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Hallo! Ich hoffe ihr könnt mir helfen. Ich war schon längere Zeit der Meinung, dass mein Bruder einfach zu oft Alkohol trinkt. In den letzten Wochen und Monaten habe ich das ganze etwas genauer (...) >>>
t"igrxesse am 22.01.12 12:12
26.01.12 22:26
also Alkohol und eigentlich alle sucht arten sind wirklich kritische sachen die man gleich anpacken muss... desdu länger man wartet desdu schlimmer wird es... am besten gleich überzeugen dass ein Klink besuch was an sich hat... ideal wär natürlich wan es von ein Freund kommt und nicht von Familie..
viel viel glück
27.01.12 08:59
Tigresse:
Du schadest Ihm nicht indem du versuchst zu helfen. Eine Beratung bedeutet eben auch sich über diese Krankheit einfach mal zu informieren. Du wirst dann sicher einiges besser verstehen. Mir hat es damals sehr geholfen als es bei meinen Eltern so war. Ganz viel Glück 
27.01.12 15:47
Danke nochmal für eure Antworten! Ich denke, dass mein Bruder momentan wirklich noch in einem "Anfangsstadium" ist. Das gibt mir so ein bisschen eine Hoffnung, dass man (bzw. ER) noch leichter gegensteuern kann. Er ist ja eigentlich nie so richtig betrunken. Man kann immer normal mit ihm reden, er fängt auch nicht an zu lallen oder taumeln. Selbst an seinem Polterabend hat er mich dann irgendwann um 4 uhr früh angerufen und bei vollem Bewusstsein gesagt, er möchte jetzt endlich heim, er mag nix mehr trinken und er war komplett klar.
Ich hab mir jetzt die Adresse und Telefonnummer der Drogenberatungsstelle bei mir in der Nähe raus gesucht und werd da nächste woche mal einen Termin ausmachen.
28.01.12 10:27
Das ist doch schon mal gut. Lass dich beraten. Sie werden dir auch sagen können, wie du solche Gespräche am besten führen kannst. 
09.02.12 09:22
Hab jetzt endlich einen Termin bei der Alkoholberatungsstelle bekommen!
War ganicht so einfach, weil da genau unterschieden wird, ob nur Alkohol das Problem ist, oder auch andere Drogen, woher man kommt etc.
Aber nachdem ich jetzt die richtige Beratungsstelle gefunden hab, glaube ich, dass die mir wirklich helfen können.
20.02.12 16:23
Das Gespräch bei dir Beratungsstelle hat echt gut getan und war sehr informativ. Ich weiß jedoch noch nicht so recht, was ich vom "kontrollierten Trinken" halten soll....
Auf jeden Fall ist der nächste Schritt, dass ich den richtigen Zeitpunkt für ein Gespräch finde. Davor hab ich irgendwie echt Bammel 
21.02.12 08:46
schön das es erst einmal informativ war.
Was genau hat man dir denn zum kontrollierten Trinken gesagt – was genau meinst du damit 
21.02.12 17:29
Mir wurde zum kontrollierten Trinken gesagt, dass das ein Weg ist, den Alkoholkonsum zu reduzieren, wenn jemand (noch) nicht bereit ist für einen Entzug, jedoch trotzdem nicht will, dass der Konsum mehr wird. Sodass der Betroffene sozusagen seinen Alltag gut bewältigen kann, aber trotzdem die notwendige Menge Alkohol bekommt, ohne Entzugserscheinungen zu bekommen. So hab ich das jetzt mal ganz grob formuliert verstanden.
Mir ist dazu auch die homepage genannt worden
www.kontrolliertestrinken.de![]] ]]](http://3.med1.biz/l/t.gif)
Muss ich mir mal etwas genauer durchlesen. Weißt du da mehr dazu?
21.02.12 18:45
das kenne ich so gar nicht. Muß aber absolut nichts heißen
Aber er hat doch noch seinen Alltag, oder 
21.02.12 19:00
Ja, er hat seinen Alltag.
Ich glaube es ist eher so gemeint, dass er (falls er keinen Entzug machen will) einen Weg findet, den Konsum zu reduzieren und eben nicht mehr werden lassen.
Aber ich muss jetzt erstmal rausfinden, wozu er überhaupt bereit ist.
In letzter Zeit hab ich ihn nicht viel gesehen und übers Telefon will ich das Thema nicht ansprechen.
22.02.12 06:19
Wenn Du ihm helfen willst, er sich aber nicht helfen lassen möchte, wirst Du keine Möglichkeit haben auf ihn Einfluss zu nehmen.
"Kontrolliertes Trinken" ...mhm... man lernt nie aus.
Sollte er alkoholabhängig sein, kann ich mir nicht vorstellen, dass das funktioniert. Eines der prägnantesten Merkmale des Alkoholismus ist ja der Kontrollverlust. D.h. er kann nicht kontrolliert trinken. Entweder trinkt er bist er seinen Level erreicht oder sich komplett abgeschossen hat. So "ein bisschen oder ein wenig Trinken" ist ebenso wenig möglich wie "ein bisschen schwanger sein".
Probiere es aus, zu verlieren hast Du nichts, sei aber nicht enttäuscht, wenn es nicht den erwünschten Erfolg bringt.
07.04.12 11:05
So, jetzt muss ich mich auch mal wieder melden.
