Jungmann mit 25 Jahren: Meinung von Frauen

wJieauch.immter


Taschenwolf76

Aber ich finde Outlaws immer sehr interessant.

Die Frage scheint für mich, ob man sich selber als Outlaw akzeptieren kann, wenn man irgendwie merkt, man passt nicht ins Schema und ob man vor allem andere Outlaws als seine Freunde akzeptieren kann, oder mit so komischen Leuten nichts zutun haben will und mmer meint, es sei nur dann echte Anerkennung, wenn sie von Seiten des Schemas kommt, während man sich vielleicht sogar durch die Anerkennung von Outlaws eher abgewertet fühlt.

Was sagt mir das, wenn ein irgendwie schräger Typ an mir gefallen findet und ich mich mit dem gut verstehe? Dass ich wohl ebenfalls ein schräger Typ sein muss. Wenn ich das aber an mir nicht akzeptieren wollte, würde ich mich eher von solchen schrägen Typen abwenden, empfände es fast schon als Beleidigung, dass so einer meint, ich könne Gefallen an ihm finden. Bei den "Normalos" werde ich aber nicht akzeptiert und je mehr ich versuche, mich anzupassen, um so weniger autentisch und vor allem austauschbar werde ich und schon bleib ich einsam.

Ich sehe auch auf dem ersten Blick ganz normal aus, aber spätestens wenn ich den Mund aufmache, oder wenn mich jemand etwas näher kennen lernt, dann fällt z.B. auf, dass ich keinen Wert auf passende Socken lege (sind eh alle schwarz) und auch sonst so meine Spleens habe. Mit dem Computertick meines Freundes konnte ich ganz gut leben. Auch wenn ich nicht weiß, was an "Kernel compilieren" so reizvoll ist, ich hab mich auch in der "Gemeinde" der Computerfreaks ganz wohl gefühlt. Ich mag es, wenn Leute so eine Leidenschaft haben und in ihrer eigenen Welt leben. Mein Freund hat erst, als er sich dieser Computergemeinde anschloss, überhaupt Freunde gefunden. Zuvor war er ein absoluter Aussenseiter und seine Beziehung war seine einzige Freundin. Der blühte richtig auf, als er endlich Gleichgesinnte gefunden hatte, Leute die ihn verstehen und allein sein Aufblühen machte mir diese Leute sympathisch. Wieso er sich vorher nicht der Geek-Gemeinde angeschlossen hatte, weiß ich auch nicht. Vielleicht musste er erstmal akzeptieren, dass er da hingehört?

Ich hatte es mit dem "anderes sein" eher einfach, da ich schon in der Pubertät gleichgesinnte Freundinnen gefunden hatte und dann auf der Kunstakademie landete, wo es fast schon zum Image gehört, schräg zu sein (aber auch kein Zwang ist, denn die meisten sehen da auch ganz normal aus). Da wurde man aber gerade akzeptiert, wenn man aussergewöhnlich war, obwohl mir die ganze Show um Extravaganz überhaupt nicht gefiel, aber da war ich auch nicht die einzige und fand Gleichgesinnte.

Hätte mein Freund seinerseits darauf Wert gelegt, von "Normalos" akzeptiert zu werden, hätte er seinen "bunten Vogel" von Exfreundin aber auch nie kennen gelernt, die außerdem 15 Jahre älter war, als er. Bei "normalen" Frauen seines Alters fand er keinen Zuspruch. Da wäre er vielleicht auch JM geblieben.

T=asc*henwoflf7x6


Interessantes Statement..

.. Es klingt sicher selbstdarstellerisch, aber was ist z.B. schlimm daran, eine Mischung zwischen Außenseiter und Normalbürger zu sein?

Ich sage mal, den absoluten Durchschnittsbürger gibts sowieso nicht, jeder hat einen Spleen. Bei mir sind es bspw. Halbschuhe, ich hab fast nix anderes, schon von Kind an. Andere Jungs hatten Sportlatschen - ich nie ;-) oder Stoffhosen, gibt noch etliches andere.

Im Teeniealter - meine Kumpels hörten Marusha, Blümchen usw. - der Wolf fand (und findet) Styxx, Led Zeppelin und Manfred Krug toll.. War allerdings auch dafür zu haben, eine totale Underground-Raveparty zu veranstalten, wo anderen der Mumm fehlte..

