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Muss man sich für seine Sexualität rechtfertigen??? Ja/Nein???

j`ustq_lSookixng?


Rechtfertigen? Wem gegenüber? Also ich spreche nicht mit x verschiedenen Personen über mein Sexualleben, egal ob ich darauf stehe Sex unter der Decke ohne Licht zu haben oder drauf an 10 verschiedene Maschinen angeschlossen zu werden und vor einer Männergruppe von einem Orgasmus zum nächsten zu jagen (um mal zwei Extreme zu schreiben).

Allerdings, wenn ich mit jemandem darüber spreche, dann bin ich offen und ehrlich, ungeschönt. Warum auch sollte ich da um den heißen Brei rum reden? Sonst endets möglicherweise im Bett und beide sind unglücklich mit dem Ergebnis.

Ich habe erst letztens mit einem Kerl geschrieben (den ich kenne und dem ich gelegentlich über den Weg laufe, abseits der eher sexuell ausgerichteten Unterhaltung), und er hat mir seine (etwas außergewöhnliche) Phantasie beschrieben. Und hinten dran gehängt: "Bin ich jetzt ein schlechter Mensch?" Da habe ich mich eben schon gefragt. Eine Phantasie, in der noch nicht mal eine Person Schaden nimmt, wo ist man da ein schlechter Mensch?

Auch ist es mir völlig egal unter welchem Sammelbegriff meine möglichen Vorlieben von außenstehenden oder drinnenliegenden Personen gesammelt werden. Ich habe meine eigenen Definitionen für Kategorien, aber ob mein Gegenüber das möglicherweise als "Perversion", "SM", "Fetisch", "Ferkelei" oder "schnelle Montagmorgennummer" beschreiben würde, das geht mir ehrlich gesagt an meinem Hintern vorbei.

In eben oben genannter Unterhaltung kam eben auch raus, dass er mich "etwas" falsch eingeschätzt hatte und eben auch mal von was schrieb und dann gleich hinten dran hängte "das ist nicht so schlimm wie es sich anhört". Erstens, das wäre es auch ohne den Beisatz nicht gewesen. Also es gibt schon eine Linie, das was Jack The Ripper mit den Damen angestellt hat, ja, das überschreitet die Schlimmlinie. Aber wenn 2 Menschen sich auf etwas im Zuge des Sex einlassen, bei dem beide nach ich sag mal 3 Tagen wieder so gut wie neu sind, dann ist das für mich nie schlimm. (Eben wenn Einverständnis herrscht!) Hätte er mir gesagt er suche eine Frau die sich an 10 Maschinen hängt um dann von einer Männergruppe begutachtet zu werden (um beim obrigen Beispiel zu bleiben), dann würde mich das vielleicht verwundern, aber wäre es schlimm? Ich sag mal nein. Nicht solange die Frau das auch will und gegebenenfalls die Möglichkeit hat es abzubrechen.

Daher ist mir das relativ egal ob Herr Spießer, der bei einer Sexszene im Hauptabendfilm schon wegsieht mein Sexleben "abartig" oder "rechtfertigungswürdig" empfindet. Ich weiß worauf ich stehe und wenn man mich danach fragt, dann sage ich das auch durchaus (ich würde es nicht unter Kollegen im Zuge eines netten Plausches beim Kaffee erzählen wollen). Einfach weil ich (denke ich) aufgeschlossen genug bin andere sexuelle Randvergügungen genauso zu akzeptieren wie meine eigenen (wo auch immer die zwischen Mitte und Rand angesiedelt sind).

y>es$sesnexee


@ bud light.

Du hast mich missverstanden. Ich mache mir keinen Gedanken über das Sexleben anderer. Das ist mir wurscht.

Was ich meinte, ist auch nicht, härter, höher, weiter. Ich rede über eine Sexualität, die in einer Partnerschaft oder wie auch immer, BEIDEN Spaß macht. Wie auch immer das aussehen mag. Man liest gerade in diesem Forum oft genug davon das Er oder Sie unzufrieden sind. Diese Menschen meinte ich. Und die haben ja genau das Problem etwas zu ändern. Zum besseren. Wie auch immer das dann aussehen mag. Aber sie reden nicht. Sie bewegen sich nicht. WOLLEN sich nicht weiter entwickeln. Bequem eben. Diese Menschen meinte ich. Und sie wollen dann meine Antworten nicht. Obwohl sie erst gefragt haben. Sie machen sich selber etwas vor. Ist eh die bequemste Methode nix ändern zu müssen.

m8itlxesexrin


Keiner muss sich rechtfertigen, jeder so wie er mag, solange sich alle Beteiligten einig sind und keiner gegen seinen Willen zu Schaden kommt. Ich wundere mich auch ab und an über Dinge, die hier geschrieben werden - aber gut, wie in allen Bereichen sind die Geschmäcker verschieden. Und das ist auch gut so.

