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Sexualverkehr als eheliche Pflichterfüllung

EthemaligerO N utzexr (#3R957!1)


Als bekennender evangelikaler Fundamentalist kann ich über die Klischees, die hier - wieder mal - verbreitet werden, nur amüsiert lächeln

Niemanden kann man daran hindern, diesbezüglich amüsiert zu lächeln, sofern man jedoch das oben Dargestellte in seinem Umfeld zu beobachten vermag, vergeht einem dies.

KJleixo


Urs

Nein, dies vermag ich nicht, vermutlich gibt es hierzu auch keine Statistiken; ich habe nur dargestellt, was ich hierzu in meinem Umfeld gehört und beobachtet habe.

Ja, das ist eine mögliche Einstellung, wie Menschen mit Sex umgehen können.

Das Problem erweist sich allein darin, daß die langfristigen Folgen von in fundamentalistischen Familien aufgewachsenen Kindern verhängnisvoll sind, dies deshalb, weil diese auch als Erwachsene im Regelfall diese lebensfeindlichen Grundhaltungen nicht nur üben, sondern jeweils in ihrer Familie weitergeben. Falls diese Menschen zwischen 50 und 60 selbst darauf kommen, daß dies alles Unfug und unhaltbar ist, ist es zu spät.

Kinder können sich nicht aussuchen, wie sie konditioniert werden, aber zu spät ist es meiner Ansicht nach nie, ihre Weltanschauung zu ändern.

Was ist für Dich daran verhängnisvoll bzw. finden es die Betreffenden für sich verhängnisvoll?

gerne einverstanden, jedoch weiß ich von einem Arzt, welche Dramen sich im Alter bei Menschen abspielen, die in einer fundamentalistischen Familie aufgewachsen und aus dieser engen Geisteshaltung nicht beizeiten ausgestiegen sind, d. h. all den Müll konsequent entsorgt haben, um in eigener Verantwortung und damit auf eigenes Risiko einen Neuanfang zu wagen.

Was meinst Du mit Dramen? Was für Dramen spielen sich denn ab?

Niemanden kann man daran hindern, diesbezüglich amüsiert zu lächeln, sofern man jedoch das oben Dargestellte in seinem Umfeld zu beobachten vermag, vergeht einem dies.

Wenn sie es für richtig sehen, ist es doch in Ordnung. Diese Einstellung zu Sex ist doch genauso legitim wie eine andere. Für Dich scheint das nicht der Fall zu sein. Wieso nicht? Betrifft es Dich auch?

E%hemali0ger_ Nutz"er (#39T571)


Was ist für Dich daran verhängnisvoll bzw. finden es die Betreffenden für sich verhängnisvoll?

Was meinst Du mit Dramen? Was für Dramen spielen sich denn ab?

In dem nachstehend notierten Titel finden sich hierzu insgesamt 295 ausführlich dargestellte Fallbeschreibungen:

Ludwig Frank: Vom Liebes- und Sexualleben. Erfahrungen aus der Praxis für Aerzte, Juristen und Erzieher. 2 Bde. - 2. Aufl. / Leipzig: Georg Thieme, 1927.

Dr. med. Ludwig Frank ist in Zürich als Nervenarzt tätig gewesen.

K|lexio


Urs

Dr. med. Ludwig Frank ist in Zürich als Nervenarzt tätig gewesen.

Und weiter?

t#r3ekykixe


Ich möchte nochmal einen ganz anderen Aspekt in die Diskussion einbringen. Die Idee der Sexualität zur Fortpflanzung und nicht zur persönlichen Belustigung/Befriedigung kommt ja auch daher, dass sich bis vor erstaunlich kurzer Zeit die Eheschließenden ihren Partner gar nicht selbst aussuchen konnten.

Das Konzept der Eheanbahnung aus Liebe mit einem Partner der eigenen Wahl ist erstaunlich neu wenn man sich die Geschichte ansieht. Ich denke wir alle wissen wie kompliziert die Biochemie es uns macht jemanden nett UND sexuell anziehend zu finden. Meiner Meinung nach gibt es solche Treffer wirklich nur selten, jemanden den ich heiraten würde und mit dem ich richtig guten Sex haben kann. In arrangierten Ehen fast eine unmöglich niedrige Wahrscheinlichkeit.

In ganz vielen solcher Beziehungen wurde dann der Sex eben nur zur Fortpflanzung praktiziert, auch unabhängig von den kirchlichen Lehren, die aber sicherlich auch noch dazu beigetragen haben. Übrigens werden selbst heute noch über 75% aller Ehen auf der Welt arrangiert.

Und wenn wir eins wissen, dann das Kirche und andere religiöse Dogmen, sich extrem langsam ändern, wenn überhaupt. Ich sage immer, diese Überzeugungen ändern sich nicht, einzelne sterben nur aus.

Und als ehemaliger Mitläufer in der evangelikalen Szene kann ich über die "Klischees" leider nicht lachen. Es ist zum Teil noch deutlich schlimmer als von den Vorschreibern beschrieben. Diese Szene hier in Deutschland schaut übrigens total neidisch in die USA wo man eben ohne Verdacht zu erregen noch viel fundamentalistischer/extremer sein kann/darf als hier. Die würden gerne noch viel krasser.

