Jungmann mit 25 Jahren: Meinung von Frauen

h`err :koecxh


ich denk, so werd ich auch in meinem fall verfahren ... werd weiterhin der nette arbeitskollege sein und sich bietende gelegenheiten nützen, ein wenig fahrt in die richtige richtung zu geben ... und zwar behutsam, so dass es - wenn sie eben keine lust hat - kein schlechtes gefühl haben muss, weil wir uns täglich gegenübersitzen.

W]indFmanxn


@ herr koch

wenn sie eben keine lust hat

Es gibt nicht nur sie...

h.errV koch


nein ... aber ich interessier mich selten für mehrere parallel ...

K~wxak


Meine Sicht der Dinge

Zu diesem Schwachsinnsfilm über einen 40jährigen JM wurde im entsprechenden Faden schon alles gesagt was es zu sagen gibt. Ich habe mir den Müll nicht angeschaut und werde es auch sicher nicht tun.

Zum Artikel:

Das stecken schon ein par wahre Sachen drin. Nur eine grundlegende Frage wird wohl immer unbeantwortet bleiben: Wie viele JM und JF gibt es wirklich? Dazu werden in den verschiedenen Quellen die verschiedensten Zahlen genannt. In diesem Artikel 2% der Männer und 1% der Frauen. Eine andere Quelle die hier mal vor einiger Zeit zitiert wurde war die Rede davon, dass 10% aller Männer unter 30 noch JM sind. Was nun stimmt wird sicher für immer ein Geheimnis bleiben. Solche Werte sind nur durch Umfragen ermittelbar. Und seit ihrer Erfindung hat die Umfrage ein entscheidendes unlösbares Problem: Nicht alle Befragten sagen die Wahrheit. Mal ehrlich wer gib schon gerne zu JM zu sein wenn er von irgendeinem Fremden gefragt wird ob er schon mal Sex hatte. Ich bestimmt nicht. Was zutreffend zu sein scheint ist, dass es mehr JM als JF gibt. Hier im Forum sind die JM die überdeutliche Mehrheit. Wir sind hier wahrscheinlich nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung aber ich denke die Schlussfolgerung ist trotzdem zulässig.

Was in diesem Artikel völlig richtig gesagt wird ist, dass JM keine Lobby haben. Eben weil sich niemand gerne outen will. Das Problem der fehlenden Erfahrung wird mit zunehmendem Alter schwerwiegender. Ich kann mir vorstellen, dass es in einer Beziehung ein Problem wird wenn ein Partner viel mehr Erfahrung hat wie der andere. Der Unerfahrene wird früher oder später das Gefühl haben etwas verpasst zu haben was der andere erfahren hat. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass man als JM nicht gleich für eine Beziehung mit einer erfahrenen Frau geeignet ist. Aber was für Lösungen gibt es für dieses Problem? Zum einen die Idealvorstellung JM und JF finden sich. Wie ich das schon mal geschrieben habe wurde mir unrealistische Wunschdenken vorgeworfen. Mag sein, dass die tatsächlichen Verhältnisse dagegen sprechen, dass eine solche Verbindung zustande kommt. Aber als Überlegung wäre es doch auf jeden Fall eine sehr Gute Möglichkeit. Die andere Version wäre erst mal mit mehreren erfahren Frauen seine Erfahrungen zu sammeln. Aber es hat in Jahrzehnten nicht mal mit einer geklappt. Warum sollte es jetzt plötzlich. Irgendwie eine total festgefahren Scheißgeschichte.

Bordell mit 18:

Mit 18 habe ich es noch nicht als Problem angesehen JM zu sein. Kann natürlich jeder sehen wie er will.

Es gibt schlimmeres:

Möglich. Aber es ist so, dass man immer das Problem das man gerade selbst hat als das schlimmste von allen Empfindet. Oder anders ausgedrückt: Das Körperteil das einem gerade am meisten Probleme bereitet ist das wichtigste. Und an das JM Problem wird man täglich aufs neue erinnert. Da kann es einfach nicht an Bedeutung verlieren auch wenn man es sich wünscht.

haerr :k`och


artikel

Habe jetzt mal den Abschnitt über die ABs gelesen. Bei den Beispielen fehlt mir persönlich eins. Und zwar hatten alle, die nicht asexuell sind, Frauen als nicht passend betrachtet. Wo ist der, der die passende(n) Frau(en) gefunden, sie aber nicht "gekriegt" hat?

Nun denn. An sich find ich den Artikel in dem Teil über die ABs ziemlich korrekt. Vor allem diesen Abschnitt fand ich sehr wahr:

ABs sind nicht, wie die Asexuellen, eigentlich mit ihrem Lebenswandel zufrieden, sie wollen nicht einfach nur von den "normalen" Menschen als gleichwertig anerkannt und respektiert werden, sondern ihnen fehlt ein großes Stück vom Glück. Und dieses große Stück vom Glück können sich die ABs nicht einfach selbst aus den Rippen schneiden, sondern es ist dies ein Glück, das immer einen zweiten Menschen und das Gelingen eines höchst schwierigen Unterfangens voraussetzt – mit anderen Worten: Liebe. Und die muss ja bekanntlich von selbst kommen; herstellen oder erzwingen kann man sie jedenfalls nicht.

i|rongri$ffon


@ hans eichel

tu deinem freund einen gefallen: lass ihn in ruhe.

ich hatte vor ein paar jahren auch so eine bekannte, die es sich zum ultimativen ziel gemacht hat, mir eine freundin zu besorgen. dies hat dazu geführt, dass ich nicht mehr mit meinen leuten weg ging wenn die tussi dabei war, weil sie mir einfach nur tierisch auf die nerven ging, ich ihr es dann auch gesagt habe, sie eingeschnappt war und es darauf zoff in der clique gab.

das problem dabei war, dass ich mich reduziert fühlte. reduziert auf die tatsache: "der ist jungmann und hat noch nie gebumst. so ein armer mensch". ob ich trotzdem zufrieden war, hat die gar nicht interessiert, sie konnte sich eben auch nicht vorstellen, dass man auch ohne partner glücklich sein kann. wie gesagt, ich selbst fand es unverschämt und anmaßend, meinen wert anhand von vorhandenen oder nicht vorhandenen partnerschaften festzumachen.

wenn dein freund nicht mit frauen reden will, dann lass ihn, dazu kann ihn keiner zwingen. ich habe auch nicht immer lust, mit schnallen zu reden (in diskos oder anderen sauftempeln findest du eh so gut wie nie anregende gespräche). behandelt ihn einfach normal, denn das ist er ja auch.

hGerr" koxch


er muss ja nicht mit "frauen" reden, aber ein normaler umgang mit den freundinnen der kumpels sollte ja möglich sein ... freundinnen meiner kollegen schau ich auch nicht als frauen an ... das sind im grunde auch kollegen ...

g&anz-pandexrer


Meine Geschichte, Teil 1

Hallo,

also, Ihr habt es so gewollt ;-) hier kommt meine Geschichte. Das Forum sagt mir "Der Text ist zu lang", was ohne Zweifel auch stimmt. Da ich ihn jedoch schwer kürzen kann, muss ich ihn in mehrere Teile splitten. Ich hoffe, niemand fühlt sich dadurch belästigt.

