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Kann man sexuellen Missbrauch vergessen?

Egmmanleins$c;hatxz hat die Diskussion gestartet


Mir fällt es wirklich nicht leicht, darüber zu schreiben.

Ist es möglich, sexuellen Missbrauch, den man sehr früh erlebt hat, so lange zu verdrängen, bis man ihn vergisst?

Ich hatte schon länger das Gefühl, dass ich irgendwie anders war, als andere.

Seitdem ich mich nun aber mit dem Thema Missbrauch beschäftige, kommen Erinnerungen zurück, welche ich alle mit vielleicht erlebten Missbrauch assoziiere.

Meiner Meinung nach habe ich mittlerweile sehr viele "Anzeichen" finden können, jedoch erinnere ich mich nicht genau an einen Täter oder an den Missbrauch selbst. (Zum Glück)

Gibt es Möglichkeiten, Licht ins Dunkle zu bringen? Und wenn ich zu einem Psychologen gehen würde und dieser feststellen würde, dass ich tatsächlich missbraucht wurde, würde das irgendwo festgehalten werden? Ich strebe nämlich einen Beruf an, in dem man psychisch gesehen komplett gesund sein muss und auch keine "schlechte Vergangenheit" haben darf.

Danke für Antworten.

Antworten
ACndi[freaxk


Klar, kann man das vergessen. Die meisten verdrängen es so lange, bis sie sich nicht mehr daran erinnern können. Es bestimmt Verhaltensweisen, oft im abnormalen Bereich. So kann man oft nur vermuten, dass dieser Missbrauch dahintersteckt.

Ich persönlich würde eher eine Therapie machen, also bei einem Therapeuten einen Termin machen. Es ist oft ein schmerzvoller, aber heilsamer Weg. Ich selbst kenne mehrere Frauen, die nach einer Therapie froh sind, diesen Weg gegangen zu sein. Es lohnt sich! :)^

mruskkatnu:sxs


Ist es möglich, sexuellen Missbrauch, den man sehr früh erlebt hat, so lange zu verdrängen, bis man ihn vergisst?

Das vermag ich natürlich nicht einzuschätzen, aber kann man einen Überfall verdrängen? Einen Autounfall den man erlebt und überlebt hat? Ich denke nicht das man solche schrecklichen Erlebnisse vergessen kann, glaube aber auch nicht das man sie vergessen muss um weiterzuleben.

Ich bin der Meinung das man solche Ereignisse aber einordnen muss in seinem Leben. Und dazu ist es notwendig sich damit zu befassen und dieses Kapitel abzuschließen. Und ich glaube das man dazu eine professionelle, psychotherapeutische Unterstützung benötigt. Dort würdest du diese Thema abschließen und lernen es einzuordnen und vor allem unterzuordnen, so dass es dein Leben oder in dem Fall scheinbar deine Sexualität nicht mehr beeinflusst.

Und wenn ich zu einem Psychologen gehen würde und dieser feststellen würde, dass ich tatsächlich missbraucht wurde, würde das irgendwo festgehalten werden?

Ja, beim Psychotherapeuten. Dieser stellt eine Diagnose. Wenn du jetzt eine offizielle Stelle meinst, wie die Krankenkasse, dann dürfte die über den Inhalt der Psychotherapie keine Information haben, aber die Krankenkasse weiß natürlich das du eine Psychtherapie gemacht hast. Wie das mit deinem Job vereinbar ist, dass musst du wissen.

Allerdings finde ich, dass eine Vergewaltigung immer Therapiebedarf hat und man sich helfen lassen sollte.

PnlattKfusNs


@ Emmaleinschatz

vergessen nicht. Du musst nur lernen, dass es mal so war, nicht schön war, das Leben aber trotzdem weiter geht.

Also lerne, damit zu leben, dass es passiert ist.

L)ovJHuxs


Emmaleinschatz

Ich strebe nämlich einen Beruf an, in dem man psychisch gesehen komplett gesund sein muss und auch keine "schlechte Vergangenheit" haben darf.

Mach mal folgenden Versuch: Nimm dir vor, dass es für fünf Minuten nirgendwo jucken darf. Und dann achte genau darauf, ob es irgendwo juckt.

Genauso könnte es mit der "schlechten Vergangenheit" sein. Du darfst sie nicht haben und plötzlich poppen überall Anzeichen auf, dass vielleicht doch etwas schlecht war in der Vergangenheit. "Missbrauch" ist ja im Moment nur eine Schublade, in die sich das dann verpacken lässt.

Vielleicht hilft es, wenn du dir klar machst: Jeder hatte Schlechtes in seiner Vergangenheit! Du hattest panische Angst, als Mama mal 3 Minuten nicht da war, dass du ganz allein auf der Welt bist. Ein Arzt hat dir eine Spritze gegeben und es hat weh getan, obwohl ein Dämlack behauptet hat, es täte nicht weh. Hunderte oder tausende Dinge, du verstehst, was ich meine.