Allerdings muss man ja mit seinen Vorlieben auch nicht hausieren gehen (das tut aber auch kaum jemand - und ist jetzt auch hier auf niemanden bezogen).

Es ist nur jedem zu wünschen, das passende Gegenstück zu finden. :)z

M`elwC7x7


Seit shades of Grey ist bdsm aber salonfähig (wahrscheinlich weil das Buch das Thema nur ganz oberflächlich streift und es vom "richtigen" bdsm etwas weiter weg ist).

Wenn ich jetzt sage "ich bin die sub meines Mannes" Ernte ich maximal interessierte Blicke, anstelle von angewiderten ;-)

Ganz einfach weil die sich mit dem Thema nicht näher auseinander gesetzt haben und dieses Buch sofort vor Augen haben, wo sie maximal einen Klaps auf den Po bekommt.

Das sehe ich auch so, sie setzen sich mit dem Thema nicht auseinander.

Viele denken heute auch nachdem Buch noch, dass die Frau dadurch die Emanzipation untergräbt, da sie dem Mann die Führungsrolle überträgt.

Hier denke ich stets daran, dass es doch in keinem Widerspruch zueinander steht, denn ich habe mich ganz emanzipiert für die Rolle der Sub entschieden.

Manchmal muss man das. Sogar schon alleine deshalb weil man als Frau Bock auf Sex hat und den dann, wie in meinem Fall, mit einem Sexfreund hat. In manchen Köpfen haben Frauen immer noch nur Sex weils der Mann halt braucht. %-|

Ja leider scheint dem so, wie schnell wird Frau als Schlampe oder Flittchen betitel, nur weil sie wechselde Partner hat.

Mann darf sich hier alles herausnehmen, er darf sich durch die Betten poppen bis zum Abwinken ist der große Mache, doch wehe wenn Frau.... :-(

Aber bei manchen bin ich neugierig und frag dann auch mal genauer nach was der Reiz für die Person von speziellen Dingen ist, einfach weil es für mich eben überhaupt nicht reizvoll ist. Ich bewerte das nicht, aber evtl kommt es für andere dann auch so an als ob sie sich rechtfertigen müssen, dabei meine ich das nicht so.

Eben wenn man Interesse hat um zu verstehen, dann ist eine Nachfrage wie Du sie stellst auch super.

Da sage ich nur, der Ton macht die Musik... @:)

Eine wirkliche "Rechtfertigung" für einen sexuellen Auslöser ist nicht nur nicht möglich, sondern auch nur in seltenen Fällen gefragt. Von echter Toleranz gegenüber sehr unterschiedlichen sexuellen Regungen sind wir - jedenfalls in allgemein ausgerichteten Internet-Foren - weit entfernt.

Das kann ich nur zustimmen, in den meisten allgemeinen Foren, auch hier in Mes1, ist die Toleranzgrenze doch recht niedrig angesiedelt.

Wenn ich da nur an Fäden wie:

"Mein mann onaniert" denke, wo die Frau doch tatsächlich meint der Mann dürfe das nicht.

T5ixeU


Der "Rechtfertigungszwang" setzt doch erst in dem Moment ein in dem man der falschen Person eine entsprechende Frage beantwortet.

Dabei will ich dem fragenden gar nichts Böses unterstellen.

Nehmen wir mal die harmlose Frage "Hallo, wie geht's?"

Alles was von der erwarteten Antwort (Danke, gut) will der Fragesteller doch gar nicht hören.

Offenbart man dann z.B. Das einen der Fußpilz zwickt erntet man bestenfalls gute Tipps und schlimmstenfalls einen angewiderten Gesichtsausdruck. Dabei hat man gute Chancen auf einen Leidensgenossen zu treffen. Etwa 15% der Bevölkerung leiden darunter.

Warum ist das Mitleid bei einer Erkältung größer? Ganz einfach, jeder hatte schon mal eine.

Wenn man auf die Frage auf was man beim Sex steht variiert genauso. Je mehr Menschen etwas bestimmtes mögen desto größer ist die Akzeptanz.

Missionarstellung = prima, haben wir alle schon mal gemacht.

BDSM (hier gibt es keine allgemeine Definition!, sondern nur die Zuordnung bestimmter Dinge) = Huch - Igitt. Weil eben nur wenige etwas aus diesem Bereich bisher erlebt haben.

