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28.08.04 18:22
Hallo,ich würde gerne mal wissen ob es noch mehr Angehörige von Alkoholikern hier gibt?
Zu meiner Geschichte...
Meine Mutter und mein Vater haben beide ein Alkoholproblem gehabt,meine Mutter stärker...
Ich bin jetzt 20 und Vollwaise durch diesen beschissenen Alk, mein Vater ist gestorben als ich 11 war,er 44 , durch einen Herzinfakt,denke mal das seine Aterien so verkalkt waren durch den Alk!
Danach bin ich wirklich durch die Hölle gegangen,meine Ma hat immer mehr getrunken und wurde immer agressiver,mit 14 habe ich mich ans Jugendamt gewant weil ich schon von zuhause weg wollte,mit 16 bin ich ausgezogen und habe eine eigene Whg bekommen vom JA... meine Mutter hat immer schlimmer getrunken und zum Schluß hat sie es garnicht mehr verheimlicht,
sie hat immer mehr abgenommen,zum Schluß nur noch 38 kg bei 172cm gewogen, hat Leberzirrose bekommen, und einen Wasserbauch mit 14! Litern Wasser im Bauch! Sah auch wie im 9 Monat schwanger...
Entliche Therapien haben nix gebracht, geschweige denn Krankenhaus...
Sie hat Blut gebrochen,weil sie durchs Saufen Krampadern in der Speiseröhre hatte die geplatzt sind...
Zudem hatte sie auch noch den falschen Freundeskreis,alles Alkis, die nach jeder Therapie mit ner Flasche Wodka ankamen.
Naja letzenendes ist sie(52) an meinem 19 Geburtstag nachts gestorben,sie muss wohl aufgestanden sein weil sie auf Toilette musste,hatte starke Verstopfung durch den Alk und innere Hämorieden,die durch den harten Stuhlgang gerissen sind,sie ist enlendig verblutet,da sie durch die Leberzirrose eine gestörte Blutgerinnung hatte und sie nicht mehr aufgehört hat zu bluten...
Sie hat sich eifach aufs Sofa gelegt und ist eingeschlafen! 
Das war alles so schrecklich,alles voller Blut, ich habs allerdings net gesehen.durfte ich nicht.
Aufjedenfall habe ich einen endlosen Hass auf Alk,trinke selber keinen Tropfen, und kann meinen Eltern irgendwie nicht verzeihen,das sie mich alleine gelassen haben und kein Verantwortungsgefühl hatten...
War nach der Beerdigung auch nicht mehr am Grab....
Habt ihr änliches erlebt und wie geht es euch damit?
04.09.04 17:36
Hallo.
Dein Beitrag ist ja sehr deutlich geschrieben.
Meine Mutter ist im Dez.03 gestorben, sie wurde 53 Jahre alt, ich war 28.
Sie trank seit ich denken kann, mal mehr mal weniger. In den letzten 14 Jahren wurde es mehr, damals zog ich aus.
Ich bin traurig, daß ich ihr niemals wieder etwas sagen kann. Und über manches was ich gesagt habe.
Aber in der jeweiligen Situation war es richtig und angemessen. Ich habe versucht, mich emotional von ihr abzugrenzen, und habe immer wieder, wenn sie ins Krankenhaus kam festgestellt, daß das nicht geht.
Ich bin im Frieden mit ihr auseinander gegangen. Als wir uns das letzte Mal sahen, war es ein gutes Treffen, ich habe sie in den Arm genommen und gesagt, daß ich sie liebhätte. Als sie starb wußte sie das also. Das hilft mir sehr.
Trotzdem ist da Trauer, aber mehr um verpaßte Gelegenheiten, sich nicht mehr erfüllende Hoffnungen, denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Da ist wohl was dran.
Immer wieder hatte ich doch ein wenig Hoffnung, daß jetzt was anders wird, Kleinigkeiten. Zum Schluß hatte sie eine Betreuerin, die aber ihre eigene Tochter hätte sein können und von der soll sie sich was sagen lassen? Würde ich wohl auch nicht akzeptieren.
Sie war ihr Leben lang auf der Suche nach Anerkennung und Liebe, z.B. der ihrer Eltern, vergeblich. Sie war rastlos, im Schlaf wie im Wachsein. Ich glaube, ihr Körper war am Ende, und das hat sie gespürt. Ich weiß nicht, ob es sowas gibt, aber sie hat in den paar Monaten vor ihrem Tod Dinge zuende gebracht, Leute angerufen, sie "eingerichtet" wie man sagt. Darum glaube ich, es hilft mir bei meiner Trauer und meinem Allein-Sein-Gefühl, daß sie nicht aus dem Leben gerissen wurde. Zwar schon durch die Art und Weise (Gehirnblutung, Koma), aber sie ist auch "früh" genug gegangen, als daß sich mein Leben noch entwickeln kann.