Ich bin heute wie gesagt Anfang 30, die Ursprünge meines Problems gehen jedoch bis in die Pubertät zurück. Ich habe bereits in meiner Schulzeit begonnen, mich mehr und mehr aus allem sozialen auszugrenzen. Mein Interesse damals galt ausschließlich Sachen wie Mathematik, Physik oder Chemie, mit denen ich mich zuhause verkriechen konnte, aber Veranstaltungen wie Klassenfeste oder -fahrten fanden immer ohne mich statt. Ich habe mich nie mit anderen außerhalb der Schulzeit getroffen, war in keinem Tanzkurs und nie in Discos usw., man kann wohl sagen, ich hatte damals schon soziale Ängste. Trotzdem ging es mir noch relativ gut. Ich wusste ziemlich genau was ich will und wofür ich den ganzen Stress durchstehe: um Informatik studieren.

Als ich dann angefangen habe zu studieren, bin ich die ersten 3 Semester erstmal so richtig aufgeblüht. Ich konnte mich endlich voll und ganz auf das fixieren, was mich interessierte, hatte eine eigene Wohnung, musste mich nicht mehr mit meiner Mutter rumstreiten und musste mir auch nicht mehr ständig Begründungen einfallen lassen, warum ich dies uns jenes so oder so mache, sondern konnte endlich einfach nur noch genau das tun, was ich wollte, hatte mein eigenes Leben und musste mich vor niemanden für irgendwas rechtfertigen. Ich möchte sagen, das waren die besten 1,5 Jahre meines Lebens.

Eine Kehrtwende begann dann im vierten Semester. Ich bekam zunehmend körperliche Beschwerden. Eine Zeitlang dachte ich, ich habe halt Stress, weil es auf das Vordiplom zuging. Irgendwann ging ich zum Arzt, der konnte nichts finden, und ich dachte umso mehr: Ist halt der Stress und nach dem Vordiplom würde es bestimmt besser werden. Aber das tat es nicht, es wurde immer schlimmer. Ich ließ so einige Untersuchungen über mich ergehen, ohne das was gefunden werden konnte. Ich fühlte mich auch immer kaputter, hatte ständig eine mich zerfressende innere Unruhe und mich plagten zunehmend Angstzustände, ohne dass ich eigentlich sagen kannte, wovor ich Angst hatte. Und da ich mich total isoliert hatte konnte ich auch nie mit jemanden reden wie es mir ging -- nach außen musste ich funktionieren und den zielkstrebigen Studenten spielen.

Dazu kam dann im 5-ten Semester, dass ich mich, zum ersten Mal in meinem Leben, verliebt hatte, allerdings unglücklich. Ich hatte an der Uni einen Hiwi Job, in dessen Rahmen ich für eine Frau Programmierarbeiten erledigte, die an dem Lehrstuhl, an dem ich gearbeitet habe, promovierte. Und in diese Frau habe ich mich verliebt. Es hat eine Weile gedauert, bis ich kapiert habe, was da passiert, weil das eben das erste mal war, das mir sowas passiert, und ich eigentlich in einer Welt lebte, in der kein Platz für solche Gefühle war. Aber sie ging mir nicht aus dem Kopf, alles drehte sich irgendwie um sie, und ich habe auch einiges mehr gearbeitet als ich gemusst hätte, weil ich ihr alles recht machen wollte. Und obwohl es mir irgendwie absurd erschien, entwickelte sich in mir ein immer stärkerer Drang, ihr zu sagen, was ich für sie empfinde. Ich hatte ständig auf eine passende Gelegenheit gewartet aber es kam keine -- wie auch, wir hatten ja nie über was anderes gesprochen als unsere Arbeit.

Irgendwann habe ich das dann mal etwas zweideutig anklingen lassen, worauf sie extrem abweisend reagierte. Sie hat es wohl ziemlich anmaßend empfunden, dass einer wie ich eine wie sie anbaggert, worauf ich so schnell ich konnte zurückgerudert bin und gemeint habe, mir wäre das jetzt nur so rausgerutscht und ich meinte ja nur, dass sie mir sympathisch ist und nicht mehr, usw. Das war die peinlichste Situation, die ich je erlebt habe und ich kriege heute noch Zustände, wenn ich daran denke. Jedenfalls haben mich von da an diese Gefühle gequält. Ich habe den ganzen Tag nur noch an sie gedacht. Wenn ich mal nichts anderes zu tun hatte bin ich oft stundenlang nur dagesessen und habe darauf gehofft, dass sie sich vielleicht meldet und eine Aufgabe für mich hat. Ich habe mir ständig Gedanken gemacht, was sie wohl gerade macht, wie es ihr geht, usw. Und ich wollte ihr doch so sehr sagen, wie sehr ich sie liebe, und musste stattdessen ständig diese Gefühle unterdrücken und versuchen mir nichts anmerken zu lassen.

