Probleme mit Calciumstoffwechsel, Nieren und Herz?

22.05.11  18:10

Hallo,

ich habe ein ziemlich kompliziertes medizinisches Problem, eventuell etwas mit dem Calciumstoffwechsel zu tun hat. Ich würde mich sehr über konstruktive Antworten freuen. Da ich mir momentan besonder um die Nieren Sorgen mache, bitte ich, hier zu antworten: [[http://www.med1.de/Forum/Nieren/584130/]] [[http://www.med1.de/Forum/Nieren/584130/]]

"Hallo zusammen,

ich mache schon seit Jahren eine medizinische Odyssee durch – von seit spätestens 2008 hatte ich einen Bandwurm. Im Jahr 2000 war ich au einer Feier, wo ich etwas aß, wo Drogen reingebacken waren, doch ich wusste das nicht. Da wurde etwas ausgelöst, weshalb ich 10 Jahre lang Noradrenalin- und Serotoninwiederaufnamehemmer bekam. Wer bei [[http://www.ht-mb.de www.ht-mb.de]] registriert ist, kann außerdem hier detailliertere Informationen lesen: [[http://www.ht-mb.de/forum/showthread.php?t=1158321 www.ht-mb.de/forum/showthread.php?t=1158321]]

Falls ich mal Zeit habe, werde ich vielleicht auch hier mal noch mehr Infos reinstellen.

Nun aber zu meinem aktuellen Problem: Bei mir geben jetzt Kalziumstoffwechsel, Herz und Nieren Anlass zur Sorge: In den letzten ca. 4 Wochen fühlte ich mich desöfteren so, als hätte ich am Abend zuvor gefeiert zu tief ins Glas geschaut (Übelkeit und leichtes Sodbrennen, Kopfschmerzen, Schmerzen am ganzen Körper) und das, obwohl ich aber weder gefeiert noch Alkohol getrunken habe. Gerade eben geht es mir wieder so.

In der Nacht von Freitag auf Samstag und am Samstag nachmittag hatte ich desweiteren im Schlaf wieder diese gefühlten Atemaussetzer. Ich bin deswegen am Samstag zur Notfallambulanz vom Krankenhaus. Der Hausarzt meinte, ja, dass ich bei erneuten gefühlten Herzrhytmusstörungen möglichst zeitnah ein einstündiges EKG machen lassen sollte. Ich hatte zwar nur diese gefühlten Atemaussetzer, bin aber eben dennoch zur Notfallambulanz. Die konnten allerdings nur ein paar-Sekunden-EKG machen. Es erfolgte jedoch noch eine sehr umfassende Blutuntersuchung inklsive Elektrolyte, Cholesterin, CRP, LDH, TSH, Leberwerte, Nierenwerte usw. und ich bekam eine Elektrolytinfuson.

Das EKG war sehr gut. Nur hätte ich eine "leichte T-Negativierung in V1". Ich solle auf jeden Fall Langzeit- und Belastungs-EKG sowie Herzultraschall machen lassen.

Mir fiel aber auf, dass ich mich bereits nach 10 min. von der Elektrolytinfusion ausgesprochen lebendig und stabil fühlte.

Die Blutwerte seien laut Krankenhausarzt alle sehr gut, auch die Nierenwerte. Okay, das Kreatinin passt, aber die glomuläre Filtrationsrate (GFR) macht mit Sorgen: im April lag sie noch bei 95, was auch schon nicht so toll ist. Jetzt liegt sie aber nur noch bei 65. Laut Onmeda befinde ich mich damit bereits in Niereninsuffizienzstadium II (www.onmeda.de/krankheiten/chr...on-1402-2.html). Ich habe den Krankenhausarzt auf die niedrige GFR hingewiesen, aber er fand das nicht problematisch, zumal doch das Kreatinin passt.

Dennoch finde ich das mit den Nieren bedenklich, ...

... 1. aufgrund meiner Symptomatik

... 2. weil bei der Urinuntersuchung im April etwas Blut im Urin festgestellt wurde

... 3. weil beim Nierenultraschall im April etwas festgestellt wurde, was vermutlich Nierengrieß ist.

... 4. weil ich in den letzten Monaten verschiedene schmerzhafte Unterleibsbeschwerden hatte

... 4. ich von 2001 bis 2011 Reboxetin und Fluoxetin bzw. und später statt Fluoxetin Citalopram bekam

... 5. ich im Winter 2010/2011 wegen einer bestimmten Form von schmerzhaften Unterleibsbeschwerden Finasterid bekam. Das Finasterid hat auch geholfen.

... 6. ich wegen der bakteriellen Überbesiedlung im Dünndarm Anfang 2011 Ciprofloxacin bekam.

