Jungmann mit 25 Jahren: Meinung von Frauen

L|ewiaxn


Bergsteiger

Betsy hat einiges Bedenkenswerte zu deiner Situation geschrieben. Ich moechte das aus der Sicht eines Mannes ergaenzen, der sich schon in aehnlichen Situationen befunden hat wie du jetzt und mit aehnlichen Vorstellungen - und der spaeter gelernt hat, einem Irrtum aufgesessen zu sein.

Der Hauptirrtum ist glaube ich folgender: Du glaubst, das Problem beruht auf einem Missverstaendnis, welches sich durch ein Gespraech klaeren liesse.

Aber wozu das Gespraech? Sie hat dir derzeit nichts zu sagen. Dass du ein Gespraech willst, bedeutet aber, dass du (unter anderem auch) willst, dass sie dir was sagt. Nur was? Sie hat dir eine klare Grenze gezeigt und ist an nichts anderem von dir interessiert als vor dir Ruhe zu haben. Du bist noch nicht "entliebt", und das haelt sie fuer gefaehrlich - nicht allzu unverstaendlich. Wenn du jetzt auf ein Gespraech draengst, fuehlt sie sich bedraengt. Nicht zu Unrecht.

Nun hat sie etwas getan, worueber du dich zurecht geaergert hast. Musst du dir das bieten lassen? Nein. Du darfst dich sehr wohl bei ihr beschweren, wenn du nicht willst, dass sie so mit dir umgeht.

Du hast ein Recht, ihr zu sagen, dass du das verletzend fandst und nicht so behandelt werden moechtest.

Kein Recht hast du darauf, irgendeine Reaktion von ihr zu bekommen.

Ich denke, du vermischt zwei Sachen. Naemlich zum einen deinen verstaendlichen Aerger, zum anderen aber deine Gefuehle fuer sie bzw. dein JM-typisches Harmoniebeduerfnis. Du darfst deinen Aerger kundtun und ihr Grenzen setzen (so wie sie es auch dir gegenueber getan hat), keine Frage. Du aber willst mehr. Du willst deinen Aerger kundtun und dabei gleichzeitig irgendwie kontrollieren, dass sie dich dabei so genau versteht, dass sie dir trotz allem nicht boese ist. Deswegen willst du das Gespraech, das ist meine Interpretation.

Und dabei hast du dich geschnitten. Denn du spielst auf deine Rechnung und sie spielt auf ihre. Du kannst im Moment nicht hoffen, dass diese Positionen irgendwie durch ein Gespraech, das die Missverstaendnisse wegraeumt, wieder zusammenfinden. Der Kernpunkt ist, dass sie im Moment nichts mit dir zu tun haben will, und da gibt's kein Missverstaendnis.

Wenn du ihr gegenueber innerlich frei waerest, wuerdest du ihr klarmachen, wo fuer dich die Grenzen sind, ohne Ruecksicht auf Verluste, und also ohne "klaerendes Gespraech".

Das waere fuer sie auch einfacher - denn sie wuesste dann, dass sie sich um deine Gefuehle keine Sorgen und kein schlechtes Gewissen machen muss, weil du selber auf sie aufpassen kannst - ohne ihre Grenzen zu ueberschreiten.

Manche Arten von Egoismus haben nichts mit Arschlochtum zu tun, sondern damit, dass man zeigt, wer man ist, und nicht dem anderen durch uebertriebene Ruecksichtnahme das Gefuehl gibt, einen mit Samthandschuhen anfassen zu muessen.

Was die Geschenksituation angeht, denke ich nach wie vor, dass für uns beide das Beste war, ihr die Wahrheit zu sagen. Die Situation wäre ansonsten für beide unmöglich gewesen, weil sie es ohnehin gespürt hat, nur hat sie es nicht wahrhaben wollen, aus welchem Grund auch immer.

Naechster Irrtum.

a) Es ist nicht an dir, zu entscheiden, was fuer sie das Beste ist (wie gesagt, du spielst auf deine Rechnung, sie auf ihre).

b) Da sie dir bereits vorher gesagt hat, dass es zwischen euch fuer mehr nicht reicht, hat sie die Wahrheit sehr wohl schon vorher klargehabt.