Das hat mich fertig gemacht und eine ganze Kette von giftigen Gedanken angestoßen, die mich immer mehr aufgefressen haben. Bis zu diesem Zeitpunkt war mein ganzes Leben motiviert durch meine wissenschaftlichen Interessen. Diese ganzen sozialen Dinge hatte ich ja völlig ausgeklammert und mir immer gedacht, ich brauch soetwas nicht. Und aufeinmal war das Gegenteil der Fall. Mein Studium usw. hat mir nichts mehr gegeben. Ich wollte jemanden, für die ich da sein kann, die ich in den Arm nehmen kann und die mir das Gefühl gibt, da ist jemand, für die bin ich nicht nur Student Nr. XYZ mit Funktion ABC sondern jemand, der als Person geliebt wird. Irgendwie ist meine ganze aus wissenschaftlichen Interessen bestehende Welt zusammengebrochen und was übrig geblieben ist war Leere. Ich habe mich zunehmend gefragt, welchen Sinn das alles noch hat, für was ich diese ganzen Gefühle eigentlich ertrage. Ich habe alle meine Ziele verloren. Alles, was mir früher wichtig war, hat mir nichts mehr gegeben und dadurch, dass ich so kaputt war, war ich auch nicht mehr leistungsfähig und hatte ständig nur noch vor Augen, dass ich zu nichts mehr tauge.

Jedenfalls habe ich fast 2 Jahre lang gegen diese Gefühle angekämpft. Habe ständig versucht, diese Gedanken aus meinem Kopf zu drängen und alles in Arbeit zu ersticken. Am Schluss habe ich fast nur noch gearbeitet -- nicht mehr gerade effektiv weil meine Konzentrationsfähigkeit im Keller war, aber dafür den ganzen Tag und selten mehr als 3-4 Stunden geschlafen. Ich war innerlich völlig fertig, aber nach außen musste ich funktionieren und durfte mir nichts anmerken lassen. Und da ich mich völlig isoliert hatte gab es natürlich auch niemanden, mit dem ich über das Ganze reden konnte. Ich habe nur alles in mich hineingefressen und versucht es in Arbeit zu ersticken. Bis ich dann irgendwann darunter zusammengebrochen bin. Das war als die Frau, für die ich gearbeitet habe, mal 2 Wochen in den Urlaub gefahren ist. Ich bin diese 2 Wochen praktisch nur im Bett gelegen und wollte nur noch, dass das alles endlich aufhört. Schließlich wollte ich mich umbringen und das einzige, was das verhindert hat, war, dass ich so kaputt war, dass ich nichtmal dazu mehr in der Lage war.

g;an^z-}andUerexr


Meine Geschichte, Teil 2

Als dann diese 2 Wochen um waren stand ich vor dem Problem, dass die Zeit, in der ich nach außen funktionieren konnte, damit beendet war. Ich hatte ja in diesen 2 Wochen rein gar nichts gemacht und konnte auch einfach nicht mehr und musste ihr gegenüber das irgendwie begründen. Ich ging zu ihr mit dem Plan ihr zu sagen, dass es mir z.Zt. einfach nicht so gut geht. Das war mir offenbar auch deutlich anzusehen, weil sie gleich meinte, ich würde nicht sehr gut aussehen. Ich hatte auch hinten und vorne keine Kraft mehr jetzt alles zu verharmlosen und als vorübergehendes Problemchen darzustellen, der Müll in meinem Kopf wollte einfach raus und so habe ich ihr schließlich erzählt, wie es mir geht. D.h., ich habe ihr zumindest erzählt wie kaputt ich bin, dass ich sie liebe habe ich weiter schön für mich behalten. Dennoch, das war das erste mal, dass ich mit jemanden über meine Probleme reden konnte -- eigentlich war es das erste mal, dass ich überhaupt mit jemanden über solche persönlichen Dinge wie Gefühle reden konnte. Und ich denke, sie war auch einigermaßen schockiert zu sehen, wie es in jemanden, den sie bislang nur als fleißigen wenn auch manchmal nervigen Hiwi kannte, aussieht.

Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass sie mich rauswirft nachdem ich ihr jetzt mit meinen privaten Problemen auf die Nerven gehe statt zu arbeiten. Aber sie war sehr verständnisvoll, hat mir zugehört, hat mir Zeit gegeben und gemeint, ich soll mich doch mal an die Uni-Psychologin wenden. Das wollte ich zunächst nicht, aber nach einer Woche tat ich es dann. Ich weiß noch, dass ich damals beim ersten Anruf dort zunächst wieder aufgelegt habe, weil mich der Mut verlassen hat, aber ich habe dann nochmal angerufen und kurzfristig einen Termin bekommen.

Die folgende Zeit war schwer und nervenaufreibend. Auf einer Seite tat es mir gut endlich mal mit jemanden richtig reden zu können. Auf der anderen Seite bin ich durch den ganzen Müll, den ich dabei aufgewühlt habe, immer tiefer in dem Sumpf versunken. Die Frau, für die ich gearbeitet habe, war die ganze Zeit über sehr verständnisvoll. Sie meinte, ich hätte einiges gut, weil ich vorher soviel gearbeitet habe. Ich hatte ihr auch gesagt, dass ich mein Studium im Grunde aufgegeben hätte, aber sie hat mir immer wieder Mut gemacht, weiter zu machen, und sie hat mir nie Stress gemacht, wenn alles nur noch im Schneckentempo voran ging. Trotzdem war ich am Ende. Ich sah keinen Sinn mehr in dem Ganzen und keinen Sinn mehr darin, diese ganzen Gefühle zu ertragen. Ich glaubte auch nicht, dass die Therapie, die ich begonnen hatte, im Endeffekt noch wirklich was an dem Zustand ändern könnte. Ich betrachtete mein Leben als gescheitert und letztendlich habe ich den Großteil des Tages damit verbracht mir zu überlegen, wie ich mich am besten umbringe. Ich habe mehrmals alles für meinen Abgang vorbereitet, alle Rechnungen bezahlt, Wäsche weggewaschen und aufgeräumt, Abschiedsbriefe vorbereitet usw. Erzählt habe ich das natürlich niemanden, lange Zeit auch nicht der Psychologin, weil ich Angst hatte, dann in eine Nervenklinik zwangseingewiesen zu werden. Ich war auch zweimal verdammt kurz davon den letzten Schritt zu tun. Was mir letztendlich das Leben gerettet hat war nur immer die Angst, dass es schiefgeht, sprich dass ich am Ende nicht tot sondern ein Krüppel bin. Ich habe wirklich viel Zeit damit verbracht mir Methoden ausdenken, die mir einigermaßen sicher schienen.

