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Ist die Reife/ Unreife eines Menschen altersabhängig?

RLesginxa67


Saubazi

Dank für deine ERläuterungen. Es hilft mir, einige Ansichtern darüber zu lesen, zu verinnerlichen. Vielleicht sollte ich einfach zu meinem Hausarzt gehen und ihm von meinen Symptome erzählen?

Aber eines möchte ich keinesfalls. Einfach nur mit irgendwelchen Pillchen abgefretigt werden und nach Hause geschickt werden.

Wenn es so käme, dann hätte ich den falschen Arzt. Die nehmen einen heute nicht mehr so ernst, lassen sich nicht mehr so viel Zeit bei der Untersuchung und das zwischenmenschliche kommt eh zu kurz. Kurz: Was bleibt, ist der Arztwechsel...

Vielleicht habe ich auch noch ein wenig Hemmungen, über meine sorgen diesbezgl. zu sprechen, es ist nicht ganz so einfach, solche Dinge einfach zuzugeben.

Ich habe aber noch die Hoffnung, dass ich vielleicht noch früh genug erkannt habe, was mit mir los ist und somit vielleicht auch ohne Medis daraus finde...

Gruss

w1ieVa-uAchimxmer


Saubazi

"Ich sehe die Depression deshalb als ein seelisches Geschehen"

Soweit ich weiß, ist die "Neigung" zu Depressionen sogar vererbbar, da sie zumteil auf eine organische Ursache beruht, die aber in Wechselwirkung mit den Lebensumständen, also der Psyche, erst zum Ausbruch kommt. Daneben gibt es aber sicher auch Arten von Depressionen, die rein psychisch bedingt sind.

"Es gibt offenbar Menschen, bei denen an den Synapsen ein ständiger Monoamin-Mangel herrscht. Um ihn auszugleichen, geschieht zweierlei. Erstens vermehrt sich die Zahl der Monoamin-Rezeptoren. Zweitens steigert sich deren Empfindlichkeit für den Transmitter. So pegelt sich an den betreffenden Synapsen ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ein. Ein anhaltender Stress aber – vor allem eine belastende Situation, der man wehrlos ausgeliefert ist oder zu sein glaubt – führt zu verstärkter Produktion von Serotonin. Das eingespielte Gleichgewicht ist gestört: Das Serotonin ist nun viel zu wirksam, und da es hemmend auf das Gehirn wirkt, ergibt sich der Zustand der Depression. Sie vergeht erst wieder, wenn sich ein neues Gleichgewicht hergestellt hat. Antidepressive Medikamente erhöhten das Monoamin-Angebot an den Synapsen ebenfalls und bewirken bei einer schon bestehenden Depression zunächst gar nichts. Eine fortgesetzte Behandlung aber sorgt für ein ständiges Monoamin-Überangebot, und dieses wiederum führt dazu, daß sich im Laufe von zwei, drei Wochen die Zahl der Rezeptoren und ihre Empfindlichkeit verringert. Ob man damit schon zum Kern des Geschehens vorgestoßen ist oder ob sich auch hinter dieser neurophysiologischen Anomalie eine andere, wesentlichere verbirgt, kann heute niemand absehen."

M`oni ka6x5


Zur Ausgangsfrage zurück

Reife ist eindeutig altersabhängig bei jedem einzelen Individuum, d. h. jeder wird eine Reifezuwachs innerhalb seines Lebens erfahren und den Unterschied 16, 25, 40, etc. wahrnehmen. D.h. auch einer, der in jungen Jahren sehr reif war, wird nicht auf der Stelle treten in den Jahren danach, sondern auch 20 Jahre später sagen, dass er reifer geworden sei.

Natürlich gibt es individuelle Unterschiede. Abgesehen davon, gibt es einzelne Verhaltensweisen, bei denen manche Menschen ein Leben lang keine Fortschritte, so dass man auf 60jährige stoßen kann, die sich beispielsweise beim Thema Eifersucht wie Kleinkinder benehmen, also unreifer als jüngere, die damit von vornherein keine Probleme haben.

Ältere sind also nicht immer durch und durch reif und perfekt, aber grundsätzlich gibt es einen Zuwachs an Reife, auch wenn man das gern mit 16 abstreiten würde.

Swaupbazi


@ Regina67

Die Depression bietet ein ungeheures Potential seelischer Reife. Sie kann einen neuen Menschen aus einem machen, dem sich Türen öffnen, die zu neuen Welten des Verstehens und der Liebe für andere führen.

