Jungmann mit 25 Jahren: Meinung von Frauen

l^iebevo}ll wgenziessen


@ wieauchimmer

In der Pubertät hatte ich mal eine ganz kurze Phase, wo ich dachte, ich müsse mich an die Standards anpassen, hätte mich dann aber so verbiegen müssen, dass ich es schnell sein gelassen habe. Ich war eben keine Frau, die auf hohen Schuhen durch die Gegend stolziert und sich möglichst hilflos anstellt, was scheinbar bei Männern ankam, sondern eine, die ohne männliche Hilfe über nen Zaun klettern konnte und habe schnell eingesehen, dass es nicht mehr ich wäre, wenn ich jetzt auf hilflos mache und Dame, nur damit mich ein paar mehr Männer begehren, die dann ja nicht wirklich mich, so wie ich bin, begehrt hätten.

Ich bin also autentisch geblieben. Ich habe auch nie mein Leben auf eine Beziehung ausgerichtet oder mein Sein irgendwie davon abhängig gemacht, wie ich bei Männern ankomme. Klar achte ich auch auf mein Äußeres, aber verwende darauf sehr wenig Zeit. Ein Minimum an Styling muss reichen, denn für mich ist das Zeitverschwendung. Ich hab Wichtigeres zutun, als Männern den Kopf zu verdrehen und wenn ich einem Mann den Kopf verdrehe, dann genau deshalb, weil er meine Autentizität und Unabhängigkeit zu schätzen weiß. Ich gehe nirgens hin und führe kein Gespräch mit der Absicht, einem Mann zu gefallen. Die allgemeingültigen Regeln beherrsche ich selber nicht. Es sind aber auch nicht meine Regeln, wieso sollte ich mich also verstellen?

Großartig, exzellent formuliert! @:) GENAU darauf kommt es an, dass man eine echte Ausstrahlung hat. Nicht jedem gefallen, sondern genau dem, der zu einem passt.

All dieses "um-zu"-Denken, also etwas tun (oder nicht tun), UM attraktiv zu wirken, UM gut anzukommen, UM Blicke anzuziehen, UM nicht abgewiesen zu werden - all diese Zielgerichtete und damit zwangsläufig Unauthentische macht jeden Flirt sofort kaputt.

vCictosrkaminSskxi


Limbo-Muffin

Das ist klar, ABER das geht nur NUR, wenn es sich auch "leisten" kann weder auf Erfolg oder Misserfolg zu schauen. Nichts anderes meinte ich.

Da gebe ich Dir nur bedingt Recht. Warum kannst Du es Dir NICHT leisten, weder auf Erfolg oder Mosserfolg zu schauen? Oder andersum, was hast Du zu verlieren?

Ich finde es übrigens einen sehr mutigen Schritt, den Gang zum Seelendoktor anzutreten. Und da ich vor einiger Zeit mal eine Psychologin kennengelernt und mit ihr ein bisschen über ihren Berufsstand geplaudert habe, möchte ich Dich ermutigen, noch mal zu einem anderen zu gehen. Denn da gibt es genauso Kurpfuscher und Nixkönner wie bei allen anderen, ob Ärzte, Klempner, Konzernvorstände oder Politiker....

M,au%lwxurf


Limbo-Muffin

Hallo,

darf ich dir eine "systemische" Frage stellen?

Gruß,

L]imbo.Mtuffxin


Maulwurf, ich versteh dich nicht, sorry. :-)

L{imbon.Muffixn


wieauchimmer

Bei richtig heftigen Depressionen wärst du allerdings nicht einmal mehr in der Lage, hier etwas zu schreiben. Also kanns so schlimm noch nicht sein. Wenn ich Depressionen habe, dann geht das bis zu einem Punkt, wo ich mich selber so ätzend und träge finde, dass ich dann selber wieder den Dreh kriege, mich aufzuraffen.