Nach etwa einem Jahr Therapie hatte mich meine Psychologin schließlich nach vielen, vielen Überredungsversuchen überzeugt, zusätzlich einen Psychiater aufzusuchen um mir Antidepressiva verschreiben zu lassen. Ich habe mich lange dagegen gesträubt, einmal, weil ich keine Pillen schlucken wollte, die meine Psyche beeinflussen, hauptsächlich aber weil ich Angst hatte, von dem Arzt in eine Nervenklinik eingewiesen zu werden. Aber letztendlich ging ich eben doch hin und habe ihm meine Probleme geschildert, wobei ich allerdings sehr vorsichtig war, was ich sage und was ich besser für mich behalte. Er hat mir dann ein Antidepressivum verschieben, dessen Dosis ich langsam steigern sollte. Die ersten zwei Wochen passierte dann zunächst mal nichts und dann kam langsam die Wende. Nach und nach ging es mir Woche für Woche etwas besser. Auch meine körperlichen Beschwerden wurden besser. Und irgendwann gab es wieder Momente in denen ich das Gefühl hatte, das Leben ertragen zu können.

Das war ein langer Prozess, aber dank der Medikamente konnte ich mit der Zeit mein Leben wieder ertragen und dank der Therapie wollte ich auch wieder leben. Ich habe schließlich mein Studium erfolgreich abgeschlossen und einen Job gefunden, der mir gefiel. Ich war nicht wieder in dem Zustand vor meinen Depressionen. Einige Ziele, wie z.B. nach dem Studium noch zu promovieren, habe ich verworfen und viele Dinge fallen mir heute noch schwerer als früher. Es hat sich was verändert das man nicht einfach wieder ungeschehen machen kann, aber ich habe dennoch einen Zustand erreicht in dem ich sage, dass es mir eigentlich sehr gut geht, dass ich glücklich bin und mein Leben im Griff habe.

Die Therapie habe ich auch nach meinem Studium bis heute auf privater Basis fortgesetzt. Das sind inzwischen 8 Jahre. Meine Medikation wurde zwischenzeitlich mehrmals verändert und auch wieder reduziert. Die Medikamente am Anfang waren sehr stark dämpfend -- was gut war, weil ich dauernd Angstzustände hatte und nie schlafen konnte. Die Medikamente waren damals ein voller Erfolg und letztendlich der entscheidende Faktor, der die Wende brachte. Mit der Zeit wurde die Müdigkeit aber zum Problem. Es folgte der Versuch, die Dosis zu reduzieren, was aber misslang, weil dadurch meine psychosomatischen Beschwerden wieder kamen. Es folgten dann mehrere Experimente, die Medikamente durch andere zu ersetzen, antriebssteigernde Medikamente hinzuzunehmen, die Dosis zu variieren usw. Ich muss sagen, dass ich das Glück hatte, das ich an einen relativ kompetenten Arzt geraten bin. Es war keine Odyssee mit allen möglichen unwirksamen Sachen und ohne schwere Nebenwirkungen und eigentlich hatte jede Änderung immer den gewünschten Effekt. Wenn man sich im Netz umsieht haben leider nicht alle Betroffenen dieses Glück. Das Ergebnis ist heute jedenfalls eine Kombination aus 2 Medikamenten, mit denen es mir sehr gut geht. Ich weiß nicht, ob ich die je wieder absetzen können werde, denn bislang ist es immer noch so, dass meine psychosomatischen Beschwerden wieder auftreten, wenn ich das tue. D.h. es sind nicht mehr die Depressionen sondern nur die körperlichen Beschwerden. Im Grunde ist mir das aber egal. Ich vertrage die Medikamente gut, meine Blut-, Leber- und Nierenwerte sind ausgezeichnet und wenn ich das Zeug dauerhaft nehmen muss, nehme ich es halt. Ich bin gesund und fühle mich wohl damit.

gTanTz-anxderer


Meine Geschichte, Teil 3

Die Fortschritte bei der Therapie sind inzwischen etwas ins Stagnieren geraten, was in erster Linie an mir selbst liegt, weil ich einen Zustand erreicht habe, in dem vielleicht nicht alles ideal ist, mit dem ich aber zurecht komme und zufrieden bin. Ich denke mir da, lieber einen Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach und bringe nur noch wenig Bereitschaft für Veränderungen mit, bei denen ich das Risiko sehe, etwas von dem erreichten Glück wieder zu verlieren und wieder zurück in die Depression zu fallen. Man muss auch sehen, dass eine Situation wie damals heute, wo ich berufstätig bin, mir meinen Job kosten würde. Trotzdem mache ich die Therapie weiter. Es tut gut gelegentlich mit jemanden reden zu können, und ich habe im Laufe der Jahre zu meiner Therapeutin ein großes Vertrauen aufgebaut und kann heute eigentlich über alles mit ihr reden.

Was mein Sozialleben betrifft: ich lebe immer noch weitgehend isoliert. Ich habe wieder etwas mehr Kontakt zu meinen Eltern, rede mit denen aber nie über persönliche Dinge. Die wissen von den Ereignissen der letzten Jahre absolut gar nichts. Desweiteren besteht ein allerdings sehr loser Kontakt zu der Frau, für die ich zu meiner Uni-Zeit gearbeitet habe. Ich habe sie schon mehrere Jahre nicht mehr gesehen. Sie ist weit weggezogen und hat geheiratet, aber ich kriege vielleicht 2-3 mal im Jahr eine Mail von ihr, was sie so tut. Ich schreibe ihr auch manchmal von mir. Von meiner Therapeutin abgesehen ist sie der Mensch, die am meisten über mein Seelenleben weiß -- schließlich war sie die erste, mit der ich über das Ganze mal reden konnte, und ich habe ihr auch später noch viele Dinge erzählt, über die ich sonst mit niemanden (außer eben meiner Therapeutin) reden konnte. D.h. sie weiß viele Dinge nicht, speziell hat sie nie erfahren, was ich für sie empfunden habe. Und auch, wenn sie objektiv nie mehr war als eine Frau, für die ich gearbeitet habe, und ich im Laufe der Zeit auch gesehen habe, wie verschieden sie von mir ist, irgendwie bedeutet sie mir immer noch was. Ich würde nie wieder in Erwägung ziehen, irgendetwas zu tun, das sie auch nur eventuell so interpretieren könnte als würde ich was für sie empfinden, aber trotzdem habe ich sie irgendwie noch in meinem Herzen und wünsche Ihr alles erdenklich Gute für ihr Leben.

