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Ist Homosexualität (k)eine Krankheit?

Mcag`han hat die Diskussion gestartet


Dieser Frage bin ich mal nachgegangen und für mich zum Schluss gekommen, dass es eine Krankheit im eigentlichen Sinne ist. Immerhin werden Pädophile auch als krank bezeichnet. Inwiefern kann man hier unterscheiden, wenn man wissenschaftlich korrekt kategorisieren möchte?

Bis 1973 wurde Homosexualität im DSM (auch bekannt als "die Bibel der Psychiatrie") als psychische Krankheit geführt. Ich habe manchmal das Gefühl, dass hier willkürlich nach politischer Stimmungslage und Gesellschaftsidealen entschieden wird, was Krankheit ist und was nicht...

Was denkt ihr?

[I](Anmerkung: Nein, ich bin nicht schwulenfeindlich. Mein Bruder und zwei meiner Kollegen sind gay). Ich bin auch nicht gläubig. Ich halte mich für überaus liberal[/I]

Antworten
gjross(eBrwelxs


Krankheiten können ärztlich behandelt werden. Meistens auch mit Erfolg. Homosexualität kann nicht behandelt werden.

gqrossze2rwelxs


Also ist es keine Krankheit.

EEdgue o~f x17


Homosexualität kann nicht behandelt werden.

Also ist es keine Krankheit.

Dieser Argumentation folgend wäre Pädophilie dann aber auch keine "Krankheit". Eine pädophile Sexualpräferenz lässt sich genau so wenig behandeln bzw. "heilen" wie eine homo- oder heterosexuelle. Es lässt sich maximal der Sexualtrieb im Allgemeinen hormonell unterdrücken. Das wiederum würde auch bei Homo- und Heterosexualität funktionieren. Dafür gibt es nur keine Notwendigkeit. Das mit der Heilung/Behandlung überzeugt mich also nicht als so richtig als Argument.

Meiner Meinung nach ist Pädosexualität an sich aber übrigens genau so wenig eine Krankheit wie Hetero- oder Homosexualität. Es sind einfach unterschiedliche Sexualpräferenzen. Der Krankheits- bzw. Behandlungswert ergibt sich aus dem Leidensdruck bzw. den Folgen. Unter den Folgen frei gelebter Hetero- oder Homosexualität hat niemand zu leiden. Unter den Folgen frei gelebter Pädophilie hingegen schon. Pädophilie sollte daher nicht ausgelebt werden, wodurch ein massiver Leidensdruck entsteht. Das unterscheidet sie bzw. den Krankheitswert m.E. von dem der Homosexualität.

E)dgec of x17


Im Übrigen muss man vielleicht auch beachten, wie es überhaupt dazu kam, Homosexualität früher einmal einen Krankheitswert zuzuschreiben. Da ging es nämlich in erster Linie darum, Straffreiheit für Homosexuelle zu erlangen, in dem Sinne, dass sie nichts "dafür können", homosexuell zu sein, sich ihre Neigung also nicht ausgesucht haben.

B`re.visx7


Wobei auch nicht außer Acht gelassen werden sollte daß Homosexualität früher auch relativ lange noch "strafbar" war...vor allem,was genau ist denn die Definition von "normaler Sexualität"...? Exhibitionisten, denen Präferenz ihnen ja auch >wie bei Homosexuellen< angeboren ist, Leute mit einer Vorliebe für Stoffwechselendprodukte, sind das alle kranke *piiep*, so pervers wie die Nacht dunkel ist...? Krankheiten von denen man dem armen Patienten, schon um seiner selbst Willen, damit er ein normales Leben führen kann, um jeden Preis heilen muß...?

:)D

S)chwaOrxz666


Homosexualität ist eine sexuelle Präferenz, die einem bereits mit in die Wiege gelegt wird, gleiches gilt für Pädophilie, Parthenophilie und was es da noch alles gibt, ebenso das sexuelle Interesse an alten Menschen und und und...

Niemand ist für seine sexuelle Präferenz verantwortlich und niemand sucht sich diese aus. Die sexuelle Präferenz ist nicht änderbar, höchstens unterdrückbar. Also ist es keine Krankheit.

Pplat;tfusxs


Wenn man es genau nimmt, ist es ein Gen Defekt.

Tja, ist eben so und egal.

Ich bin jedenfalls zufrieden, dass es den gibt.

Wenn alle nur bieder Hetero wären, das wäre langweilig.

M*elCx77


Homosexualität ist ganz sicher keine Krankheit, sondern eine in die Wiege gelegte Neigung.

Für Pädophile trifft dies nur vereinzelt zu, es gibt sehr viele Pädophile, die selber in der Kindheit missbraucht wurden, die deshalb meinen das sei OK , hätten sie dies nicht am eigenen leib erfahren, wären sie "normal" Orientiert.

deshalb ist es bei dem einen Pädophilen eine Krankheit der Psyche, bei dem anderen eine in die Wiege gelegte Neigung!

