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Probleme mit Berührungen und Sex

Lyilliblohcks(berg hat die Diskussion gestartet


Huhu ihr Lieben,

ich bin 24 Jahre alt und seit 5 Jahren in einer Beziehung. Mit meinem Freund fühle ich mich sehr wohl, wir wohnen seit gut einem Jahr zusammen. Das Problem mit Sex und Zärtlichkeiten hat sich irgendwie schleichend entwickelt. Allerdings sind wir nun an einem Punkt, an dem sich etwas ändern muss.

Ich habe fast gar keine Lust mehr auf Sex mit ihm. Auch Berührungen/Annäherungsversuche sind mir manchmal einfach zu viel. Ich kann dabei gar nicht sagen, woran es liegt. Ich finde ihn toll und auch anziehend. Aber wenn er "ankommt" und ich merke, dass er Sex will, setzt mich das enorm unter Druck. Manchmal macht es mich sogar richtig wütend, wenn er unter meinen Pulli an meinen BH greift ??? Ich weiß nicht, woher diese Wut kommt, ich kann es mir nicht erklären (ist aber auch nicht jedes Mal der Fall). Genauso wenig, warum ich Sex nicht mehr mag. Es ist auch nicht so, dass ich generell gar keine Lust mehr hätte. Ich träume auch manchmal zB. davon, dass ich einen Orgasmus habe etc. Allerdings ist meine Lust dermaßen niedrig, dass ich es mir auch gar nicht mehr selbst mache.

Wenn wir Sex haben ist es schön und ich kann es auch genießen. Aber die Lust, um überhaupt anzufangen, fehlt. Das führt dazu, dass er oft erst 10 mal "anklopfen" muss, bis es zum Sex kommt und dadurch steigt natürlich auch mein Gefühl, unter Druck zu stehen, weil ich ihn auch nicht jedes mal abweisen will..

Nun habe ich in vielen Foren gelesen, dass sowas ein Zeichen für das bevorstehende Ende einer Beziehung ist. Das sehe ich erstmal nicht so. Die Beziehung bedeutet mir nach wie vor enorm viel und außer im Bett läuft es super! Ich habe auch viele Beiträge von Männern gelesen, die darüber berichten, dass ihre Frauen keinen Sex mehr wollen und sie mit ihrem Latein am Ende sind. Und ich bin mir darüber im klaren, dass es gerade für meinen Freund auch nicht leicht ist, da er sich sicherlich oft abgestoßen und ungeliebt fühlt.

Für mich sind solche Krisen immer Chancen, an sich selbst und der Beziehung zu arbeiten. Ich habe es in anderen Kontexten schon erlebt, dass man oft Probleme aufdeckt und bewältigt, wenn man sich mit den Hintergründen solcher Krisen befasst und ehrlich zu sich selbst ist.

Ich habe ihm letztens gesagt, dass er etwas zurückhaltender sein soll, damit ich die Initative auch mal ergreifen kann. Und er gibt sich wirklich Mühe, weshalb ich ihn umso mehr liebe. Aber ich merke eben auch immer mehr, dass ICH irgendwo ein Problem habe. Auch das mit der Wut. Warum werde ich manchmal wütend? Warum empfinde ich eine innere Ablehnung, wenn er sich forsch nähert?

Wie gesagt, ich sehe das Problem wirklich eher bei mir und will daran arbeiten. Das schlechte Verhältnis zu meinem Vater ist möglicherweise eine Ursache. Aber es muss noch mehr geben aber ich komm nicht drauf ":/

Vielleicht hat jemand von euch schonmal ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir sagen, woran es bei ihm/ihr persönlich lag? Und bitte keine Trennungsvorschläge. Natürlich habe ich mich damit befasst. Aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es mein grundsätzliches Problem nicht lösen würde, wenn ich mir einfach einen anderen Partner suche.

LG :-)

Antworten
M#r. Fgo-renskin


Hallo,

ein unkonventioneller Vorschlag:

Sobald einer von euch Lust hat, fängt er an sich selbst zu befriedigen.

Das signalisiert dem Partner, dass er Lust hat.

Hat der Partner keine Lust, schaut er nur bei der Selbstbefriedigung zu ansonsten kann das ja ein netter Einstieg sein.

Vielleicht fällt so der Druck weg, Du musst nicht "zu Diensten" sein und er befriedigt sich selbst und ist dann zufrieden.

