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War der Sex in der Ddr anders?

sNaxxo


theorie

überprüfe unbedingt mal die Verallgemeinerungswürdigkeit Deiner eigenen Erlebnisse.

mutterschaft im natürlichen sinne war nicht ohne weiteres möglich.

Ich habe bisher noch keine auch nur annähernd so extreme Meinung des Bildungssystems in der DDR gehört. Ich selbst habe zum Beispiel nie einen Kindergarten besucht, weil meiner Mutter erst begann zu arbeiten, als ich schon in die Schule ging. Mirt ist nichts von irgendwelchen Repressalien bekannt. Und das war am Ende der tiefstalinistischen 50er Jahre. Das Bildungssystem hat mich tatsächlich nicht zu einem kritischen weltoffenen Menschen erzogen - das hab ich selber bzw. die Menschen, mit denen ich Kontakt hatte. Aber es hat mir ein Wissen gegeben bzw. ermöglicht, von dem ich heute noch zehre, und das weit über dem derzeitigen bundesdeutschen Durchschnitt liegt. Deiner harten Kritik nach müßte der größte Teil der ehemaligen DDR-Bürger heute depressiv, psychisch gestört oder zum Verbrecher geworden sein. Jeder weiß, daß es nicht so ist. Und eins - bevor Du mit einer gewissen DDR-typischen Unselbständigkeit argumentierst - ist auch nicht zu vergessen: Die Schüler wurden erzogen, um in der DDR zu leben. Alles andere wäre Quatsch gewesen. Also haben wir eine spezifische Erziehung genossen, wie jeder Schüler eines bestimmten Landes. Wechselt er danach das Land, gibt es natürlich Anpassungsprobleme.

ainusc-hka


theorie

ich bewundere italienische mütter.

diesen typus frau aber hätte die ddr nie geduldet.

Italien war auch nicht von der marxistischen-leninistischen Ideelogie verblendet.

Cxhe


"ich bewundere italienische mütter"

Ich nicht.

In Süditalien gehen bis zu 35% der Schüler nicht oder nur sporadisch zur Schule, weil sie von ihren Eltern zur Arbeit angehalten werden, um anstelle der arbeitslosen Väter die Familie mit zu ernähren (Reportage im DLF Mitte November.)

Die Eltern finden das völlig normal, mußten sie doch früher auch ihre Eltern unterstützen.

i)l-nxonno


ich bewundere italienische mütter

Das mit den italienischen Müttern hab ich leider auch nicht verstanden.

Welche?

Die sprichwörtliche mit der Kittelschürze, die für Ihre zahllose Nachkommenschaft Pasta kocht? Falls es sie je gab, dürfte sie in den Sechzigerjahren ausgestorben sein.

Oder ihre Enkelin mit Einzelkind, wenn überhaupt, die schlechter Nudeln kocht als ich Ausländer?

amnu2scxhka


il-nonno

Da hast du ja recht.

Welche Mütter bewunderst du denn?

i"l+-nonSno


anuschka

Also erstmal bewundere ich alle Frauen, die was aus sich machen, ob sie nun Mütter sind oder nicht.

Mütter finde ich gut, wenn sie sich nicht hinter ihrer Mutterrolle verkriechen, sondern 'ganze Menschen' bleiben. Was habe ich Freundinnen und gute Bekannte 'verloren', mit denen ab dem sechsten Monat nur noch über Windeln, Stillen oder eben nicht Stillen zu reden war.

Mütter finde ich gut, wenn sie den Mut haben, ihren Job weiterzumachen, für den sie qualifiziert sind, anstelle die Erziehung ihrer Kinder zum Ganztagsjobs zu machen (für den sie nicht qualifiziert sind).

Ich bin allergisch gegen die Verklärung der Groß- und Kleinfamilien, die es früher so idealtypisch gegeben haben soll. Reiche ließen ihre Kinder früher durch Personal 'erziehen' (eher beaufsichtigen), Arme hatten weder Zeit noch Geld, sich überhaupt drum zu kümmern.