... 7. im Jahr 2007 niedrige Werte für Vitamin D3, PTH und Phosphat festgestellt wurden. Dies kann wohl die Entstehung von Nierengrieß begünstigen. Außerdem ist unser Leitungswasser sehr hart und ich habe bislang viel Leitungswasser getrunken.

Ich frage mich nun, ob ich kommende Woche (morgen schon?) schon wieder zum Hausarzt rennen soll, bevor mir die Nieren gar die Grätsche machen, oder ob ich erstmal bis zum Termin beim Kardiologen am 31.05. abwarten soll.

Und ich frage mich, was ich gutes für meine Nieren tun kann, außer viel trinken (was trinke ich am besten? Wo ist nicht soviel Kalk drin?) und Alkoholverbot."

PrasWta83

23.05.11  08:17

Okay, das Kreatinin passt, aber die glomuläre Filtrationsrate (GFR) macht mit Sorgen

Das verstehe ich nicht so ganz.

Die GFR wurde doch bestimmt durch die MDRD-Formel berechnet und wenn das Kreatinin in Ordnung ist, müsste doch auch die GFR in Ordnung sein.

Hast du eventuell Laborergebnisse, welche du mal hier reinschreiben könntest?

pRraxa

26.11.11  18:33

Ich war inzwischen bei einer Nephrologin.

Diesmal gab es bei der Urinuntersuchung und bei Ultraschall keine Probleme mehr gegeben.

Ich hatte auch ab Juli keine Herzbeschwerden mehr.

Ab Ende August hat sich aber mein psychischer Zustand aufgrund bestimmter Ereignisse wieder drastisch verschlechter. Deswegen nehme ich inzwischen wieder Edronax. Selbst die Nephrologin hat mich dringend darum gebeten, wieder Antidepressiva zu nehmen und bloß nicht so schnell wieder abzusetzen.

Insbesondere, wenn ich 6 mg einnehme und nicht nur 4 mg, habe ich wieder desöfteren Herzstolpern oder Kreislauf-Versacken im Schlaf. Es handelt sich also offenbar um eine Medikamenten-Nebenwirkung. Aber damit muss ich wohl leben, immer noch besser als schwere Depression...

zu den Laborwerten: "im April lag sie noch bei 95, was auch schon nicht so toll ist. Jetzt liegt sie aber nur noch bei 65. Laut Onmeda befinde ich mich damit bereits in Niereninsuffizienzstadium II (www.onmeda.de/krankheiten/chr...on-1402-2.html)"

PoaVs4ta8x3

26.11.11  20:57

Es handelt sich also offenbar um eine Medikamenten-Nebenwirkung. Aber damit muss ich wohl leben, immer noch besser als schwere Depression...

Mußt Du wahrscheinlich nicht, denn Edronax ist ja nicht das einzige AD. Bei mir führt das Mittel ab einer bestimmten Dosis zu Harnverhalt.

Z^wacxk44

26.11.11  21:19

Wie kommst Du auf ein Calciumproblem? Warum Du Vitamin-D-Mangel hast, weißt Du, oder? Ißt Du vernünftig? Das wirkt sich auf´s Phosphat aus.

Oberhalb 50 ist dei MDRD-Formel nicht aussagekräftig.

Machst Du Dir schon immer Sorgen um Deine Gesundheit?

aRgnexs

28.11.11  19:03

Ich hatte am 14.11.2007 folgende Laborwerte:

Vitamin D3: 25 ng/ml (30 – 70)

PTH intaktes: 11 pg/ml (10 – 55)

Phosphat gesamt: 2,60 mg/dl (2,60 – 4,50)

Calzium im Serum 2,47 mmol/l (2,15 – 2,58)

Bekam dann Vigantol auf Rezept. Sollte jeden Tag 3-4 Tropfen nehmen.

Am 25.03.2008 hatte ich folgende Werte:

Vitamin D3: 40 ng/ml (30 – 70)

PTH intaktes: 14 pg/ml (10 – 55)

Phosphat gesamt: 3,94 mg/dl (2,60 – 4,50)

Calzium im Serum 2,59 mmol/l (2,15 – 2,58)

Eigentlich war ich im Sommer 2007 schon relativ viel draußen, aber anscheinend nicht genügend im September und Oktober.

Ich schränke mich beim Essen nicht bewusst ein. Ich esse 3 bis 5 mal am Tag, aber es fällt mir schon ziemlich schwer, mehr wie 2700 kcal/Tag zu essen. Bin 1,84 m groß und wiege nur 64 kg.

So arg viel Sorgen mache ich mir gar nicht, aber ich habe im Grunde seit meiner Kindheit eine endoreaktive Depression, die häufig in alle möglichen funktionellen Probleme resultiert und ich habe auch schon immer ein eher schlechtes Körpergefühl.