Wenn das klar ist, dann kommt das Zweite: Niemand ist psychisch komplett gesund, was sollte das auch sein? Schon gar nicht ist man psychisch komplett gesund, wenn man keine schlechte Vergangenheit hatte. Alles kommt darauf an, wie gut und stabil du wieder in dein Gleichgewicht kommst, wenn du mal einen Schlag abbekommen hast. Wer nie einen Schlag ausgleichen musste, wird da nicht gut drin sein. Also ist Schlechtes in der Vergangenheit gar nicht so schlecht. Es ist ein bisschen so, wie Infektionen: Sie sind zwar blöd, aber sie trainieren auch das Immunsystem.

Zurück zum Juck-Versuch. Psychisch gesund ist, festzustellen, dass es überall anfängt zu jucken, wenn man nur genau genug drauf achtet. Psychisch bedenklich ("Hypochonder") ist, aus dem Jucken zu schließen, dass man wahrscheinlich an einer schlimmen Krankheit leidet, der angestrebte Beruf gefährdet ist etc. ;-) .

Nun kann es aber natürlich auch sein, dass du tatsächlich bedenkliche Symptome hast, die dich zweifeln lassen, ob du psychisch gesund genug bist, um den Anforderungen des angestrebten Berufes gerecht zu werden. Dann müsstest du zunächst für dich und vielleicht auch mit einem Experten (Arzt, Therapeut, Psychologe) klären, ob du für den angestrebten Beruf geeignet bist. Es wird dann höchstens zur Hälfte um die Symptome gehen, zur vermutlich größeren Hälfte geht es darum, wie du mit den Symptomen umgehst, ob sie dich zu stark beeinträchtigen oder ob es noch passt. Erst wenn klar ist: "Es passt nicht!" wäre Therapie geboten. Und erst dann geht es vielleicht auch um Ursachenforschung, ob da tatsächlich ein Missbrauch vermutet werden kann, ob der geliebte Wellensittich zur Unzeit gestorben ist, ein Hund unerwartet gebellt hat, die Mutter eine verdeckte Depression durchgemacht hat, jemand sexuell neugieriger war als ok war...

Hierzu solltest du zwei Dinge wissen: 1.) die Ursache zu kennen heißt nicht, dass die Symptome verschwinden. Du weiß nur, woher sie kommen. 2.) Die Vergangenheit ist vergangen. Was dort passiert ist, kann nicht rückgängig gemacht werden. Es gibt aber keinen Grund, sich zum Opfer seiner Vergangenheit zu machen. Das wäre nur die Zementierung des Opferstatus. Heute ist auch Vergangenheit von Morgen. Und was du heute tust, kann das Morgen verändern. Was gestern war, kannst du nicht verändern, bestenfalls hat dein Wissen über das, was gestern war, einen Einfluss darauf, was du heute tust, so dass Morgen besser wird. Lass dir also nie dein Heute verderben durch das, was (vielleicht oder auch sicher) gestern war. Keine Frage, das ist viel leichter gesagt als beherzigt, als es ist deshalb nicht weniger wahr (und hoffnungsvoll).

:)*

E>mmaleiLnschaxtz


Danke für die Antworten.

Aber ich denke, ich habe es ein wenig falsch formuliert. Ich bin ein super lebensfroher Mensch - das merke ich selber und höre ich auch oft von anderen. Ich suche immer das positive, wenn etwas nicht so gut lief und liebe mein Leben! Es ist mehr aus reinem Interesse, ob es damals passiert ist oder nicht. Denn ich suche eine Antwort auf meine "nicht normalen" Reaktionen. Ändern kann ich es ja eh nicht mehr; ich bin aber der Meinung, dass auch ich einen Partner finden werde, bei dem seine Berührungen usw. okay sind. Also ich sehe alles sehr positiv.

Dennoch habe ich Angst, dass ich durch den "Eignungstest" durchfalle, wenn rauskommt, dass ich tatsächlich sexuell missbraucht wurde.

LGovuHuxs


Dennoch habe ich Angst, dass ich durch den "Eignungstest" durchfalle, wenn rauskommt, dass ich tatsächlich sexuell missbraucht wurde.

Die Angst ist unbegründet. Das einzige, was dir im Test Probleme machen kann, ist, wenn rauskommt, dass dich Dinge (real oder, schlimmer noch hypothetisch) in der Vergangenheit daran hindern, den Anforderungen der Gegenwart gerecht zu werden. Und da ist es dann völlig egal ob das ein Missbrauch oder sonst was ausgelöst hat.