Darüber hinaus lebe ich wie gesagt immer noch isoliert. Ich habe keine Freunde, keine Freundin und wirklich reden kann ich nur mit meiner Therapeutin. Und ich weiß, irgendwann werde ich auch die Therapie beenden müssen und dann habe ich wieder gar niemand mehr zum reden. Ich bin mir nicht sicher, was dann passiert. Momentan habe ich das Gefühl eigentlich auch sehr gut alleine zurechtzukommen. Und wenn mir manchmal danach ist schreibe ich in einem Forum wie hier, was mir so durch den Kopf geht. Im Grunde bin ich glücklich so. Ich habe einen Job, der mir Spass macht, mir gehts gut und ich komme mit meinem Leben zurecht -- was will ich mehr.

Mir gefällt das Leben wieder. Es gibt soviele interessante Entwicklungen überall in der Welt und ich bin neugierig, was als nächstes passiert. Eigentlich würde ich gern ewig leben um das alles mitzubekommen. Die Tatsache, dass das Leben nicht nur endlich sondern so lächerlich kurz ist, finde ich oft sehr deprimierend. Man stelle sich vor, unser Universum ist jetzt etwa 14 Mrd Jahre alt. Wirklich bedeutende Veränderungen wie Evolution verlaufen in 100000ten von Jahren. Und dann kann man froh sein, wenn man 70 oder 80 Jahre davon mitkriegt. Wie auch immer, das führt vom Thema weg, jedenfalls wünsche ich mir möglichst viel von der Zukunft miterleben zu können, in der Hoffnung, dass es unseren Nachfahren irgendwann gelingt einen Weg zu finden, den Geist eines Menschen bedeutend länger erhalten zu können -- auf welchem Weg auch immer. Viele Dinge in der Welt sind schlecht und ich kann manchmal nur den Kopf schütteln, wieviele Probleme sich die Menschen überall in der Welt völlig unnötigerweise selbst machen, und wie sie an Pingelichkeiten rumdoktoren statt wirkliche Schritte nach vorne zu tun. Aber trotzdem, ich glaube an die Zukunft und ich will möglichst viel davon miterleben. Und ich glaube inzwischen auch wieder, dass ich dazu in der Lage bin. Und auch wenn nicht alles ideal ist, es gibt soviele Kleinigkeiten, über die man sich freuen kann. Und nicht nur bei der Arbeit. Ich freue mich z.B. unheimlich über die Vögel, die z.Zt. in meinem Futterhäuschen am Balkon rumhüpfen. Ich mag die kleinen Piepser. Gut, ich muss Medikamente nehmen (viele Leute müssen das) und bin halt ein Eigenbrötler (war ich immer, so bin ich halt, eigentlich will ich gar nicht anders sein), aber es geht mir doch wieder gut, was will ich mehr.

Naja, das einzige, was ich vielleicht wirklich noch mehr wollte, ist gelegentlich Zärtlichkeiten zu erfahren, womit wir zurück in diesem Thread wären. Ich weiß, dass ich nie eine Freundin habe werde, weil ich zu sowas wie einer Beziehung einfach nicht in der Lage wäre. Viele Dinge, die für andere ganz selbstverständlich bzw. schön sind, sind für mich völlig undenkbar. Ich könnte mir z.B. nie vorstellen, mit jemanden zusammenzuwohnen. Liegt neben meinen Problemen vielleicht auch daran, wie ich aufgewachsen bin. Ich bin ein Einzelkind, dass alleine bei seiner Mutter aufgewachsen ist, und mit meiner Mutter hatte ich ständig Streit. Ich habe mir schon sehr früh gewünscht, endlich da rauszukommen und alleine mein eigenes Leben führen zu können. Ich brauche das Gefühl, die Tür hinter mir zumachen zu können und Herr in meiner Burg zu sein. In der Umgebung von anderen Menschen, selbst wenn es Menschen sind die ich mag, fühle ich mich ständig beobachtet und unter Stress, sowas geht auch Dauer nicht.

Ich wüsste auch hinten und vorne nicht, wie ich eine Freundin gewinnen sollte. Ich meine, ich war mein ganzes Leben noch mit niemanden aus, sowas wie small-talk ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Wenn ich in einer Gruppe von Menschen bin, bin ich immer das 5-te Rad am Wagen, ich stehe da, sage kein Wort, zu den meisten Dingen, über die die Leute reden, wüsste ich auch nichts zu sagen, und wenn tatsächlich mal ein Thema aufkommt zu dem mir was einfallen würde, überlege ich so lange, was ich wie sagen könnte, bis die anderen längst das Thema gewechselt haben, bis ich mal zu einem Punkt komme. Und wenn mich mal jemand konkret anspricht schalte ich sofort auf Alarmstufe rot. Ich kann überhaupt nicht über die Frage nachdenken, sondern nur, wie ich aus der Situation rauskomme. Ich würge das Gespräch dann mit irgendeiner nichtssagenden Bemerkung ab.

Dazu kommen ein paar ganz praktische Probleme. Ich habe z.B. einige Allergien gegen Sachen, die sehr vielfältig bei der Zubereitung aller möglichen Nahrungsmittel verwendet werden. Ich kann daher nichts aus einer Küche in einem Restaurant essen. Wenn ich jemanden zum essen einladen wollte, müsste ich also daneben sitzen und mein Mineralwasser schlürfen. Ich glaube auch, dass ich ziemlich unter Stress stehen würde, wenn mich jemand beim Essen beobachten würde. Ich meine, es dürfte inzwischen über 15 Jahre her sein, dass ich mal was in der Gegenwart anderer Menschen gegessen habe. Alles sehr ramontisch.

gZanzM-anlderexr


Meine Geschichte, Teil 4

Ein anderes der ganz praktischen Probleme wäre noch, dass ich etwas schlecht höre. Es ist nicht so schlimm, dass ich ein Hörgerät bräuchte. In einem Raum mit einem anderen Menschen habe ich kein Problem, den zu verstehen. Aber in einer Gruppe z.B. in einem Cafe mit anderen Menschen im Hintergrund, höre ich nur noch allgemeines Gemurmel und verstehe kein einziges Wort mehr. Da kann man sich prächtig unterhalten...