Dass es andere Menschen stärker mit Depressionen erwischt, hab ich ja garnicht bezweifelt. Ich möchte aber anmerken, dass es min. zwei verschiedene Arten gibt. Einmal die akute, wie du sie beschreibst, und dann gibt es noch eine Depression mit weniger starken Symptomen, die dafür sehr lange andauert und meistens in der Jugend beginnt. So zumindest, hat es der Psychiater erzählt und er wollte mich in eine psychiatrische Klinik einweisen. Aber das ist nun wirklich nicht mein Fall, auch wegen dem Studium. Naja in ein paar Tagen hab ich einen Termin bei einem anderen Psychiater. Wenn es das nicht bringt, weiss ichs auchnichtmehr. Und nurmal so am Rande: Ich versuche die letzten Monate mich immerwieder aufzuraffen, um neue Leute zu treffen. Habe auch in diesem Jahr bestimmt mehr neue Leute kennengelernt, als in den 7 Jahre davor, aber es ist einfach _unglaublich_ langsam und unglaublich träge alles. Wenn das mit dem Tempo weitergeht, bin ich vielleicht in 40 Jahren nichtmehr der Psychohampel von heute. Das was Andere in ein paar Tagen schaffen, beschäftigt mich Monate.

wSieauchVimmxer


Limbo.Muffin

So zumindest, hat es der Psychiater erzählt und er wollte mich in eine psychiatrische Klinik einweisen.

Klar, da klingelt dann bei ihm die Kasse.

Das was Andere in ein paar Tagen schaffen, beschäftigt mich Monate.

Du kennst doch die Geschichte vom Hans im Glück, oder? Der hat sich bei seinen Tauschhandeln objektiv betrachtet mehr und mehr verschlechtert, aber er war glücklich.

Ich will gar nicht ausbreiten, was ich grad für ein beschissenes Leben führe. Keine Aufträge, Ende des Monats ist der Gang zum Arbeitsamt fällig, mein Lichtblick im letzten halben Jahr, der Mann, mit dem ich mir wirklich eine Zukunft vorstellen konnte, nach sonstigen Kurzbeziehungen, die letzendlich mehr Frust als Glück waren (und dabei rede ich noch nicht einmal vom Vater meines Sohnes, der den Psychopathen gespielt hat), stirbt einfach mal so. Ich sitz vor der Glotze und den Nachrichten und frag mich, wieso Schröder, M. Jackson, sonstwer eigentlich noch leben, womit die das eigentlich verdient haben und mein Freund nicht...Und wenn ich mir das Leben anderer so anhöre, dann gehts mir dagegen aber noch echt blendend.

Ja, das Leben ist scheisse, aber wir haben nur das eine und während andere auf der Welt ums Überleben kämpfen, leiden wir an Depressionen. Das ist eine Zivilisationskrankheit und was bringt sie uns? Dass wir uns das Leben versauen, weil wir die paar schönen Momente im Leben und den Wohlstand und die Möglichkeiten, die wir haben, nicht genießen können, sondern immer nur das sehen, was wir nicht haben. Ein Problem ist nur ein Problem, wenn man es als Problem sieht. Ich sehe zu, dass ich so viele schöne Momente raushole, wie es geht und sehe gar nicht ein, mir mein Leben durch depressieven Weltschmerz versauen zu lassen. Denk mal drüber nach, inwieweit es einfach nur deine Sicht der Dinge ist, die dich depressiev macht, weil du dich in deiner subjektiven Wahrnehmung auf die negativen Dinge konzentrierst, anstatt dich an den schönen Dingen zu erfreuen. Zufriedenheit kommt von innen.

wgiQeau"chnimmexr


Limbo.Muffin

Und wenn du dann mal Zufriedenheit ausstrahlst, dann klappts auch mit den Freunden und Frauen. Die kommen nämlich dann auf dich zu, weil positiv ausstrahlende Menschen eine Anziehungskraft für andere besitzen.

LWimbko.;Muffxin


Das mit deinem Freund tut mir wirklich Leid. Ich sollte vielleicht mal wirklich versuchen aufzuhören, rumzujammern, denn es gibt genügend andere Menschen, bei denen es viel gerechtfertigter ist.

wGieaucGhimmxer


Limbo.Muffin

Das mit deinem Freund tut mir wirklich Leid.

Danke, aber darum gings mir jetzt gar nicht

Ich sollte vielleicht mal wirklich versuchen aufzuhören, rumzujammern

Du kennst das doch mit dem halbvollen und dem halbleerem Glas, oder? Das ist ne Frage der Betrachtungsweise. Ich will das JM-Darsein ja gar nicht herunterspielen, aber ich kenn auch ein paar ältere Frauen um die 50, die zwar keine JF´s sind, aber schon seit 10 Jahren nach einem Partner suchen, ebenfalls in Depressionen versinken, etc. Die haben da auch nicht viel von, dass sie vor 10 Jahren schonmal eine Beziehung hatten, verheiratet waren oder gar zwischendurch immer wieder Affairen haben, die sie aber nur verarschen. Was bringt ihnen das jetzt?

