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Wieso wird keine Medikation mit Anorektika gemacht? Oder wie heißen die Wirkstoffe, ich weiß es nicht. Habe jedenfalls den Eindruck, alle möglichen Symptome sollen verhaltenstherapeutisch in den (...) >>>
v>i!ceTn_tegrxu am 22.01.12 11:22
25.01.12 17:42
Wo ich deinen Satz noch mehrmals lese, merke ich, dass ich gar nicht verstand, wie er gemeint war bzw. vielleicht noch ist. Dass du annimmst oder annahmst, ich sei manisch bzw. hätte Manie im Krankheitsbild, habe ich verstanden, aber nicht das mit der Entcodierung meiner Störung.
Also, falls du magst, erläutere doch mal – falls nicht, also, falls ich dich verschreckt haben sollte, dann eben nicht.
"Nur mal so zum durchdenken" kannst du mir natürlich etwas schreiben, aber ich verstehe z.B. sicherlich die mir scheinbare Ironie, oder auch doppelte Ironie in deinem letzten Beitrag. Mangels Kenntnis sowohl deiner Person, als auch ohne Kenntnis deiner eventuellen Krankheiten/Diagnosen/Symptome.

25.01.12 19:04
Gemeint war, dass sich ein Aspekt einer Manie sich auch so äussern könnte, dass man geistig hochaktiv so sehr in Gedankengängen verstrickt sein kann, dass in diesen Momenten eine objektive Beurteilung der Situation (selbst) nicht mehr möglich ist.
So sehr man auch rationalisiert, das Selbst rationalisiert trotzdem nur unter Berücksichtigung bzw im Kontext der eigenen, erlernten sich wiederholenden Muster.
Selbstanalyse ist nur bis zu einem gewissen Grad durchführbar.
Genauso wie objektive Einschätzung der Gesamtsituation durch eine zweite Person an ihre Grenzen stösst, weil von aussen kommend und daher vielleicht nicht alle Aspekte berücksichtigend, ist auch die Selbstanalyse einer gewissen "Fehlerquote" unterworfen.
Pi mal Daumen ist wahrscheinlich beides gleich ungenau.
Siehe zB Statistik. Die Daten an sich mögen korrekt sein, die Conclusio ist aber nur bis zu einem gewissen Grad aussagekräftig und im Einzelfall oft einfach gar nicht aussagekräftig bzw anwendbar.
Diagnostisch gesehen liegen wir vlt gar nicht so weit voneinander entfernt. Wobei ich selbst nie eine genaue Diagnose gestellt bekam, anhand der Symptomatik, Entwicklung, jahrelangen (gescheiterten) Kompensationsmechanismen, Bindungstyp, Anamnese etc etc kann ich mir aber ungefähr ausrechnen wo der Hase im Pfeffer liegt.
Der genaue Typ, Name, Code, Störungstyp würde mir bei genauer Kenntnis allerdings im Alltag auch nicht besonders viel nützen.
Ob jetzt zB reiner Borderliner oder eine Mischung aus BL und AVPS plus XYZ- Anteil und akuter was-auch- immer, der springende Punkt ist wie bekomm ich das Ganze geregelt, unabhängig davon, welcher ICD Code mir mit welchem Symptom gerade das Leben schwer macht.
25.01.12 19:26
In der aktuellen Situation hat mich wirklich lediglich die Konsequenz meiner Diagnostik interessiert. Und die war eben erstens eine bestimmte Medikation (und andere Med. laut Arzt "Gift für mich") und zweitens die Gesprächsführung, die der Arzt machte. Dass er alles aufs rein organische bezog. Nicht nur, dass er nicht fragte, ob denn die Zeiten, in denen es mir besser geht, einen bestimmten Auslöser haben, den ich selbst erkennen kann – und natürlich entsprechend bei den "schlechten" Lebensphasen. Nein, sobald ich von anderen Menschen sprach, interessierte es ihn nicht. Das war die Konsequenz, mit der dieser Arzt mich medizinisch behandelte. Ist nat. nicht gesagt, dass alle seine Kollegen dies genau so machen würden, also, sich bei einem "bipolaren" Menschen ausschließlich für's organisch-neurologische zu interessieren. Und die Botschaft "gehen Sie wieder arbeiten" und als ich dann wieder arbeiten war, "machen Sie Sport, finden Sie neue Hobbys..."
Genug aber der Kritik – sollte ich nun sagen. Insgesamt bin ich zur Zeit einfach richtig erleichtert, dass ich mit den Beschwerden von der Art, die ich habe, nicht allein bin, man sie verallgemeinert formulieren kann, so dass betroffene Leute sich ggf. dort wiederfinden. So versteht man gleich ein wenig mehr über sich, gleichzeitig weiß man, es gibt zielgerichtete Therapiemethoden dagegen. Und wenn sich kein Erfolg einstellt – trotz Mühe und Konfrontationsfähigkeit – dann war es trotzdem ein Versuch... ach was. Ich will mir keine Illusionen machen. Aber Hoffnung habe ich... 
25.01.12 19:50
Ob jetzt zB reiner Borderliner oder eine Mischung aus BL und AVPS plus XYZ- Anteil und akuter was-auch- immer, der springende Punkt ist wie bekomm ich das Ganze geregelt, unabhängig davon, welcher ICD Code mir mit welchem Symptom gerade das Leben schwer macht.