E2hemali;gXer Nutzer x(#39571)


Und als ehemaliger Mitläufer in der evangelikalen Szene kann ich über die "Klischees" leider nicht lachen. Es ist zum Teil noch deutlich schlimmer als von den Vorschreibern beschrieben. Diese Szene hier in Deutschland schaut übrigens total neidisch in die USA wo man eben ohne Verdacht zu erregen noch viel fundamentalistischer/extremer sein kann/darf als hier. Die würden gerne noch viel krasser.

Vielen Dank; dies sehe ich ebenso.

Fguch|sin


@ Urs

Du fragst nach den Folgen eines Glaubens, in dem der Geschlechtsverkehr ausschließlich der Zeugung neuen Lebens und der ehelichen Pflichterfüllung dient.

Ich denke, dass die Folgen oftmals u.a. mit Frigidität und Herzenshärte treffend umschrieben werden können.

Wer diesem Glauben verfällt, hat bzgl. seiner sexuellen Selbstbestimmung und seiner seelischen Gesundheit eher schlechte Karten.

E_hemaligeru Nutz1er (w#39x571)


Wer diesem Glauben verfällt, hat bzgl. seiner sexuellen Selbstbestimmung und seiner seelischen Gesundheit eher schlechte Karten.

Mag man dies in jüngeren Jahren noch in dem Bewußtsein überspielen können, daß dies eine Gott wohlgefällige Haltung ist, schlägt dies vor allem im höheren Lebensalter unweigerlich durch, da man seinen vitalen Lebensbedürfnissen dann nichts mehr überzustülpen und diese damit zuzudecken vermag. Es ist bitter, wenn ein Mensch am Ende seines Lebens erkennen muß, daß alles, was er gemeint hat, es wäre so und nicht anders richtig, sich nur als ein Irrweg erwiesen hat und er nur Phantomen hinterhergelaufen ist.

F!ucHhsin


Ja, diese Erkenntnis ist bitter. Dennoch macht sie frei, auch wenn der Mensch seine Vergangenheit nicht ändern kann. Man kann aber über die eigenen "Fehlleistungen" den Jüngeren erzählen.

sxen8sibQelmaUn


Du fragst nach den Folgen eines Glaubens, in dem der Geschlechtsverkehr ausschließlich der Zeugung neuen Lebens und der ehelichen Pflichterfüllung dient.

Ich möchte in diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass regelmäßiger erfüllender Sex mit dem richtigen Partner auch stark zur Gesunderhaltung beiträgt (auch Infektionskrankheiten vermeiden hilft durch Stärkung des Immunsystems infolge der Hormonaussschüttung) und hilft, Depressionen zu verringern oder zu vermeiden. Zudem werden mit Hilfe von gutem Sex auch Aggressionen abgebaut- d.h. Menschen mit gutem Sex sind in der Regel auch weniger aggressiv, weniger frustriert und seelisch ausgeglichener.

Insofern kann man durchaus sagen, dass religiöse Glaubensrichtungen, die Menschen vom Sex abhalten und Sex herabwürdigen auch gleichzeitig zu mehr Krankheit, mehr Aggressivität und Frust beiträgen- das hat auch gesellschaftliche Konsequenzen (Kriminalität, Gewalt, Krieg) aber auch Konsequenzen in Bezug auf die Lebenserwartung und die Seele von Menschen. Oft wird Doppelmoral und Bigotterie gefördert- gegen sexuelle Triebe anzukämpfen (vor allem aus nicht objektiv nachvollziehbaren Gründen), ist nicht einfach.

EshemalKiger )Nutz^er (#3957x1)


sensibelman

Selbstverständlich stimme ich den obigen Ausführungen uneingeschränkt zu, jedoch geht es hier ausschließlich um die zufolge geistiger Enge sich ergebenden Fehleinstellungen und Fehlhaltungen bezüglich sexueller Beziehungen.

sFensi_belxman


sondern ausschließlich gefragt, ob auch andere beobachtet haben, welche langfristigen Folgen eine derartige Grundeinstellung für den Einzelnen hat.

Darauf (aus deinem Eingangsbeitrag) bezogen sich auch meine Sätze. Kurz gesagt: Sex nur zum Kinderzeugen, ohne Freude, ist ungesund.

Euhemalig`er Nutz0er (#39x571)


sensibelman

Genau so sehe ich dies, weil sich dies in mehrfacher Hinsicht erweist.

A.ndvifrxeak


Es ist immer wieder interessant, wie die kath. Kirche mit einer solchen Irrlehre Menschen prägt. Das Zöllibat hat die kath. Kirche eingeführt. In der Bibel wird dfas Zöllibat weder gefordert, noch im Zusammenhang mit einer geistlichen Aufgabe verbunden.

Ebenfalls interessant ist, dass die Bibel ausschließlich "ja!" zur gelebten Sexualität sagt. Das Hoheslied Salomos wird von der kath. Kirche in diesem Zusammenhang wohl nie erwähnt. Lieber vertritt man die Lehre, Sexualaufklärung zu vermeiden. Damit steckt die kath. Kirche noch im Mittelalter.

Ephemalhiger [Nutzer 3(#395x71)


Nein, vielmehr steckt hinter all dem System: Die geforderte Triebunterdrückung dient der Disziplinierung und damit der vollständigen Unterwerfung des Einzelnen unter das Lehramt.

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