Forum » Suchtprobleme »
22.01.12 11:22
Wieso wird keine Medikation mit Anorektika gemacht? Oder wie heißen die Wirkstoffe, ich weiß es nicht. Habe jedenfalls den Eindruck, alle möglichen Symptome sollen verhaltenstherapeutisch in den Griff bekommen werden.
War ja auch ok, habe in 10 einhalb Jahren immerhin 7 Wochen ohne Fress/Kotz verbracht, das war das Maximum und da habe ich mich in einer Klinik mit "Esspatienten"-Station behandeln lassen. Unter diesen kontrollierten Bedingungen lief es gut, hab mich wohl gefühlt, neues Selbstbewusstsein etc.
Kaum aus der Klinik raus, gings alles wieder von vorne los. Bzw. nach den 7 Wochen ohne Brechen kamen noch 3 Wochen mit Brechen hinzu, bis ich dann entlassen wurde, länger als 10 Wochen ging nicht wegen Versicherung, aber wäre auch dann deutlich länger als die übliche normalen Behandlungszeit gewesen. Insgesamt habe ich mich dort sehr wohl gefühlt...
andere Patienten (eigentlich in der "Essabteilung" außer mir ausschließlich PatientINNEN...) machten sich schon Sorgen *gg* dass ich dort wohnen bleiben will 
Die meisten waren halt nicht arbeitslos zu dem Zeitpunkt, anders als ich, und hatten Familie, Freund, Lebensaufgabe...

Ach, ich schweife ab. Hab bloß kein Bock mehr auf unkontrollierten Hunger. Amphetamine dämpfen den total super, hab ich letztes Jahr die Erfahrung gemacht, aber mein Arzt verbot die mir – natürlich alles aus dem Bereich...
Er hat auch wörtlich in einer Situation gesagt "[Ihre] Bulimie ist jetzt scheißegal, es geht hier darum, ihre manische Phase in den Griff zu bekommen..." mit diesen Worten riet er mir vor einigen Monaten zu einem Klinikaufenthalt.

Natürlich alles medikamentös, geh ich mal davon aus, denn alle vierteljährlichen bzw. achtwöchigen Gespräche bestanden nur aus "Wie gehts? Nehmen Sie ihre Medizin? Kiffen Sie noch? Suchen Sie sich Arbeit, das lenkt gut ab... und Hobbys, Sport ist gut..." keine therapeutischen Fragen, was mich beschäftigt, ob mich überhaupt was beschäftigt...
Also nee, und dann hat er noch nicht einmal auf dem Schirm, dass bei Bulimie evtl. gar nicht immer die Medizin dort ankommt, wo sie wirken soll. Ich meine, Medikamente habe ich wenige Male unabsichtlich, jedoch noch kein einziges Mal absichtlich erbrochen!! Trotzdem, dass so ein Arzt noch nicht einmal daran denkt... grrr !!!
Hey, gibts hier nicht so einen bösen Smiley...
war er das...? Jawohl

Zuviele Smileys? Will ich etwa nur Aufmerksamkeit? Naja, Ironie – vielleicht ein Weg, um Leiden in einer für mich machbaren Weise zu artikulieren...

22.01.12 11:38
Hey, also und eines noch – die Sucht, um die es hier geht, ist eindeutig die Ess- und Brechsucht!!! Nicht irgendwelche anderen Sachen von wegen Amphetaminabhängigkeit oder so. Ess und Brech hab ich schon seit über 10 Jahren!!! Auch (andere) Medikamente, juristisch gesehen: legale Betäubungsmittel, machen abhängig – da schimpft es sich dann bloß z.B. "Absetzerscheinungen", wenn vom gleichen Phänomen die Rede ist, was bei den illegalem Btm (den sogenannten "Drogen") als "Entzugssymptomatik" bezeichnet wird.
Eigentlich hab ich gar keine Lsut, irgendwie Sport zu machen oder so... Meine Muskeln fühlen sich auch eher entspannt an, kein Krampf.
Echt und Mist, ich weiß, dass ich dann demnächst auch mal aufhören muss... ich mach mir bloß selbst was vor. Hab mir sogar eingebildet, es sei konzentrationsfördernd... naja, schön ist es auf alle Fälle. Und gleichbleibend. Kein richtiger "Kick", den Drogenkonsumenten wollen...
Hm, leichte Bedenken habe ich dabei schon.
Naja, dann drückt mir einfach die Daumen, dass ich den Entzug schaffe, eine Therapie gegen Borderline-Persönlichkeitsgestörtes Verhalten, Empfinden und Denken angehe (oder mir DBT wenigstens anlese), und v.a. das "fehlende Appetitempfinden" mitnehmen kann...
Shit, wieso behandeln mich Ärzte damit nicht.