Später - meine Kumpels fuhren aufgemotzte Golfs, Kadetts usw. mit der besten Musikanlage - ich gönnte mir Opa-Audis und war doch der Schnellste ;-) ich hab wirklich gute Freunde, die ohne Weiteres meine Spleens akzeptieren. Deshalb war ein Wechsel in die "Freakszene" gar nicht notwendig. Etwas schwieriger wurde es dann mit Mädels, da sie mein "Doppelleben" nicht nachvollziehen konnten. Entweder fand ich Frauen, die ich ins Kabarett oder in eine Vernissage schleppen konnte, die allerdings nichts mit meinem Kumpels, Autospleen und dreckigen teilweise sehr feuchten Garagenabenden anfangen konnten - oder umgekehrt.. Den Absprung aus der Computerscene hab ich als 15/16-jähriger ganz gut geschafft, und ich muß sagen, so verkehrt war das nicht für mich.

vg TW

wPieJauchi3m)mexr


Taschenwolf76

aber was ist z.B. schlimm daran, eine Mischung zwischen Außenseiter und Normalbürger zu sein?

Darum gehts doch gar nicht, sondern darum, einen Platz unter anderen Menschen für sich zu finden und wenn man bei den Menschen, unter denen man sich aufhält, so wie man ist, keine Anerkennung bekommt und keine Liebe findet, dann kann man entweder an sich selbst zweifeln, an der Gerechtigkeit der Welt, der Auswahlkriterien der Frauen, oder sich eben andere Menschen suchen, die besser passen. Dazu muss man aber erst akzeptieren, dass man zu anderen Menschen vielleicht besser passt, anstatt irgendeinen Status Quo nachahmen zu wollen.

Entweder fand ich Frauen, die ich ins Kabarett oder in eine Vernissage schleppen konnte, die allerdings nichts mit meinem Kumpels, Autospleen und dreckigen teilweise sehr feuchten Garagenabenden anfangen konnten - oder umgekehrt..

Dann wäre aber noch die Frage, nach welchen Kriterien dir eine Frau überhaupt als mögliche Partnerin auffällt. Vielleicht siehst du die Mädels, die zu dir passen könnten, einfach nicht als potentielle Beziehungen an.

T:asch0enwoMlxf76


eigentlich gehöre..

.. ich ja nicht in diesem Thread, da ich kein JM mehr bin. Ich hatte bisher 3 feste Freundinnen, meine letzte Beziehung hielt reichlich 4 Jahre. Generell sehe ich interessante Mädels nicht sofort als Beziehungspartner an, aber das meintest Du auch nicht.

Es ist wirklich verdammt schwer, ein passendes (nicht gleiches!) Mädel für eine feste Beziehung zu finden. Meine Ex hatte ein großes Problem mit besagten Kumpanen, was ich ihr zuliebe auch recht stark eingeschränkt habe. Idiotisch, oder? Meine jetzige Freundin - wir verstehen uns super, haben jeder andere Macken, erleben Kunst und Kitsch sowie Proletentum zusammen.. Aber wir lieben uns nicht - keine Funken. Ein Versuch beiderseits schlug fehl, wir nennen es jetzt halt Affäre unter Singles :-)

Beispiel: Wenn ich mit meiner Ex unterwegs war und es legte ein "Rennfahrer" drauf an - fuhr ich das match nicht aus, da es sonst Stunk gegeben hätte. Meine jetzige LAG feuert mich dagegen an "Zeigs ihm" ;-D

In der Hinsicht haben es markenklamottentragende, auf perfekt gestylte Optik getrimmte, allgemeinhobbyausübende Tussen (männliche und weibliche ;-) ) wahrscheinlich einfacher, weil einfach die Kompatibilität größer ist.

Mir wäre der Aufwand für eine solche Fassade zu groß.

Und mir kommt es eben auch so vor, daß viele JM dieser "Norm" entsprechen wollen, um überhaupt eine abzukriegen. Das funktioniert aber nicht.

vg TW

wiie_auchi0m;me6r


Taschenwolf76

Es ist wirklich verdammt schwer, ein passendes (nicht gleiches!) Mädel für eine feste Beziehung zu finden.

Sehe ich auch so, aber es ist nicht unmöglich. Unmöglich ist es nur, wenn man sich z.B. selber falsch einschätzt und daher gar nicht erkennt, wer zu einem passen würde. Um das Problem ging es mir hier.

Und mir kommt es eben auch so vor, daß viele JM dieser "Norm" entsprechen wollen, um überhaupt eine abzukriegen. Das funktioniert aber nicht.