Aber nichts kann man verallgemeinern. Wer "platt am Boden liegt", muß erst mal auf die Beine gestellt werden, damit er sich selbst helfen kann, das ist klar. Verständlich ist auch, daß sich hier und überall schnell "beratend" Menschen melden, die eigene Erfahrungen damit haben und nun meinen, daraus ein Schema dieser Erkrankung ableiten zu können. "Das ist nicht möglich!" Die Ursachen sind viel zu individuell und unterschiedlich.

Die Depression ist heute "Wohlstandskrankheit Nr.1". In Kriegs- oder Notzeiten tritt sie hingegen so gut wie nie auf. In Armutsländern ist sie nie ein allgemeines Problem. (dafür gibt es dort andere Probleme) Wer ums Überleben kämpfen muß und elementare Probleme am Halse hat, wird in der Regel nicht depressiv. Das soll aber weder eine Erklärung noch eine Empfehlung sein, es ist nur eine Feststellung.

Ein Fehler wäre, zum Arzt zu gehen mit der Einstellung: "Hier hast Du meine Depression, mach sie weg." Das könnte funktionieren, wenn die Ursachen überwiegend organisch sind und der Arzt mehr intuitiv (oder zufällig) gleich die richtige Idee hat "und wenn die Laborwerte eindeutig sind". Nomalerweise muß man sich aber eher auf einen langen Irrweg von Arzt zu Arzt gefaßt machen.

Die erste Station sollte selbstverständlich der Hausarzt sein. Dort sollte man gleich klar stellen, daß man "nicht nur" medikamentöse Behandlung erwartet und sich am besten "auch" zum Internisten überweisen lassen. (falls das noch nicht geschehen ist) Die Schilddrüsenfehlfunktion sollte "immer" bei jedem Arzt zu den ersten Verdachtsmomenten bei Depressionen gehören. Leider ist das nur Wunschdenken. Du wirst jedenfalls überrascht sein, wieviele junge Frauen Du im Wartezimmer des Internisten antriffst, und Du kannst sicher sein, daß sie zum großen Teil Depressionen haben. Das aber nur für den Fall, daß die Schilddrüse nicht bereits abgeklärt ist.

Der wichtigste Schritt ist der, daß man nicht sagt: "Das ist Psychokram, ich bin doch nicht bekloppt..., das kann ich mir nicht erlauben, kommt nicht in Frage..."

Wichtig ist, zu sich zu sagen: "Ich laß Dich damit nicht im Stich. Wir kämpfen mit all unserer Kraft gemeinsam." (mit "Wir" meine ich im schlichtesten Sinne die im Inneren vereinten Gedanken und Schichten einer Persönlichkeit und Seele)

Hilfreich können Familienangehörige sein, aber sie können auch mit ihrem Unverständnis geradezu "todbringende Feinde" sein. Und von den Psychologen, Psychiatern und Therapeuten haben sehr viele selber große Probleme und eigentlich nur deshalb Psychologie studiert. Das muß man auch sehen.

Sehr wichtig ist das Gespräch mit sich selbst. Aber es darf "kein Dauerthema" sein, also eine reale Arbeit und Aufgabe, die einen fordert, ist ebenso wichtig. Aber immer wieder "draußen" umhören und informieren und dann im Inneren sammeln, reflektieren und verarbeiten. Und wenn es nur 5 Minuten vor dem Einschlafen sind...

Alles Gute und Liebe

RqenginXax67


Saubazi

Ich bin beeindruckt von deinen Zeilen, und gleichzeitig herrscht jetzt in meinem Innern ein heilloses Durcheinander.

Du hast Recht, jeder definiert "Depression" für sich selbst anders.

Fest steht für mich erst mal nur, dass ich einen (wenn es denn so sein mag) medikamtenfreien Weg daraus vorziehen würde. Denn bisher bin ich in meinem Leben, dass aus sehr sehr vielen Krisen und Teifschlägen begleitet ist, ohne jegliche "Pillchen" ausgekommen. Überhaupt habe ich in meinem Leben erst sehr wenig Medikamente genommen, abgesehen von meinen Allergietabletten und dem Asthma-Spray, dass ich selbstverständlich immer mitführe, aber auch zum letzten Mal vor wiet über 2 Jahren benutzt habe. Leichte Beschwerden habe ich meist ohne überstanden. Wahrscheinlich wollte ich mich nicht zu abhängig davon machen...

Zurück zum Thema:

Ich bin bei meinem Hausarzt ja nicht erst einmal gewesen, weil ich drohte, unter der Last zusammen zu brechen.