In beiden Fällen kam alles mögliche dabei heraus, nur nicht dieses aktuelle Anspruchs- und Besitzstandsdenken, das mir in jedem Azubi-Bewerber entgegenkommt. Gepaart mit Trägheit und Gleichgültigkeit.

Erziehung scheint nur durch Vorleben und Vormachen zu funktionieren, alles andere was auf irgendwelchen Konzepten aufbaut ist unglaubwürdiger Mist.

Und mit Italienerinnen braucht mir gar niemand mehr zu kommen :-)

a@nus^cxhka


il-nonno

Also erstmal bewundere ich alle Frauen, die was aus sich machen, ob sie nun Mütter sind oder nicht

Ich freue mich auch darüber,dass es Frauen gibt,die etwas aus sich machen.Auch,dass es z.B. in der Regierung und in der Politik Frauen gibt.Ich finde es wichtig,dass die Sicht der Frauen,die vom Herzen,vom Leben,vom Menschen mit seinen Bedürfnissen her denkt,in verschiedenen Gremien eingebracht wird.Oder in den Ämtern im Dorf,der politischen Gemeinde,in der Kirchen- oder Schulpflege oder im Frauenverein werden immer wieder Frauen gesucht,die tapfer und mutig ihre eigene Meinung haben,die Stellung beziehen,das Wohl der Gesellschaft im Auge haben,die mithelfen und mittragen.

Ich bin überzeugt,dass wir mütterliche Frauen brauchen,die mit wachen Augen beobachten und sich interessieren für die Bedürfnisse der Welt.

Es ist schön,wenn Frauen ihre Gaben nutzen :-)

Mütter finde ich gut, wenn sie sich nicht hinter ihrer Mutterrolle verkriechen, sondern 'ganze Menschen' bleiben

Mutter zu werden finde ich gut,auch die Kinder zu erziehen ist die große klassische Aufgabe der Frau und auch die Bestimmung der Frau.

Ich finde,es ist lebensnotwendig für das gesunde psychische Wachstum des Kindes.

In heilen Familien ist es die große Möglichkeit und Chance, den Kindern wertvolles Lebensgut und Prägung mit auf den Weg zu geben.

Mütter finde ich gut, wenn sie den Mut haben, ihren Job weiterzumachen, für den sie qualifiziert sind, anstelle die Erziehung ihrer Kinder zum Ganztagsjobs zu machen (für den sie nicht qualifiziert sind).

Was meinst du,warum es immer mehr unqualifizierte Mütter in unserer Gesellschaft gibt?

Erziehung scheint nur durch Vorleben und Vormachen zu funktionieren,

Erziehung scheint tatsächlich durch Vorleben zu funktionieren.

Was Mütter und Väter mit ihrem Leben sind und das Vorbild,was sie geben,hat einen größeren Einfluß als alles,was sie sagen.

alles andere was auf irgendwelchen Konzepten aufbaut ist unglaubwürdiger Mist.

Konzepte gehören immer dazu.Ob es die richtigen sind,merken wir an den Früchten,die wir heute aufgetischt bekommen.

Und ich bin sicher,die nächste Generation wird noch ganz andere Früchte aufgetischt bekommen.

anuschka

swaxo


Na na...

die Kinder zu erziehen ist die große klassische Aufgabe der Frau und auch die Bestimmung der Frau.

Bei vielen Naturvölkern ist es so (gewesen), daß die Kinder schon ab etwa 6 Jahren kleinere "Erwachsenenaufgaben" bekommen und lösen. Ab etwa 12 (bei den Juden z. B.) ist ein Sohn in einigen Bereichen schon ein "Mann". Die Erziehung der Kinder durch die Mutter nimmt also von 100% bei der Geburt im Verlaufe von 12 bis 14 Jahren auf 0% (zumindest bei den Söhnen) ab. Im selben Maße nimmt die Erziehung durch den Vater und später andere Erwachsene zu. Wo ist nun die große klassische Aufgabe der Frau ab 40, die mit 25 ihr letztes Kind bekommen hat? Ich denke, eine berufliche Qualifikation ist schon aus diesem Grund unverzichtbar. Und wenn wir mal der Realität ins Auge sehen, daß es diese Idealfamilie mit 3 bis 5 Kindern kaum noch gibt, wird sie noch unverzichtbarer. Allerdings können es nur Berufe sein, bei denen ein beruflicher Wiedereinstieg nach mehrjähriger Pause kein Problem darstellt.