Ich glaube, sie war nicht deshalb schockiert, sie war aus einem anderen Grunde schockiert. Sie hatte gehofft, dass du nach ihrer Warnung deine Ambitionen ganz unspektakulaer einstellst und weiter die Freundschaft mit ihr fuehren willst - dass du trotz Warnung einen Schritt weitergegangen bist, hiess fuer sie, dass du die Freundschaft opferst fuer eine kleine Chance, mehr zu bekommen - etwas, wofuer sie nicht zu haben war.

Natuerlich wolltest du die Freundschaft eigentlich gar nicht opfern. Aber das ist ihr Irrtum. Und dieser Irrtum hat sie so sehr mitgenommen.

Ich bin mir recht sicher in dem was ich sage, weil ich sowas ziemlich praezise so auch erlebt habe - und die betreffende Frau mir einige Monate spaeter tatsaechlich doch die Chance gegeben hat, herauszufinden, was wirklich los war - als sie sich davon ueberzeugt hatte, dass ich nunmehr wirklich harmlos war.

Ich wuensche dir, dass du auch so viel Glueck hast.

LAewixan


Meistermarkus:

Willkommen! Mir hat in deinen Postings vieles gefallen, insbesondere deine entspannte Einstellung und Erkenntnis, dass es dir nicht so vorrangig wichtig ist. Du stehst dazu, anders zu sein als der Mainstream. Sehr gute Einstellung!

Ein wenig schmunzeln musste ich aber, als ich deine Ausfuehrungen zum Thema Treue und Liebe las. Solche Theorien klingen ein wenig seltsam von jemandem, der's noch nie erlebt hat.

Echte Liebe, so wie ich sie kenne, ist dazu geeignet, im Leben so einiges ueber den Haufen zu werfen - wart's mal ab. Ich hoffe, wenn das Abenteuer Liebe fuer dich mal beginnt, bist du offen genug, was dich an vorher sauber ausgebrueteten Theorien behindert, rechtzeitig in den Mueeleimer zu werfen!

Steffi:

Du hast du unserem Jungmannkreis ja nun einen schweren Schlag versetzt. So grausam konntest du sein! @:)

Zyme:

Klingt recht einleuchtend, was du schreibst.

hSer[r kDo*ch


steffi müsste nun als strafe einen von "uns" einführen. oderso. ;-D

S^tefqfi 8x3


Ja ich bin grad in so ner "Männer-können-mir-gestohlen-bleiben"-Phase und Jungmänner sowieso....

Bin leicht frustriert aber hab meinen Galgenhumor noch ;-)

hMerr kxoch


würdest du bitte noch meine frei interpretierbare aussage kritisieren oder wenigstens hinterfragen? :-p

SVt`effi p83


Müsli das ignorier ich lieber. Oder soll ich noch was zu der Sache mit der Briefwaage sagen? ;-)

h&err Vkoxch


ganz wie du willst, chäferli ;-)

J]ackiaroxo


@Zyme

Deine Geschichte erinnert mich etwas an meine. Ich war auch mal bei nem Therapeuten. Das Problem der mangelnden sexuellen Erfahrung habe ich dabei aber am Rande angesprochen.

Pass auf dass du dier da nix einredest. Man wird täglich an Sex erinnert und zu sagen, dass man sich wegen der mangelnden eigenen Erfahrung weniger Gedanken macht klingt fast unglaubhaft. Ehe man kein befriedigendes Sexualleben hat, wird das immer eine gewisse Belastung bleiben. Ich hoffe du unterdrückst das nicht und es trifft dich nicht irgendwann wieder umso härter.

Ich hatte auch mal das Gefühl, dass mir die mangelnde Erfahrung auf einmal weniger ausmacht und bin noch passiver geworden. Nur damit erreicht man auch nichts. Irgendwann kommt wieder der Punkt wo man sich fragt, ob man sich in Sachen Sexualität und Partnerschaft weiterentwickelt hat und zurückblickend feststellt, das man dahingehend gar nichts unternommen hat. Ich überlege gerade ernsthaft wie ich mein Verhalten hin zu mehr Aktivität ändern kann, denn alles andere bedeutet Aufgeben.

R(aVjMerYchant


einführen

;-D

h)err/ kOoch


rajMerchant

natürlich nicht den ganzen ;-D

L%ewi-an


Jackaroo

Das Leben ist wie es ist.