Ich habe seit ich Kind war, ihr Leben geführt, mich um sie gekümmert, gesorgt.
Das letzte Mal Trauer und Verlustangst habe ich gespürt als ich ca. 7 Jahre alt war. Danach ist dieses Gefühl unter "Erwachsen-sein" und "Überleben" verschwunden, damit begann auch die emotionale Entfernung. Was aber nicht stattfand, ist die Abnabelung, die Kinder und Eltern durchlaufen.
Zu dieser Nähe muß ich wohl zurück, diese Nähe und Gefühle zulassen. Manchmal wache von diesem Gefühl auf, ich erkenne es wieder.
Ich könnte mir vorstellen, daß auch Du Dir allein vorkommst und auch diese Abnabelung nicht stattfinden konnte, weil Deine Eltern zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren.
Jetzt ist es wohl Zeit, Dein Leben anzufangen und vor allem Frieden mit Deiner Mutter zu finden. Deinen Vater haßt Du nicht so?
Machst Du eine Therapie?
Hast Du Geschwister, Freunde oder mit wem redest Du sonst?
Freue mich über Antwort.
04.09.04 19:21
Mein Vater trinkt auch sehr viel Alk(ca.4-7 Flaschen Bier am Tag )
Ich finde total ekelhaft und kriege jedes Mal einen Wutanfall, wenn ich in der Disco bin und sehe wie einige Leute sich betrinken.
Die haben nämlich kein abschreckendes Beispiel zu Hause und wissen anscheinend nicht, was sie da überhaupt anrichten!!!
05.09.04 00:51
ich bin auch ein Alki- Kind und bin selber Alki aber 11 Jahre trocken. Bei mir ist der Vater Alkiich habe auch einen Wut oder hass auf in weil er uns das leben so schwer gemacht hat, ich soll mich nun um in kümmer er lebt alleine . Ich mach das aber weil ichs nicht kann. Und was bei mir alles kaput gemacht wurde dur die trinkerei, unssere gefühlst welt ist doch ganz anderes wie bei anderen wo es nicht so war oder Ich könnte hier noch mehr schreiben aber ich will im moment nicht
Ich rate euch geht mal zu eks die können euch helfen!
LG Turbo
05.09.04 21:59
Du hast mein vollstes Mitleid. Es tut mir sehr leid, was dir passiert ist. Ich selber habe auch eine Art Leidensgeschichte, die allerdings nicht ganz so tragisch ist.
Meine Eltern trinken, solange ich denken kann. Mein Vater Bier und Whisky, meine Mutter Wein und Klare Schnäpse. Ich bin allerdings immer wieder erstaunt, wie gesund beide sind und wieviel sie vertragen. Ihr Prinzip war immer: Nie tagsüber trinken und zeitig ins Bett gehen. Ihre Ernährung ist auch erstklassig. In den Stunden zwischen 18 und 0 Uhr floß/fließt aber der Alk in Strömen.
Ich habe sie schon auf ihr Problem angesprochen. Vor wenigen Monaten haben sie einfach von einen auf den anderen Tag nichts mehr getrunken und das auch ein paar Wochen durchgehalten. Die Initiative ging von meinem Vater aus. Leider haben sie jetzt wieder angefangen, es geht aber einigermaßen. Also wenn ich abends mal mit meinen Eltern telefoniere, können sie sich klar mit mir unterhalten.
Die Problematik lag immer darin, daß meine Eltern beruflich erfolgreich waren und viel in ihrem Leben passiert ist. Meine Mutter hat z.B. vor wenigen Wochen den Bootsführerschein gemacht und sich eine Motoryacht gekauft, außerdem ist sie viel in der Kunstszene unterwegs. Sie meint, solange sie so vieles noch kann und es ihr tägliches Leben nicht negativ einschränkt, ist es o.k.
Sehr schade, wie ich finde.
Mal sehen wie es weitergeht...
Grüße,
06.09.04 19:00
Das kommt mir sehr bekannt vor!!!
Ist bei meinem Vater auch so! Allerdings trinkt er "nur" Bier .Davon allerdings viel.Er meint, dass 4Flaschen Bier am Tag normal sind!!
Ich finde es irgendwie nicht normal! Was ist deine Meinung?
Mein Vater ist übrigens beruflich auch sehr erfolgreich.Wundert mich wie er den Alltag meistert!
