10.01.12 16:12
Hallo,
ich würde gerne mal eure Erfahrungen zu dem Thema Therapie von PCO hören.
Habe schon einige Pillen durchprobiert und war nie wirklich glücklich damit. Eigentlich war ich immer auf der Suche nach einer längerfristigen Alternative.
Ich habe absolut keinen Kinderwunsch, habe aber gehört, dass man trotzdem mit Metformin behandelt werden kann.
Ist jemand in einer ähnlichen Situation?
Ich würde einfach gerne von der Pille loskommen, möchte aber trotzdem gut therapiert werden.
Ist Metformin dafür ausreichend? Mit welchen Nebenwirkungen sind zu rechnen?
Vielen Dank euch.
11.01.12 16:12
Hallo!
Warst Du beim Endokrinologen? Hast Du ein PCO oder ein PCOS? Also, prinzipiell ist es wohl möglich, Metformin auch ohne Insulinresistenz zu nehmen, ist aber off-label-use, das heißt, es wäre im übertragenen Sinne ein Versuch. Die Mechanismen eines PCOS sind ja noch nicht zu 100% verstanden und mein Arzt z.B. hat es mir daher freigestellt, es zu versuchen, auch wenn keine Insulinresistenz vorhanden ist. Metformin hat eine Reihe Nebenwirkungen; im Vordergrund stehen wohl die Magen-Darm-Beschwerden, weswegen man es nach und nach steigert. Wenn Du beim Endokrinologen gewesen bist? Hast Du einen Hormonstatus unter Pilleneinnahme bekommen, oder wie?
Wie sieht es mit Deiner Schiddrüse aus? Andere Erkrankungen ausgeschlossen? 
12.01.12 13:57
Hier ich. 
Ich habe PCOS mit Insulinrestistenz und keinen Kinderwunsch (Verhütung mit Gynefix Kupferkette) und nehme Metformin.
Das hat meine Zyklen super in Gang gebracht, Pickel sind weniger geworden und beim nächsten Blutbild waren die Androgene wieder auf normalem Level.
Die Nebenwirkungen im Sinne von Magenproblemen hielten sich bei mir zum Glück in Grenzen, ich habe aber auch sehr langsam gesteigert und von meiner Endo das Originalpräparat Siofor verschrieben bekommen, weil sie die Erfahrung gemacht hat, dass es besser vertragen wird als die Generika.
Ansonsten muss man mit Alkohol eben ein wenig vorsichtig sein.
12.01.12 22:10
Huhu!
Ich habe PCOS ohne Insulinresistenz und Metformin überhaupt nicht vertragen... Leider! Jetzt habe ich noch einmal von vorne begonnen und steiger es noch langsamer als empfohlen. Zudem habe ich eine leichte Hypothyreose und nehme niedrig dosiert L-Thyroxin, welches ich auch nur schlecht vertrage. :( Meine Mens ist seit über 300 Tagen überfällig...
Ich versuche es schon homöopathisch. Ich habe mir schon überlegt, nochmal für drei Monate die Pille zu nehmen, um einfach noch einmal von Null aus anzufangen.
Habt Ihr noch Ideen? 
13.01.12 06:43
Wie lange nimmst du das Metformin denn jetzt?
Ich denke mal gerade wenn du so langsam steigerst dauert es auch ein wenig länger bis die Wirkung eintritt.
Und nach ein paar Wochen Gewöhnungszeit lassen die Nebenwirkungen ja auch nach. Ging bei mir zum Glück relativ schnell. Nicht aufgeben. 
13.01.12 06:52
Huhu
ich hab PCOS mit allem was dazu gehört und Insulinresistenz....
Nehme zur Zeit Pille und Metformin, da Metformin bei mir nichts in Punkto Zyklusregulierung oder Abnahme gebracht hat... Nebenwirkungen waren anfangs schlimm, jetzt ists ok... nur bei manchem Essen merkt mans...
Aber meine Endo / Gyn hat mir gesagt es wäre nur um einen evtl Diabetes 2 vielleicht zu verzögern, man weiß es nicht genau... aber Pille soll ich weiternehmen, hab aber auch nur 2 Zyklen im Jahr ganz ohne... und ich find die Pille nicht traigsch weil keine NW...
13.01.12 09:18
Huhu!
Ich nehme das Metformin gerade mal wieder einen Monat. Das noch keine Wirkung eintreten kann, ist mir schon klar. Ich weiß nur nur nicht, wie ich weiter vorgehen soll. Meinen neuen Endo-Termin habe ich erst in einem Monat. Und ich habe Kinderwunsch, würde aber ungern direkt zu Clomifen greifen.
Ich habe schon viel dazu gelesen. Einerseits wird empfohlen, die Wirkung des Metformins abzuwarten, andererseits wird aber auch beschrieben, zeitweise die Pille parallel zu nehmen, um wieder eine Blutung hervorzurufen. Nach der letzten Pille hatte ich noch ein paar schöne Zyklen. Nur dann zu unterscheiden, was jetzt geholfen hat, das Metformin oder die Pille, wird dann wohl schwierig. Ich habe im letzten Jahr ohne Pille fast 10 kg zugenommen und meine psychische Situtation lässt auch zu wünschen übrig, so dass ich unbedingt handeln will.