Ob man das fuer ein Problem haelt oder nicht, ist immer nur eine Frage des Sich-Einredens.

Wenn du es zur Zeit als Problem empfindest, tust du recht daran, etwas dagegen zu tun. Aber wer es nicht fuer ein Problem haelt, der hat auch keines, und sollte sich auch keines einreden lassen.

Und sollte sich das irgendwann wieder aendern, kann er auch dann noch was tun - das ist dann naemlich der richtige Zeitpunkt und nicht jetzt.

BRets!y'2006


Bergsteiger,

ich hoffe, Deine Äusserung, dass Du die Nase voll hast von diesem Thema bezieht sich nicht auf meine Kommentare?! Ich möchte an dieser Stelle noch mal ganz klar feststellen, dass ich auf Deiner Seite bin und dass ich sehr gut nachvollziehen kann, wie es Dir geht. Denn wie gesagt, ich war auch schon mehr als einmal in derselben Situation. Indem ich Dir hier alles unter die Nase reibe, was gegen das Gespräch spricht, möchte ich Dir lediglich helfen, die Situation klarer zu sehen. Was Lewian in diesem Zusammenhang geschrieben hat, finde ich übrigens sehr gut und sehr wahr!

Offensichtlich ist es ihr ziemlich Nahe gegangen, aber keine Ahnung warum. (...) Als Frau müsstest du das doch eher verstehen können...

Da ich Deine Kollegin nicht kenne, kann ich Dir beim besten Willen nicht sagen, warum sie geweint hat. Ich kann Dir lediglich sagen, wie ich mich in dieser Situation gefühlt hätte, aber Anspruch auf Repräsentativität hat das natürlich nicht... Mir wäre ungefähr folgendes durch den Kopf gegangen: "Oh Mann, was soll den das jetzt? Ich habe doch durch den Hinweis, dass mehr als Freundschaft nicht drin ist, alles getan, um diese für mich wichtige Freundschaft aufrecht zu erhalten. Und was macht er? Er tritt diese Freundschaft mit Füßen, indem er mich in diese unanagenehme Situation bringt, nur weil er meine Gefühle nicht akzeptieren kann. Wie soll ich da bloss heil wieder rauskommen?! Ich will ihm nicht weh tun, aber ich kann ihm auch nicht geben, was er braucht/will."

Wenn sie mir sagt, dass ich nach 3 Monaten gefälligst nicht mehr in sie verliebt zu sein habe, wird das wohl für sie auch kein Problem sein, oder?

Die Tatsache, dass sie während des Offenbarungsgesprächs in Tränen ausgebrochen ist und die unbeholfene Art, wie sie auf Deine Auskunft reagiert hat, dass es Dir "schlecht" geht, zeigen meiner Meinung nach vor allem eins: Dass sie mit der Situation, in die Du sie gebracht hast, einfach restlos überfordert ist. Wenn ihr das alles völlig egal wäre, wäre sie vermutlich einfach darüber hinweggegangen.

In einer freundschaftlichen und auch in einer beruflichen Beziehung erwarte ich Ehrlichkeit, Offenheit und Fairness. Wenn ich die Sache so auf sich belasse, sende ich doch auch irgendwie das Signal aus, dass ich mir alles von ihr bieten lasse. Dann ist für mich die freunschaftliche Beziehung gelaufen, weil ich den gegenseitigen Respekt vermisse. Wenn allein sie die Themen bestimmt, Grenzen nicht respektiert, wo ist dann eine minimale gemeinsame Basis?

Fairness bedeutet auch, dem anderen die Möglichkeit zu geben, Abstand zu gewinnen, wenn er diesen braucht. Wenn Du das Gefühl hast, sie geht zu weit, dann sag ihr das besser in der jeweiligen Situation, ansonsten wird plötzlich kleinen Vorkommnissen eine Bedeutung gegeben, die völlig unangemessen ist. Natürlich waren ihre Kommentare neulich nicht nett, aber man muss auch sehen, dass zwischen Euch die emotionalen Wellen gerade ziemlich hoch schlagen und in solchen Situationen sagt man schonmal Dinge, die sich im Nachhinein als nicht so glücklich formuliert herausstellen.

