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Destruktive Beziehung

TJieU hat die Diskussion gestartet


Liebe Mitleser, auch wenn der Titel dieses Fadens es nahelegen mag dieses Thema im Beziehungsforum zu posten wird sich durch die Schilderung ergeben warum ich es hier veröffentliche.

Vor ca. einem Jahr lernte ich eine Frau über ein Forum kennen. Sehr sympathisch, fröhlich und aufgeschlossen.

Wir schrieben hin und her, tauschten uns über vieles, auch sehr persönliches, aus. Sehr schnell bemerkte ich jedoch das ihre Aufgeschlossenheit Grenzen hat. Zwar hat sie keinerlei Probleme über Details ihrer Sexualität zu schreiben, aber trotz gegenseitiger Sympathie und sexueller Anziehung kam es bislang nie zu einem Treffen.

Vor etwa 10 Monaten beschrieb sie mir das sie sich mit einem Mann trifft, bei genauerem nachfragen sollte sich heraus das sie sexuell ausgebeutet wird. Nicht das er sich auf den Strich schicken würde, dennoch führt er sie auch anderen Männern zu wo sie zu Diensten zu sein hat.

Er weiß sehr genau welche Knöpfchen er bei ihr drücken muß um sie entsprechend zu lenken und gefügig zu machen. Gipfel des ganzen war eine ungewollte Schwangerschaft mit anschließender Abtreibung, sowie eine mehr oder weniger Vergewaltigung in den Anus mit gravierenden Rissen im Schließmuskel mit ärztlich notwendiger Versorgung.

Es folgten viele Nächte mit intensiven Gesprächen. Schlußendlich habe ich ihr vor Augen führen können welche negativen Auswirkungen das ganze hat, zumal sie wg. anderer Probleme ohnehin in therapeutischer Behandlung ist. Sie beendete die "Beziehung" mit diesem Mann. Hinzukam das er nicht in der gleichen Stadt lebt, sondern nur beruflich oft in der Stadt ist.

Nach dem Ende blühte sie förmlich auf, wurde lockerer und freier, öffnete sich.

Jetzt kommts: Gestern schreibt sie mir sie hätte eine riesige Dummheit begangen und seine Telefonnummer herausbekommen, ihn angerufen und hat sich für morgen mit ihm verabredet. Sie wolle mit ihm abschließen, was sie bis dato nicht hätte tun können da das seinerzeitige Ende sehr abrupt gewesen sei. Nun habe ich die Befürchtung das alles von vorn losgehen wird und sie wieder in das tiefer Loch fällt aus dem sie gerade herausgekommen war.

Ich bin am Ende mit meinem Latein, weiß jemand Rat?

Gern auch per PN.

Antworten
B!aEmbDienxe


Vorab. Ich denke du wärst mit deinem Faden im Beziehungsforum oder noch besser im Psychoforum besser aufgehoben. Denn es geht hier lediglich sekundär um Sexualität. primär geht es um das Zwischenmenschliche, um Emotionen, um diese destruktive Abhängigkeit deiner Schreibfreundin zu ihrem Was-auch-immer und vor allem um deine emotionale Bindung und dein Verantwortungsgefühl ihr gegenüber.

Jeder BDSM-ler wird behaupten, dass dominant-devote Spielchen absolutfreiwillig und sexuell als "normal" zu behandeln sind. Ich sehe das generell sehr kritisch. Vor allem wenn der devote Part psychische Problemchen hat. Was ich von Männern halte, die sexuell erregt werden wenn sie ihre Parnerin mit Wort und Tat demütigen und ihr Schmerzen zufügen steht noch mal auf einem anderen Blatt.

