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Viel Liebe, kaum Sex

X,anxtho hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Gerade stecke ich wieder in einer verzwickten Situation, ich brauch ein paar aufbauende Worte oder Ratschläge. Mein Freund und ich sind etwas mehr als ein halbes Jahr zusammen, hatten bis vor zwei, drei Monaten ein aufregendes, schönes Sexleben – und eben das hätte ich gern zurück.

Es ist so, dass sich in seinem Leben – unabhängig von der Beziehung – in den letzten Monaten viel geändert hat. Die größte Veränderung ist sein neuer Job, der viel Zeit in Anspruch nimmt. Ich weiß, dass er bevor er den Job bekommen hat, mit sich selbst unglücklich war, mit seiner Situation und allgemein (zu viel Freizeit, kein richtiger Tagesablauf usw.). In der Zeit war er sehr viel bei mir, ich hab immer versucht ihn so gut wie möglich zu unterstützen (er weiß das und sagt auch immer wieder, wie dankbar er mir ist), ihn aufzubauen, Hoffnung zu geben.

Jetzt wo er arbeitet merke ich, dass es ihm allgemein besser geht. Das freut mich, natürlich – andererseits, jetzt merke ich, dass wir uns in zwei komplett verschiedenen Lebensphasen befinden. Ich hänge sehr an ihm. Wir waren früher einfach so viel zusammen, ich hab das genossen. Ich habe aber (gerade jetzt im Sommer, trotz Nebenjob) viel Freizeit. Er arbeitet und wenn er nicht arbeitet ist er meist mit mir zusammen. Vor ein paar Wochen hatten wir ein Gespräch, indem er mir offenbart hat, er hätte gerne mehr Zeit für sich, würde eigene Entscheidungen treffen. Er würde gerne mal wieder mit Freunden ausgehen oder einfach allein sein. Er will mich vermissen.

Wir wohnen zwar getrennt, also jeweils in einer WG, aber er schläft trotzdem fast jeden Tag bei mir. Ich habe ihm im selben Gespräch gesagt, ich habe nichts dagegen, wenn er etwas mit seinen Freunden macht oder wir uns ein paar Tage nicht sehen. Warum auch...

Aber a, nächsten Morgen schreibt er mir, er möchte mich gern sehen nach der Arbeit, etwas unternehmen etc. Ich kann nicht nein sagen, weil ich eben doch das Gefühl habe, ich sehe ihn viel weniger als früher. Und so macht er das einfach immer, bis es wieder "kracht" und er wieder meint, er verbringt zu viel Zeit mit mir. Auf den Punkt gebracht: Sein Verhalten ist einfach konträr, zu dem was er sagt. Das verunsichert mich, andererseits will ich das auch nicht in die Hand nehmen und sagen wir sehen uns jetzt einfach 3 Tage nicht (hab ich versucht, daraufhin hat er gemeint, das will er auch nicht.)

Nun zum eigentlichen Problem: Bis vor ein paar Monaten hatten wir mehrmals die Woche Sex. Und jetzt vielleicht einmal die Woche. Er hat mich mehrmals zurückgewiesen, meist weil er meinte, er wäre zu müde, oder er sagt einfach gar nichts – und jetzt bin ich mittlerweile so getrimmt, dass ich wenn ich den Satz höre "Ich bin müde", schon automatisch denke, ok, heute (wieder) nicht. Auch an seinen freien Tagen schläft er teilweise 12 Stunden und braucht dann noch mal 2 Stunden um in die Gänge zu kommen.

Wenn wir dann doch mal Sex haben, meist so zwischen schlafen gehen und einschlafen, was mich – glaube ich – noch mehr frustriert. Ich kann das einfach nicht so genießen, zumal es dann viel zu schnell vorbei ist und ich das Gefühl habe, er geht gar nicht mehr auf mich ein. Ich glaube ich kann mich gut mit 2,3 mal Sex pro Woche anfreunden, aber dann bewusst - nicht so. Wisst ihr was ich meine?

Nun, nachdem es ihm vor dem Job so schlecht ging (was sich auch hin und wieder im Bett gezeigt hat), und er jetzt wieder so viel arbeitet, will ich ihm eigentlich keinen Druck machen. Ich habe keine Ahnung, wie ich ihm zeigen oder sagen soll, was ich will. Ich weiß, dass sich meine Unzufriedenheit auch in meinem Verhalten wiederspiegelt, ohne dass ich es offen sage. Und er merkt das. Aber ich tue mir einfach sehr schwer damit ein Gespräch anzufangen. Ich will nicht, dass er's in den falschen Hals bekommt. %:|

Antworten
mhinimxia


Vorab hätte ich noch ein paar Fragen...

Hat er sich während seiner Arbeitslosigkeit auch Zeit für sich genommen und etwas mit seinen Freunden unternommen?

Wie sieht deine Freizeit aus, Freunde, Hobbys?

Kam das mit dem Vermissen-Wollen schon mal vorher?

X"a#ntxho


1. Er war während dieser Zeit auch sehr viel bei mir, er hat sogar eine Zeit lang bei mir gewohnt im Winter. Aber er hatte eben auch mehr Zeit, seine Freunde zu treffen, wenn er wollte. Und da hat er auch nie gesagt, dass er zu wenig Zeit für sich hätte.

2. Ich treffe meine Freunde sehr regelmäßig, alleine und wenn er Lust hat mitzukommen auch mit ihm. Ich hab früher viel Sport gemacht, mittlerweile nur sporadisch. Mein Hobby, reiten, ist sehr zeitaufwendig, teuer und neben der Uni ging das lange nicht so regelmäßig.

3. Nein, nicht so wie er es in dem Gespräch das letzte Mal dargestellt hat.

m{infimixa


Es kann schon recht kräftezehrend sein, nach einer längeren Ruhephase wieder voll ins Arbeitsleben einzusteigen. Insofern würde ich ihm Zeit geben, sich zu akklimatisieren. Seine Freunde und "me time " scheinen durchgängig Priorität bei ihm zu haben, von daher wirst du ihn nie so oft haben, wie du eigentlich willst.

Mache dich nicht zum Spielball seiner Gefühlslagen. Du denkst, dass es gut wäre, sich ein paar Tage nicht zu sehen? Dann ziehe das durch. Und zwar nicht deswegen, weil du hoffst, dass er dich dann wieder vermisst, sondern weil dir dieses Hin und Her schadet. Genau das gleiche mit dem Sex. Mache diese Schmalhans-Aktionen nicht mehr mit. Aber nicht, weil du hoffst, er würde dann wieder sexuell voll entbrennen, sondern weil dir eure Begegnungen so nicht mehr gut tun, und du lieber auf mehr Zeit und Kraft und Lust seinerseits wartest. Und es muss möglich sein, all das zu kommunizieren.

MMn machst du damit auch keinen Druck auf, denn du forderst erst mal nichts von ihm, sondern du beachtest deine Grenzen. Die Zeit wird es zeigen, inwieweit er sich in deine Richtung entwickelt, und ob du mit diesem Ergebnis die Beziehung führen willst. :)*

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