Kein Eignungstest wird herausfinden, ob jemand sexuell missbraucht wurde. Die Tatsache als solche ist für eine Eignung ja auch irrelevant, wie ich im letzten Beitrag hoffentlich ausführlich genug geschrieben habe. Und wenn du nicht tiefer in deiner Vergangenheit herumbohrst, wird da auch nichts rauskommen ;-) . Der Sinn, nachzubohren wird auch dadurch eingeschränkt, dass du möglicherweise feststellst, dass da eine Situation war, die man als Missbrauch bewerten kann, aber nie kannst du Sicherheit bekommen, dass da nichts war. Es gibt ja keinen lückenlosen Logfile deines Lebens ;-D .

Also, nimm es als normale Prüfungsangst, Lampenfieber oder so. Dann mach den Eignungstest so, wie du eben bist. Und wenn dann rauskommt, dass du geeignet bist, gratuliere! Und wenn nicht, hast du auch gewonnen, denn es ist keine gute Idee etwas zu versuchen, wozu du nicht geeignet bist.

Azndi frexak


Ändern kann ich es ja eh nicht mehr

Das heißt, 'Du hast eine konkrete vermutung aufgrund Deioner Verhaltensweisen? Mach keine Festlegungen wie diese, sonst hältst Du unbewusst daran fest, es wirklich nicht mehr ändern zu können. Vorteilhaft wäre, wenn Du Deine Einstellung dahingehend änderst, dass Du Dir sagst: Ich bin bereit, meine Verhaltensweisen zu ändern und "nachschauen" zu lassen, was wirklich dahintersteckt.

mMuskaitnxuss


Kein Eignungstest wird herausfinden, ob jemand sexuell missbraucht wurde.

Nein das nicht, aber manche Berufe sind tatsächlich nicht mehr möglich, wenn man eine Psychotherapie oder einen Psychiater aufgesucht hat. Manche Positionen im Staatsdienst, oder auch im juristischen Bereich gehen manche halt dann nicht mehr.

Es ist mehr aus reinem Interesse, ob es damals passiert ist oder nicht.

Hm, also du bist dir unsicher ob du überhaupt vergewaltigt wurdest?

L"ovHuxs


muskatnuss

manche Berufe sind tatsächlich nicht mehr möglich, wenn man eine Psychotherapie oder einen Psychiater aufgesucht hat

Deshalb schrieb ich:

Erst wenn klar ist: "Es passt nicht!" wäre Therapie geboten.

Hm, also du bist dir unsicher ob du überhaupt vergewaltigt wurdest?

So habe ich den Ausgangsbeitrag verstanden: Ein paar Symptome oder Indizien, die sich vielleicht so interpretieren lassen, aber mehr nicht. Von Vergewaltigung war gar nicht die Rede.

EimmalFeinschaxtz


Genau - ich bin mir gar nicht sicher.

Ich bin halt in vielen Dingen sehr anders, als Andere. Also habe ich angefangen, Antworten darauf zu finden, warum ich so bin, wie ich bin usw. und je länger ich suchte, desto mehr Erinnerungen kamen mir wieder in den Sinn. Aber halt keine direkte Erinnerung an einen Missbrauch, sondern nur (meiner Meinung nach) ziemlich eindeutige Anzeichen.

Ich selbst sehe mich davon im Alltag und auch sonst nicht von eingeschränkt; ich habe keine Albträume oder "Depressive Phasen" im Gegenteil: ich bin super glücklich. Deswegen fände ich es schade, wenn durch mein Aufsuchen eines Psychiaters (was ja rein Interessehalber passieren würde) mir Türen, welche die berufliche Welt betreffen, verschließen würde.

L3ovHuxs


Ich bin halt in vielen Dingen sehr anders, als Andere.

Dazu fallen mir zwei Fragen ein: Woher weißt du, wie Andere sind in den Dingen, die du meinst? Und: Für wen gilt das nicht? ;-) Deshalb sind wir Individuen, Persönlichkeiten, Charaktere... Jeder ist auf seine Art anders und in manchen Dingen auch sehr anders.

LRovHuxs


ich bin super glücklich

Da bist du allerdings sehr anders als die meisten Anderen ;-D .

Auf Missbrauch scheint mir das aber eher nicht hinzudeuten :-) .

vqirgi`nioawoolxf


dein geist, kann dies so weit verdrängen, das du keine Erinnerung mehr an das geschehen hast. Ein Psychologe könnte dir dabei helfen, alles wieder aufzuarbeiten, falls ein Missbrauch in der Vergangenheit statt gefunden hat. Durch viele Therapie formen, unter anderem auch Hypnose,ist es möglich, deine verdrängten errinerungen wieder hoch zu holen, damit du sie verarbeiten kannst. ich hoffe natürlich, das du nichts dergleichen erlebt und wieder verdrängt hast. :)_

AQndi4freaxk


Ein Psychotherapeut scheint mir da geeigneter als ein Psychologe.

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