22.01.12 12:28
Also Absetzerscheinungen, Entzug, wie auch immer. Na dann hau ich mal rein, was man da alles zu erwarten hat bei Dauerkonsum, also Haarausfall, Zahnausfall, Hirnschäden, Herzschäden und im Grunde genommen alles voller Schäden

23.01.12 18:30
Du erscheinst mir wirklich etwas überdreht. 
Was genau ist nun deine Frage? Warum es keine Medikamente gegen Heißhungerattacken gibt? Oder was willst du wissen?
Ich glaube nicht dass dein wirkliches Problem die Kotzerei ist, ich glaube die Bulimie ist lediglich ein Symptom. Genauso wie das Kiffen...
keine therapeutischen Fragen, was mich beschäftigt, ob mich überhaupt was beschäftigt
Was beschäftigt dich? Oder besser: Was willst du "auskotzen"?
23.01.12 20:47
Keine Ahnung aber ich will ein Medikament auf chemischer Basis dagegen, kein Naturheil-Zeugs. Gibts sowas?
23.01.12 20:57
1. Wenn Du manisch bist, hat das IMMER Vorrang. Weil zu akut und weil der Crash hinterher heftig sein kann.
2. Ein Psychiater ersetzt keine vernünftige Therapie. Und nach Klinik geht die wirklich Arbeit erst los: Klarkommen im Alltag, mit all seinen Problemen. Außerhalb der Klinik-Käseglocke. Mit selbstständig kochen, einkaufen,... Den Punkt scheinst Du bislang ausgeklammert zu haben. Such' Dir eine ambulante Therapie!!!
3. Ich habe Dir in einem anderen Faden schon zu den Amphetaminen geschrieben.
4. Medikamente gegen Hunger heilen keine Bulimie (schön wär's). Die Attacken haben eine psychische Komponente, die jenseits der normalen Hungerregulation liegt. Amphetamine wirken psychoaktiv; der Hungerverlust ist nur ein Nebeneffekt. Die Suchtgefahr aber riesig. Und bei Manie (wie woanders schon geschrieben; da wolltest Du – glaub' ich – Ritalin) ein echter Fehler.
Hole Dir RICHTIGE therapeutische Hilfe, statt zweifelhafter Selbstmedikation!
23.01.12 21:40
Bin nicht manisch, bin Borderline oder Mischform mit Paranoide, jedenfalls Pers.störung Cluster B. Passt alles. Stimmungsumschwünge, selbstverletzendes Verhalten sowie die komplizierten Verhältnisse zu meinem Mitmenschen. Keine Freundschaft hielt länger als 2 Jahre, alle endeten im Streit, Beziehungen mit Frauen auch.
Hab ich doch alles schon hier geschrieben.
www.med1.de/Forum/Psychologie/611073/17971731/![]] ]]](http://3.med1.biz/l/t.gif)
Du hast es doch gelesen und auch schon darauf geantwortet. Den Arzt interessiert meine für mich ungünstige Persönlichkeitsstruktur nicht, ihn interessiert bloß seine Medikation. Wieso denkst du genau so wie mein ehemaliger Arzt 
Mitte März habe ich einen Termin für die Cluster B Diagnostik, vorher schau ich schonmal nach Selbsthilfegruppen.
Auf AD(H)S werde ich mich auch testen lassen, ich denke bloß, Persönlichkeitsstörung überwiegt deutlich.
War auch gleich mit meine allererste Diagnose – Kombi-Pers.störung (neben leicht bis mittelgradig depressiv) – aber damals war ich noch nicht bereit, mich dem zu stellen.
Als im Mai 2010 bipolar diagnostiziert wurde, war ich übrigens auch so froh wie heute bzgl. Borderline: man hatte meiner Krankheit – phasenweise Stimmungsumschwüngen – einen Namen gegeben...!!! Ich fands gut, dass man nicht auf meine menschlichen Beziehungen, meinen Selbsthass etc. zu sprechen kam. Einfach bipolar, und zwar organisch bedingt, Medis, "gehen Sie arbeiten", "suchen Sie sich Hobbys"... ich war glücklich und damals auch mit der Welt und den Menschen um mich herum im Reinen.
Das hat bei mir aber noch nie lange gehalten. Ich dachte, vielleicht klappt es diesmal. Neue Leute kennengelernt, auch Ärzte, Betreuung...
Naja – man sieht, was daraus geworden ist. Der Arzt bezeichnet es als "manisch". Bloß, wie will er das behandeln? Medikation anpassen und dass ich stationär zu meiner Sicherheit und derer anderer Leute warte, bis die Manie vorbei ist? Gespräche helfen da nicht, wetten? Ooooh Leute...
damals war ich nicht reif, meine Probleme an der Wurzel zu packen. Heute bin ich's und das lasse ich mir durch keinen Arzt und auch nicht durch aufgebrachte Leute hier im Forum ausreden.
Pers.störung muss behandelt werden und keine nicht-vorhandene Manie.
WIESO liest du bloß, was der Arzt sagt? WIESO nicht, was meine Familie über meinen Zustand vor einigen Monaten (als er mich einweisen wollte) sagt? Die haben mich ausgeglichen erlebt. Nicht gelesen oder glaubst du's nicht, weil Ärzte die einzigen rationalen, objektiven und geistig gesunden Menschen auf der Erde sind?