Im sexuellen Kontext laut die Antwort auf die Frage "Bin ich die/der Einzige der ... mag?" grundsätzlich "Nein"

Sloero&man


Mir geht es nicht um höher,weiter besser!

Mir geht's darum, dass sich kein Mensch für seine Form der Sexualität rechtfertigen muss.

Jedem das Seine, mir das Meiste ... ]:D

- MelC

Wenn ich in eine Schwulen-Bar gehe und dort angesprochen würde: "Na Süßer, wie wäre es denn mit uns zweien?!", dann müsste ich mich wohl ggf. für meine Heterosexualität rechtfertigen.

Ich glaube, da kommt eine Lehre raus:

Wähle dein Umfeld passend zu deinen Vorstellungen. Sex ist ja eine Form der Interaktion mit anderen. Für die Umsetzung sexueller Vorlieben braucht es diese also auch - es entsteht ein Druck, sich diese Menschen zu suchen. Und nicht für alle Spielarten gibt's so klare Motto-Definitionen, dass man weiß: wenn ich dahin gehe, dann stößt meine sexuelle Vorliebe auf Akzeptanz. Aber in Interessengruppen kann man sich ja treffen/finden.

Nur hat das eben Grenzen: es gibt strafbare Formen der Sexualität/des Auslebens sexueller Neigungen. Dort muss das "Jeder Mensch kann seine Sexualität leben, wie er will" eben eine Abgrenzung erfahren. Pädophilie, Nekrophilie, Zoophilie etc.

Und die Menschen, die überzeugt sind, dass Gesetze nicht mehr den gesellschaftlichen Akzeptanzstand treffen, die können gegen Gesetze demonstrieren, Politik machen und manchmal Erstaunliches erreichen - wenn denn wirklich die Gesellschaft mitzieht. Änderungen an §218 StGB, deutlich mehr Rechte und gesellschaftliche Akzeptanz für gleichgeschlechtliche Paare, schwuler Bürgermeister von Berlin, etc - gibt's ja einige Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit. An sich denkbar, dass auch Menschen mit Vorliebe für Urin oder Kot eine solche Akzeptanz erreichen.

Bei Homosexualität zeigt sich: es müssen gar nicht so viele Leute wirklich selbst schwul sein oder dies selbst schon praktiziert haben, um trotzdem eine grundlegende Akzeptanz für Homosexualität zu erreichen. Viele Menschen sind offenbar bereit, auch von ihren eigenen Handlungen abweichende Formen zu akzeptieren.

Ich glaube übrigens, dass das, was MelC als "Rechtfertigungszwang" beschreibt, eher ein "Akzeptiert-werden-wollen-und-nach-Kompatibilität-suchen" ihrerseits ausdrückt (die grundlegende Motivation dürfte also von ihr kommen). Was von anderen als Missionierung und als Ausüben von Anpassungsdruck ausgelegt werden kann, wenn diese nicht in ihrer Einstellung selbst sehr gefestigt sind. So kann sich jede Seite in die ach so beliebte Opferposition reinargumentieren.

C/omiran


Warum muss man für Dinge im sex, die nicht der Norm entsprechen eine Rechtfertigung ablegen ":/

Wieso rechtfertigen? Dazu gehört ja zuerst einmal, dass jemand von diesen Vorlieben erfährt. Klar, wenn das Gespräch zufälligerweise drauf kommt und es passt, dann kann man es ja auch sagen. Man muss es aber auch nicht rausposaunen. Ich finde die Leute, die sich mit "selbstverständlichem Analverkehr" und "auf alle Fälle Natursekt" unglaublich en vogue finden, irgendwie albern als müssten sie was kompensieren. Es kommt eben darauf an, wie aufdringlich man das anderen Leuten auf die Nase bindet. Jeder sollte genießen, was ihm gefällt, und das reicht doch.

In meinem persönlichen Umfeld weiß kein Mensch, was wir an Spielzeugen zuhause haben und dass wir gelegentlich einen Club aufsuchen. Das ist mein Privatleben, und bei Diskussionen darüber sage ich zwar meine Haltung dazu, aber auch da lasse ich nicht raus, dass ich mit diesem oder jenem praktische Erfahrung habe. Dazu müsste mich erst jemand fragen, dann bekommt er auch eine ehrliche Antwort.

Slo2romaxn


Warum muss man für Dinge im sex, die nicht der Norm entsprechen eine Rechtfertigung ablegen ":/

Weil "man" das Einverständnis bzw. die Zustimmung bestenfalls sogar die Begeisterung des anderen braucht, damit es auch zusammen wirklich Spaß macht - und nicht nur als schaler Kompromiss und als "Anpassungsleistung" durchgeht.

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