Naja, das sind die "kleineren" Probleme. Das sind die Startschwierigkeiten, warum ich keine Frau anbaggern könnte. Dazu gesellen würde sich noch, dass ich ein kleiner, dicker Zombie bin mit der Ausstrahlung eines Mülleimers. Es gibt schlicht nichts, mit dem ich eine Frau anziehen könnte, und selbst wenn diese erste Hürde überwunden wäre, es gibt ebenso nichts, was ich ihr nachher bieten könnte. Keine Frau, die halbwegs klar im Kopf ist, würde sich mit so jemanden einlassen.

Aber die größeren Probleme kämen ja auch erst, wenn sie es doch täte. Ich würde mit sowas nicht klar kommen, das wäre permanenter Stress, egal wie sehr ich sie liebe. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich zurück in die Depressionen fallen würde, wäre sehr hoch. Spätestens wenn es mal Probleme gibt oder die Beziehung wieder auseinander geht. Und eine einseitige Liebe, die nicht erwiedert wird, könnte ich auch kein zweites mal ertragen. In dieser Hinsicht bin ich einfach angeschlagen. Und eine Situation wie damals würde mich heute im mindesten Fall meinen Job kosten, wenn nicht mehr. Das ist ein Risiko das ich nicht eingehen kann. In Anbetracht dieser Probleme gibt es keine andere Schlussfolgerung, als dass ich das Thema Freundin ad acta legen kann, was ich im Grunde auch schon getan habe.

Und selbst wenn sich all diese Probleme in Luft auflösen würden. Eine Beziehung bring so vieles mit sich, das ich hinten und vorne nicht nur nicht KANN sondern auch nicht WILL. Ich will keine gemeinsamen Unternehmungen, ich will zuhause bleiben und meine Arbeit tun. Ich war mein Leben noch nie im Urlaub und will das auch nicht. Ich will auch nicht mit dem sozialen Umfeld einer potentiellen Freundin konfrontiert werden. Ich suche EINE Person für ganz bestimmte Dinge. Ich will mit ihr reden, ich will für sie da ein können, ich will geliebt werden und meine Liebe zeigen dürfen, nicht wie damals zu meiner Uni Zeit, wo ich diese Gefühle verstecken musste und mir vor jeder Aktion überlegen musste, ob das auch nichts ist, was sie falsch verstehen könnte, und ich will Zärtlichkeiten erfahren und geben dürfen. Und das ist aber dann auch alles.

Es ist klar, dass ich unter den gegeben Umständen die meisten dieser Wünsche abhaken kann. Das ist auch ein Punkt, mit dem ich mich mittlerweile eigentlich bereits arrangiert habe. Nicht nur, dass alles andere nicht praktikabel wäre, in Anbetracht der Konsequenzen einer Alternative ist das einfach die beste Lösung für mich.

Einen Punkt, den ich aber noch nicht ganz aufgegeben habe, ist der Punkt Zärtlichkeiten. Was mich zurück zu meinem letzten Posting bringt. Die Bordelllösung wäre natürlich nur eine Näherung. Die wenigsten Frauen in diesen Job nehmen sich viel Zeit für einen, für die meisten besteht das Ziel ihrer Tätigkeit in der Herbeiführung einer Ejakulation. Das ist natürlich nicht was ich will, das kriege ich zur Not auch noch selbst hin. Es gibt jedoch auch Frauen, die sich mehr bemühen, z.B. "Edelhuren", mit denen man eine ganze Nacht in einem Hotel verbringen kann. Diese Spass kostet dann aber auch um die 1000 EUR für eine solche Nacht -- in der ich dann vor Aufregung wahrscheinlich keine Erektion, dafür aber einen Herzinfarkt kriegen würde... Diese Option ist aber rein aus finanzieller Sicht keine Lösung für mich, schon gar keine dauerhafte. Es soll aber auch in Bordellen Frauen geben, die sich mehr Zeit nehmen, Nähe und Zärtlichkeiten zu vermitteln. Natürlich muss man die suchen. Ich erwarte auch nicht, dass mein erstes Mal der geniale Überhammer wird. Ich gehe viel mehr davon aus, dass es erstmal peinlich wird, dass ich nicht auf Anhieb an eine "geeignete" Frau gelange und dass wahrscheinlich mein Kopf das einzige Organ sein wird, dass sich prall mit Blut füllt. Aber in dieser Hinsicht habe ich Hoffnung. Wer suchet, der findet und Übung macht den Meister.

Dem gegenüber stehe jedoch eine ganze Reihe Probleme mit der Bordelllösung. Z.B. habe ich Angst, in was ich da hineingerate. Prostitution hat bei uns immer noch einen sehr schlechten Ruf mit jeder Menge Klischees von Zuhälterei, Menschenhandel und Frauen, die sich dadurch ihre Drogen finanzieren u.ä. Bis vor wenigen Jahren wurden in Bordellen regelmässig Razzien durchgeführt. Es fällt mir sehr schwer zu beurteilen, inwiefern das heute nur noch Klischees sind oder der Realität entspricht -- im allgemeinen sowie in einem, zu findenden, konkreten Fall. Ich meine, ich kann natürlich nicht erwarten, dass eine Frau mit einem Typen wie mir aus Lust ins Bett steigt, das passiert mir nichtmal in meinen Träumen. Aber ich will zumindest, dass sie es ohne Zwang tut und als normale Dienstleistung betrachtet und nicht die ganze Zeit über denkt, dass sie da raus will. Das wäre mir schon sehr wichtig, nur weiß ich nicht, was ich tun soll, um so jemanden zu finden. Wahrscheinlich könnte ich nur hoffen.

Ein anderer Punkt ist, dass ich schon auch Angst habe, mir da was zu holen. Es gibt genug ernste Krankheiten, die trotz Gummies übertragen werden können. Natürlich ist das letztendlich ein Risiko, dass man immer eingeht, wenn man mit jemanden Sex hat, aber das Risiko ist halt mit einer Partnerin, die jeden Tag fünf andere plattfickt, schon größer. Deswegen küssen die meisten Prostituierten auch nicht. Und während das gut in Puncto Infektionsrisiko ist, würde ich das Küssen schon sehr gerne mal erleben.

Das sind Punkte, bei denen ich wohl letztendlich einfach irgendwann selbst entscheiden muss, ob es mir das Risiko wert ist und ob ich bereit bin, diesen Weg zu gehen.