Auch dass sie allein die Themen bestimmt kann ich so nicht sehen, denn sie hat lediglich festgestellt, dass sie über ein bestimmtes Thema nicht mehr sprechen möchte. (Zugegebener Maßen ist das etwas schwierig, da es für Dich das mit Abstand wichtigste Thema zwischen Euch ist.) Wenn es aber tatsächlich so ist, dass sie sich mit der Situation an sich überfordert fühlt, ist das für sie eine notwendige Maßnahme zum Selbstschutz.

Es ist immer schwierig, mit Gefühlen wie Zurückweisung und Verletztheit klarzukommen. Aber das liegt ganz allein bei Dir, denn es sind Deine Gefühle und letztendlich Dein Problem, da ist sie völlig außen vor. Und sorry, dass ich das so hart sagen muss, aber der Einzige, der bei dieser Geschichte ganz massiv die Grenzen des anderen verletzt hat, bist Du. Sie zeigt ihre Grenzen immer wieder sehr offen und ehrlich (Hinweis "mehr ist nicht drin", Kommentar "nach 3 Monaten muss es aber mal gut sein", keine Antwort auf die letzte E-Mail), jetzt ist es an Dir, ihre Grenze (nur Freundschaft) zu akzeptieren und das beste draus zu machen - oder es zu lassen.

Denn wenn Du wirklich denkst, dass es keine gemeinsame Basis mehr gibt und dass sie - überspitzt gesagt - ein gemeiner, oberflächlicher Mensch ist, weil sie mit Deinen Gefühlen nicht besser umgehen kann, hindert Dich ja auch niemand daran, nie wieder ein persönliches/privates Wort mit ihr zu wechseln und statt dessen ein paar neue private Kontakte auf der Arbeit zu knüpfen, mit denen Du Dich wohler fühlst.

Liebe Grüße

S6tef<fi x83


Ob man das fuer ein Problem haelt oder nicht, ist immer nur eine Frage des Sich-Einredens.

Das denk ich nicht. Wenn man etwas als Problem empfindet, dann ist das so. Auch wenn man eigentlich zufrieden sein könnte weil es einem gut geht. Aber wenn man etwas vermisst oder etwas möchte und es klappt nicht ist man unzufrieden und das hat man sich nicht eingeredet. Das empfindet man dann einfach so.

Bpergszteiger x78


Betsy, Lewian

ch hoffe, Deine Äusserung, dass Du die Nase voll hast von diesem Thema bezieht sich nicht auf meine Kommentare?!

Nein, wo kämen wir denn da hin... Im Gegeteil: Ich bin sehr froh um eure Kommentare! Ein grosses Merci an dich und Lewian: @:) @:)

JzacMkarxoo


Das Leben ist wie es ist.

Ob man das fuer ein Problem haelt oder nicht, ist immer nur eine Frage des Sich-Einredens.

Wenn du es zur Zeit als Problem empfindest, tust du recht daran, etwas dagegen zu tun. Aber wer es nicht fuer ein Problem haelt, der hat auch keines, und sollte sich auch keines einreden lassen.

Und sollte sich das irgendwann wieder aendern, kann er auch dann noch was tun - das ist dann naemlich der richtige Zeitpunkt und nicht jetzt.

Bei der Jungmannproblematik finde ich ist es leichter jetzt was zu ändern als später.

Vor einigen Monaten stand ein Artikel über Jungmänner jenseits der 30 in der Zeitschrift "Woman". Dort schrieben auch einige (nicht anonym!) die dann mit Anfang 30 ihr Leben geändert haben und eine Partnerschaft führen. Die schrieben u.a. das sie den Schritt raus aus dem Schneckenhaus schon viel früher hätten machen sollen und das sie nicht wussten was sie verpassen. Ist man erstmal in ner glücklichen Beziehung fällt der Ärger über Versäumtes wohl recht gering aus, aber ich glaube das immer die Gefahr besteht die Veränderung nicht zu schaffen und einsam zu bleiben. Auch solche Schicksale gibt es sicher.

Es ist wahrscheinlich ein schmaler Grad auf dem sich der efektivste Umgang mit dem Problem bewegt. Und wenn man mal den Wunsch nach Sexualität und Partnerschaft verspürt hat, glaube ich nicht, dass man den dann vorrübergehen wegreden kann, nach dem Motto ich brauche das jetzt nicht also ist es bis auf weiteres kein Problem. Damit belügt man sich meiner Meinung nach selbst!

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