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Ist die Reife/ Unreife eines Menschen altersabhängig?

S1q3u7izzexl76


und warum änderst du es nicht?

Eine Frage die ich mir selber schon seit einiger Zeit stelle und auf die ich keine Antwort weiß. Eine Frage die ich mir intensiver ab Oktober nochmal stellen werden.

btw: es klappt ja doch mit dem Zitieren ;-)

dqamiXanxa


wieauchimmer

Sich dumm stellen, vielleicht? Will ja nicht total vergeistigt und einsam sein. Auf Spiegel online wurde vor kurzem das Buch "Die Uschi-AG" vorgestellt. Glücklich werden, indem man das Dummchen spielt. Das kann ich ja mal lesen.

*lol* --- überschätzt du da nicht deine fähigkeit, dir selber was vorzumachen? du hattest doch grad erst einen, der dir nicht gewachsen ist?

w!ieauxchimmexr


damiana

saubazi, du kannst mir glauben, ich hab das selbst hinter mir: in einer richtigen depression kann man nicht mal mehr den müll selber runterbringen.

Da möchte ich widersprechen. Ich habe in einer tiefen Depression alle meine "Pflichten" erfüllt, weil ich mußte (war gerade Mutter geworden). Ich hab aber alles so gemacht, als wäre ich ferngesteuert. Geistig lag ich sozusagen im Bett und hab nichts gemacht, aber mein Körper hat ganz mechanisch alle anfallenden Arbeiten verrichtet. Ich denke, das gibt es auch, oder es war was anderes als Depressionen. "Ferngesteuert" ist ein sehr passender Ausdruck dafür. Man ist das gar nicht selber, der das da alles macht.

wZieauXchimmexr


damiana

überschätzt du da nicht deine fähigkeit, dir selber was vorzumachen?

Wenn die Alternative irgendwann nur noch "dumm spielen" oder "einsam bleiben" heißt, dann muss ich das vielleicht mal lernen. Meine Freundin hat lange als Bardame gearbeitet. Die kann das super! Vielleicht sollte ich auch mal als Bardame oder sowas arbeiten. Da lernt man das ja vielleicht.

dZamiaxna


nochmal @wieauchimmer

es kommt drauf an, wie schwer die depression ist, und wie sich äußert.

ich war - gerade eben noch - in der lage, den müll runter zu bringen. zu mehr aber nicht. die mutter einer freundin von mir hat es weiter kommen lassen. die konnte zum schluss tatsächlich keinen kaffeelöffel mehr halten. man hat sie als notfall in die klinik eingeliefert. antriebstörungen - keinerlei kontrolle über körperliche vorgänge mehr. egal, ob sich das zunächst eher auf der psychischen (wie bei dir) oder auf der körperlichen (wie bei mir) ebene zeigt - wenn es eskaliert, kommt beides zusammen. in einer wirklich schlimmen depression sind die leute physisch und psychisch immobilisiert, nicht mehr in der lage irgendwas in angriff zu nehmen oder auch nur aufzustehen. es ist keine willenskraft mehr da. es geht einfach nicht.

R*egi#nax67


Damiana...off topic...

Es war ja acuh nur eine Frage wegen der Depression. Es MUSS sich nicht wirklich um eine handeln. Hätte ich die finanziellen Sorgen nicht, wäre das alles vielleicht gar nicht. Aber diese überschatten momentan mein ganzes Leben. Meine Arbeiten verrichte ich nach wie vor, genr bie lauter Musik.

Es könnte auch durchaus ein Durchhänger sein, ein tiefer. Denn sowas hatte ich schon öfter. Aber diesmal war es ganz schlimm. Sämtliche Ergebnisse meines Hausarztes waren ok. Was meinst du mit Stoffwechselkrankheit? Ich kenne diese Krankeit zwar, aber was die mit einer Depression zu tun? Bin da nicht so firm...

deamianxa


ich will mal versuchen, das zu erklären:

eine klinische depression ist eine stoffwechselkrankheit, und zwar eine fehlsteuerung des neuro-hormonstoffwechsels. die ktivität ("energie") des menschen sind hormone, vor allem neurohormone und hier insbesondere serotonin und noradrenalin verantwortlich. diese stoffe sind wichtig für vorgänge im gehirn. aktivitäten wie sport, bestimmte ernährungsformen, licht, positive gemütshaltung etc. beeinflussen dies alles positiv.