26.01.12 22:31
vielleicht eventuelle Meditation oder so was ausprobieren... ist sicher 100mal besser als irgendwelche chemischen dinger... dies "attacken" sind psychisch und konnen auch in andere aspekte in dein leben vor kommen... also ist eine chemische behandlung nicht immer die beste antwort...
27.01.12 02:54
Es interessieren nicht die "ICD-10-Codes" an sich, sondern die Konsequenz daraus. Bei der Krankheit ist die Behandlung indiziert und eine andere kontraindiziert etc. Würde mich auch nicht interessieren, wenn es nunmal nicht so wäre, dass manche Psychiater sagen: Frau X, Sie sind schizophren. Bitte machen Sie keine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, das verkraften Sie nicht...! Herr Y, Sie sind bipolar. Ritalin wäre Gift für Sie!
Es ist ja kein Problem, ich habe den Termin bei der neuen Psychiaterin in wenigen Wochen. Ich bin nicht entmündigt oder so, also kann ich selbst bestimmen, ob sie den Arztbericht der letzten Behandlung bekommt oder nicht. Aber wenn Sie den haben will und der sie mehr interessiert, als die vorherigen (und es passt ja auch bzw. ist logisch und sicher auch typisch, dass bei der ersten Behandlung "depressive Episode" festgestellt wird, bei der zweiten "rezidiv depressiv", bei der dritten "Dysthymie bzw. Zyklothymia" und schließlich bipolar II bei der vierten), dann kriegt sie den eben aber meine eigene Meinung auf jeden Fall mit dazu. Wird Sie nicht genügend Geduld haben, mich überhaupt ausführlich anzuhören, dann kommt eben der nächste Arztwechsel.
Ich verstehe auch generell nicht, was es bringt, den Patienten wenig oder kaum mitbestimmen zu lassen, so dass er bloß die Wahl hat: befolge ich Ratschläge und Verordnungen, oder eben nicht... aber keinen eigenen Einfluss auf Diagnostik und Behandlungsindikation.
Es schafft einfach kein Vertrauen und Millionen von Menschen vertrauen ihren Ärzten nicht, v.a. in der Psychiatrie.
Klar, ich habe 25 Jahre ohne Ritalin oder andere Amphetamin-Derivate verbracht. Seit bald 11 Jahren Bulimiker (setze einfach frecherweise mal voraus, dass für diejenigen, die mitlesen und antworten, das Geschlecht keine Rolle spielt, obwohl es rein quantitativ ne "Frauenkrankheit" ist),
sowie eine extreme Morgenmüdigkeit/Morgentief, durchgehend. Also kann mich an keine Lebensphase erinnern, auch nicht an die allerglücklichste, in der ich morgens nicht absolut schwer hochkam. Also immer, wenn es eine Tiefschlafphase gegeben hat, stelle ich selber fest.
Ooooh, Eigendiagnose, und er benutzt "Fachbegriffe" wie "Tiefschlafphase"... dazu noch Selbstmedikation, dann noch die provokante Haltung, dass Selbstmedikation eben zwar ebenso riskant ist wie Drogenkonsum/Suchtmittelmissbrauch ("-gebrauch gibt's ja gar nicht, ist ja immer Missbrauch)... dass aber einfach das Ziel ein anderes ist. Es geht einfach nicht um Rauscherzeugung, sondern darum, Symptome loszuwerden. In meinem Falle eben sowohl Heißhunger/Appetit, als auch das Morgentief. Sorry, aber so ist nunmal die eigene, subjektive Erfahrung. Erste Mal weg seit Amphetaminen. Sorry. Darf man das schreiben oder darf man's nicht... ist das Verherrlichung? Ist es ein Merkmal der charakterlichen, problematischen Eigenart, ständig "gegen" etwas zu sein bzw. für Dinge einzutreten, die gesellschaftlich geächtet sind? Zweifellos habe ich dieses charakterliche Merkmal, es zeigte sich immer, egal um welche "unpopulären" Dinge es ging. Debatten brach ich vom Zaun, hochemotionale, und verprellte viele Menschen um mich herum. Ohne richtig zu merken, was ich da tat. Also, ohne mit distanziertem Blick feststellen zu können: ich breche Konventionen und ich befinde mich nunmal in den allermeisten Fällen nicht in Kreisen von Akademikern, die sich alle gut auskennen mit dem jeweiligen Thema und deswegen sachlich pro und contra diskutieren können. Es ging mir da immer ums Recht haben, Recht behalten, beharren auf der Unfehlbarkeit der eigenen Meinung.
Und wer das als permanente Manie sieht, quasi von Kindesbeinen oder spätestens Jugend an, dem sei gesagt, dass ich viel schlief und antriebsschwach war, keineswegs "hibbelig", kontaktsüchtig oder so. Egal – ihr habt ja gesagt, "Codes" sind nicht wichtig.
Und dann muss ich mir, da es "Morgentief" bzw. "Morgendepression" oder wie auch immer, nicht als eigenständige Diagnose gibt und scheinbar kein weit verbreitetes Krankheitsbild, natürlich von allen Leuten, egal ob Mediziner oder Nichtmediziner, sagen lassen, dass ja viele Leute, und zwar im Grunde genommen alle "Nachtmenschen", morgens Schwierigkeiten haben, aus dem Bett zu kommen.
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