"Wenn ich doch nur einen Mann hätte, dann wäre alles besser, dann hätte ich meine ganzen Probleme nicht mehr"...ist ein typischer Satz von einer älteren Freundin von mir. Zwischendurch war sie immer wieder wegen Depressionen in Behandlung und ihr Gejammer war deshalb nicht auszuhalten, weil es seit 10 Jahren dasselbe war, man ihr seit 10 Jahren dasselbe dazu sagte. Ich hab nichts dagegen, Freundinnen zu trösten, wenn es ihnen schlecht geht, aber wenn sich die Probleme seit 10 Jahren im Kreis drehen, dann kann man sie einfach nicht mehr hören. Zuletzt hab ich ihr gesagt: "Da kann ich dir nur zu sagen, was ich dir in den letzten 10 Jahren auch dazu gesagt habe". Da war sie beleidigt, aber ich hatte es einfach satt.

Die letzte Zeit gehts ihr besser. In ihr reift so langsam die Erkenntnis, dass sie ihr Leben verschwendet, indem sie ständig das Ziel verfolgt: "Ein Mann in meinem Leben fehlt und wäre er da, wäre alles gut". Das war auch das, was wir Freundinnen ihr seit 10 Jahren sagten: "Mach dein Lebensglück nicht von etwas abhängig, was du gar nicht beeinflussen kannst, nämlich ob sich ein Mann in dich verliebt oder nicht". Sie konzentriert sich jetzt auf andere Dinge, war schon länger nicht mehr wegen Depressionen in Behandlung und ich wette, so wie sie jetzt langsam drauf ist, ist die Chance viel höher, dass sie sogar doch noch einen Mann findet, denn sie strahlt die letzte Zeit etwas viel Positiveres aus und das macht sie viel attraktiver.

TUort3olra


wai

Sehr schön gesagt! Kann man nicht besser auf den Punkt bringen! :)^

kgleen\er-xdd


Muß ich WAI Recht geben; mache selbst gerade so eine Phase durch, mich von meinem Wunschdenken nach einer Partnerin zu lösen, da Selbstmitleid und Depressionen mich langsam auffraßen... :-|

T2he S7eekexr


@wai

das mit dem halbleeren und halbvollen Glas ist wirklich eine Betrachtungsweise. Genauso sehe ich es auch mit dem wirklichen Leben. Nur will man nicht kapieren, dass auf der Welt eigentlich jeder alleine ist, wenn man genauer darüber nachdenkt. Die Liebe erachtet man als solche, um dies zu kompensieren. Manchmal frage ich mich echt, wofür es sich lohnt zu leben. Ich habe echt keine Lust, nur für mich alleine da zu sein. Aber je länger ich alleine bin und Dinge für mich alleine mache, komme ich immer besser damit klar, alleine zu sein und genieße die Vorzüge. Ich kenne keine Liebe und in Aussicht stelle ich sie bei mir auch nicht (mehr). Man kommt prima damit klar, alleine zu sein, doch fehlt da tief im Innern etwas gewaltiges, was manchmal sehr schmerzhaft ist, besonders, wenn ich mich in meine Hütte verkrochen habe. Gehe ich wieder nach draußen zum Leben, geht es mir wieder viel besser. Es ist ja bei mir nicht so, dass sich unterwegs keine Gespräche ergeben. Ich hatte schon zweimal mit sehr sympathische Damen in meinem Alter unterwegs mehr als nur einen kurzen Smalltalk. Am Ende tauschten wir unsere Nummern aus und sind bisher dabei verblieben. Ich will damit sagen, dass ich viel dafür tue, mein Leben so zu führen, wie ich es mir vorstelle. Oftmals ist es dann aber so, dass sich außenstehende Verwandte und Bekannte nicht vorstellen können, dass sich bei mir noch nie etwas ergeben hat. Anfangs habe ich auf das Glück gewartet, dann wurde ich überschwänglich, und heute sehe ich mich als Realist. Einer, der etwas dafür tut, was er errreichen möchte. Ich frage mich auch nicht mehr, warum sich nie was ergibt, andere möchten ja auch ihre Freiräume haben und ich bedränge auch niemanden. Auch nicht diese zwei Damen. Jedoch läßt es sich nicht verleugnen, dass mir tief im Herzen etwas fehtlt. Man lebt zwar weiter- es ist aber nicht das, was ich mir vorstelle.