o.sts<ees~tZerne707x5


an Saxo: "Theorie"

Eines sollten wir doch mal festhalten: Die Geschichte hat uns gelehrt, daß das Fahrrad gern zweimal erfunden wird. So ist dies auch beim Bildungssystem der EX-DDR. Erst kürzlich wurde die Thematik hinsichtlich PISA und OSZE-Studie wieder neu aufnommen. Die 10-klassige Polytechnische Oberschule ist m. E. bis heute DAS überlegene Schulsystem. In den Ländern Scandinaviens und Benelux haben sich ähnliche Systeme erfolgreich behauptet. So auch die Aussage der OSZE-Studie. Daß man dabei peinlichst auf einen Verweis zur DDR verzichtet ist klar, aber trotzdem albern. Das heute in der Bundesrepublik angewandte Bildungssystem ist überaltert und gehört mit seinen verstaupten Strukturen zusammen mit dem Beamtenrecht, dem für niemanden mehr durchschaubaren Steuerrecht ... es gehört komplett abgeschafft und durch modernes, angepasstes Systemwerk ersetzt.

Aber wie war das noch mit den Lobbyisten ???

Und so wird dann wohl auch meine Tochter noch arg gegen die systematishce Verblödung eines ganzen Volkes anzukämpfen haben. Welcher junge Mensch weiß denn mit 12 oder 14 Jahren was er wirklich mal in seinem Leben machen will? Wieviele Lehren und Studiengänge werden mangels Interesse abgebrochen?

Und zum Ursprung dieser Diskussion zurück: Ob der Sex besser war? Vielleicht hatten im Osten (vielleicht auch im Westen zu gleichen Zeit) die Menschen einfach nur mehr Zeit für sich selbst, für Familie. Vielleicht stand der Individualismus des Einzelnen noch nicht über dem Verbundenheitsgefühl aller? Und vielleicht ging es den Menschen damals weniger um Macht, Geld, Aktien, den Job des anderen zu bekommen und und und... Ja, Jew-Graf, eigentlich ist es traurig, daß sich hier eine kleine Schar Menschen gefunden hat, die noch Spaß am Leben und Partnerschaft haben. Schade auch, daß die gleichen Menschen früher vielleicht zusammen bei einer Gartenparty saßen und mit viel weniger Status zufrieden und glücklich waren, als dies heute der Fall ist.

Ach komm, laß uns aufhören damit. Laß uns am damals denken und hoffen, daß es mal wieder so wird - vielleicht für unsere Kinder.

t(heorxie


ostseesterne

damit, dass das westdeutsche bildungssystem eine einzige katastrophe ist, hast du absolut recht.

d'accord,

yKosexff


Ostseesterne

Vielleicht stand der Individualismus des Einzelnen noch nicht über dem Verbundenheitsgefühl aller?

Das ist - aus meiner Sicht - ein Mythos. Immer dann, wenn es nämlich ans Eingemachte ging und man seine Meinung zu vertreten hatte, war man schnell alleingelassen.

Ich kann mich nicht an so viele tolle Soldiaritätserlebnisse erinnern: nicht in der Schule, nicht im Betrieb. Es gab manchmal Zusammenhalt, aber seltsamerweise fand ich den nur bei denen, die sich einig waren in ihrer Ablehnung der DDR.

Ckhe


yosseff

Verbundenheitsgefühl, das muß nicht immer "Solidarität" bedeuten.

Tatsache war, daß früher viel mehr im Kollektiv unternommen wurde, gemeinsame Wanderungen, Ausflüge, dazu mannigfaltige Veranstaltungen im Betriebskulturhaus (Theater, Kabarett, Tanz).