Meine Laborwerte waren soweit in Ordnung, Schilddrüse, Nieren, Bauchraum etc. auch O.B.

Einige Allergien sind dazu gekommen, was meine leichten momentanen Asthmabeschwerden erklärt.

Was kann ich sonst noch abklären lassen? Ich weiß nicht mehr, woran meine Müdigkeit und Erschöpfung noch liegen könnte.

Auf den Gedanken einer Depression bin ich erst kürzlich gekommen, weil mir plötzlich der Antrieb fehlt, was für mich total untypsich ist. Ich war immer ein energiebündel, ein Kraftpaket...mußte ich ja immer sein, da ich immer auf mich allein gestellt war mit meinen Kindern und den damit verbundenen Problemen.

Aber ich glaube, ganz viel hängt von unserer momentanen finanziellen Situation ab. Ich habe festgestellt, dass es einen Menschen richtig krank machen kann, wenn man nicht mal weíß, ob man den Monat für die Kinder rumbekommt....

Ich denke, das ist mein gräßtes Problem momentan.

Kann dies auch in eine Depression führen, wenn man finanziell nicht mehr weiter weiß?

Vielleicht kannst du es mir beantworten....

LG

S%auubazi


@ wieauchimmer

Depressionen sind mit Sicherheit erblich. Hinzu kommt, daß Kinder depressiver Eltern "das Milieu vorfinden" und "lernen". Letzteres kann aber auch traumatisierend zur Gegenwehr und Ablehnung führen und somit das ererbte Schicksal doch vermeiden. Man weiß es nie.

Zu den medizinisch- und stoffwechselbedingten Fakten kann ich nichts beitragen, auch nichts erwidern. Ich bin Laie und vertrete nur Positionen allgemeiner Lebenserfahrung. "Serotonin" sagt mir was. Soviel ich weiß, war das als "Botenstoff" zwischen den Zellen (oder Synapsen) mal der große Hoffnungsträger in der Behandlung von Depressionen. Wie gesagt: "es war einmal"

Dein Schlußsatz sagt ja eigentlich, was das Problem ist, wenn man versucht, es rein vom Bio-Stoffwechsel zu erfassen: Es gibt Erkenntnisse und Erklärungen, die aber irgendwann total verworfen werden und wurden bzw. immer wieder durch neue ersetzt werden. Man hat zwar das Gefühl, der Lösung nahe zu sein, aber kommt doch nicht ans letzte Ziel.

Das gleiche Problem hat man auch, wenn man es als rein seelischen Vorgang sieht. Und die ganzheitliche Erfassung ist so komplex, daß es übermenschlich wäre, eine umfassende und alles einbeziehende Theorie zu finden.

Eine einzige Tablette oder Injektion kann lebensrettend sein. Aber ebenso auch "nur ein einziges verständnisvolles Wort", wenn jemand schon am Abgrund steht.

dFamiaxna


saubazi, selbstverständlich ist die depression ein seelisches problem, und hat auch eine menge entwickungspotenzial.

der springende punkt ist aber, wenn in der akuten phase nicht mit antidepressiva behandelt wird, dann hat der patient überhaupt keine möglichkeit, dieses potenzial zu nutzen! solange jemand keinen klaren gedanken mehr fassen kann, nicht mal mehr aufstehen kann, braucht man doch mit dem nicht über "spirituelle entwicklung" reden. erstmal muss derjenige wieder in die verfassung gesetzt werden, aus dieser krankheit etwas zu machen. in der akuten phase kann er das nämlich nicht, und wer was anderes behauptet, der weiss nicht, was eine klinische depression ist, hat sie noch nie gesehen, geschweige denn erlebt, sage ich.

-mmeOnschexnkind-


damiana

nicht jede Depression ist so schwer, dass sie mit ADs behandelt werden muss.

d8amPianxa


Depressionen sind mit Sicherheit erblich.

depressionen sind nicht erblich. es besteht eine genetisch bedingte prädisposition, auf psychische belastungen mit depressionen zu reagieren, anstatt mit einem magengeschwür.