23.01.12 21:43
Und bei Manie (wie woanders schon geschrieben; da wolltest Du – glaub' ich – Ritalin) ein echter Fehler.
Dass ich ärztliche Medikation und therapeutische Hilfe anstatt von Selbstmedikation brauche, ist völlig klar.
Zum Glück ist auch Ritalin (Methylphenidat) nicht unbedingt kontraindiziert bei bipolar (was ich gar nicht bin, denke ich, sondern z.B. die vorige Diagnose, Zyklothymia, aber egal...), sondern Methylphenidat kann verschrieben werden, allerdings "mit Vorsicht" etc. absolut ausschließend sind diese Medi's und Diagnosen (bipolar und AD(H)S) aber nicht.
23.01.12 21:55
Sorry, dan habe ich es falsch verbucht.
Aber meine Kernaussage bleibt:
Suche Dir einen vernünftigen PSYCHOTHERAPEUTEN. Keinen Arzt, keinen Psychiater. Die haben für ausführliche Diagnostik und Gespräche nun mal keine Zeit.
Ein Psychotherapeut würde eine umfassende Diagnostik machen... und eine entsprechende Therapie...
Das Ganz4e wäre vermutlich bei Einwilligung zu einer stationären Behandlung schneller abgelaufen. Weil da immer erstes Ziel ist, das Problem wirklich einzugrenzen.
Mich interessiert die Medikation, weil DU eine Lösung in Medikamenten zu sehen scheinst. Im anderen Faden geht es um Ritalin... jetzt um Medikamente gegen Bulimie.
DU machst Medikamente zum Thema – und man reagiert drauf.
Schreib' über die Bulimie... über die anderen Probleme... ohne Medikamentenfrage. Dann kann man auch auf andere Dinge eingehen. Aber solange Medikamente und Drogenmissbrauch im Vordergrund stehen, ist das schwierig.
Aber das Wichtigste wäre eine vernünftige Psychotherapie. Die Dir kein Arzt bietet.
Ich hoffe, die Diagnostik ist nicht nur eine Diagnostik?! Weil eine Diagnose, irgendein Code, auch nicht die Lösung der Probleme ist.
23.01.12 22:09
Ich rege mich ja ein wenig darüber auf, dass der Code "bipolar II" Ritalin ausschließen soll. Anstatt die schlichte Tatsache anzuerkennen, dass jeder Organismus anders ist und probieren über studieren geht. Ein Arzt sollte es mir schon verordnen – um mal zu schauen, ob es nicht doch hilft.
Naja, am 08.03. ist der Termin bei der neuen Ärztin...
23.01.12 22:15
Das Ganz4e wäre vermutlich bei Einwilligung zu einer stationären Behandlung schneller abgelaufen. Weil da immer erstes Ziel ist, das Problem wirklich einzugrenzen.
Dann hätte er mir das auch so sagen können, als er wollte, dass ich "da bleibe". Naja, aber Psychiater haben ja so ihre Sprachregelungen und die beinhalten wohl, dass ein in manischer Episode befindlicher Mensch eh nix rafft, außer dem ständig wiederholten Satz: "bleiben Sie bitte, Sie sind wirklich in Gefahr..."
Ich glaube irgendwie nicht, dass die Emotional Instabile Pers.störung berücksichtigt worden wäre, hätte ich nicht selbst im Nachhinein noch mal auf den Arztbrief von vor 2 Jahren geschaut... nee...
Wenn ein Arzt einen Patienten voranbringen will, dann soll er ihn auch darüber aufklären. "Geh mal hier" oder "bleib mal in der Klinik" reicht da nicht. Es gibt Leute, die Argumente wollen. Einfach mal so in der Klinik bleiben. Arbeit, Freunde, Familie eben mal für Wochen canceln, die Entscheidung möchte man schließlich auch vor sich selbst begründen.
"Weil der Arzt sagt..." ist mir da als Begründung ein wenig zu dürftig. Reicht dir sowas aus? Mir nicht...
25.01.12 04:24
Sie (meine vorgebliche Manie) wäre beim Lesen deines Beitrages sicher weniger präsent, wenn ich nicht nur eine Behauptung, sondern auch Argumente wahrnehmen würde.

25.01.12 17:12
War nur mein Eindruck, ohne jeglichen Anspruch auf Richtigkeit. 
Ich war in dem Moment nicht imstande, hieb und stichfeste Argumente so zu formulieren, dass sie ohne Bezug auf die eigene Thematik, isoliert eine objektive Einschätzung, die zudem noch hilfreich ist, abzugeben. Deswegen ein isolierter Impuls. Nur so zum durchdenken.
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