt und ich denke darüber nicht mehr nach.

Du hast eigentlich vollkommen Recht, dass ich vielleicht einfach 'individuell' bin, ABER : Ist es nicht dennoch schon irgendwie seltsam, dass man sein ganzes Leben das Gefühl in sich trägt eher irgendwie männlich als weiblich zu sein, und dann auch noch überwiegend sexuell von Frauen angezogen wird?

Ich habe mir mal vorgestellt, mich richtig konzentriert darauf, als ich in einer öffentlichen Bibliothek saß, dass ich ein Mann wäre, und auf einmal fiel sooo viel von mir ab! Ich fühlte mich viel viel freier, sicherer in mir selbst, selbstbewusster.

Ich konnte da allerdings nicht feststellen, ob es daher kam, dass ich sozusagen die Diskrepanz zwischen dem Gefühl ich wäre mannlich und den tatsächlichen physiologischen Gegebenheiten aufgehoben habe, oder ob ich mich in dem Moment einfach so frei von allem gesellschaftlichen Druck gefühlt habe.

Zumindest hatte ich auf einmal das Gefühl ich dürfe tausendmal mehr: Ich dürfe mich auf meine eigenen Sachen so richtig fokussieren ohne mir Sorgen zu machen, dass ich irgendwie grob wirkte, wenn ich soziales abblockte. Ich hatte mehr selbstbewusstsein anderen gegenüber zu treten, weil ich nicht so 'nett' tun musste sondern einfach direkt, ohne dabei 'komisch' oder 'zickig' rüberzukommen. Außerdem hatte ich das Gefühl ich könne in der Masse verschwinden, weil niemand auf mein Äußeres achten würde, ich müsse also weder sexy, noch hübsch noch sonstwas sein, ich konnte einfach 'unsichtbar' werden und mich auf meine eigenen Sachen konzentrieren ohne mir dabei Gedanken zu machen, wie ich wohl auf andere wirke. Attraktivität war auf einmal nicht mehr wichtig und daher konnte ich einfach mich auf mich selbst konzentrieren, weil dieser, wie mir da bewusst wurde, unbewusste Gedanke 'Wie wirke ich nach außen' einfach nicht mehr zwingend war. Ich hatte wirklich das Gefühl ich ich trug auf einmal tausendmal weniger Verantwortlichkeiten und Unsicherheiten in mir herum, und damit fühlte ich mich viel freier und authentischer. Das Gefühl überkommt mich immer wieder wenn ich mir vorstelle ich wäre ein Mann, auch jetzt. Es macht mich richtig...glücklich, eben weil ich mich mit so viel weniger 'wie verhalte ich mich jetzt richtig' beschäftigen muss.

Fxe.


@ flatwhite:

Du hast eigentlich vollkommen Recht, dass ich vielleicht einfach 'individuell' bin, ABER : Ist es nicht dennoch schon irgendwie seltsam,

seltsam hin, seltsam her... JA UND?

Normal und Standard sein ist doch langweilig :-)

Sei, wie du bist!

Ich habe mir mal vorgestellt, mich richtig konzentriert darauf, als ich in einer öffentlichen Bibliothek saß, dass ich ein Mann wäre, und auf einmal fiel sooo viel von mir ab! Ich fühlte mich viel viel freier, sicherer in mir selbst, selbstbewusster.

(...)

Zumindest hatte ich auf einmal das Gefühl ich dürfe tausendmal mehr: Ich dürfe mich auf meine eigenen Sachen so richtig fokussieren ohne mir Sorgen zu machen, dass ich irgendwie grob wirkte, wenn ich soziales abblockte. Ich hatte mehr selbstbewusstsein anderen gegenüber zu treten, weil ich nicht so 'nett' tun musste sondern einfach direkt, ohne dabei 'komisch' oder 'zickig' rüberzukommen. Außerdem hatte ich das Gefühl ich könne in der Masse verschwinden, weil niemand auf mein Äußeres achten würde, ich müsse also weder sexy, noch hübsch noch sonstwas sein, ich konnte einfach 'unsichtbar' werden und mich auf meine eigenen Sachen konzentrieren ohne mir dabei Gedanken zu machen, wie ich wohl auf andere wirke. Attraktivität war auf einmal nicht mehr wichtig und daher konnte ich einfach mich auf mich selbst konzentrieren, weil dieser, wie mir da bewusst wurde, unbewusste Gedanke 'Wie wirke ich nach außen' einfach nicht mehr zwingend war. Ich hatte wirklich das Gefühl ich ich trug auf einmal tausendmal weniger Verantwortlichkeiten und Unsicherheiten in mir herum, und damit fühlte ich mich viel freier und authentischer. Das Gefühl überkommt mich immer wieder wenn ich mir vorstelle ich wäre ein Mann, auch jetzt. Es macht mich richtig...glücklich, eben weil ich mich mit so viel weniger 'wie verhalte ich mich jetzt richtig' beschäftigen muss.

Ja verflixt, dann löse dich doch von diesen von dir empfundenen gesellschaftlichen Zwängen!

Wir haben Gleichberechtigung, und das nicht erst seit gestern!

Du darfst dich auf deine Sachen fokussieren und dich einen Dreck drum schweren, wie das auf andere wirkt. Du darfst anderen gegenüber selbstbewusst und direkt auftreten. Du darfst dich um deine Attraktivität einfach nicht kümmern. Ob du dann irgendwem auffällst oder nicht, das ist sein Problem, nicht deines. Du darfst das, was du als Erwartungen der Gesellschaft an Frauen empfindest, einfach gepflegt ignorieren und dich dann frei und authentisch fühlen.

Also mach es doch!