Genau das meine ich ja. Da sind wir uns ja dann einig ;-)

Richtig schräg fand ich daher, als es in diesem Faden eine ganze Weile darum ging, dass einige JM´s meinten, sie könnten ihre Chancen mit einem schicken Auto erhöhen, oder mit so Klischees kommen, man müsse ein Ars...l... sein, damit Frauen auf einen stehen. Da hab ich dann den Eindruck, ich habs mit Leuten zutun, die in ihrer Persönlichkeitsfindung so unreif sind, dass ich in dieser Formatlosigkeit die Ursache sehe, dass sie keine Ausstrahlung haben und nicht auf Frauen anziehend wirken. Wenn mir ein Teeny mit 16 mit solchen Klischees kommt, ok.

M;aulwgurf


Limbo-Muffin

Fein fein :-)

Dankeschön..

Viele Grüße,

Kvwaxk


Nachtrag zu - Wer kann die Frauen verstehen ?

Es freut mich, dass einige auf meinen Beitrag geantwortet haben. Meine Hauptfrage warum sich eine Frau von ihrem Freund so behandeln lässt hat leider noch niemand beantwortet. Mich würde interessieren ob sich die Frauen die hier schreiben so etwas gefallen lassen würden.

Ich habe selbst gehört wie sie das alles ihrer Freundin erzählt hat und sie schien gar nicht glücklich zu sein. Während des Gesprächs schien ihre Freundin zu denken: "Warum trennst du dich nicht von diesem Prachtexemplar?" Aber sie hat es nicht gesagt, ich vermute aus Höflichkeit.

Zum zweiten Fall, der Freund der aussah wie ein Penner und nur dumm war. Ein Kumpel von mir der sich auch mit ihm unterhalten hatte fand ihn auch unerträglich dumm. Ich war also nicht allein mit dieser Meinung.

wvieanucheimmexr


Kwak

Meine Hauptfrage warum sich eine Frau von ihrem Freund so behandeln lässt hat leider noch niemand beantwortet.

Woher soll hier einer wissen, warum sich diese Frau von diesem Mann so behandeln lässt? Es geht nicht um "eine" Frau, sondern diese Frau. Warum strickst du daraus eine pauschale Frage, als wären alle Frauen gleich und erwartest da auch noch eine pauschale Antwort drauf?

Mich würde interessieren ob sich die Frauen die hier schreiben so etwas gefallen lassen würden.

Was heisst "soetwas" Ich kenne die näheren Umstände nicht und welche Gründe es dafür gibt. Wenn du die Frauen verstehen willst, dann hör als erstes mal mit solchen Pauschalisierungen auf, denn keine Frau will wie "eine" pauschalisierte Frau gesehen und behandelt werden. Da wären wir wieder bei dem Punkt, an dem wir schonmal waren. Vielleicht ist es deine Einstellung zu Frauen, mit der du ein Problem hast.

Zum zweiten Fall, der Freund der aussah wie ein Penner und nur dumm war.

Neid lässt die Subjekte des Neides immer als dumm und hässlich erscheinen. Das bringt dich aber keinen Schritt weiter. Dieser Typ hat eine Freundin, egal, was du von ihm hälst. Wieso denkst du über ihn nach, statt über dich selbst? Sinds jetzt wieder die bösen Frauen, die nicht erkennen, was du für ein toller Typ bist, oder die Ungerechtigkeit der Welt? Wir drehen uns im Kreis und alles, was man hier an Tipps gibt, die in die Richtung gehen, sich über sich selbst Gedanken zu machen, darauf wird nicht eingegangen.

Dann dreh dich einfach weiter im Kreis, aber frag bitte nicht wieder "Was wollen die Frauen?", denn erstens will jede Frau konkret etwas anderes und unkonkret habe ich diese Frage bereits mehrfach beantwortet.

Krwaxk


Ach wieauchimmer

Vielleicht ist es deine Einstellung zu Frauen, mit der du ein Problem hast.

Wie kommst du darauf. Mein Problem ist, dass alle interessanten Frauen die mir begegnen schon vergeben sind.

Neid lässt die Subjekte des Neides immer als dumm und hässlich erscheinen.

Wie ich schon geschrieben habe war ich nicht als einziger dieser Meinung.

Wieso denkst du über ihn nach, statt über dich selbst?

Ich habe nicht über ihn nachgedacht sondern über die Frau die ihn toll findet.