Zu den medizinisch- und stoffwechselbedingten Fakten kann ich nichts beitragen, auch nichts erwidern.

warum um alles in der welt machst du dich dann nicht schlau darüber, bevor du hier völlig einseitig gegen anti-depressiva zu felde ziehst? mich macht sowas wütend, diese vorurteile haben schon leuten das leben gekostet, weil man selbstmorde nicht rechtzeitig mit medikamenten begegnet ist!

ich bin bestimmt die letzte, die einer depression, oder einer krankheit überhaupt, das persönliche entwicklungspotenzial abspricht. im gegenteil, ich bin sicher, dass jede erkrankung einen psychischen, sogar spirituellen faktor hat und mein leben hat sich durch diese erkrankung radikal verändert.

das bedeutet aber NICHT, dass man menschen, die an einer akuten depression leiden, medikamentöse hilfe verweigern soll! wenn jemand ein magengeschwür hat, wird es auch behandelt, auch dann, wenn es psychisch bedingt ist. vom reden und reflektieren allein verschwindet es nämlich nicht.

eine klinische depression ist eine erkrankung des neurohormonstoffwechsels, verursacht durch psychische überlastung. sie ist weder ein rein psychisches noch ein rein körperliches problem. und so sollte man sie auch behandeln. erstmal muss der patient in die lage versetzt werden, sein leben wieder in die hand zu nehmen und dann kann man versuchen, ihm dabei zu helfen und wege aufzuzeigen. solange er bewegungsunfähig im bett liegt, kann er das nicht.

weieaXuc[himmxer


damiana

"depressionen sind nicht erblich. es besteht eine genetisch bedingte prädisposition, auf psychische belastungen mit depressionen zu reagieren, anstatt mit einem magengeschwür."

Das ist ja im weitestem Sinne erblich. Die Neigung dazu ist erblich. Das gilt aber auch für Psychosen. Hat man in der Familie über Generationen hinweg keinen einzigen Fall von Psychose, dann ist die Wahrscheinlichkeit recht gering, an einer zu erkranken. Gibt es solche Fälle in der Familie, ist die Wahrscheinlichkeit um einiges höher, aber ohne eine "entsprechende" belastende psychische Situation, bricht sie trotzdem nicht aus.

w>ieaumchimmepr


damiana

"warum um alles in der welt machst du dich dann nicht schlau darüber"

Dazu hatte ich doch schon oben ein Zitat eingebracht.

d#amtianxa


wieauchimmer, von dir stammt der zitierte satz nicht, und dich meinte ich damit auch nicht.

S|auWbaxzi


@ Regina67

..."war immer ein energiebündel, ein Kraftpaket... mußte ich ja immer sein..."

Das könnte jemand mit Schilddrüsenüberfunktion auch von sich sagen. Das teuflische daran ist, daß man sich top fühlt, bis man sich total überfordert. Dann kann es umkippen.

Wenn Du "nur" beim Hausarzt warst, dann ist nach meinem Wissen an den Laborwerten nur zu sehen ob das Hormon der Hirnanhangdrüse, welches die Schilddrüse steuert, in normalem Bereich gegeben ist. (sehr laienhaft von mir, vielleicht auch "gewagt" formuliert) Man leitet daraus die Schilddrüsenfunktion ab. Und das genügt fürs erste auch oft. Aber eine richtige Aussage über die Schildrüsenfunktion kann nur beim Internisten gemacht werden. (und selbst denen entgeht das eine oder andere)

Also, wenn Du noch nicht beim Internisten warst, dann solltest Du dort hin. Auch wenn die Werte beim Hausarzt in Ordnung waren.

Wie ist es mit Kaffee? Das verträgt sich mit einer Schildrüsenüberfunktion nicht sehr gut.

Die finanzielle Situation ist möglicher Auslöser einer Depression, solange man an "alten Wertvorstellungen" festhält, die aber nicht zu halten sind. Eine Verschlechterung der finanziellen Situation ist immer schmerzhaft und es ist so schwierig, hier das Wesentliche beim Wort zu nennen, ohne daß es überheblich oder leichtfertig klingt. Ich versuche oder wage es trotzdem, Du hast ja danach gefragt: Verhungern muß man heute hier nicht. Problem ist, wenn man mit wenig Geld nicht allein ist, sondern Kinder mit Ansprüchen hat, die man nicht erfüllen kann. Und die Kinder sehen nur, daß andere haben, was ihnen verwehrt ist. Das scheint Deine Seelen-Aufgabe jetzt in diesem Lebensabschnitt zu sein. Wärst Du allein, könntest Du Dich leichter auf die Situation einstellen. Aber Deine Seele hat im Großen Seelengeschehen diese Mutterrolle und Aufgabe unter besonderen Erschwernissen übernommen. Um das so zu sehen, muß man an Schicksal, Vorbestimmung und solche Dinge glauben. Daraus resultiert, "daß es einen Sinn hat".