in einer depression sinkt, durch psychische faktoren bedingt, die produktion und die zirkulation dieser stoffe ab. ist ein kritisches niveau unterschritten, dann kommt es zu einer art "teufelskreislauf". man ist zu erschöpft, um sport zu machen, zu keinen positiven gedanken mehr fähig etc. pp. hierdurch wird der neurohormonspiegel zusätzlich negativ beeinträchtigt und es geht einem noch schlechter. man befindet sich in einer abwärtsspirale und kommt ohne medikamente nicht mehr heraus. die medikamente "kurbeln" quasi den geschädigten stoffwechsel wieder an, helfen ihm wieder auf die beine.

ob das bei dir zutrifft, kann nur ein arzt klären. eine userin hatte dir johanniskraut empfohlen - dazu möchte ich sagen, das mag helfen in einer milden depression, aber es helfen nur hochdosierte präparate wie jarsin, oder hypercon stada. das zeug aus dem drogeriemarkt ist viel zu niedrig dosiert. hinzu kommt, dass die präparate lichtempfindlich machen und daher eher für die wintermonate geeignet sind. wenn du eh schon probleme hast mit der haut und allergien, würde ich das lassen.

das problem ist, dass viele hausärzte zu zurückhaltend mit der verschreibung von antipressiva sind. ich kenne fälle, da wurde erst nach einem selbstmordversuch gehandelt. neurologen sind normalerweise vernünftiger - ich drücks jetzt mal so aus. der neuro, bei dem ich damals zur ausschlussdiagnose war meinte, es gäbe drei probleme bei der verschreibung von antidepressiva: sie würden zu spät, zu niedrig dosiert und zu kurzfristig verschrieben.

ich will sagen: du bist in einer depression nicht "verrückt". der eine reagiert auf belastungen mit magengeschwüren, der andere mit herzstörungen, der dritte mit einer depression. jeder sollte diese symptome mit medikamenten behandeln lassen, wenn das nötig ist. und vor den heutigen antidepressiva braucht man keine angst mehr zu haben, wirklich nicht. man wird davon nicht mehr zum "zombie", wie noch vor zwanzig jahren. alles was ich hatte waren eine woche lang schlafstörungen und ein paar etwas sonderbare missempfindungen wie kribbeln in den unterarmen. alles vorübergehend. mehr war da nicht. und du hast wieder die kraft, etwas anzupacken. also bitte, in deinem eigenen und deiner kinder interesse: wenn dir das angeraten wird, lehne das nicht kategorisch ab, aus irgendwelchen "glaubensgründen". mir haben sie geholfen, ich bin sicher, dass ich ohne sie in der klinik gelandet wäre. und hat man die krise überstanden, dann setzt man sie ab und fertig. ich bin seit jahren herunter, ohne probleme. die aussage "einmal tabletten - immer tabletten" stimmt einfach nicht.

wlieauGch9immexr


damiana

es gäbe drei probleme bei der verschreibung von antidepressiva: sie würden zu spät, zu niedrig dosiert und zu kurzfristig verschrieben.

Aber das vierte Problem hast du vergessen... Irgendwann von den Pillen wieder runter kommen. Meine Tante war zweimal auf Entzug und ein Freund von mir hat im Moment auch arge Probleme, von den Pillen wieder los zu kommen.

dEamia^na


welche medikamente hatten die?

die probleme mit dem absetzen kann ich nicht bestätigen. hatte nicht mehr nebenwirkungen als beim "einsetzen" - vorübergehende schlafstörungen. mehr war da nicht.

w#ieaWuchWimmexr


damiana

Er nennt sie nur: "happypills". Keine Ahnung, welche Sorte, aber sind doch wohl sicher Antidepressiva mit gemeint.

R[egin6ax67


Damiana

Erst mal lieben Dank für die Erklärung. Das wird mir bei meinem nächsten Besuch beim Arzt sicher weiterhelfen.

Kann man diese Stoffwechselerkrankung irgendwie diagnostizieren? Wenn ja, wie?