KFanotenme|chanHiker


Dummheit und Intoleranz sind auch keine Krankheiten.

K3ongP_


Ist doch nicht so schwer. Ersteres ist, wenn man es auslebt keine Krankheit und letzteres wäre eine Straftat.

Im DSM IV ist die Pädophilie den Paraphilien zugeordnet und damit eine sexuelle Störung.

M8r. F|oreskxin


Homosexualität ist einfach nur schön!

:-)

Krank ist es allenfalls, Homsexualität als Krankheit zu bezeichnen.

:|N :|N :|N

PTuffwpafxf


@ MelC77

"Für Pädophile trifft dies nur vereinzelt zu, es gibt sehr viele Pädophile, die selber in der Kindheit missbraucht wurden, die deshalb meinen das sei OK , hätten sie dies nicht am eigenen leib erfahren, wären sie "normal" Orientiert.

deshalb ist es bei dem einen Pädophilen eine Krankheit der Psyche, bei dem anderen eine in die Wiege gelegte Neigung!"

Das kann ich gar nicht glauben. Auf welche Quelle beziehst du diese Erkenntnisse?

MVaghxan


Im DSM IV ist die Pädophilie den Paraphilien zugeordnet und damit eine sexuelle Störung.

Kong_

Ist Homosexualität auch ein sexuelle Störung?

amv&bg


In der Medizin ringen wir um die Bedeutung jedes einzelnen Moleküls und Gens. Nur wenige Ursache-Wirkung-Prinzipien sind bekannt.

Für Homosexualität (wie auch für andere Spielformen der Sexualität) ist wenig bekannt. Auffällig ist nur, dass ein gewisser Prozentsatz sich in allen Bevölkerungsgruppen erhält, weitgehend unabhängig äusserer Einflüsse. Dass in den letzten 60 Jahren die Zahl der Bekenner zu den Randgruppen zugenommen haben, liegt eher am liberalen Zeitgeist. Insgesamt aber verharrt die Zahl der Betroffenen auf eher niedrigem Niveau (3-5 %).

Wenn man über Krankheiten diskutiert, muss man den Mechanismus der Entstehung kennen. Da dies für Homosexualität nicht gegeben ist, kann man schlecht darüber befinden, ob es nun krankhaft ist. Einen näheren Sinn im Sinne der Fortpflanzung ist schwer vorstellbar. Allerdings sind in der Natur alle Erscheinungsformen weitgehend normalverteilt, d. h. dass sich an den Ränder der Verteilungskurve immer auch Existenzformen finden lassen, die eben so entstehen.

"Natürlich" im Sinne der Fortpflanzung ist es vermutlich nicht, jedenfalls wäre der Mechanismus unklar. Die recht stabile Auftretenswahrscheinlichkeit deutet darauf hin, dass die Abweichung von der Hauptgruppe gewissen Einflüssen zuzuordnen ist, die wir einfach noch nicht kennen. Da es wohl seit Jahrtausenden die Menschen begleitet, kann man aber im umgangssprachlichen Sinn durchaus von "natürlich" sprechen, genau wie es auch viele andere Eigenschaften gibt (Linkshändigkeit, rote Haare, etc.), die nur wenig oft auftreten, dafür aber ähnlich stabil. Solange obige Fragen aber nicht beantwortbar sind, kann man nicht sagen, dass es "krankhaft" ist, aber eben auch nicht das Gegenteil behaupten. Wir können nur zur Kenntnis nehmen, dass es diese Neigungen gibt. Je nach politischer und gesellschaftlicher Wetterlage werden unterschiedliche Schlüsse daraus gezogen. Im antiken Griechenland war homosexuelle Lieber eher praktisch betrachtet als Geburtenkontrolle. Spätestens ab dem Mittelalter galt es als ausgesprochen verwerflich. Heute ist es weitgehend akzeptiert.

Man kann am Beispiel der Astrologie kaum von einer Wissenschaft sprechen. Betrachtet man aber die Zuordnung von Sternzeichen zu jeweiligen Eigenschaften, kann man noch annehmen, dass die 9 Monate Schwangerschaft zu sehr unterschiedlichen Jahreszeiten durchlebt wurden. Je nach z. B. Tageslichtmenge ändert sich dabei in unterschiedlichen Phasen auch der Hormonhaushalt der schwangeren Mutter. Es kann durchaus eine Rolle spielen, ob der Sommer am Anfang, der Mitte oder am Ende einer Schwangerschaft durchlebt wird (oder gar nicht). Das ist aber nur eine Vermutung. Wie eingangs geschrieben, die Zusammenhänge sind nur in seltenen Fällen gesichert.

Vielleicht werden wir mit zunehmender in vivo Sensorik mehr über hormonelle Zusammenhänge erfahren. Spätestens ab Vorhandensein technischer Möglichkeiten zur Kontrolle über entsprechende Neigungen wird auch die ethische Diskussion dazu beginnen.

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