Sinds jetzt wieder die bösen Frauen, die nicht erkennen, was du für ein toller Typ bist, oder die Ungerechtigkeit der Welt?

Das ist deine Interpretation. Ich habe soetwas nicht geschrieben.

Ldim!bo.YMuffin


Maulwurd, wie, das war alles? ;-)

L6imbNo.Mufxfin


Maulwurf, wie, das war alles? ;-)

wUi:eaWuch<iWmmexr


Kwak

Mein Problem ist, dass alle interessanten Frauen die mir begegnen schon vergeben sind.

Komisch, wo es heute so viele Singles gibt. Da kann was nicht stimmen.

Ich habe nicht über ihn nachgedacht sondern über die Frau die ihn toll findet.

Doch, du hast dir sogar angemaßt, über ihn zu urteilen, dass er dumm sei.

Das ist deine Interpretation.

Ja, aber eine naheliegende, wenn du schreibst: "Wenn wir eine Freundin hätten würden wir sie gut behandeln. Anscheinend wollen die Frauen genau das nicht."

Was Frauen wohl sicher nicht wollen, ist jemand, der solche oberfächlichen Sprüche klopft und sich aber noch für besonders schlau hält:

"Frau will einen Freund der sie wie den letzten Dreck behandelt." und "Frau will einen Freund der hässlich und doof ist.".

T5he hSeexker


@Wai

lese ich da ein wenig Ironie ??? ?

@ kwak:

Ich stelle mich auf die Seite von Wai, aber Deine Perspektive lag mir auch mal Nahe. Denke aber daran: Du weißt nicht, was diese Leute miteinander verbindet. Du weißt nur, dass sie zusammen sind (wirst aber auch nie erfahren, wo sie gerade in ihrer Beziehung stehen). Ich würde mir darum auch nichts mehr geben, mir über die Beziehungen anderer Gedanken zu machen, zu mal sie Dir nicht(s) viel darüber anvertraut. Lasse es einfach deren Sorge sein... ansonsten entwürdigst Du Dich selbst.

tIaxm


@ Kwak:

ich muss WAI mal wieder recht geben.

1. Gibt es SingleFrauen, die auch gar nicht mal schlecht aussehen.

2. Du kanntest den Typen ggf. eine halbe Stunde (und dein Kumpel wahrscheinlich auch). Weisst du wie er wirklich ist, lern ihn doch richtig kennen. Vielleicht kennt sie ihn ja schon länger und er ist eigentlich ganz nett.

Und zum Thema von Beurteilungen:

War gestern abend mit einem Bekannte in einer Kneipe in der ein Rockkonzert war. Als die Band eine Pause gemacht haben, sassen wir nebenan auf dem Bürgersteig vor einer Art Nobelkneipe. Die Leute, die da rauskamen haben uns auf eine Art gemustert und von oben auf uns herabgesehen. (auch die Kellner). Wir fanden das irgendwie lustig, da der Kumpel selbstständig ist und ich nächstes Jahr mein Diplom habe und wahrscheinlich jetzt schon mehr verdiene wie einige aus dieser Kneipe. Nur weil wir eben einfach so auf dem Bürgersteig sassen und uns unterhielten.

Es kann fatal sein, Leute in den ersten 5 Minuten zu beurteilen, ich wette würde ich morgen meinen Anzug anziehen und vorbeigehen, wären die Leute scheiss freundlich zu mir.

Und was hier immer mit der Ausstrahlung angesprochen wird. ES STIMMT 100%. Ich habe ja schon erzählt, dass letzte Woche 2 Bekannte (die eine kenne ich nur vom Chat), mit erzählt haben, dass ich doch richtig süss wäre. Und ich hab mir gedacht, warum überhaupt Gedanken machen. Und siehe da, gestern in der Kneipe sass da ein Mädel. Ich hab irgendwann mal rübergeschaut und sie hat ganz normal geschaut. Ich hab sie dann einfach mal angelächelt. Ohne irgendwelche Absichten zu haben, von wegen "Sie ist es". Ich hab einfach nur gelächelt, sie sah auch nicht schlecht aus. Und siehe da ihre Mundwinkel haben gelächelt. Und das hab ich dann auch öfters gemacht. Sie hat es immer erwiedert. Eine eine Freundin, die noch mit war, hat gesagt, das Mädel hätte oft zu uns beiden rübergeschaut, und sie meinte sie sicher nicht. Vorallem stärkt es (so blöd es auch klingt) irgendwie das Selbstbewusstsein. Auch wenn es nur ein Lächeln war. Aber ich hab sogar noch getanzt (was bis vor einem Jahr noch VÖLLIG unmöglich und utopisch gewesen wäre).