TNortoxla


Limbo.Muffin

Ich versuche die letzten Monate mich immerwieder aufzuraffen, um neue Leute zu treffen.

Genau das ist es doch, worauf es ankommt. Sein Schicksal selbst in die Hand nehmen und somit dem Zufall auf die Sprünge helfen.

Habe auch in diesem Jahr bestimmt mehr neue Leute kennengelernt, als in den 7 Jahre davor, aber es ist einfach _unglaublich_ langsam und unglaublich träge alles.

Ist doch ganz klar, dass es von heute auf morgen nicht mit Tempo 100 in die andere Richtung gehen kann. Und auch mit massiven Rückschlägen muss man immer wieder rechnen. Aber darauf kommt es doch gar nicht an. Wichtig ist nur, was man aus der jeweiligen Situation macht und mit welcher Einstellung man an sie herangeht. Nur ein Beispiel aus meiner jüngsten Vergangenheit: eine Bekannte, die ich Anfang Februar kennen gelernt habe und mit der ich mich von Anfang an sehr gut verstanden habe, meinte auf einmal, sie möchte keinen Kontakt mehr zu mir haben. Vor zwei Jahren noch hätte mich das zutiefst verletzt, doch heute hab ich eine ganz andere Einstellung dazu. Zwar fand ich es sehr schade, aber es war halt ihre Entscheidung. Und es ist ihr Pech, wenn sie mit mir nichts mehr zu tun haben möchte.

Und was die Wahl des Therapeuten angeht: "Wohl wichtiger noch als die Schulenausrichtung sind aber Ihre persönlichen Gefühle und Eindrücke in den ersten Gesprächen: Geht der Therapeut ernsthaft, genau und konzentriert auf Sie ein? Fühlen Sie sich angenommen, respektiert und verstanden? Verstehen Sie, was der Therapeut sagt und finden Sie es plausibel? Können Sie Vertrauen entwickeln? Eine solche tragfähige therapeutische Beziehung ist die notwendige Bedingung einer jeden Psychotherapie. Sollte der Therapeut darüber hinaus zu erkennen geben, dass er offen ist, sich am individuellen Problem orientiert und ggf. bereit wäre, Therapiemethoden verschiedener Schulungen zu kombinieren, ist das in aller Regel als Pluspunkt zu werten. [...] Wie oben bereits angesprochen, sollten Sie dabei [bei Probesitzungen] der Frage nachspüren, ob Sie zu einem Therapeuten eine vertrauensvolle Arbeitsbeziehung aufbauen können. Eine Voraussetzung wechselseitigen Verstehens sind grundlegende Übereinstimmungen in den Welt- und Menschenbildern, im sozialen und kulturellen Erfahrungshintergrund und in den Grundsatzvorstellungen darüber, wie psychische Veränderung erreicht werden kann. Sollten Sie hier Probleme wahrnehmen, sprechen Sie dies offen an. Lässt sich eine Übereinstimmung in diesen Grundfragen nicht befriedigend herstellen, bitten Sie um Bedenkzeit und kontaktieren Sie ggf. weitere Therapeuten." (Hansch, Dietmar: Erste Hilfe für die Psyche. Selbsthilfe und Psychotherapie - Die wichtigsten Therapieformen - Fallbeispiele und Lösungsansätze. Berlin u.a. 2003, S. 174 ff.)

Da ich persönlich sehr stark mit der kognitiven Verhaltenstherapie liegäugele, kann ich mir nicht vorstellen, jemals zu einem Psychiater zu gehen. Wenn, dann kommt für mich allenfalls ein psychologischer Psychotherapeut in Frage.

w>ieJaquchximmer


The Seeker

Manchmal frage ich mich echt, wofür es sich lohnt zu leben.

Das fragen sich andere Leute auch, besonders die, die ganz viel verloren haben.

Oftmals ist es dann aber so, dass sich außenstehende Verwandte und Bekannte nicht vorstellen können, dass sich bei mir noch nie etwas ergeben hat.