Ich und meine Mutter trinken gar keinen Alk!
09.09.04 13:02
Ich glaub ihr habt was falsch verstanden,ich hasse meine Eltern nicht,im gegenteil,ich liebe sie wirklich unendlich,ich kann ihnen nur nicht verzeihen das sie so wenig Verantwortungsbewusstsein hatten und sich totgesoffen haben ohne an mich zu denken!Als ich mit 16 von zuhause ausgezogen bin,hatte ich ein gutes Verhälnis zu meiner Mutter und aus sehr innig,solange sie nicht volltrunken war...
Wenn sie volltrunken war,hat sie mich als dumme Schlampe und was weiß ich bezeichnet,hat versucht mich zu schlagen,es auch geschafft,aber sie war so zierlich das es nie weh tat,bin selber etwas moppeliger,gott sei dank!
Aber das habe ich ihr verziehen,sie konnte sich nie daran erinnern was sie getan hat...
Ich habe von meinen Eltern ein riesengroßes Mehrfamilienhaus geerbt und die Mieter tanzen mir auf der Nase rum weil ich eben erst 20 bin...
Finanziell bin ich gut abgesichert,aber die Eltern fehlen einem doch schon sehr,weil ich mir immer gewünscht habe,das sie sehen wie ich heirate oder babys bekomme!Naja kann man nicht mehr ändern....
Hast recht,komme mir oft sehr alleine vor,habe leider keine Geschwister und keinen Kontakt zu meinen Verwanten,aber sehr liebe Freunde,nur mit denen rede ich nicht mehr über meine Eltern,früher schon,wo meine Mutter noch gelebt hat...
Mache keine Therapie,denke auch nicht das ich eine brauche,zumindest jetzt nicht mehr,mit 11 hätte ich gut eine gebrauchen können....
Bin dadurch das ich früh selbstständig werden musste,sehr abgehärtet,kann schlecht Gefühle zeigen,und auch so schockt mich sehr wenig...Wo andere schon heulen wie ein schlosshund,z.B. bei Filmen,ist mein auge noch ganz trocken...Die beerdigung von meiner Mutter musste ich auch selbst organisieren und konnte da schon gut drüber reden,was passiert ist,ohne gleich einen Heulkrampf zu bekommen...
Der eigendliche Schock des Todes war nach 1-2 Tagen überwunden...
09.09.04 21:48
Also ich weiss nicht, ich wäre froh wenn ich mal heulen könnt und meine gefhle freien lauf lassen könnte. Weinen tut der Seele gut, macht einen weicher menschlicher. Überleg die mal ob das dir nicht gut täte mal zu weinen.
LG Turbo
10.09.04 10:25
Mein Opa war Alkoholiker( glaube ich)! Zwar wurde das in meiner Familie nie ausgesprochen, aber ich denke mal, er war es. Er ist ziemlich früh gestorben, wurde 51 Jahre alt. Ich kann mich immer noch daran erinnern, wie ich ihm als Kind immer unzählige Bierflaschen aus dem Keller holen sollte. Für mich war das nichts schlimmes, aber ich wünschte ich hätte es nicht getan.
Der Vater von einem guten Freund ist Alkoholiker. Dessen Frau ging es mal abends nicht gut, aber er war zu besoffen um ihr zu helfen. Sie hat sich dann mit allerletzer Kraft zum Telefon geschleppt und einen Notarzt gerufen. Er hat dabei nur geschlafen und als er aufgewacht war, sah er nur einen Zettel, das sie im Krankenhaus sei und das sie beinahe gestorben wäre.....
Scheiß Alkohol.....
Ihr alle habt mein Mitgefühl
10.09.04 10:36
Natürlich kann ich weinen,tue ich auch,aber halt nicht vor anderen,wenn ich über Sachen nachdenke und ich alleine bin,fang ich auch ab und zu an zu weinen...
Noch bin ich kein Eisblock! 
15.09.04 10:17
Hallo Zusammen
Ich bin Alki und habe vor vier Jahren komplett aufgehört zu drinken (Ich hatte 20 Jahre getrunken). Ich war frisch verheiratet und habe meiner Frau zwar den Himmel versprochen aber die Hölle geboten.
Wenn ich diesen Thread so lese, danke ich Gott, dass ich keine Kinder hatte in dieser Zeit. Auch nach 4 Jahren haben meine Frau und ich immer wieder Diskussionen zu diesem Thema. Und immer wieder dann und wann mal Diskussionen deswegen.
