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Mittelhand statt Skidaumen?

d=a:ffy9x9 hat die Diskussion gestartet


Gibt es das analog des Skidaumens für die Mittelhand im Daumenbereich? Ich befürchte, ich habe genau das, und das insgesamt unbehandelt. Ich habe nun Fragen zur Diagnostik und (möglichen) Therapie.

Vor mittlerweile vier Wochen habe ich mich unelegant vom Longboard (Skateboard) vor/seitwärts Richtung Strasse verabschiedet.

Dabei hat offensichtlich mein Daumenballen ein wenig zu viel Energie aiufnehmen müssen (bevor ich abrollen konnte).

Der Daumenballen schwoll als Ergebnis signifikant an - unten wie ich mittlerweile vermute als reine Prellung, aber auch auf der Oberseite der Hand (Handrücken bei der Kuhle) schwoll es ebenfalls in, mit entsprechendem Schmerz an der Oberseite der Hand.

Ca. drei Stunden nach dem Vorfall war ich im Krankenhaus; ein Röntgen des Handgelenks lieferte keinen Hinweis auf einen Bruch. Die gesamte Diagnose ist "Kein wesentliches Hämaton, Druckdolenz in der Tabatiere, Stauchungsschmerz Dig II", Beurteilung "Distorsion/Kontusion Hand". Ich wurde nach Hause geschickt mit Diclofenac-Salbe. Gleichzeitig gab es Anweisung zur Kontrolle beim Hausarzt eine Woche später, mit Augenmerk auf Kahnbeinbruch (Navikulare).

Bei der Kontrolle beim Hausarzt sechs Tage später schilderte ich signifikante Schmerzen beim Halten und Greifen mit der Hand - beispielsweise beim Öffnen von Flaschen oder das Hochziehen von Socken, auch wieder Schmerzen in der Tabatiere. Ich wies den Arzt auch auf einen langen blauen Streifen oben am Daumengrundgelenk hin. Ergebnis: "Diclofenac" und "kommen sie wieder wenn es nicht verschwindet".

Weitere zwei Wochen später (nun vor einer Woche) suchte ich dann den Hausarzt wieder auf; die Prellung am Daumenballen war verschwunden, aber ich hatte immer noch die gleiche Symptomatik - Greifen mit Daumen und Druck ist ... nicht gut. Nun gab es Röntgen; der Arzt kann keinen Kahnbeinbruch erkennen ("es müsste jetzt spätestens zu sehen sein"). Bei der Prüfung der Beweglichkeit im Bereich der Mittelhand wurde dann festgestellt, dass da ein wenig "zu viel" drin ist (ich würde es "schnappen" nennen). Ich wies dann auch darauf hin, dass genau in dem Bereich eine Schwellung und anscheinend erhöhte Temperatur vorliegt (mit der sehr sensiblen Oberlippe die Haut absuchen). Nur wurde ich überwiesen an einen Fachspezialisten (Termin in wenigen Tagen).

Da ich mittlerweile etwas genervt bin, versuche ich nun als Laie selbst zu verstehen was der Sachstand ist. Ich meine erkannt zu haben, dass ich keinen Skidaumen habe, sondern dass das körpernah nächstgelegene Gelenk (Mittelhand?) betroffen ist. Aufgrund der Unfalldynamik vermute ich, dass ich das Gelenk beim Aufprall von unten (Daumenballen) schräg nach oben belastet habe und damit ein Weichteil (Band?) nachhaltig beschädigt habe.

So, nun nach der Leidensgeschichte die Fragen:

a) Macht meine Meinung Sinn?

b) Wie kann man diagnostisch weiter vorgehen - und wie kann ich das dem Facharzt plausibel darlegen, sollte der sich nicht recht motiviert zeigen?

c) Welche Optionen kommen therapeutisch in Betracht?

Merci für jeglichen Input der die Reparatur dieses Dilemmas unterstützt :)

Antworten
dqaf}fy99


Antwort des Spezialisten: "Exakt, es ist das andere Gelenk. Wären Sie bei mir gelandet, dann hätten wir das schnell geflickt."

Quintessenz: Es gibt ein Leben unterhalb des Skidaumens, und es ist genau so begeisternd.

Spchnexehexe


Wären Sie bei mir gelandet, dann hätten wir das schnell geflickt."

Und was wird jetzt gemacht ???

d.affxy99


Es wird ... nichts ... gemacht.

Aussagen des Spezialisten:

<paraphrase>

Jetzt (also vier Wochen nach dem Vorfall) gibt es keine Dringlichkeit mehr irgendetwas zu tun. Jegliche Massnahmen (sprich: Operation) können ohne Verlust auch noch später durchgeführt werden. Eine Operation würde halt auch mit Konsequenzen und Therapie kommen.

Das Gelenk kann man so um ein Viertel aufklappen, ist noch OK so. Es ist unklar, ob das besser wird - es kann auch dauerhaft instabil bleiben.

Warten Sie einfach noch so um die drei Monate ab, mal schauen was dann ist. Machen Sie in der Zwischenzeit einfach das was geht, das macht keinen Unterschied.

</paraphrase>

... was natürlich bei verschiedenen Sportarten und einer Reihe von Lebenslagen eher nicht hilft. Und selbst beim Arbeiten am Computer ist etwas zu spüren und am Sattelgelenk auch zu sehen.

Meine Begeisterung hält sich in sehr engen Grenzen.

dEaffyx99


Ein Update: Nachdem gewartet wurde und sich nichts änderte, wurde dann im Oktober operiert.

Der Handchirurg hat eine Sehne aus Unterarm herausgezupft, an einem Mittelhandknochen ein Loch gebohrt, dann irgendwie das Sattelgelenk hochgezogen. Zusätzlich hat er noch ein wenig "die Kapsel zugemacht". Es folgten zwei Wochen Schiene am Unterarm mit Daumeneinschluss, dann Kunstoffgips im Miniformat um Daumen und Mittelhand.

Ergebnis heute, ohne jegliche Physiotherapie: Der Daumen scheint aktuell funktional allen meinen Ansprüchen zu genügen, ohne Beschwerden. Optisch sieht das ein wenig schräg aus mit leichtem Knubbel über einem Mittelhandknochen und einer leicht seltsamen Position des untersten Daumenknochens.

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