Was mir dagegen noch mehr Kopfzerbrechen bereitet ist, dass ich mir unschlüssig bin, ob mir das letzten Endes wirklich was bringen würde oder die Situation am Ende gar unumkehrbar verschlechtert, was mich zu Option (b) in meinem letzten Posting bringt. Wenn ich eine geeignete Prostituierte finde, das Ganze irgendwann gelernt habe und dann vielleicht 2 mal im Monat regelmäßig genieße, könnte ich mir schon vorstellen, dass das eine Bereicherung für mein Leben wäre. Auch wenn das misslingt und mir im Endeffekt nichts bringen sollte, wäre es ein Fortschritt. Der Bann, nie in meinem Leben Sex gehabt zu haben, wäre dann gebrochen und ich wüsste zumindest, dass mir das auch nicht wirklich weiter geholfen hat. Wovor ich aber Angst habe sind die Gefühle, die jetzt in mir möglicherweise nur schlummern und durch so eine Aktion ans Tageslicht befördert würden. Was ist z.B., wenn ich feststelle, dass das zwar alles schön ist, ich aber doch viel mehr will? Man kommt da schnell an seine finanziellen Grenzen. Durchschnittlich haben Paare rund 3 mal die Woche Sex. Und ich habe noch dazu viele Jahre aufzuholen... Es kann sein, dass daraus ein Verlangen resultiert, das ich mir einfach nicht leisten kann.

Auch ist denkbar, dass mir die Umsetzung dieses Traums in die Realität erst so richtig bewusst macht, was mir eigentlich doch alles fehlt und mir eine richtige Freundin umso mehr wünsche. Aus dem resultierenden Konflikt dieses Wunsches mit dessen Praktikabilität könnte ich in eine neue Krise und zurück in die Depression verfallen. Und auch wenn ich mich mittlerweile davon gut erholt habe, sowas hinterlässt Schäden und nochmal stehe ich das nicht durch, aller Medikamente und psychologischer Hilfe zum Trotz.

Der Schluss aus dieser Sichtweise wäre: Lass es bleiben. Ich komm mit meinem Leben ja letztendlich recht gut zurecht und habe auch über 30 Jahre überlebt, obwohl ich in Sachen Sex auf mich alleine gestellt war. Also lieber den Spatz in den Hand als die Taube auf dem Dach und das Ganze vergessen, abhaken und versuchen ein Leben ohne Sexualität zu führen.

Zwischen diesen beiden Optionen bin ich nun hin- und hergerissen. Soll ich es wagen, das Risiko einzugehen mit einer gewissen Gewinnaussicht, meine Lebensqualität dadurch vielleicht zu verbessern, oder sind die Risiken zu groß und ich sollte das Thema ad acta legen und mich auf meine Arbeit konzentrieren und hoffen, dass sich der Wunsch nach Zärtlichkeiten irgendwann legt.

Diese Gedanken spinnen mir nun schon ziemlich lange im Kopf rum. Zu dem Versuch durchringen kann ich mich nicht und das Ganze zu vergessen gelingt mir auch nicht.

Oh weh oh weh, wenn das jemand alles gelesen hat fress ich nen Besen. Sollte es doch jemanden geben, dann vielen Dank fürs Lesen und natürlich würde ich mich über Gedanken aller Art dazu freuen.

hxerr kNoxch


en guete

habs also gelesen.

hm. du hast also eigentlich kein problem mit deinem einzelgängerischen dasein ... was ja auch nicht schlimm ist. solange du damit klarkommst, musst du ja nichts ändern.

das wegen der nähe, dem da sein ... ich weiss nicht, ob nicht eher ein kleiner kollegenkreis da vielleicht gut wär als eine frau ... weil in einer beziehung entstehen vielleicht bedürfnisse, die dich überfordern. und das mit dem überfordern kenn ich. vor dem hab ich auch angst. nur ... im unterschied zu dir bin ich eher ein geselliger mensch. selbstverständlich brauch ich auch meine zeit für mich, wie jeder. aber manchmal bin ich echt gern unter leuten. und unter bekannten bin ich auch ziemlich offen. bis aber jemand "neues" mein vertrauen bekommt, vergeht seine zeit ... und ist sehr typabhängig.

wenn ich die passagen übers bordell lese, merke ich, du willst da nicht hin. was ich absolut verstehen kann. weil ... was kriegst du da schon ... gut ... das gute alte rein-raus-spiel. aber den grund, warum ich nicht zur prostituierten will, erwähnst du auch. die möglichkeit, mehr zu wollen. und ich bezieh das nicht zwingend auf die quantität (also mehr sex), sondern auf die qualität (nicht nur sex). also nicht nur rein-raus, sondern das ganze programm. auch mal nur neben jemandem einschlafen ... was du ja mit zärtlichkeit wohl auch meinst.

hast du in der therapie dieses thema auch mal angeschnitten? was ist da der rat der fachperson? ich hab vorbehalte gegen sowas. für mich persönlich. ich stuf mein problem nicht als so dramatisch ein, dass ich dafür professionelle hilfe bräuchte ... allerdings ... vielleicht würds mir die angst nehmen. die angst vor dem unbekannten ... weiss nicht ...

naja. da meine nacht nun noch 6 stunden dauert, widme ich die mal dem schlaf.

man liest sich.

lYunacy luqnacy


hi,

habe jedes Wort gelesen.

Du hast am Schluss nach Gedanken gefragt: ich denke...

Vielmehr, ich sehe, du bist vorsichtig geworden, sehr vorsichtig..

Und jetzt darf ich mal frei assoziieren. Es sind sehr lebendige Bilder, die mir gekommen sind, zwei Stück. Erst habe ich deine Geschichte gelesen und empfunden. Dann kamen die zwei Gedanken. Der erste war: er lässt nicht los. - Ich habe mal eine Geschichte von einer Frau gelesen, deren Mann sich nach Jahrzehnten der Ehe von ihr trennte - völlig ohne Vorwarnung, gerade als sie am glücklichsten war. Bitte denk jetzt nicht daran, dass sie ja eine Beziehung hatte - es geht mir um die Trauer, die dann kam. Diese Frau hat dann eine Woche lang getrauert, sie war allein in ihrem Haus, Heulen, Schreien, Leiden, alles drin, und sechs Tage am Stück. Wirklich am Stück. Und dann war diese Phase durch.