Lange Rede kurzer Sinn. Hört auf die meisten Frauen hier.

Denn ich glaube, dass es gar nicht mehr sooooo lange dauert, bis ich irgendwen finde.

So gehe essen

tam

wxiea~uchimmexr


The Seeker

Du weißt nicht, was diese Leute miteinander verbindet.

Das ist auch manchmal einfach unerklärlich. Meinen Freund hatte ich als Arbeitskollegen kennen gelernt. Die anderen im Team schätzten zwar seine Fachkompetenz, hielten ihn aber ansonsten für einen Idioten. Auch ich habe mir einiges von ihm gefallen lassen. Ich hatte ihn in seiner verspätetet beginnenden Sturm und Drangzeit kennen gelernt. Wahrscheinlich hab ich es durch meine Art sogar noch gefördert, dass er sich irgendwann nach drei Jahren anfing für die große weite Welt und andere Frauen zu interessieren und mich schließlich verließ, um Erfahrungen zu sammeln. Aber war es nicht auch diese unterschwellige Energie in ihm, das Leben noch zu entdecken, die mich an ihm so fasziniert hatte? Ich habs von Anfang an geahnt, dass ich mal soetwas wie sein Sprungbrett in die Unabhängigkeit sein könnte.

Gerade das fand ich aber wohl besonders spannend. Es hatte eben Vor- und Nachteile.

Was gleichfalls Vor- und Nachteile hatte: Er war irgendwie in sozialer Kompetenz ein wenig unbedarft. Ihm fehlten gänzlich die negativen Erfahrungen, z.B. unglücklich verliebt zu sein, betrogen zu werden, verlassen zu werden. Das hatte den Vorteil, dass er sehr offen mit seinen Gefühlen umging und ich ihm sehr nah kommen konnte (viel "Beziehungsgeschädigte" machen einfach dicht und lassen einen nicht so nah an sich ran), dadurch war viel Gefühl und Leidenschaft und ungehemmte Erotik im Spiel. Das hatte aber auch den Nachteil, dass er viele Dinge, die ich als verletzend empfand, viel zu spielerisch sah und gar nicht nachvollziehen konnte, was daran denn verletzend sein soll. Nach seinen nun schlechten Erfahrungen war er zwar einerseits "einsichtiger", was die Rücksichtnahme anging, aber auch gleichzeitig vorsichtiger und distanzierter geworden. Er war wieder ruhiger geworden und wer weiss, ob wir nicht irgendwann wie viele andere Beziehungen, voneinander gelangweilt, nebeneinander her gelebt hätten. Harmonie ist nicht unbedingt das Erstrebenswerte, denn Harmonie ist langweilig.

Ich will damit sagen, dass die meisten Dinge einfach eine Kehrseite haben. Was auf der einen Seite faszinierend ist, kann auf der anderen auch verletzend bis zerstörerisch sein. Letztendlich setzt man selber die Prioritäten, welche negativen Dinge man in Kauf nimmt, um deren positive Seite rauszuziehen und welche nicht. Ein netter Mann, der "perfekt" ist, immer zuvorkommend, immer alles richtig macht, keine Untiefen hat, die auch mal verletzend sein können, ist einfach langweilig. Bei einem interessantem Mann muss man aber damit rechnen, dass seine Eigenarten nicht immer genau in die Richtung gehen, dass es für einen selber genau "richtig" ist. Die Auseinandersetzung mit seinen aus meiner Sicht "Nachteilen" macht es aber auch aus, dass man überhaupt ein Gegenüber spürt und nicht nur ein bequemes Inventar seines Lebens, der einfach nur da ist, nett ist und irgendwann regelrecht unsichtbar wird. Ein Mann, der es mir immer nur Recht macht, zeigt mir keine Persönlichkeit und ist irgendwann nur noch existent, aber nicht mehr präsent. Von daher macht es gar keinen Sinn, sich als Mann an das, was Frauen wollen, anzupassen. Denn wer kein Gegenüber darstellt, sondern sich wie ein Fisch im Wasser windet, der wird zur charakterlosen Luft und wie soll man solche undefinierte, diffuse Luft, die man nicht einmal spürt, weil sie sich immer Richtung Anpassung dreht, lieben?

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