Was meint Ihr denn dazu? Ich wollte es mal mit Rotkleetee versuchen. Habt Ihr das auch schon ausprobiert? Was haltet Ihr von natürlichem Progesteron?


13.01.12 13:13
Clomifen wäre für mich auch echt der letzte Weg...
Ich persönlich würde dem Metformin noch ein wenig Zeit geben. Bei mir kam die Abnahme damit auch erst später, der Zyklus kam aber relativ schnell in die Gänge.
Ich würde auch noch Ovaria Comp empfehlen.
Es wird auch manchmal so gemacht, dass man die Pille für drei Monate nimmt, dann absetzt und danach auf ein, zwei "gute" Zyklen hofft in denen es dann direkt mit der Schwangerschaft klappt...
13.01.12 13:19
evtl. PCOS (da lässt sich keiner zu einer wirklichen Diagnose hinreissen, sieht aber danach aus) ohne Insulinresistenz und ohne Kinderwunsch. Mein Endo meinte, er schreibt mir erst bei Kinderwunsch Metformin auf, da ich nicht insulinresistent bin und das Zeug ist ja auch kein Bonbon. 
14.01.12 00:18
Huhu sunshine 24 (und alle anderen), danke für die schnelle und informative Antwort!
Also ich war schon beim Endokrinologen, aber den Unterschied zwischen PCO und PCOS hab ich noch nie gehört, weiß also auch nicht genau, was ich habe.
Ich bin aber kein typischer PCO-Patient, also nicht übergewichtig oder stark behaart. Ich habe einfach zu viele männliche Hormone und bekomme von alleine keinen Zyklus! Und ja, ich habe eine leichte Schilddrüsenunterfunktion, die aber mit Thyroxin behandelt wird.
Mit den Pillen ist das so eine Sache. Ich habe bis jetzt einfach noch keine vertragen, ich bekomme immer irgendwelche unangenehmen Nebenwirkungen, mit denen ich einfach nicht leben will. Außerdem ist mir das Brustkrebsrisiko zu hoch, da ich einen Todesfall in der Familie hatte...
Habe aber am Montag einen Termin bei einem neuen FA und bin mal gespannt, was der zu meiner Situation sagt...
mal sehen. Danke für die tollen Infos, ich merke schon, dass ich noch nicht gut genug über meinen Zustand informiert bin! lg 
14.01.12 00:30
Habe grade aus Neugier den Unterschied zwischen PCO und PCOS nachgeschaut...so wie ich das sehe, treffen doch mehrere Faktoren auf mich zu (aber nicht alle). Wie gesagt bin ich weder übergewichtig noch stark behaart, bekomme aber von alleine keinen Zyklus, habe zu viele männliche Hormone und Zysten an den Ovarien. Drei Kriterien reichen ja schon aus, um PCOS zu haben, gell?!
Was genau bedeutet das denn für meine Art von Therapie?
Das ist alles so verworren. Ich hoffe nur mein FA stellt sich da nicht quer, wenn ich mal Metformin ausprobieren will, manchmal finden die das ja nicht besonders toll.. 
14.01.12 06:42
Warst du beim Endokrinologen und wurde ein OGTT (Zuckerresistenztest) gemacht und ein ACTH Test um AGS auszuschließen?
Ansonsten würde ich eher einen Endo auf das Metformin ansprechen als einen FA, die kennen sich da besser aus.
14.01.12 10:17
Naja, meine Frauenärztin hat mich damals an einen Endokrinologen übermittelt, als sie die Zysten entdeckt hatte und den Verdacht auf PCOS bestätigt haben wollte. Der Endokrinologe hat mir Blut abgenommen und mir anschließend die Werte erklärt, also dass meine Hormone im Ungleichgewicht sind. Aber OGTT? Und ACTH-Test? Gott, diese Begriffe höre ich definitiv zum ersten Mal..
und was sind bitte AGS? Ich bin überfordert 
15.01.12 18:11
PCOS ist eine Ausschlussdiagnose und kann nur diagnostiziert werden wenn ein OGTT gemacht wurde. Damit stellt man nämlich eine Insulinrestistenz fest.
Bitte geh zu einem anderen Endokrinologen...
15.01.12 18:34
Naja man kann das auch ohne oGtT diagnostizieren, eben weil es dabei "nur" um die Insulinresistenz geht, aber da du ja Metformin haben willst (den Grund hab ich allerdings nicht ganz verstanden) wäre schon nett zu wissen ob du denn insulinresistent bist, denn dann wird es dir von nem guten Endo der sich auskennt mit PCOs wohl auf jeden Fall angeboten...
Ohne IR sind sich da ja die Fachärzte sogar uneinig ob es denn was bringt, oder nicht doch eher schadet, sind ja keine Zuckerdrops.
ABer der ACTH Test wäre schon wichtig, da bekommst du praktisch ne gute Dosis Cortison zugeführt und es wird geschaut wie deine Nebennierenrinde damit umgeht, denn viele Symptome kann man auch bei der Krankheit AGS haben, und da ist die Nebennierenrinde geschädigt und arbeitet nicht so richtig wie sie soll. So schließt man diese Krankheit halt aus.
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