K~urxt


Ich kenne das aus der Sicht Deines Freundes.

Aber wenn er "ankommt" und ich merke, dass er Sex will, setzt mich das enorm unter Druck.

Nun, genau da lag auch bei uns das Problem und da war schon eine Erektion ein Grund für meine Frau auf Abstand zu gehen, obwohl ich das nun wirklich nicht kontrollieren/verhindern kann.

Es hat ihr sehr geholfen, uns darauf zu verständigen, dass ich problemlos auf Penetration verzichten kann, auch wenn ich "ankomme" ... es muss dann nicht zum GV (AV oder OV) kommen, ich genieße einfach die Nähe und Zärtlichkeit (und die Erregung)

Wichtig für mich war aber, dass ich es einfach selber zuende bringen kann/darf, wenn die Erregung zu viel wird ... auch neben ihr.

Denn ich wollte nicht die Nähe und Zärtlichkeit unterbrechen, nur weil der Drang auf Befriedigung zu hoch wird.

Das schwierigste war vermutlich, dass sie sich nicht "minderwertig" fühlt, weil sie kein Bedürfnis hat, mich zu befriedigen.

Es hat eine Weile gebraucht, ihr klar zu machen, dass SB neben ihr, in einem Moment, wo wir beide viel Nähe und Zärtlichkeit erleben, durchaus mit GV gleichwertig ist.

Nun habe ich in vielen Foren gelesen, dass sowas ein Zeichen für das bevorstehende Ende einer Beziehung ist. Das sehe ich erstmal nicht so. Die Beziehung bedeutet mir nach wie vor enorm viel und außer im Bett läuft es super!

Auch das ging mir so, ich fand mich durchaus immer geliebt und als "Team" waren wir immer perfekt.

Trotzdem ist die Beziehung letztendlich gescheitert, weil ihre Unlust dann auch auf Zärtlichkeit und Nähe immer schlimmer wurde.

Auch ohne dass sie sich unter Druck gesetzt fühlte, kam die Lust nicht wieder.

Für mich sind solche Krisen immer Chancen, an sich selbst und der Beziehung zu arbeiten. Ich habe es in anderen Kontexten schon erlebt, dass man oft Probleme aufdeckt und bewältigt, wenn man sich mit den Hintergründen solcher Krisen befasst und ehrlich zu sich selbst ist.

Ich denke, da liegt tatsächlich die Lösung, Du musst ehrlich zu Dir selber sein und ergründen, woran Deine Unlust liegt.

Wenn diese nicht durch hormonelle Verhütung kommt (das ist wohl die häufigste Ursache) dann gibt es eine andere Ursache und die gilt es zu finden.

Bei uns war es, dass sie tatsächlich einfach keine Lust mehr auf mich (und meine Art von Sex) hatte.

Sie braucht einen dominanteren Partner ... ich habe es versucht zu werden ... aber geschafft habe ich es nicht.

Für Dich gilt es also herauszufinden, ob tatsächlich der sexuelle Anreiz bei Deinem Freund fehlt.

Und aus Erfahrung kann ich Dir sagen, Liebe ist da kein "Allheilmittel" ... denn die hat bei uns auch nicht gefehlt ... im Gegenteil.

Wenn dem so ist, dann solltest Du doch eine Trennung in Erwägung ziehen ... gerade aus Liebe zu Deinem Freund.

Denn heute sage ich, ich habe ein paar Jahre damit verschenkt, daran zu arbeiten, was schlussendlich nicht (mehr) zu ändern war.

LMilgli%blockVs>be,rxg


Erstmal vielen Dank für die Antworten.

Der Vorschlag mit der Selbstbefriedigung hört sich tatsächlich relativ ungewöhnlich an. Ich kann es mir auch so nicht unbedingt vorstellen, dass wenn ich keine Lust auf Sex habe, dass ich dann Lust habe, ihm beim Masturbieren zuzusehen :-D Aber ich würde es jetzt nicht komplett ausschließen.