Gruss

dzamixana


wenn man natürlich wartet

... bis ein einfacher serotonin-wiederaufnahmehemmer (SSRI) nicht mehr hilft und man auf stärkere medikamente, wie tricyclide oder gar mao-hemmer zurückgreifen muss, dann kann es zu problemen kommen. deshalb meine ansicht inzwischen - bevor ich das selber durchgemacht hatte, dachte ich um 180 grad anders, will ich hier anmerken- also meine ansicht ist heute: lieber früher, und "weichere" medikamente einnehmen, als warten bis nichts mehr geht und dann in die klinik eingeliefert werden und dort auf "harte" medikamente gesetzt werden. im letzteren fall hat man evtl. wirklich ein absetz-problem.

dkamiaxna


Kann man diese Stoffwechselerkrankung irgendwie diagnostizieren? Wenn ja, wie?

ich weiss nicht, wie's heute aussieht, vor fünf jahren war das praktisch nicht möglich - man muss im prinzip die nervenflüssigkeit im gehirn untersuchen. also per blutuntersuchung geht das nicht, und es geht nichtmal per lumbalfunktion. normalerweise macht man das nicht.

man versucht halt alles andere auszuschließen (frag nicht wo sie mich überall rumgeschleppt haben) und verordnet, wenn man nichts rausfindet, antidepressiva. es gibt seither schon wieder eine neue generation, die noch verträglicher sein soll als die die ich hatte. frag mich nicht wie die heisst. in allen fällen musst du mit zwei bis vier wochen rechnen, bis sich eine wirkung zeigt.

R{egi@na6x7


Damiana

Danke. Werde es beim Arzt demnächst mal ansprechen.

Gruss

Seaubdazi


Also meine Damen

Hier muß ich doch mal energisch widersprechen. Eine Depression ist nicht etwas, wie ein Schaden an der Kardanwelle eines Fahrzeuges, wo man weiß, welches Ersatzteil man braucht. Es könnte auch die Lichtmaschine sein oder die Wasserpumpe. Eine Depression kann als Folge einer organischen Erkrankung auftreten (oder organischer Erschöpfung) und kann wie weggeblasen sein, wenn man diese Ursache behebt. Sie kann ebenso einen organisch völlig gesunden Menschen befallen. Sie kann auch von Körper UND Seele Besitz ergriffen haben.

Allein die Tatsache, daß wir drei Fachrichtungen haben, und es zunächst mit der Diagnose "Depression" gar nicht sicher ist, bei welcher wir landen, beweist schon, wie vielseitig das ist. Wir haben den Neurologen, den Psychiater und den Psychotherapeuten und alle drei haben Psychologie studiert. (der Neurologe selbstverständlich auch zusätzlich Medizin)

Frage ist wieder: Was war zuerst? Ei oder Henne? Für mich ist der Mensch samt Körper, Geist und Psyche ein Produkt der Seele. Nicht andersrum. Ich sehe die Depression deshalb als ein seelisches Geschehen, einhergehend mit körperlichen Symptomen. Wobei das schärfste Symptom der Tod ist, ich spiele das also nicht herunter.

Die Depression ist ein Verlust der alten Werte. Alles was Halt gab, die Aufgaben und Erfolge, sogar die Liebe, alle Erinnerungen stehen plötzlich mit anderen Bewertungen da. Das Wertvollste schein wertlos.

Kennt Ihr dieses Gefühl: Da ist die Stadt, in der man sich Zuhause fühlt, alles ist vertraut und irgendwie auch ordentlich und geordnet. Nun kommt man irgendwann zum ersten Mal mit der Bahn von einer Reise zurück und sieht die häßlichen Fassaden "der Rückseite", also aus einer neuen Perspektive. Und man versucht das zu ordnen und die Straßenzüge wiederzuerkennen. Kennt Ihr dieses Gefühl der Verlorenheit? (ja, so eine Bahnfahrt hat etwas Ernüchterndes, was die Fassaden betrifft, vorne Hui und hinten Pfui) Vielleicht hätte man vorher einmal "hinter die Fassaden" schauen sollen und auch das Häßliche liebgewinnen können.

Die Depression ist eine Bewußtseinserweiterung. Man kann sich in der "neuen", noch leeren Weite verlieren und muß sie erst mit Werten füllen, damit die alten Werte nicht wertlos scheinen. Wie ein großes Haus mit leeren Räumen. Das geht nicht von heute auf morgen. Sich mit Pillen zu betäuben, ist keine Lösung. Es gibt auch eine Form der Depression, die auf Lithiummangel beruht. Mit der Gabe von Lithium ist alles behoben. Das ist das andere Extrem, nur deshalb sei es hier genannt.

Am wenigsten können Depressive einander helfen. Das, was dem einen geholfen hat, kann den anderen umbringen. Aber sie können voneinander lernen. Die Depression als schädlichen Seelenmüll zu sehen, den man schnellstens entsorgen muß, wie einen stinkenden Mülleimer, das ist ein Fehler, der direkt in die nächste noch stärkere Depression führt. Die Depression ist wie ein dunkles Tal durch das der Weg führt.

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