Und es kommt noch besser: Du darfst das alles, egal ob du ein Mann oder eine Frau bist. Da hat dir keiner reinzureden, und wer es doch tun will, kann dir mal den Buckel runterrutschen. Du darfst das alles auch als Frau!

Du kannst einfach Frau bleiben, dein biologisches Geschlecht als solches akzeptieren, und doch handeln, wie es eher Männer tun. Du kannst dich in einen Mann verlieben, auch Kinder mit ihm bekommen, und dennoch reden und handeln wie ein Mann. So manch weibliches Getue und Gezicke braucht eh kein Mensch, da ist eine zupackende und direkte Frau, die sagt, was sie denkt, schon besser.

Du willst denken wie ein Mann? Dann tu es, und das heißt als allererstes: Sch*** drauf, was die anderen über dich denken, und mach dein eigenes Ding!

Euhem-alwiger Nutze?r (#53x0218)


Wie alt warst du, als du dir darum Gedanken gemacht hast, und was genau hast du gedacht, bzw gefühlt?

Das fing im Kindergartenalter an. Gedacht habe ich für mich selbst, dass es irrational ist von meinen Mitmenschen meine Interessen und mein Wesen als "männlich"/falsch erzogen, nicht "weiblich genug" zu definieren, wo ich doch eindeutig (biologisch) weiblich gewesen bin. Außerdem ging es zum Teil darum, dass ich dem anderen nicht ausreichend "zu Willen gewesen" bin und diese Person es manipulativ damit versucht hat mir einzureden, dass ich verkehrt wäre und ein "richtiges Mädchen" keine Widerworte gibt, sondern tut, was von ihr verlangt wird. Meine Mutter war angeblich auch mitschuld daran, dass ich mich so "jungenhaft" unfolgsam geben würde. Sie hätte mich gehorsamer erziehen sollen nach Meinung dieser Person.

Außerdem ist mir das in Situationen gesagt worden, in denen es mir nicht eingeleuchtet hat, warum da manche Mitmenschen/Erwachsene unterschiedliche Maßstäbe und Vorstellungen über das gehabt haben, was für sie "männlich/jungenhaft" gewesen ist und was "weiblich/mädchenhaft" gewesen ist.

Es ging um so platte Dinge wie die, dass es z.B. im Kindergarten für Jungen ok ist sich körperlich mit anderen zu raufen, aber ein Mädchen das nicht tun darf. Ich habe das getan, auch um ein anderes Kind zu beschützen, das gerade etwas heftiger von mehreren anderen (älteren) Kindern verkloppt worden ist. ... Naja jedenfalls habe ich dafür sehr viel Ärger bekommen, weil ich das "als Mädchen" getan habe. Wäre ich dagegen ein Junge gewesen, wäre das dagegen ok gewesen so zu handeln. Die ganzen Vorwürfe der Kindergartenleiterin haben sich um mein Geschlecht gedreht; nicht um den Inhalt meines Handelns selbst.

Und eben noch mehr solche Dinge.

Hat sich über Umwege bis in die Oberstufe am Gymnasium gezogen. Dort war nämlich auch nicht egal, dass ich als "ein Mädchen" am Informatik-Kurs teilgenommen habe. Mein Geschlecht ist dort sehr betont worden; sollte wohl nett gemeint sein, aber es war sehr abschreckend für mich. So in der Art wie "Oh wir haben diesmal einen Farbigen in unserem Kurs. Das ist aber schön. Auch Farbige können Informatik." ... Tja - ich denke mal man kann sich denken, was das für einen Effekt hat. Auch aus Sicht der anderen "weißen" Kursteilnehmer -> einem Teil davon, die der Überzeugung gewesen sind, dass Farbige und Informatik nicht zusammenpassen. ... Füg statt Farbiger Mädchen ein; und statt weiße männlich ... Der Kurs war insgesamt trotzdem nicht schlecht, aber ich habe den nicht fortgesetzt, sondern beschlossen, dass es angenehmer und effektiver ist, wenn ich mir den Stoff Zuhause alleine beibringe.

Meine Mitschüler (also auch die Mitschülerinnen) fanden es extrem ungewöhnlich sich "als Mädchen" für sowas zu interessieren. Etwas, das ich nie verstanden habe. Auch nicht warum selbst in der Abi-Zeitung gestanden hat, dass ich "sogar Physik echt gut [kann], obwohl weiblich". ... Es gibt so viele "Kleinigkeiten" dazu; die Summe ist ätzend. Das können die Lichtblicke nicht ausgleichen. Mein Gymnasium war ein ganz normales Gymnasium. Mein Fazit ist, dass es sich für mich nicht lohnt sich weiter mit undifferenzierten Menschen auseinanderzusetzen. Was mich rückblickend gestört hat ist, dass ich mich von solchen "Kleinigkeiten", die dezent eingestreut und sogar von Schülern verbreitet werden, habe verunsichern lassen im Laufe all der Jahre und dachte, dass mit mir etwas nicht stimmt, dass ich so etwas (sehr) gut konnte und es mich sehr interessiert hat, obwohl mich das "als Mädchen" nicht zu interessieren hat und ich nicht so gut darin sein dürfte.

Denke rückblickend ich hätte mutiger sein sollen und mehr in mich und meine Fähigkeiten auf diesen "Tabu-Gebieten" vertrauen sollen; als Kind war ich unbefangener und selbstsicherer - bis ich gemerkt habe, dass andere das negativ sanktionieren, wenn man aus deren Sicht sich zu "abweichend" von diesen Vorstellungen bewegt. ... Heutzutage habe ich diese innere Sicherheit wieder, weitgehend.

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