Man hatte auch viel offeneren persönlichen Kontakt. Wer fragt denn heute mal einen Kollegen nach der Familie - das wäre ja schon verdächtige Neugierde...

ykogsexff


Kollektiv

Tatsache war, daß früher viel mehr im Kollektiv unternommen wurde, gemeinsame Wanderungen, Ausflüge, dazu mannigfaltige Veranstaltungen im Betriebskulturhaus (Theater, Kabarett, Tanz).

Das entspricht definitiv nicht meiner Erfahrung.

Was nicht heißt, dass es das nicht gegeben hat.

Man hatte auch viel offeneren persönlichen Kontakt

Aber jeder wußte, dass selbst die Wände Ohren hatten. Eigentlich konnte man den wenigsten wirklich vertrauen. Damit hatte es sich mit dem Gemeinschaftsgefühl.

Ich muss ehrlich zugeben: auf die meisten meiner Mit-DDR-Bürger hätte ich ganz ohne Verluste verzichten können. Sie haben mir mit ihrer angepassten Kleinbürgerlichkeit gerade nicht das Gefühl gegeben, ein Teil einer Gemeinschaft zu sein. In ihrer Pronvinzialität duldeten sie nichts, was von der Norm abwich.

1989, nach dem Fall der Mauer, rannten die meisten dieser Leute kritiklos Herrn Kohl in die Arme. Und wieder wurde aggressiv gegen jede abweichende Meinung vorgegangen.

Bezieht das bitte nicht auf Euch, ich stelle hier vor allem meine persönlichen Erfahrungen in den Vordergrund.

CVhxe


ok, jeder hat seine Erfahrungen :-)

Natürlich haben wir auf Betriebsausflügen keine Diversion betrieben ;-)

Denn es gab vieles andere, was das Leben bereicherte (nein, nicht der Alkohol! Allerdings war es durchaus lustig, den Chef mal torkeln zu sehen ;-D)

Was einfach nicht so ausgeprägt war wie heute war das Konkurrenzdenken.

Um den Bogen zum Thema zu schließen: Beim Sex war das Konkurrenzdenken natürlich da ;-D

svaxxo


yoseff

nur bei denen, die sich einig waren in ihrer Ablehnung der DDR

War Deine Umgebung vorwiegend durch ein politisches Andersdenken gekennzeichnet? Ich kenne es so wie Che: Bei uns gab es mehr Veranstaltungen, Ausflüge, Patenklassenarbeit usw. als ich durch meine Schichtarbeit wahrnehmen konnte. Da ich selber das Brigadetagebuch geführt hab, war ich aber bestens informiert. Wenn die Themen politisch waren, waren sie angepaßt (Solidarität mit Chile usw.). Ansonsten war das gemeinsame Thema Arbeit, Urlaub, Garten, Hobby, Auto usw., also in jedem Fall privat. Ohne Heuchelei oder Angst.

Aber jeder wußte, dass selbst die Wände Ohren hatten. Eigentlich konnte man den wenigsten wirklich vertrauen.

Na gut, wer ständig sagte "Honecker ist doof" oder "bei meiner nächsten Reise nach drüben bleib ich da", der fürchtete sich vielleicht mit Recht. Ich war immer politisch und immer kritisch. Aber ich hab es nur einmal erlebt, daß eine Äußerung von mir einen Weg ging, der mich im nachhinein stutzig machte. Die Überwachung, die oft vermutet wird, war in den meisten Fällen gar nicht möglich. Ein Telefon hatten die wenigsten; damit fiel die verbreitetste Überwachungsmöglichkeit schon weg. Ein Minisender hatte nur wenige Meter Reichweite; das erforderte also einen Empfänger in der Nachbarwohnung oder vorm Haus. Diesen Aufwand hat man nur selten betrieben; ich denke, etwa genausooft wie heute...

Ach ja, zum Thema: Meine Freundin war 1980 schon rasiert! :-p

8-)

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