Aber in diesem speziellen Fall würde ich darauf vertrauen, dass deine Schreibfreundin aus ihren negativen Erlebnissen gelernt hat. Ihr ist ja bewusst, dass sie sich mit dem Treffen auf eine Gratwanderung begibt. Sonst hätte sie ihren Anruf nicht als Dummheit bezeichnet. Aber ihr Bedürfnis den Typen wieder zu sehen und zu sprechen sind größer, als ihre Angst in alte Muster zurückzufallen. Man kann nur hoffen dass der "Zauber" der die beiden mal verbunden hat, verflogen ist und ihr einen klaren und kritischen Verstand wünschen. Es könnte jedoch auch sein, dass sie ihn "hingebungsvoll" liebt und seine Art mit ihr umzugehen "braucht". Warum auch immer. %:|

Ich würde mich ihr gegenüber mit Ratschlägen zurückhalten. Du kannst aber immer Gesprächsbereitschaft signalisieren und sie emotional so gut wie möglich auffangen.

Dir wünsche ich, dass du innerlich auf Distanz gehen kannst und im realen Leben eine Frau findest mit der es "passt".

Alles Gute @:) :)*

C]omrcan


Ist sie nur devot oder schon masochistisch veranlagt? Ein Mensch mit freien Entscheidungen ist nicht einfach so ausgeliefert, da liegen Tendenzen in der Psyche vor, die dies einfach machen. Ich sage es nur ungern, aber wenn der Mann so eine Macht über sie hat, kann auch das Treffen schiefgehen und alles fängt von vorne an. Mir kommt es komisch vor, warum sie mit ihm nicht aus der Distanz abschließen kann. Deine Sorgen kann ich daher voll verstehen.

Was ist dein Interesse an dieser Frau? Verstehst du dich einfach gut mit ihr, oder kannst du dir mehr vorstellen? Wenn du dich auf sie einlassen willst, musst du dich darauf gefasst machen, einige Prüfungen durchstehen zu müssen. Seit einem Jahr lässt sie sich missbrauchen. Die möglichen Gesundheitsschäden sowohl körperlich als auch seelisch wirst du nicht ausklammern können und du wirst mit ihnen konfrontiert werden. Ob du das kannst, musst du wissen. Einfach wird das nicht, weil es nicht einfach eine "normale Beziehung" mit ihr geführt werden kann (bzw. sie erst langsam durch Therapie und Willen dorthin geführt werden kann - mit der Gefahr, dass sie danach nicht mehr der gleiche Mensch ist, zu dem du dich heute angezogen fühlst).

Keine einfache Sache, das. :-/

ivlvovebfreaxsts


So sympathisch die Frau sein mag, so sehr hat sie doch auch massive psychische Probleme (wegen diverser anderer ist sie ja bereits in behandlung), die sie ohne fremde Hilfe vermutlich auch nicht lösen wird. Ob das professionelle Hilfe ist oder Du ihr helfen könntest, steht noch auf einem anderen Blatt. Nur muß sie sich eben überhaupt erst mal helfen lassen und verstehen, daß sie das alleine nicht schaffen wird, von dem Typen loszukommen. Solange sie nicht einsieht, daß sie es trotz all dem Vorgefallenen nicht schafft, alleine von ihm loszukommen, kann ihr niemand helfen fürchte ich. Das ist bitter, aber alleine durch sie selbst zu ändern. Wie ging die Geschichte weiter nach dem Treffen?

iNlodvebreFasts


Noch einen Nachtrag: Wenn sie wirklich große psychische Probleme hat, so halte ich es nicht für gänzlich ausgeschlossen, daß die ganze Geschichte vielleicht ganz oder zum Teil nicht wahr ist. Vor allem macht mich nämlich stutzig, daß Ihr schon so lange und intim schreibt, sie sich aber offenbar mit Dir nicht treffen kann oder will. Ein möglicher Grund könnte schon darin liegen, daß sie befürchtet, daß die ganze wahrheit dann ans Licht kommen könnte und auffliegt, daß die story nicht stimmt. Ist nur ein Gedanke, aber pass auch auf Dich selber auf mit ihr.