Wenn ich meine Eltern und meine 5 Geschwister so ansehe, muss ich auch bedenken, dass es noch vieleviele Jahre braucht um das alles wieder gut zu machen. Ich engariere mich in vielen Selbsthilfegruppen und helfe aktiv, dass möglichst viele Personen mehr Ihr Leben in Nüchternheit und ohne Alkohol geniessen können. Wieso ich mein Leben wandelte ... ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Das alte Leben war nicht mehr lebenswert.
Nun ich bin erst 35 und hoffe, dass wir auch irgendwann noch mit Kinder beschenkt werden. Und hoffe dann ein passabler Vater zu sein.
M
16.09.04 02:34
Hallo zusammen,
ich finde dieses Forum sehr interessant.
Eins ist klar, es gibt keine Entschuldigung dafür, wenn sich jemand zu Tode trinkt und seine Angehörigen im Stich lässt. So etwas ist nicht zu vezeihen.
Zu mir selbst.
Ich bin 24 Jahre jung, habe vor 4 Monaten meine kaufmännische Berufsausbildung beendet und trinke selbst schon sehr lange regelmäßig Alkohol.
Zur Zeit trinke ich jeden Abend 4 - 6 Flaschen Bier. Dennoch bin ich im Beruf recht erfolgreich.
Angefangen regelmäßig zu trinken habe ich mit 17. Damals waren es 2 Bier am Abend, heute wie gesagt 4 - 6.
Es ist nur Bier, härteres nicht.
Ich merke keine Einschränkung meines Privat- und Berufslebens.
Sicherlich sind ander Menschen aktiver als ich, aber ich fühle mich wohl, und mache alles, was andere auch machen.
Denkt ihr, das ist der Einstieg zum Alkoholismus?
Ich denke, das ist diskussionswürdig, und wäre dankbar für viele interessante Beiträge zu dem Thema.
Grüße,
timme24.
16.09.04 20:20
Du es tut mir sau leid was mit dir passiert ist und mit deine eltern und so. Ich trinke auch ab und zu wenn ich mit freunde e bissl in de stadt gehe oder so. Na dann machs gut bleib sauber und peace ciao
20.09.04 16:32
das, was du schilderst, erinnert mich sehr an mich und mein Verhalten mit und zu Alkohol.
Ich bin 31, ich habe mit 19 Jahren angefangen, regelmäßig Alkohol zu trinken, täglich.
Das fing mit 1-3 Bier pro Tag an und steigerte sich im Laufe der Jahre auf 5-6 Bier am Tag.
Auch ich bemerkte keine Einschränkung meines Privat- und Berufslebens. Bis vor etwa 1 1/2 Jahren, seit etwa dieser Zeit begann ich langsam zusätzlich Wodka zu trinken, zunächst, weil es angenehmer war, nicht so viel Liter Bier im Bauch zu haben und weil der "Kick" noch verfeinert wird - es macht mich irgendwie "wach", spaßeshalber nenne ich Wodka mitunter Flüssig-Koks.
Mittlerweile ist es soweit, daß ich in etwa eine halbe Flasche Wodka und 2 Bier täglich trinke (nach der Arbeit), ich gehe weiterhin meinem Berufsleben nach, die sozialen Kontakte/Interessen haben allerdings darunter gelitten und abgenommen.
Was mir allerdings, mal abgesehen von meiner Gesundheit, am meisten zu denken gibt, ist daß mein Erinnerungsvermögen dadurch stark beeinträchtigt ist, die Gedächnislücken immer größer werden und mein Interesse an anderen Dingen sich reduziert hat.
Ich dachte auch immer, es würde nur beim Bier bleiben (das war ja auch jahrelang so) und nun.....
Täglich trinken ist sowieso schonmal nicht gut, da man nicht einen Tag mal nüchtern (ohne irgendwelche Drogen) lebt.
Das halte ich für sehr bedenklich. Ich lese seit wenigen Tagen in diesem Forum und habe mir nun vorgenommen, meinen Konsum nach und nach zu reduzieren, denn so langsam wird es mir wirklich unheimlich.
Ich rate dir, das gleiche zu tun, einfach erstmal den Konsum langsam zu reduzieren und mal zu schauen, was passiert...
Du bist um einiges jünger als ich und steckst das wahrscheinlich noch besser weg, trotzdem, ich hoffe, ich konnte dir mit meiner Schilderung ein wenig Einblick geben, was passieren kann, auch wenn man meint (seit jahren), so gut zurechtzukommen.
Und wenn du dir ausrechnest, welche Mengen Gift (auch wenn es "nur" Bier ist) über die Jahre durch deine Leber und dein Gehirn jagst...uiuiui.....
Greetz 
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