Und genau das führte mich dann zum nächsten Bild, zu genau dem, was du meiner Empfindung nach machst. Du bist wie ein Feuerläufer, der stehenbleibt, mitten in der Glut. - Feuerläufer laufen über einen ca. sechs Meter langen Streifen aus glühenden Kohlen, aber sie tun es zügig, sonst verbrennen sie sich. Bleibt einer stehen, verbrennen seine Fußsohlen.

Du bist durch die Phase der Trauer, der unglücklichen Liebe nicht hindurch gegangen damals - du bist anders weiter gegangen - das ist alles in dir steckengeblieben - bis es dich verbrannt hat.

Feuer gilt als Zeichen der Erneuerung...

lassen wir es für jetzt bei den starken Bildern...

gute Nacht! :-)

d@j eRlemennt owf crimxe


@ ganz-anderer:

ich habs auch gelesen. Ich finde es sehr anrührend. ich habe die gane Zeit gedacht: was du eigentlich brauchst ist vielleicht eher ein Freund oder eine Freundin als eine Partnerin.

Aber jetzt bist du im Forum. Ich denke das ist sehr gut. Hast du dich zuvor schon an internet-communities beteiligt? Da kann man auch freundschaften haben

@Looking4Love:

evtl sind hier auch andere JM mit einem wie auch immer gearteten Handicap?

Ja. ich!

Ich hab das hier schon ca. 20 mal reingeschrieben und komm mir etwas blöd dabei vor, aber ich erzähls nochmal, damit du nicht rumblättern musst. Ich leide unter Dysartrie, bedingt durch Sauerstoffmangel bei der Geburt. Das spiegelt sich in einem Sprachfehler am stärksten wieder, d.h. ich lalle leicht und meine Stimme macht gelegentlich Kapriolen. Klingt ein wenig wie besoffen. Und ich kann kein 'R' ausspreche. Die meisten Leute verstehen mich, aber verbergen kann man es nicht. Da ich auch etwas langsamer spreche denken manche vielleicht auch ich wäre geistig nicht so fit. Aber das stimmt nicht!

Außerdem habe ich eine motorische Schwäche, die sich z.B. beim Suchen nach Kleingeld zeigt. ich fang dann an zu zittern, wenn es schnell gehen muss. Ich vermute mal die kassiererin bei meinem bevorzugten Supermarkt hält mich für nen Alki deswegen. auch wenn ich nie Alk dort kaufe...

inwieweit das was mit der Frauenproblematik zu tun hat weiß ich nicht. Früher dachte ich es liege nur daran. Inzwischen bin ich mir da nicht mehr so sicher, denn ich kann generell gut mit Frauen umgehen. Sogar besser als mit männern. mein Freundeskreis besteht mittlerweile zu ca. 85% aus Frauen. aber keine Freundin. Oft denke ich sogar, es war alles nur ein großer zufall. Ein missverständnis. Oder ich hab einfach nicht aufgepasst und die letzten 50 Frauen die in mich verliebt waren einfach nicht gemerkt.

Und jetzt muss ich noch ein Geständnis machen das mir gerade als hoffnungsvollem Nachwuchs-Akademiker nicht leicht fällt aber ich LIEBE "Verliebt in Berlin".

Apnt+iMixke


@ ganz-anderer

gar keine herausforderung es zu lesen, du schreibst ganz gut.

zu den prostituierten:

ich weiß nicht wie groß deine stadt ist aber es gibt auch sowas wie hobbynutten; ich bin kein experte aber ich glaube das passiert ähnlich dem prinzip kontaktanzeigen (so trifft man sich anstatt ins bordell zu gehen).

erkundige dich wo die announcieren, ruf an, frag wie das genau abläuft, sag dass du sehr schüchtern bist, sag dass du zuerst 15minuten reden willst, bei einer der du ein halbwegs gutes bauchgefühl hast, mit der kannst du dir ausmachen dass sie zb jedes monat kommt.

denk daran dass du der kunde bist, du gibst ihr viel geld -> du kannst die bedingungen festlegen, sie kannn es machen oder auch nicht, das steht ihr frei.

zb ihr sagen dass du für eine bestimmte zeit zahlst, wenn du keinen hochkriegst dass sie nicht aufsteht, das geld nimmt und geht sondern dass sie die zeit trotzdem dableibt.

du kannst sie ja auch nur mal etwas halten und streicheln und so zeugs, du brauchst das auch um überhaupt fortschritt zu machen, dass du einmal relaxt genug für eine erektion bist.

vielleicht ist es garnicht so blöd mit ihr generell zuerst mal 'nur kuscheln' auszumachen, zu einem niedrigeren preis natürlich.

das habe ich mir jetzt schnell in 3min zusammengedacht, sei dir nur bewusst dass du grundsätzlich alle möglichen deals anbieten kannst. ich meine andere wollen alle möglichen fetische, du willst zb 15min vorher mit ihr reden und dann erst entscheiden ob du mehr zahlst und auch kuschelst. überlege was du genau willst, dann frage nach dem preis dafür.

die angst sagt dir immer 'bleib genau so wie es jetzt schon ist, da weiß ich wenigstens den ausgang'.

unsere gefühle bestimmen unser handeln stark, wir finden meist nach den gefühlen 'gute gründe' warum wir handeln.

diese sind meist schlicht ausdruck unserer angst. was wahres ist immer dran, zb mit den geschlechtskrankheiten. aber überleg mal, 30 jährige jungfrau, hast du angst davor mit prostuituierten mit kondom sex zu haben während einige wenige typen in ihrem leben mit über 1000 schlafen. jungfrauen die sich sorgen um geschlechtskrankheiten machen - finde ich schon eine spur witzig.

ein typ geht nie aus dem haus weil er sich einen schnupfen holen könnte? 'ich will keine gute gefühle erleben weil ich sie sonst gerne immer wieder erleben würde'

was ist der sinn des lebens? dinge zu erleben oder das leben ohne gefahren zu überleben? hast du angst vor dem tod? denk mal durch warum es keine große sache ist wenn du in 5min sterben würdest. du würdest einfach nichts mehr mitbekommen. du willst nicht sterben? was willst du vorher noch tun?

selbst wenn du nach dem einen mal sex bzw dem einen mal

kuscheln nie wieder sex hast kannst du jedes mal beim wichsen daran denken und es quasi immer wieder erleben

wünsch dir alles gute

mike

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