@ Kurt:

Schade, dass die Beziehung gescheitert ist. Klar, manchmal geht es nicht anders und man findet am Ende heraus, dass es mit dem bestimmten Partner nicht mehr weiter geht. Was mich angeht: Ich habe große Hoffnung, dass wir wieder intimer miteinander sein können, wenn ich erstmal herausgefunden habe, was genau mein Problem ist. Anfangs dachte ich ja auch, es läge an seiner forschen Art (so wie Deine damalige Freundin herausgefunden hat, dass sie einen dominanten Partner braucht, dachte ich, ich bräuchte jemanden, der zurückhaltender ist). Tatsächlich merke ich aber, je zurückhaltender er sich verhält, dass es eben überhaupt nicht an ihm liegt.

Für mich ist Sex ein Hauptindikator, dass irgendwas nicht stimmt. Ich kann meinem Freund nicht die Intimität geben, die er sich wünscht. Ich weiß, ihr seit alle keine Psychotherapeuten, aber vielleicht sind ja Fälle bekannt, wo verschiedene persönliche Faktoren zu Libidoverlust geführt haben. Meinetwegen auch verdrängte Kindheitstraumata o.ä. Die Frage ist ja dann, wie geht man damit um, damit es am Ende im Bett wieder klappt?

rTaz6or8x0


Liebe Lilliblocksberg

Ein nicht ganz einfaches Problem das du da schilderst. Ich bin auch kein Psychologe, aber möchte ein paar Dinge aus meiner Sicht dazu sagen. Erst mal dies:

In meiner noch jungen Beziehung hatten wir nach bereits 2 Monaten ein ähnliches Problem. Meine Freundin reagierte nicht mehr auf meine sexuellen Annäherungen. Sie wurde zwar nicht wütend, aber sie war sehr abweisend. Und ich dachte mir, na toll das ist es dann schon gewesen mit der Beziehung. Aber es vergingen zum Glück nur ein paar Wochen so und ihre Lust war wieder da. Und seither ist alles wunderbar. Ich denke bei ihr war es der Jobwechsel. Durch diesen war sie dermassen gestresst, dass sich dies auf die Lust auswirkte. Darum erst die Frage an dich: Beschäftigt dich irgendwas ausserhalb der Beziehung?

Nun habe ich in vielen Foren gelesen, dass sowas ein Zeichen für das bevorstehende Ende einer Beziehung ist. Das sehe ich erstmal nicht so. Die Beziehung bedeutet mir nach wie vor enorm viel und außer im Bett läuft es super!

Die Frage ist, welchen Stellenwert dass der Sex bei dir/bei ihm hat. Ihr habt zwar guten Sex wenn ihr ihn habt, allerdings - denke ich - durch deine "Blockaden" nicht sehr oft. Vorübergehend kann man, wenn nebenbei alles gut läuft, solche "Krisen" gut überstehen. Die Frage ist, wie lange. Und es kann auch sein, dass dieses Problem plötzlich überhand nimmt, die Stimmung dann generell gereizt ist und das die ganze Beziehung dann beeinträchtigt.

Ich finde ihn toll und auch anziehend.

ich kann es mir nicht erklären (ist aber auch nicht jedes Mal der Fall). Genauso wenig, warum ich Sex nicht mehr mag. Es ist auch nicht so, dass ich generell gar keine Lust mehr hätte. Ich träume auch manchmal zB. davon, dass ich einen Orgasmus habe etc.

Bist du ganz sicher dass du ihn noch genügend anziehend findest? Wenn du ganz tief in dich hinein horchst: Hat dich nach 5 Jahren der Beziehungsalltag bzw. die Routine vielleicht etwas abgestumpft (was leider fast normal ist)? Oder stören dich Dinge an ihm, an denen du dich nervst, was sich auf deine Lust auswirken könnte? Ist er immer noch der Typ Mann, auf den du stehst und der grundsätzlich in dir sexuelle Lüste auslösen kann?

Die Lust scheint bei dir erst beim Sex zu kommen. Das ist nicht so wie es sein sollte.

Das schlechte Verhältnis zu meinem Vater ist möglicherweise eine Ursache. Aber es muss noch mehr geben aber ich komm nicht drauf. Meinetwegen auch verdrängte Kindheitstraumata o.ä.

Das kann dir hier drin wahrscheinlich niemand beantworten. Da wäre vielleicht der Gang zu einer Fachperson eine Möglichkeit.

Ich denke es wäre gut, wenn du dir in solchen Annäherungsmomenten verinnerlichst, wie sehr du ihn liebst und dass du den Sex selbst ja immer geniesst. Das wäre mal ein erster Versuch.

Alles Gute *:)

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