Von dem Gedanken, was Verwandte und Bekannte davon halten, muss man sich ohnehin frei machen. Weisst du wieviele Ehe-Höllen es gibt, die nur aufrechterhalten werden, damit es vor den Verwandten und Bekannten einen guten Eindruck macht?

Jedoch läßt es sich nicht verleugnen, dass mir tief im Herzen etwas fehtlt. Man lebt zwar weiter- es ist aber nicht das, was ich mir vorstelle.

Mir fehlt jetzt sogar etwas ganz tief in meinem Herzen, was ich schon real hatte und nicht auf irreale Vorstellungen aufbaut. So geht es den meisten Menschen, dass ihnen irgendetwas fehlt. Ich denke nur nicht, dass es dann weniger fehlt, wenn man es bereits hatte, als wenn man es nie hatte. Vielleicht ist es ja noch viel quälender, aus einer schönen Erinnerung zu zehren, als nur eine unbestimmte Vorstellung zu haben von dem, was man vermisst.

Aber was nützt es, zu jammern und sich damit das kurze Leben noch weniger lebenswert zu machen?

w7ieSavuchi`mmer


Tortola

Da ich persönlich sehr stark mit der kognitiven Verhaltenstherapie liegäugele

Ich find die systematische Familientherapie am besten. Die arbeiten nämlich vor allem mit der Wahrnehmung auf das Problem, z.B.:

"Das Problem ist lediglich die Fahrkarte für die Therapie. Wofür sollen wir uns mit der Fahrkarte befassen?"

""Tour de problèm": In die Rolle des Problems schlüpfen (Perspektive)

Stellen sie sich doch bitte einmal vor, SIE wären das Problem, ja, das Problem. Wie würde es Ihnen gehen? Was würden Sie dann wahrnehmen, wie würden Sie sich verhalten. Mit Sicherheit würden sie feststellen: es kreist alles um sie, sie sind im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und gleichzeitig will man sie loswerden. Mit anderen Worten: Als Problem hat man es auch nicht leicht, erhält aber viel Aufmerksamkeit. Ständig ist man in Gefahr, man soll reduziert werden, verändert werden oder am besten ganz eliminiert werden. Wie verhält man sich dann am besten als Problem? Man könnte sich tarnen, verstecken, sich verleugnen oder sich gar unentbehrlich machen (das chronifizierte Problem) etc. um sich einigermaßen sicher zu fühlen.

Hat sie eigentlich schon mal einer gefragt, was ihre Absicht ist, wozu es sie gibt, welchen Nutzen sie haben als Problem? Nein? Ist doch eigentlich schade, oder? Wie würde es ihnen als Problem anders gehen, wenn sie eine andere Art von Wichtigkeit erfahren würden, z.B. eine, die die Notwendigkeit Ihrer Existenz voraussetzt, mindestens so lange es keine bessere Alternative gibt oder geben darf?

Typischerweise organisiert sich ein System um das Phänomen Problem herum, so dass die gesamte Aufmerksamkeit auf solche redundante Denk- und Handlungsmuster reduziert ist, die wiederum das Problem im Zentrum haben. Alternative Sicht- und Handlungsmöglichkeiten werden somit ausgeblendet und stehen zur Problemlösung nicht zur Verfügung. Der Umgang mit dem Problem reduziert sich auf bisher vergeblich eingesetzte Interventionen in der Hoffnung, endlich zu wirken, wenn man nur genug davon zum Einsatz bringt...Völlig vernachlässigt ist dabei die Betrachtungsweise, dass das definierte Problem einen Nutzen haben kann und somit der Umgang mit dem Problem eine andere Richtung bekommt. Statt ein "mehr desselben" (Watzlawik) als Problemmuster zu chronifizieren und damit die Problemkultur ständig mit Nachschub zu versorgen, wird durch die Problemutilisierung das bisherige Umgangsmuster mit dem Problem unterbrochen. Statt "mehr desselben" ist es nun möglich auf etwas völlig anderes zu fokussieren und somit andere Handlungsweisen aufzubauen.

"Gut, dass es dieses Problem einmal gegeben hat, denn es hat uns dazu verholfen, verschiedene Aspekte des Selbst, der Umgebung, des Kontextes etc. heute anders zu betrachten und besser zu handhaben. Hätten wir das Problem nicht gehabt, wir hätten es erfinden müssen!"

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