Die besten Mitglieder der Gesellschaft entspringen nicht den Wohlstandsfamilien. Das kannst Du so glauben. Wenn es Dir gelingt, in dieser Sache einzulenken und zu Einsichten zu kommen und vielleicht auch Deinen Kindern zu vermitteln, dann fällt der einzige Faktor weg, der wirklich zur Depression führen kann: "Aussichtslosigkeit"

Deine Kinder werden größer und können irgendwann auf eigenen Beinen stehen. Dein Leben ist nicht vorüber, wenn Deine Kinder groß sind.

So, ich hab ja gesagt, daß es von mir gewagt ist, das in Worte zu fassen. Es ist überheblich. Ich stecke nicht selber in der Rolle und wage es, mich so zu äußern. Aber die einzige Alternative wäre "Schweigen".

Und geh zum Internisten. Wenn Du ausgepowert bist, fehlt es möglicherweise an Ruhezeiten für den Körper. Das kann ein hormonelles Ungleichgewicht sein.

S?au1bazxi


@ damiana

Es ist mir eigentlich egal, ob "nur die Neigung zur Depression" erblich ist oder einige Faktoren, die dazu beitragen. Ich bin ja kein Unviversitätsdozent, der sich hier vor Fachkollegen hüten muß. Das betrachte ich als Wortklauberei, wenn es letztlich doch auf's gleiche hinausläuft.

Andererseits habe ich mit keinem einzigen Wort gegen Antidepressiva argumentiert, sondern nur dagegen, diese undifferenziert als einziges Mittel einzusetzen. Ich habe sogar ausdrücklich betont, daß ein Patient unter Umständen "erst auf die Beine gestellt werden muß". Insofern tust Du mir Unrecht, aber ich nehme an, daß Thema ist jetzt insgesamt schon etwas zu umfangreich und unübersichtlich geworden.

Also nochmal meine Position im Klartext: Die Depression ist so vielseitig, daß es Formen gibt, die nur mit Medikamenten behandelt werden müssen/können (ich sprach schon den Lithiummangel an, das wäre aber nur einer von solchen Fällen, also nicht der einzige).

Es gibt aber auch Formen von Depressionen, die gar nicht mit Medikamenten behandelt werden können, wo eine seelische Aufarbeitung durch Medikamente sogar blockiert werden kann.

Keine Pauschalargumente gegen Antidepressiva, aber auch keine Pauschalrezepte.

d)ami1ana


lithium wird bei manisch-depressiven erkrankungen zur behandlung der manischen (und nicht der depressiven) phase verordnet, wenn ich richtig im bilde bin.

ansonsten habe ich den eindruck, dass hier wieder mal die sog. "depressive verstimmung" mit einer echten depression verwechselt wird.

ich will hier nochmal darauf hinweisen, anti-depressiva zeigen erste wirkungen erst nach zwei bis vier wochen, und die chance, das "richtige" medikament zu erwischen beträgt etwa 60 bis 70 prozent. bevor man wechselt, mit verdacht auf unwirksamkeit, wartet man normalerweise 6 wochen ab. danach sind wieder zwei bis drei wochen warten angezeigt, bis man, wenn's gut läuft, eine wirkung sieht.

regina hat vier kinder alleine zu versorgen. wenn's gut läuft, wirken die medikamente nach zwei bis drei wochen. wenn sie pech hat, sind, selbst wenn man sofort reagiert, schnell zwei oder drei monate wartezeit beisammen, bis man eine wirkung sieht. ich weiss aus erfahrung, wie schnell es abwärts gehen kann und deshalb und in anbetracht ihrer vier kinder, die ihre mutter brauchen, sage ich, lieber zu früh damit beginnen als zu spät.

zum internisten: wenn's um die schilddrüsengeschichte geht, wäre es besser, gleich zum endokrinologen zu gehen, da ist sie besser aufgehoben. allerdings zahlt unter umständen die kasse diese untersuchung nicht. mal was zur statistik: wie ich gelesen habe, liegt der anteil der fälle, in denen ungeklärte müdigkeit auf depressionssymptome zurückzuführen ist, bei 80 prozent.

inwiefern medikamente die aufarbeitung "blockieren" sollen, musst du mir bitte erklären. meinst du damit, ohne medikamente würde der leidensdruck erhöht? meine meinung ist, entweder jemand ist bereit sein leben zu ändern, dann wird er es tun, ob mit oder ohne medikamente. oder er ist es nicht. im letzteren fall hilft auch das vorenthalten notwendiger medikamentöser behandlung nicht.

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