PYastxa83

29.11.11  15:49

Pasta83, wird diese Depression behandelt?

ZYwaBck44

29.11.11  15:50

Ach Du Schande! Klar, Edronax.

Z`wacjk4x4

29.11.11  15:51

Heute ist wohl nicht mein Tag. Natürlich: Ach du Schande.

ZBw!ack4x4

06.01.12  16:24

Ich habe gerade mal in einem kardiologischen Befund von letztem Jahr reingeschaut. Das war in der Zeit, als ich weder Edronax noch Citalopram nahm. Da steht unter anderem drin, QTc: 471 ms/120% Das bedeutet doch, dass sich selbst ohne Citalopram oder Edronax eine QT-Zeit-Verlängerung habe, oder? Der Kardiologe ist allerdings nicht weiter auf die QTc eingegangen und schrieb, dass alles in Ordnung wäre. Jetzt habe ich aber schon öfter gehört, dass Psychopharmaka lebensbedrohliche QT-Zeit-Verlängerungen auslösen können. Erst heute hatte ich beim Schlafen wieder starke Herzbeklemmungen. Ich weiß nicht recht, was ich machen soll, einfach anstandslos die Pillen weiterschlucken oder doch nochmal ärztlichen Rat einholen...?

P[astRa83

06.01.12  19:25

Wäre nicht das Einfachste eine erneute kardiologische Untersuchung? Der Vergleich der alten und der neuen Werte sollte dann doch eine Verschlechterung der QT-Teit-Verlängerung bestätigen oder ausschließen. Nicht jede im BPZ genannte unerwünschte NW tritt bei jedem Patienten auf.

Zgwackx44

06.01.12  19:46

Wobei man bzgl. der AD's nicht pauschalisieren kann. Und bzgl. der QT-Veränderungen sind die trizyklischen AD's zu nennen, nicht aber Citalopram (welches ein SSRI ist mit einem ganz anderen Nebenwirkungsspektrum).

Edronax (Wirkstoff Reboxetin) ist ein selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (NARI); also auch kein "Klassiker" bzgl. bekannter kardiologischer Nebenwirkungen.

Abgesehen davon:

Vielleicht mal weniger mit Werten und der Gesundheit beschäftigen. 2011 Laborwerte von 2007 auszugraben (die dann 2008 auch alle okay waren), macht einfach keinen Sinn, da die nur wenige Wochen Gültigkeit haben.

Machst Du eine Therapie? Weil AD's zwar durchaus auch dauerhaft genommen werden können, aber eigentlich immer mit einer Therapie kombiniert werden sollten.

Slunflo=wer'_73

07.01.12  13:30

Ich muss sowieso wegen einer längst überfälligen Impfung bald zum Hausarzt und werde mit ihm über die Sache mit der QT-Zeit sprechen.

Hier sind übrigens noch interessante Bereichte über die QT-Zeit und neue Psychopharmaka wie Citalopram:

[[http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=39862]]

[[http://www.medicalforum.ch/pdf/pdf_d/2007/2007-40/2007-40-056.PDF]]

Ja, ich mache eine Therapie, aber die Ursachen sind dermaßen gravierend und komplex. Desweiteren gibt es offenbar eine sehr starke endogene erbliche Komponente.

PFastAa8S3

07.01.12  13:47

Man geht schon längst von komplexen bio-psycho-sozialen Erklärungsmodellen bei einer Depression aus. Und das Konzept der "endogenen" Depression nutzen eigentlich nur noch Psychiater mit (mehr oder weniger) veraltetem Wissen. Denn dieser Begriff wurde schon vor Jahren aus dem offiziellen Diagnosenkatalog gestrichen.

U.a., weil Patienten dann denken: "Oh, kommt aus mir heraus, also gibt es nichts was hilft". Was so nicht stimmt. Sicherlich muss man zum einen auf medikamentöser Ebene bei sehr hartnäckigen Depressionen lange tricksen. Ich glaube, Zwack44 hat dazu hier schon einiges berichtet (guck mal seine Beiträge durch). Und zum anderen sind Gründe für psychische Erkrankungen immer komplex – aber dennoch sollte man die Hoffnung nicht aufgeben!

Alles Gute!

S!urnfloxwer_73

07.01.12  13:50

Achso:

Danke für die Links! Ich muss offensichtlich meine Literatur wieder erneuern... Wobei der eine Artikel sich v.a. auf Personen mit bereits vorhandenen Herzproblemen bezieht... und man generell unter AD's zu regelmäßigen Blutbildkontrollen und EKG rät.

SCun<floLwerx_73

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