Mcadame Cdharexnton


Wenn sie wirklich große psychische Probleme hat, so halte ich es nicht für gänzlich ausgeschlossen, daß die ganze Geschichte vielleicht ganz oder zum Teil nicht wahr ist.

das denke ich auch. ist mir auch schon passiert dass ich auf sowas reingefallen bin.

du solltest weniger Energie und Zeit in diese Dame investieren, denn offensichtlich braucht sie nur Aufmerksamkeit - sonst würde sie nicht von einem Drama ins nächste stolpern, freiwillig

T6iesU


Danke an alle die geantwortet haben.

Eine weitere Erörterung ist nicht nötig!

Der Faden kann geschlossen werden.

iNloveBb>reastxs


Das klingt leider gar nicht gut lieber Tieu; tut mir sehr sehr leid für Dich wenn sich meine Vermutung bestätigt hat. Alles Liebe Dir!

KZleixo


TieU

Liebe Mitleser, auch wenn der Titel dieses Fadens es nahelegen mag dieses Thema im Beziehungsforum zu posten wird sich durch die Schilderung ergeben warum ich es hier veröffentliche.

Nicht unbedingt. Es geht doch um die psychische Verfassung der Frau und Ihrer Abhängigkeit, also wäre der Faden meiner Ansicht nach weitaus besser im Psychologieforum aufgehoben.

Ich bin am Ende mit meinem Latein, weiß jemand Rat?

Ja, sicher: Wie helfe ich richtig? [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/134511/#p1371290]]

Soweit ich verstehe, ist sie in therapeutischer Behandlung. Insofern kannst Du nur darauf hinweisen, dass sie ihre Probleme in ihrer Therapie anspricht. Es klingt, als würdest Du sie "retten" wollen und ihr unbedingt helfen wollen, aber sogar wenn sie Dir diesen Auftrag erteilt hätte, so fehlt es Dir an nötiger Distanz und Kompetenz.

R7aj;Merchxant


Comran, Bambiene

Mir ist nicht ganz klar, wo eure BDSM-Assoziationen herkommen. Im EP lese ich nichts davon. Vielmehr bezeichnet der TE die Situation als "sexuelle Ausbeutung" und das Vorgefallene als "Vergewaltigung". Das ist ein Unterschied wie zwischen Duschen und Waterboarding. Ich würde mir da mehr Trennschärfe und weniger Reflex wünschen.

Baam5bixene


Mir ist nicht ganz klar, wo eure BDSM-Assoziationen herkommen.

daher

Nicht das er sich auf den Strich schicken würde, dennoch führt er sie auch anderen Männern zu wo sie zu Diensten zu sein hat.

Er weiß sehr genau welche Knöpfchen er bei ihr drücken muß um sie entsprechend zu lenken und gefügig zu machen.

Auch die anale "Behandlung" mit Gesundheitsfolgen ist für mich ein Indiz.

Die sexuelle Ausbeutung erst Recht.

Aber das stärkste Indiz dass es sich um eine Frau aus der BDMS-Szene handelt, ist der Fadenstarter selbst. Er bekundet sexuelles Interess an dieser Frau. Aus seinen Beiträgen (die ich übrigens sehr schätze) kannst du die Richtung seiner sexuellen Vorlieben erkennen. Deshalb meine Assoziation.

Würde mir genauso gehen, wenn du den Eingangsbeitrag geschrieben hättest. ;-)

R+ajMer)c@haxnt


Hi Bambiene,

ich fang mal von hinten an: Du sagst, der TE sei offensichtlich BDSM-affin, deswegen müsse die Frau seines Interesses das auch sein. Als Regel ist das, entschuldige, Bullshit. Für mich zum Beispiel ist BDSM-Affinität bestenfalls ein Feature. Etwa, wie bei Frauen, die auf dicke Penisse stehen. Es mag da die paar geben, die beim Kennenlernen fragen "und, hast du auch einen dicken Schwanz?". Die breite Mehrheit hält das offenbar für irgendwie substituierbar, lässt es auf sich zukommen und entscheidet irgendwann, ob das Gesamtbild reicht oder nicht.

(Vorteil BDSM: Dafür kann man Leute interessieren. Der dicke Penis dagegen ist halt da oder eben nicht.)