Hab inzwischen einen passenden Zeitpunkt für ein Gespräch mit meinem Bruder gefunden. Hab ihn einfach offen drauf angesprochen und ihm gesagt, was mir aufgefallen ist und dass ich mir Sorgen mache. Ich hatte Angst vor einer sehr heftigen Reaktion, aber er hat sehr ruhig reagiert und wir konnten ganz normal darüber reden.
Er meinte dann, dass es ihm noch nie in den Sinn gekommen sei, dass sein Verhalten schon bedenklich ist und dass es für ihn kein Problem sei, mal ein paar Tage nichts zu trinken. Er gibt zu, dass ihm Bier gut schmeckt und dass er eben am Abend nach getaner Arbeit gern mal was anderes trinkt als nur Saft oder Wasser. Er sagte auch, dass er nach 2 kleinen Bier jedoch genug hat und ihm dann auch nicht mehr danach ist, ein weiters zu trinken und er sich schon öfter im Bekanntenkreis rechtfertigen musste, wenn er es abwies und heim fuhr. Hab ihm erklärt, dass es halt die Regelmäßigkeit ausmacht, durch die man das ganze dann eben auch übersehen kann und nicht nur die Menge. hat er nicht abgestritten und auch gesagt, dass Alk eben eine Droge sei.
Ich weiß natürlich nicht, in wiefern ich ihm alles zu 100% glauben soll. Er meinte, es gibt schon auch tage, an denen er einfach mal nix trinkt. ich hab ihm gesagt, er soll einfach mal versuchen, einige Tage hintereinander nichts zu trinken und schauen, wie es ihm dabei geht.
Ich hab ihm dann auch noch das Angebot gemacht, dass er jederzeit zu mir kommen kann, wenn er was braucht bzw. das Bedürfnis hat, mit wem darüber zu reden.
Ich glaube, für den Moment kann ich jetzt nicht mehr machen. Ich denke aber, dass es gut war, dass ich ihn wirklich mal drauf angesprochen hab, vielleicht denkt er mal drüber nach.
13.04.12 14:51
Ja, die Regelmäßigkeit des Konsums kann auf Dauer zum Missbrauch führen. Denn wenn man an eine kleine Menge Alkohol gewöhnt ist, kann man sie jederzeit steigern und sich dann an die höhere Dosis gewöhnen, wenn man schon dabei ist. 
Eine Zeitlang (4 Monate) versuchte ich es mit "kontrolliertem Trinken": An zwei beliebigen Tagen der Woche eine Flasche Rotwein, an den anderen Tagen nichts. Leider habe ich mich an den alkoholfreien Tagen abends unwohl gefühlt, und die Versuchung war groß, sich öfters als zwei Mal eine Flasche zu gönnen. Nach einem Gespräch mit einer sehr lieben Psychologin brachte ich es fertig, einen Schlussstrich zu ziehen und es ganz sein zu lassen.
So bin ich bis heute abstinent (seit 20.11.11) und es fehlt mir nichts. Ich habe mein Sortiment an alkoholfreien Getränken, die ich nach Lust und Laune und Geschmack variieren kann. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich Wein oder Bier gar nicht vermisse – weil ich einfach nie daran denke. 
Noch vor einem Jahr hätte ich mir das nichtmal im Traum vorstellen können. Aber es nimmt auch einige Zeit in Anspruch, bis sich die Rezeptoren im Gehirn mit der anfangs neuen und ungewohnten Abstinenz anfreunden können. Mit dem Verstand lässt sich das nicht kontrollieren – es braucht einfach seine Zeit, bis man von dem Zwang weitgehend befreit ist. 
Ich würde deinem Bruder empfehlen, mal etwa für einen Monat auf sein Bierchen zu verzichten. Die Frist ist überschaubar kurz, aber trotzdem lang genug, dass er Veränderungen bei sich beobachten kann:
- Lässt das Verlangen nach oder wird es stärker?
- Denkt er nach einem Monat seltener oder öfter ans Bier?
- Hat er ein neues Lieblingsgetränk ohne Alkohol?
- Möchte er den Selbstversuch freiwillig verlängern?
etc.
Wichtig ist, dass er aus dem Trott der Regelmäßigkeit herauskommt und eine Zeitlang selbst Erfahrungen sammelt, die er nur in einer alkoholfreien Phase machen kann. 

14.04.12 10:11
Freut mich, dass du das so erfolgreich geschafft hast! Wirklich toll! Kannst echt stolz sein auf dich.
Klar, 1 Monat kein Bier wäre natürlich besser. Aber ich bin schon froh, dass er bereit dazu ist, es mal eine Woche zu versuchen und zu schauen, wies ihm dabei geht. Er hat mir bis jetzt noch nix gesagt aber ich merke, dass er sich unser Gespräch wirklich zu Herzen genommen hat. Als ich vor kurzem bei ihnen in der Wohnung war (spontan und unangemeldet) standen am Wohnzimmertisch 2 Gläser Fruchtsaft und nicht wie sonst immer was mit Alk. Hab auch jetzt zu Ostern beim Familienessen den Eindruck gehabt, dass er weitaus weniger getrunken hat.
Ich denke, es macht jetzt auch keinen Sinn, wenn ich ihn ständig drauf anspreche. Er weiß, dass er jederzeit zu mir kommen kann, wenn er was braucht. Und wenn der Augenblick passend ist, werde ich ihn auch dann und wann drauf ansprechen. Die Bereitschaft etwas zu ändern kann ich ihm aber nicht einimpfen. die muss er selber entwickeln!
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