Dann die "sexuelle Ausbeutung". Das ist wahrlich kein BDSM-Alleinstellungsmerkmal, ebensowenig wie rabiater Analsex. Vgl zB [[http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-19022478.html diesen Artikel]] über die Gepflogenheiten der Hells Angels, die nun wirklich alles sind, aber kein BDSM-Verein.

Ich finde, du lässt zu sehr unter den Tisch fallen, das BDSM eine Geschichte ist, bei der alle Beteiligten freiwillig und konsensual mitmachen. Wenn es nicht freiwillig ist, ist es per Definition kein BDSM. Darüber, wie man Freiwilligkeit und Konsens herstellt und wie weit das alles geht, gibt es in der Szene durchaus Meinungsverschiedenheiten; darüber ob Freiwilligkeit und Konsens Grundlage sind, allerdings nicht.

B$am^bienxe


@ Raj

Ich weiß dass du dich seit Jahren für mehr Verständnis und Akzeptanz für BDSM-ler einsetzt. Du dürftest in der Zwischenzeit jedoch auch wissen, dass ich die ein oder andere Einzelheit aus diesem Bereich sehr kritisch sehe. Gerade wenn wie im Falle obiger Frau noch ein psychisches Problem oder gar ernsthafte psychische Krankheit im Spiel ist. So ein Mensch könnte viel leichter zu lenken und zu manipulieren sein, als eine psychisch gesunde und stabile Person.

Ich bin fest davon überzeugt, dass es unter BDSM-lern verantwortungsbewußte und rücksichtsvolle Menschen gibt, die wissen was sie tun. Genauso wie es auch dumpfbackene Schwachköpfe gibt, die nicht mit der gebotenen Sorgfalt und Verantwortung ihre Macht über einen anderen Menschen ausüben.

Ein bisschen so wie im Straßenverkehr. Alle nennen sich Verkehrsteilnehmer und wissen um die Regeln. Diese sollten für alle gelten und sie sollten auch von allen eingehalten werden. Wie die Realität ausschaut, wissen wir. Trotzdem nennen sich alle Verkehrsteilnehmer und sind sicher, ihr Auto gut im Griff zu haben.

Ich finde, du lässt zu sehr unter den Tisch fallen, das BDSM eine Geschichte ist, bei der alle Beteiligten freiwillig und konsensual mitmachen. Wenn es nicht freiwillig ist, ist es per Definition kein BDSM.

Selbst wenn eine Person ihr OK zu irgendwelchen extremen Praktiken gegeben hat, kann sie sich aus falsch verstandenem Gehorsam zu was hinreißen lassen, was ihr auf lange Sicht schadet, oder es kann im Eifer des Gefechtes was schief laufen, und statt sich sofort dem Geschehen zu entziehen, hält so ein Mensch vieleicht tapfer mehr aus, als ihm gesundheitlich gut tut.

Du sagst, der TE sei offensichtlich BDSM-affin, deswegen müsse die Frau seines Interesses das auch sein. Als Regel ist das, entschuldige, Bullshit.

Ja, ich denke das immer noch. Ich hätte TieU schon längst darüber (aus)fragen können, aber er hatte schon vor Wochen folgendes geschrieben:

Danke an alle die geantwortet haben.

Eine weitere Erörterung ist nicht nötig!

Der Faden kann geschlossen werden.

Daraus schließe ich, dass er über diese Frau und das Thema hier nicht mehr schreiben möchte.

R}ajsMercxhant


Bambiene

Ich finde dein Verkehrsbeispiel schön. Nur weil es Raser, Drängler, Schleicher und Rechtsüberholer gibt, ist Straßenverkehr und/oder die StVO nicht scheiße.

Natürlich gint es unter BDSMlern auf beiden Seiten Irre, das will ich gar nicht bestreiten. Nur heißt das Problem dann halt "Irre" und nicht "BDSMler". Genauso wie im Straßenverkehr das Problem "Drängler" heißt und nicht "Autobahn".

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